John Sinclair 313 (eBook)
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-3074-5 (ISBN)
Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1980 - 1989!
Die Mumien kommen.
Gold, Dämonen und Blut!
Diese Begriffe hatten auch im alten Peru vor mehr als 2000 Jahren ihre Bedeutung. Hinzu kamen die Magie und ein mächtiger Zauberer, der die langen Zeiten überleben wollte. Irgendjemand würde ihn dann schon aus seiner magischen Starre erlösen.
Er hatte sich nicht getäuscht, denn für eine geheimnisvolle Person war er genau das richtige Versuchsobjekt. Die Rachetour der Mumien begann ...
John Sinclair - der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit!
Die Mumien kommen
Gold, Dämonen und Blut!
Diese drei Begriffe hatten auch im alten Peru vor mehr als 2000 Jahren ihre Bedeutung. Hinzu kamen die Magie und ein mächtiger Zauberer, der die langen Zeiten überleben wollte. Irgendjemand würde ihn dann schon, so glaubte er, aus seiner magischen Starre erlösen.
Er hatte sich nicht getäuscht, denn für eine geheimnisvolle Person war er genau das richtige Versuchsobjekt. Die Rachetour der Mumien begann …
Mary Farlane schlug die Hände über dem Kopf zusammen, als sie ihren zehnjährigen Sohn Mike vor sich stehen sah. »Kind!«, rief sie, »was hast du nur gemacht?«
Wie die Unschuld persönlich stand der kleine rothaarige Bursche im Hausflur. Mit staunenden Augen blickte er seiner Mutter ins Gesicht. »Ich getan, Mom? Ich habe nichts getan.«
Mary nickte. »Ja«, stöhnte sie, »das sehe ich. Du hast überhaupt nichts gemacht. Der Lehm auf deiner Kleidung ist von allein gekommen, der Riss im Ärmel auch, und von dem Schmutz an deinen Händen oder in deinem Gesicht brauchen wir erst gar nicht zu reden.«
»Ach das meinst du«, sagte Mike. »Das ist doch nicht schlimm.«
Mary ging in die Knie. »Nein, mein Kleiner«, erwiderte sie mit einer gequält klingenden Stimme. »Das ist alles nicht schlimm für dich. Ich weiß es. Und für mich wäre es auch nicht schlimm, wenn es nicht jeden Tag vorkommen würde. Ich weiß nicht mehr, was ich dir noch anziehen soll. Es ist alles in der Wäsche …«
»Muss ich dann nackt herumlaufen?«, fragte Mike ängstlich.
»Wenn das so weitergeht, bestimmt.«
»Aber die anderen …«
»Die anderen werden dich für die nächsten beiden Tage nicht mehr interessieren, denn es ist alles schmutzig. Du musst nach der Schule und den Hausaufgaben im Zimmer bleiben. Tut mir leid, Mike, ich kann dir nicht helfen.«
Der Zehnjährige nickte. Dabei presste er die Lippen zusammen, um das aufkommende Weinen zu unterdrücken. Er wollte ja stark sein, doch mit der Strafe hatte er nicht gerechnet.
Mary, eine Frau, die das gleiche rote Haar hatte wie ihr Sohn, nur bei ihr wuchs es wild und kraus, nahm den Kleinen an die Hand und zog ihn zu sich heran.
»Wo soll ich hin?«
»Ins Bad, wie immer.«
Mike nickte. Die Schuhe musste er sich zuvor ausziehen. Sie blieben im Flur dicht hinter der Haustür stehen.
»Dass du dich nicht schämst«, sagte Mary und schüttelte den Kopf. »Ein Junge in deinem Alter. Ich begreife es einfach nicht …«
»Es hat aber Spaß gemacht.«
Mary Farlane lachte auf. »Das kann ich mir vorstellen.«
»Und Dad würde auch lachen.«
»Da bin ich mir nicht sicher. Warte nur ab. Er wird gleich zu Hause sein.«
»Macht er heute keine Überstunden?« , fragte Mike erstaunt.
»Nein, auch bei der Polizei wird mal pünktlich Feierabend gemacht. Es kommt zwar selten vor, aber manchmal gelingt es.«
»Daddy wird lachen. Er war nämlich früher genauso«, verteidigte sich der Zehnjährige.
»Ja«, stöhnte Mary, »leider.« Sie hatten das Bad erreicht und die 34-jährige Frau öffnete ihrem Sohn die Tür. Dabei warf sie noch einen Blick zurück.
Es war genau zu sehen, wo Mike hergegangen war. Die Lehmspuren zeichneten sich deutlich im Flur ab. Nur gut, dass dort Fliesen lagen und kein Teppichboden.
Mary Farlane drückte die Tür von innen an. »Zieh dich schon aus, Mike. Das kennst du ja.«
»Sicher, Mom.«
Mary Farlane überlegte, ob sie ihren Sohn in die Wanne stecken oder ihn duschen lassen sollte. Sie entschied sich für die Dusche. Es ging schneller und war billiger.
Mike stieg aus der Hose. Konnte er sonst nie schnell genug sein, so ließ er sich hier Zeit. Beinahe provozierend langsam zog er den Reißverschluss seiner schmutzigen Jeans nach unten.
Mary Farlane half schnell nach. »Komm, ich möchte fertig sein, wenn dein Vater kommt. Außerdem muss ich noch das Essen aufwärmen. Beeil dich mal ein wenig.«
Wieder schüttelte die Frau den Kopf, als sie entdeckte, dass selbst die Unterwäsche mit braungrauem Lehm bedeckt war. »Das ist ja fast unmöglich«, kommentierte sie. »Wie kann man sich nur so schmutzig machen? Ich begreife es nicht.«
»Da war ein Lehmberg, Mom.«
»Aha.« Mary legte das Hemd und die Jacke zur Seite. »Und wo?«
»Beim Wald. Wo auch der alte Bunker ist und die Leute bald anfangen zu bauen.«
Die Frau kreiselte auf der Stelle herum. Scharf schaute sie ihren Sohn an. »Da habt ihr gespielt?«
»Klar.«
»Aber ich …« Sie schluckte. »Ich hatte dir doch verboten, dort hinzugehen.«
»Die anderen waren auch da«, beschwerte sich Mike und wollte die Namen der einzelnen Kinder aufzählen, doch seine Mutter wehrte ab. »Nichts da, deine Freunde können machen, was sie wollen. Für dich sind dein Vater und ich verantwortlich. Ich hatte dich gebeten, den Bunker nicht zu betreten. Du weißt selbst, wie gefährlich er ist.«
Mike senkte den Kopf. Die Nase musste er hochziehen, weil er anfing zu weinen. »Ich gehe auch nicht mehr hin.«
»Versprichst du mir das?«
»Ja, das verspreche ich.«
»Dann ab unter die Dusche.«
Mike schlich davon und zog den Vorhang zu. Mary Farlane nahm inzwischen auf dem Wannenrand Platz. Sie konnte es immer noch nicht fassen. Mike war wirklich ein nettes Kerlchen. Bei allen beliebt, und er war, wie man so schön sagt, ein richtiger Junge. Wenn er spielte, war er stets derjenige, der sich am schmutzigsten machte.
Mary hörte das Rauschen des Wassers und sah hinter dem Vorhang die Gestalt ihres Kindes. Mike bewegte sich unter den Strahlen, prustete und schnaufte, aber Mary Farlane kannte das Spielchen bereits, deshalb blieb sie auch dabei, wenn Mike duschte. Er »vergaß« zu gern die Seife.
Auch jetzt deutete nichts an seinen Bewegungen darauf hin, dass er sich einseifte.
Mary stand auf. Um ihre Lippen zuckte ein Lächeln, als sie auf die Dusche zuging und den Vorhang mit einem Ruck zur Seite zog.
Die Seife lag noch trocken in der Schale. Mike stand nur unter den Strahlen, hatte den Kopf in den Nacken gelegt und die Augen geschlossen. Es war ihm nicht aufgefallen, dass die Mutter ihn sehen konnte. Erst als sie die Dusche abstellte, zuckte der Junge herum.
Mary Farlane winkte mit der Seife, die sie inzwischen in die Hand genommen hatte. »Du hast was vergessen, Mike.«
»Was denn?«
»Die Seife.«
Mike verzog das Gesicht. »Aber Mom. Wasser reicht doch auch aus. Ehrlich.«
»Nein, mein Lieber.« Sie warf ihm die Seife zu. Der Junge fing sie reaktionsschnell auf. »Jetzt wird sich gewaschen, und ich bleibe dabei, wenn du dich einseifst.«
»Muss das sein?«
»Los, mach!«
Mike zog einen Flunsch, doch es blieb ihm nichts anderes übrig, als den Anordnungen der Mutter Folge zu leisten. Sie konnte manchmal sehr hartnäckig sein.
Der Junge seifte sich ein. Als er damit fertig war, musste er auch noch Shampoo auf die Haare geben. Das hatte er überhaupt nicht gern, aber Mary kannte kein Pardon.
»Jetzt kannst du weiterduschen«, sagte sie und zog den Vorhang wieder zu.
Mary Farlane ging zum Waschbecken, bückte sich, nahm die Hose an sich, hielt sie aber so unglücklich in der Hand, dass aus beiden Hosentaschen etwas hervorrutschte und zu Boden knallte.
Mary drehte sich. Sie dachte an irgendwelche Blechstücke, die ihr Sohn mitgebracht hatte, denn bei ihm war man vor Überraschungen nicht sicher. Aber diesmal sollte sich die Mutter getäuscht haben.
Was aus den Hosentaschen gefallen war, war etwas ganz anderes.
Gold!
*
Mary Farlane stand wortlos da. Sie konnte es kaum glauben, dass aus den Hosentaschen ihres Sohnes zwei Goldstücke gefallen waren. Zwar hatte sie noch nie welche besessen, aber das musste einfach Gold sein.
Und wie groß die Goldstücke waren!
Gestohlen! Dieser Gedanke verfolgte sie plötzlich.
Der Junge hat die Goldstücke gestohlen. Als sie daran dachte, wich die Farbe aus ihrem Gesicht, und sie presste beide Hände gegen die Wangen. Mike ein Dieb? Nein, das konnte sie sich nicht vorstellen, aber wer schaute schon in den Kopf eines Kindes? Nicht einmal die eigene Mutter.
Kaum traute sie sich, auf die beiden Goldstücke zuzugehen und sie aufzuheben. Ihre Hände zitterten, sie hatte Mühe, sich unter Kontrolle zu halten, und als das erste Goldstück auf ihrer Hand lag, wäre es fast wieder heruntergefallen, so sehr vibrierte ihre Hand. Auch den zweiten kleinen Goldklumpen nahm sie auf und legte dann beide Stücke auf eine wannenhohe Ablage.
Tief atmete sie durch. Mary Farlane hatte den ersten Schock oder Schreck überwunden. Auch die Farbe war wieder in ihr Gesicht zurückgekehrt, und Mary Farlane nahm sich vor, mit ihrem Sohn ein ernstes Wort zu reden. Vielleicht sollte sie auch warten, bis Jack zu Hause war. Es konnte sich nur um Minuten handeln, wie die Frau mit einem Blick auf ihre Uhr feststellte.
Nein, Jack regte sich vielleicht zu sehr auf. Er war Polizist, arbeitete bei der Mordkommission und hasste alles, was nur nach einer Unregelmäßigkeit roch.
Mit ihm konnte man darüber nicht in Ruhe sprechen.
Das Rauschen des Wassers verstummte. Ein Zeichen dafür, dass der Junge fertig war.
Diesmal zog er den Vorhang zurück, sprang lachend aus der Dusche und rief: »Jetzt bin ich aber sauber, Mom. Sogar die Ohren habe ich mir gewaschen. Du kannst nachschauen, du …« Er verstummte, denn er hatte in das Gesicht seiner Mutter gesehen und sofort erkannt, dass etwas nicht...
| Erscheint lt. Verlag | 15.7.2015 |
|---|---|
| Reihe/Serie | John Sinclair | John Sinclair |
| Verlagsort | Köln |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Krimi / Thriller / Horror ► Horror |
| Literatur ► Romane / Erzählungen | |
| Schlagworte | blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies |
| ISBN-10 | 3-8387-3074-7 / 3838730747 |
| ISBN-13 | 978-3-8387-3074-5 / 9783838730745 |
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