John Sinclair 308 (eBook)
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-3069-1 (ISBN)
Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1980 - 1989!
Im Bann der Höllensteine.
Es geschah in einer Zeit, über die kein Geschichtsbuch je berichtet hat. Die Erde war noch im Aufbau, die Planeten zogen fremde Bahnen, das Weltall sah anders aus. Aber etwas gab es schon: Schwarze Magie!
Jene Kräfte, die sich zu Beginn der Zeiten gegen das Gute stemmten und dabei versuchten, es zu vernichten. Der Kampf forderte Tribut, und aus unermeßlichen Fernen wurden die Höllensteine auf die Erde geschleudert. Zunächst gerieten sie in Vergessenheit und bekamen erst durch Arkonada ein schreckliches neues Leben.
John Sinclair - der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit!
Im Bann der Höllensteine
Es geschah in einer Zeit, über die kein Geschichtsbuch je berichtet hat. Die Erde war noch im Aufbau, Planeten zogen fremde Bahnen, das Weltall sah anders aus. Aber etwas gab es schon.
Schwarze Magie!
Jene Kräfte, die sich seit dem Beginn der Zeiten gegen das Gute stemmten und dabei versuchten, es zu vernichten.
Der Kampf forderte Tribut. Aus unermeßlichen Fernen wurde etwas auf die Erde geschleudert, das zunächst in Vergessenheit geriet und erst durch Arkonada ein schreckliches neues Leben bekam …
Ellen Behan schaute auf die Tasse in ihrer Hand und sah, dass der Tee überzuschwappen drohte.
So sehr zitterte sie. Aber sie brauchte den Tee, sie hatte schon immer Tee getrunken. In den letzten fünf Jahren war die Menge um das Dreifache gewachsen, denn fünf Jahre lag es zurück, dass ihr Mann Morg ihr eines Abends erklärt hatte, er wollte nur mal eben weg, um Zigaretten zu holen. Er ging auch und blieb verschwunden.
Seit fünf Jahren war er nicht mehr zurückgekommen. Auf den Tag genau. Es war wieder Januar und wieder kalt. Schnee rieselte vom Himmel. Er hatte den kleinen Garten bereits mit einem weißen Tuch überzogen und ließ die krummen Bäume aussehen wie erstarrte Eisdämonen.
Wie jeden Abend schaute Ellen in den Garten, wenn sie an dem kleinen Tisch nahe des Fensters hockte und ihren Tee trank. Daneben lag die Schachtel mit den Zigaretten. Gefüllt mit 20 Glimmstängeln. Wenn Ellen zu Bett ging, war die Schachtel jedes Mal leer. Die Kanne mit Tee ebenfalls. Sie brauchte beides.
Vor genau fünf Jahren hatte sie mit dem Rauchen angefangen. An dem Abend, als Morg verschwand. Und nun rauchte sie innerhalb von drei bis vier Stunden eine Schachtel leer.
Nur so konnte sie die Einsamkeit überwinden. Vielleicht war es auch eine Rache an ihm, der sie so schmählich im Stich gelassen hatte, und das nach 21 Jahren Ehe.
Eine Schönheit war Ellen nicht mehr. Mit 46 sahen andere Frauen noch attraktiv aus. Sie nicht mehr. Gezeichnet von den Sorgen des Lebens, hatten sich in ihrem Gesicht die Falten schlagartig vermehrt. Die Haut war grau geworden. Morgens erinnerte sie oft an eine alte Ruine. Auch das einst so weiche Haar mit dem feuerroten Farbton zeigte eine unnatürliche Blässe.
Nein, an ihr war nichts mehr attraktiv. Deshalb konnte sie sich gut vorstellen, dass Morg inzwischen eine andere gefunden hatte. Schließlich war er ein Mann und auch erst 50.
»Cheerio, Morg! Auf den Tag deines unseligen Verschwindens«, sagte sie und hob die Tasse.
An diesem Abend hatte sie den Tee mit Rum »gewürzt«. Ein Verhältnis, das ihrer Ansicht nach stimmte.
Eins zu eins.
Sie trank. Zur Hälfte leerte sie die Tasse, stellte sie ab und griff nach der ersten Zigarette. »Auch die qualme ich auf dich, du verfluchter Bastard!« Sie war verbittert, sauer, auch müde, und sie dachte daran, dass sie keine Freunde mehr hatte. Sie alle wandten sich ab, nachdem Morg Behan verschwunden war. Was sollte man mit einer Frau anstellen, der der Ehemann weggelaufen war?
Nichts mehr …
Das billige Wegwerf-Feuerzeug warf eine hocheingestellte Flamme. Knisternd fraß sich die feurige Spitze in das Ende der Zigarette. Es waren filterlose Glimmstängel. Pechschwarz der Tabak, sehr stark. Eigentlich etwas für Männer.
Ellen lachte hart auf, als sie daran dachte. »Für Männer, das ist gut«, flüsterte sie. »Ist wirklich gut. Die hasse ich doch, die verdammten Kerle. Sie sollen sich zum Teufel scheren und in der Hölle braten. Mein guter Morg an erster Stelle. Cheerio, du Hundsfott!« Wieder hob sie die Tasse. Diesmal leerte sie das kleine Gefäß bis zum Grund. »Ich möchte auf dich spucken, ich will dich nicht mehr sehen …« Sie spie die Worte zusammen mit dem Rauch aus, der seinen Weg durch die Lunge längst hinter sich hatte.
Es schneite auch weiterhin. Lautlos sanken die Flocken der Erde entgegen. Sie kamen, blieben liegen oder tauten weg.
Und Morg war verschwunden.
Schon oft hatte sich die Frau die Frage gestellt, wie sie wohl reagieren würde, wenn er plötzlich zurückkam. Eine Antwort hatte sie nicht gefunden. Wahrscheinlich würde sie gar nichts tun und ihn nicht einmal danach fragen, wo er gewesen war. Morg war erwachsen, er konnte tun und lassen, was er wollte.
Seinen Job als Kraftfahrer war er los. Er hatte seiner Frau auch nichts hinterlassen, so war Ellen froh gewesen, in einer Fabrik, die Teile für Video-Spiele herstellte, Arbeit zu bekommen. Zum Glück lief das Geschäft. Die Nachfrage wuchs sogar.
Sie drückte die erste Zigarette aus und griff automatisch nach der zweiten. Die Fingerspitzen berührten schon fast die Stäbchen, als sie von der Straße her ein Geräusch hörte.
Ellen wohnte in einem winzigen Haus, das sie von ihren Eltern geerbt hatte. Zudem war es eine ruhige Gegend. Da fiel es auf, wenn ein störendes Geräusch die Stille unterbrach.
Wie dieses Motorbrummen!
Morg war Trucker gewesen. Oft genug hatte einer seiner großen Wagen vor dem Haus gehalten, und Ellen hatte es im Laufe der Zeit gelernt, aus den Geräuschen Unterschiede festzustellen. Das, was da vor dem Haus aufgeklungen war, gehörte zwar zu einem Lastwagen, aber nicht zu einem großen Overland Truck.
Für einen Moment hatte sie die wahnwitzige Idee, dass ihr Mann zurückgekommen wäre. Sie verwarf den Gedanken sehr bald wieder. Nein, das konnte nicht sein. So etwas tat ein Kerl wie Morg nicht. Dafür war er viel zu feige.
Jawohl, feige, denn er wich den Problemen lieber aus, als sich ihnen zu stellen.
Das Geräusch war verstummt. Ellen hatte sich mittlerweile daran gewöhnt. Nun empfand sie die Stille als äußerst bedrückend. Sie hörte das Schlagen ihres Herzens. In der Küche tickte eine Uhr. Auch das vernahm sie überdeutlich.
Und die Schritte.
Nicht innerhalb der Wohnung, sondern draußen vor der schmalen Haustür mit den beiden Steinstufen als Treppe.
Da war jemand aus dem Lastwagen gestiegen. Eine andere Möglichkeit gab es für sie nicht.
Und er wollte zu ihr.
Noch saß sie angespannt auf dem Stuhl. Allerdings in einer schrägen Haltung. Sie hatte ihren linken Arm angewinkelt und über die hohe Lehne gelegt, die rechte verdeckte noch immer die Zigarettenschachtel, ohne jedoch ein Stäbchen entnommen zu haben.
Wollte der oder die wirklich zu ihr?
Das konnte sich Ellen Behan einfach nicht vorstellen. Sie bekam so gut wie nie Besuch. Schon gar nicht um diese abendliche Zeit. Das war sehr merkwürdig. An Einbrecher wollte sie nicht glauben, die hätten nicht solchen Lärm gemacht.
Ellen Behan musste sich überwinden, um aufzustehen. Mit wackligen Knien durchquerte sie den kleinen, sehr spartanisch eingerichteten Wohnraum, ging in die schmale Diele und hatte sie kaum betreten, als sie hörte, wie von außen her ein Schlüssel ins Schloss geschoben wurde.
Einen Schlüssel besaßen nur sie und ihr Mann!
Auf einmal konnte Ellen nicht mehr weitergehen. Sie blieb stehen, presste ihre Hand dorthin, wo das Herz schlug und starrte auf die Tür. Über der Frau brannte eine kleine runde Lampe. Sie warf ihr Licht auf den Körper, ließ einen Schatten entstehen, der zitterte und damit bewies, in welch einer Verfassung sich die Frau befand.
Es war kaum zu glauben.
Da kam jemand in ihr Haus, schloss auf – und …
Mit einem ziemlich heftigen Ruck wurde die Tür in den schmalen Flur gestoßen. So heftig hatte Morg jedes Mal das Haus betreten. Die Lampe vorn brannte nicht, deshalb blieb die Gestalt auf der Türschwelle im Dunkeln.
Eine große Gestalt …
Morg war ebenfalls groß.
»Verdammt, du könntest die Tür auch mal ölen, Ellen. Sie klemmt noch immer.«
Die Stimme! Himmel, das war Morgs Stimme. So wie er vor fünf Jahren gesprochen hatte. Ellen glaubte, in den Boden versinken zu müssen. Die Knie wurden noch weicher, die Beine gaben nach, und sie hatte Mühe, überhaupt noch Luft zu bekommen.
Rücklings rutschte sie an der alten Tapete nach unten. Sie hörte das Schaben und die schweren Tritte, die sich ihr näherten, wobei hinter dem Mann die Haustür allmählich wieder zuschwang.
Ellen Behan wusste selbst nicht, wie sie es schaffte, sich wieder unter Kontrolle zu bekommen. Jedenfalls war es ihr möglich, den Körper hochzudrücken und stehen zu bleiben.
Morgan Behan kam. Und er stoppte, als er den Lichtkreis der Dielenleuchte erreichte.
Langsam hob Ellen den Blick. Sie musste blass wie eine Leiche sein, aber das störte sie in diesen Augenblicken nicht. Ihr gesamtes Augenmerk galt einzig und allein dem verschollenen und jetzt zurückgekehrten Morgen Behan.
Er hatte sich überhaupt nicht verändert. Noch immer wuchs der dunkle Bart auf seiner Oberlippe. Die Nase stach schief aus seinem Gesicht, nur das schwarze Haar hatte einen grauen Schimmer bekommen, und um die Mundwinkel herum hatten sich einige Falten gebildet.
»Morg?«, fragte Ellen.
»Wieso?«
»Du bist es wirklich?«
»Mein Geist bestimmt nicht.«
»Kann ich dich anfassen?«
Der kräftige Mann hob die Schultern. »Wieso willst du das?«
»Nur so«, erwiderte Ellen und streckte ihre Hand vor. Die Finger erwischten Morgan Behan über dem Gelenk. Sie hielten es fest, und die Frau nickte. »Es ist wahr!«, flüsterte sie. »Du bist ein Mensch und kein Geist. Lieber Himmel, das ist unmöglich …«
»Ich bin da.«
»Und wo warst du?«, hauchte sie.
Morg grinste. »Zigaretten holen.«
Ellen...
| Erscheint lt. Verlag | 15.7.2015 |
|---|---|
| Reihe/Serie | John Sinclair | John Sinclair |
| Verlagsort | Köln |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Krimi / Thriller / Horror ► Horror |
| Literatur ► Romane / Erzählungen | |
| Schlagworte | blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies |
| ISBN-10 | 3-8387-3069-0 / 3838730690 |
| ISBN-13 | 978-3-8387-3069-1 / 9783838730691 |
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