John Sinclair 294 (eBook)
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-3055-4 (ISBN)
Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1980 - 1989!
Der Feuer-Bumerang.
Ted Ricker bemerkte die Gefahr, als er über die Schulter schaute. Hinter seinem Hubschrauber schien der Himmel in Flammen zu stehen, und das Feuer breitete sich gedankenschnell aus.
Die Passagiere schrien verzweifelt, auch sie sahen die heranjagende Flammenwand.
Ted wurde klar, dass er dem Feuer-Bumerang nicht ausweichen konnte. Die Hölle hatte ihn eingeholt. Nur eins blieb ihm noch: Er musste die Bodenstation warnen. Folgenden Funkspruch schickte er los: »Ein flammender Bumerang verfolgt uns. Er ist groß wie ein Haus ...« Da brach der Funkkontakt ab.
John Sinclair - der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit!
Der Feuer-Bumerang
Über zwei Stunden lang sah alles nach einem ruhigen, völlig normalen Flug aus. Die drei Passagiere und der Pilot des Hubschraubers waren zufrieden, denn sie hatten ideales Flugwetter.
Am Himmel stand eine grelle Sommersonne. Der Himmel erstrahlte in einem hellen, manchmal azurfarbenen Blau, und unter dem fliegenden Vogel aus Metall lag eine unendlich erscheinende Steppe.
Sie erinnerte an ein gelbgrünes Meer und zog sich von einem Horizont zum anderen hin.
Niemand dachte an eine Gefahr, denn alle äußeren Bedingungen waren optimal.
Dennoch war das Grauen unterwegs …
Es begann damit, dass der Kern der Sonne plötzlich zu explodieren schien, wieder ineinanderfiel und dabei etwas ausstieß, das dem Piloten des Hubschraubers zunächst wie ein langer glühender Funke vorkam.
Der Mann trug eine sehr stark verdunkelte Brille, deshalb konnte er auch in die Sonne hineinschauen und entdeckte den seltsamen Funken, der sich von dem glühenden Ball löste und über den unendlich erscheinenden Himmel schwebte.
Die drei Passagiere hatten von alledem nichts bemerkt. Sie unterhielten sich, lachten und waren guter Dinge, denn die Familie hatte sich endlich zusammengefunden und die lange geplante Reise über die weiten Plains unternommen.
Sie schauten des Öfteren aus dem Fenster. Da der Hubschrauber nicht sehr hoch flog, sahen sie hin und wieder auch die breiten und mächtigen Kronen der Eukalyptusbäume, die für den fünften Erdteil Australien so typisch waren.
Kängurus jagten mit grotesken Sprüngen über die Ebene, und manchmal entdeckten die Städter aus Sidney auch Dingo-Rudel, die in der freien Natur ihren Weg suchten.
Für dies alles hatte der Pilot keinen einzigen Blick. Ihn beunruhigte der seltsame Gegenstand in der Luft, denn so etwas hatte er noch nie gesehen. Zumindest würde er diesen Gegenstand mit dem Wort ungewöhnlich umschreiben, wenn nicht ein anderer Begriff vielleicht treffender gewesen wäre.
Gefährlich!
Der Pilot flog jetzt in einem schrägen Winkel zu diesem am Himmel fliegenden Gegenstand. Er hatte den Kurs ein wenig geändert, unbemerkt von den drei Passagieren, sodass er das noch nicht identifizierte Flugobjekt genau im Auge behalten konnte.
Nicht identifiziertes Flugobjekt!
Genau das war es!
Ein UFO!
Tief atmete der Mann am Steuerknüppel des Hubschraubers ein. Er hatte in seiner beruflichen Laufbahn viel erlebt, war im Land herumgekommen und kannte den fünften Erdteil aus der Luft wie kaum ein Zweiter. Viel hatte er während seiner Flüge gesehen, war auch in Sand- und Wirbelstürme geraten und hatte es immer wieder geschafft, dieser Hölle zu entkommen.
Nur eins war von ihm bisher nicht entdeckt worden.
Ein UFO!
Zahlreiche seiner Kollegen hatten mit solchen Erlebnissen geprahlt, aber Ted Ricker hatte nur abgewinkt. Nein, das war nicht sein Fall. Zudem hatten sich die Geschichten immer als erklärbar herausgestellt, doch in diesem Fall wusste der Pilot keinen Rat. Das Objekt am Himmel passte einfach in keine Schublade. Es war da, stand nicht still, flog weiter und besaß eine zumindest gleiche, wenn nicht höhere Geschwindigkeit als der Hubschrauber.
Und es raste näher.
Ein wirbelndes, kreisendes Etwas, das wie der Sonnenball glühte. Ein Gegenstand, der manchmal einer Scheibe glich, dann wieder einer lang gezogenen Flammenzunge. Schlecht zu beschreiben, weil er einfach zu schnell war und einem feurigen Kometen glich, der über den Himmel fauchte, um irgendwann einmal in den Erdboden einzuschlagen und zu verglühen.
Ted Ricker wollte einfach nicht an einen Kometen glauben. Er hatte schon zu viele gesehen. Sie kamen aus dem All, stachen in die Erdatmosphäre und verglühten.
Nein, das war etwas anderes.
Allmählich wurde Ted nervös. Er bezeichnete sich selbst als einen Mann mit eisenharten Nerven, doch diesem Phänomen am Himmel stand er ratlos gegenüber.
Was konnte es nur sein?
Näher und näher kam das Flugobjekt. Es hatte ebenfalls seinen Kurs geändert und steuerte jetzt direkt auf den Hubschrauber zu. Als wäre es eine Rakete, deren eingebaute Elektronik auf die Wärmeausstrahlung des Zielobjekts reagierte.
Zum ersten Mal spürte Ted den Schauder. Er rann über seinen Rücken, und gleichzeitig bekam er einen Adrenalinstoß, der ihm den Schweiß auf die Stirn trieb.
Er überlegte, ob er sich mit der nächstgelegenen Funkleitstelle in Verbindung setzen sollte, doch die Zeit gab ihm das seltsame Objekt nicht. Es war schon zu nah.
Und auch die drei Passagiere hatten es gesehen.
Ted hörte den Schrei des Jungen. »Daddy, was ist das denn? Das ist ja toll …«
Der Vater gab keine Antwort. Wie seine Frau war er zu fasziniert und gleichzeitig abgestoßen sowie ängstlich. Aber Ted Ricker wusste plötzlich Bescheid.
Das Objekt war nahe genug, um es identifizieren zu können. Es handelte sich bei ihm um keinen Kometen und auch nicht um ein UFO, sondern ganz einfach um einen Bumerang.
Ein gewaltiges, riesiges Gebilde. Unheimlich anzusehen, von lodernden Flammen umkränzt, und in der Größe durchaus mit einem Haus zu vergleichen.
Ein Flammen-Bumerang!
Ricker bekam Angst. Er glaubte schon, das Fauchen zu hören, was natürlich Unsinn war, denn der Lärm des Motors übertönte alle anderen Geräusche. Ihm war nur klar, dass, wenn er weiterflog, der Bumerang haargenau den Kurs des Hubschraubers kreuzen und die Maschine zerstören würde.
Ricker dachte nicht nur an sich, sondern auch an die Passagiere, für deren Leben er die Verantwortung trug, und er musste dem teuflischen Ding entgehen.
Er spürte die Flammenaura. Nicht als körperlichen Schmerz, nein, der Widerschein drang durch die Verglasung der Kanzel und füllte bereits das Innere der Maschine aus.
Jetzt wurde es gefährlich. Die flammende Waffe war einfach zu nahe gekommen, und Ted Ricker reagierte wirklich im letzten Augenblick. Als das Bild des Bumerangs sein gesamtes Blickfeld eingenommen hatte, da ließ er die Maschine absacken und hörte hinter sich im Passagierraum die heftigen Schreie der Menschen.
Schwer fiel die Maschine durch.
Wie eine erstarrte Puppe saß der Pilot hinter dem Steuer. Seine Gesichtszüge zeigten sich verzerrt, der Blick war starr zu Boden gerichtet, der immer näher kam, aber mit der Routine eines alten Fliegerkämpen zog er sie genau zum richtigen Zeitpunkt wieder in die Höhe. Flüchtig nahm er wahr, dass unter ihm eine Herde von Kängurus aus dem unmittelbaren Schallbereich des Hubschraubers floh, dann gewann die Maschine wieder an Höhe, und Ted Ricker sah vor sich den blauen Himmel und die unendlich erscheinende Weite des australischen Buschlandes.
Er war der Gefahr entwichen!
War er das tatsächlich?
Nein, ein Bumerang kam immer zurück, wenn man ihn entsprechend schleuderte. Dieses Prinzip behielt auch der riesige Flammen-Bumerang bei, denn als er seinen Wendepunkt erreicht hatte, da kippte er und drehte sich gleichzeitig herum.
Er kam zurück.
Ted Ricker bemerkte die Gefahr, als er über die Schulter schaute. Hinter dem Hubschrauber schien der Himmel in Flammen zu stehen, und das Feuer breitete sich gedankenschnell aus.
Die Passagiere waren ebenfalls von der Panik angesteckt worden. Sie schrien verzweifelt, denn auch sie sahen die heranjagende Flammenwand.
Ihre Schreie waren so laut, als wollten sie die Maschine sprengen. Und Ted Ricker wurde mit einem Mal klar, dass er dieser Waffe nicht mehr ausweichen konnte.
Die Hölle hatte ihn eingeholt.
Nur eines blieb ihm. Er musste die anderen warnen. In seiner Panik setzte er einen Funkspruch ab.
»Ein flammender Bumerang verfolgt uns. Er ist groß wie ein Haus. Er wird uns vernichten. Mayday … Mayday …«
Da traf er!
Es war grauenvoll.
Plötzlich schienen sich die Menschen inmitten einer Hölle zu befinden. Einer Hölle, die in Flammen, Licht und grellen Sonnen explodierte und sie mit in ihre Tiefe riss.
Die Menschen lösten sich buchstäblich innerhalb dieses mörderischen Feuerballs auf.
Für einen winzigen Moment noch stand ein greller Lichtblitz am Himmel. Ein weiß strahlender Punkt inmitten der unendlichen Weite eines Landes. Dann verlöschte auch er.
Menschen und Hubschrauber verschwanden.
Nichts blieb zurück.
Nicht einmal ein Stück verkohltes Blech …
*
Auch der Mann mit dem starken Fernglas vor den Augen hielt den Atem an. Er hatte den Kopf schräg in den Nacken gelegt und schaute in den Himmel.
Dann sah er den grellen Punkt.
Ein kurzer Blick nur, mehr nicht. Er war ebenso schnell verschwunden, wie er aufgeflammt war. Danach war alles wieder normal. Der Mann mit dem Fernglas zitterte. Er schaute noch immer, obwohl er das gesehen hatte, was er hatte sehen wollen.
»Was ist denn?« Eine Frau sprach ihn an. Ihre Stimme klang schrill, die glatte Stirn war gefurcht. Ihr gefiel es nicht, in der Sonne stehen zu müssen.
Erst jetzt ließ der Mann das Glas sinken. Sein breitflächiges Gesicht war bleich geworden. Er hatte ein wenig Ähnlichkeit mit dem Schauspieler Charles Bronson. Dicht unter dem Haaransatz an der Stirn schimmerten dicke Schweißtropfen, und seine wulstigen Lippen zitterten. »Es stimmt tatsächlich«, flüsterte er. »Verdammt, es stimmt.«
»Das hatte ich Ihnen ja gesagt, Mr. Zangy.«
Wayne Zangy nickte. Er schaute den Sprecher an, von dem er eigentlich kaum etwas wusste. Keinen Hintergrund, keine Familienverhältnisse – nichts. Nur den Namen.
Der Mann nannte sich Rhokasa!
...| Erscheint lt. Verlag | 1.7.2015 |
|---|---|
| Reihe/Serie | John Sinclair | John Sinclair |
| Verlagsort | Köln |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Krimi / Thriller / Horror ► Horror |
| Literatur ► Romane / Erzählungen | |
| Schlagworte | blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies |
| ISBN-10 | 3-8387-3055-0 / 3838730550 |
| ISBN-13 | 978-3-8387-3055-4 / 9783838730554 |
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