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John Sinclair 291 (eBook)

Killer-Hunde

(Autor)

eBook Download: EPUB
2015 | 1. Aufl. 2015
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-3052-3 (ISBN)

Lese- und Medienproben

John Sinclair 291 - Jason Dark
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Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1980 - 1989!

Killer-Hunde.

Der blinde Otto Maier stirbt im Straßengraben, zerfleischt von seinem Hund, der ihm bis zu diesem Angriff immer treu zur Seite gestanden hat.

Was ist für Harros Tun verantwortlich? - Kommissar Mallmann nimmt die Ermittlungen auf und erfährt, dass mehrere Leidensgenossen Otto Maiers ebenfalls von ihren Blindenhunden angefallen worden sind. Die Killer-Hunde stellen für Will Mallmann ein zu großes Problem dar. Er bittet John Sinclair um Hilfe ...

John Sinclair - der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit!

Killer-Hunde


Zuerst war es nur ein Knurren, das den blinden Otto Maier aufschreckte.

So merkwürdig hatte sich der Hund in den sechs Jahren, in denen sich Otto Maier stets auf ihn hatte verlassen können, erst zweimal verhalten.

Wieder knurrte der Blindenhund.

Otto Maier erschrak. Diesmal war es ihm noch drohender und gefährlicher vorgekommen.

Und er spürte das plötzliche Straffen der Leine, als sein Hund daran zerrte und ihn mit nach vorn riss.

»Harro!«, rief der Blinde. »Harro, was ist denn los? Du bist ja wahnsinnig. So kenne ich dich gar nicht. Was hast du nur?« Der Blinde sprach mit seinem Tier, als wäre es ein Mensch.

Eine tiefe Freundschaft zwischen dem Hund und ihm hatte sich im Laufe der Jahre entwickelt. Einer konnte sich auf den anderen verlassen. Weshalb der Hund jetzt so reagierte, das verstand Otto Maier nicht.

Irgendetwas musste ihn aufgeschreckt haben. Eine Gefahr, die in der Nähe lauerte und der er sich stellen wollte. Was wiederum auch seltsam war, denn Harro war es gewohnt, Gefahren aus dem Weg zu gehen. Nur wenn nichts anderes mehr half, wurde der Hund aggressiv.

Otto Maier blieb stehen. Er hob den rechten Arm und damit auch seinen weißen Blindenstock. In die Luft stach er den Stock, tastete nach einem Hindernis und fand auch eins. Es war ein Baumstamm, gegen den der Gummi stieß.

Der Mann hatte Erfahrung, er duckte sich unter tief hängenden Ästen hinweg und blieb neben dem Stamm stehen, während sein Hund weiterhin an der Leine zerrte.

»Bleib hier, Harro!« Maiers Stimme klang ärgerlich. Er übte Gegendruck aus. Der Hund sollte spüren, wer der Herr war.

Das Knurren verstärkte sich, es klang wie eine finstere Drohung. Der Mann hörte das Scharren der Pfoten. Sie wühlten das Laub auf, das die Bäume bereits im Oktober verloren hatten.

Obwohl Otto Maier die Umgebung nicht sehen konnte, spürte und fühlte er sie genau. Er merkte deutlich den Wind und hörte auch das Fallen der bunten Blätter, wenn sie von Ästen und Zweigen auf den Boden geweht wurden. Hinzu kam die feuchte Luft eines Spätnachmittags, die bereits die Dämmerung ankündigte.

Otto Maier hatte es nicht mehr weit bis zu seinem Ziel und der Gruppe gleicher, die mit ihm im Schwarzwald Urlaub machten. Sie wollten hier den Herbst erleben und weite Spaziergänge machen. Dabei musste sich jeder Blinde auf seinen Hund verlassen können.

Bisher hatte Otto Maier das.

Plötzlich vernahm er das Jaulen, es war irgendwo in weiter Ferne aufgeklungen, hallte durch den Wald und schien auch über die runden Kuppen der Berge zu schwingen. Ein seltsames Geräusch. Heulen und Schreien.

Kaum war das Geräusch aufgeklungen, als Harro reagierte. Er spielte regelrecht verrückt, zerrte wieder an seiner Leine und hätte den Mann fast von den Beinen gerissen. Ein heiser klingendes Bellen drang aus dem Maul des Tieres. Wütend und aggressiv. Harro war nicht mehr zu halten. Er sprang in die Höhe.

Der Blinde wurde von dieser Aktion völlig überrascht. Der Ruck war so stark, dass er sich nicht mehr auf den Beinen halten konnte, obwohl er sich an einem Ast festhielt. Seine Hand rutschte ab, und einen Moment später fiel er hin.

Zum Glück dämpfte das Laub seinen Fall. Er hörte noch das Rascheln, als der Hund sich mit einer geschickten Drehung von ihm löste und weglief.

Der Blinde lag im Laub.

»Harro!«, schrie er. »Verdammt, Harro, komm doch zurück! Hierher, Harro! Zu deinem Herrn! Hier gehörst du hin, aber schnell, Harro. Los, komm endlich!«

Harro hörte nicht. Er hatte einen anderen Ruf vernommen, dem er folgte.

Otto Maier blieb liegen. Vor Wut trommelte er mit beiden Fäusten auf den Boden. Vierzig Jahre war er alt, ein kräftiger Mann in der Lebensmitte. Wenn nur die verdammte Augenverletzung nicht gewesen wäre! Durch einen Unfall war es vor zehn Jahren passiert. Er hatte in einem Labor gearbeitet und Lauge in die Augen bekommen. Da war nichts mehr zu machen gewesen.

Der Hund lief weg.

Maier, der auf dem Bauch lag und nur seinen Kopf erhoben hatte, lauschte den Geräuschen, die zuerst noch deutlich zu hören waren, dann immer leiser wurden.

Harro verschwand.

»Verdammter Bockmist«, fluchte der Blinde, tastete mit beiden Armen auf dem Boden umher, sodass es aussah, als würde er Schwimmbewegungen üben. Seine rechte Hand blieb auf einer aus der Erde ragenden Baumwurzel liegen. Er stützte sich dort ab, und es gelang ihm, wieder auf die Füße zu kommen. Seinen weißen Blindenstock hatte er ebenfalls verloren, und er schimpfte: »Harro, wenn ich dich wiedersehe, dann kannst du was erleben. Mich einfach schmählich im Stich zu lassen!« Otto Maier war außer sich, steckte voller Zorn und Wut. Tastend suchte er den Blindenstock. Seine Hände wühlten das Laub auf. Er hatte Glück. Der Stock geriet zwischen seine suchenden Finger. Maier hob ihn auf und klopfte seine unmittelbare Umgebung nach Hindernissen ab. Er hoffte, so rasch wie möglich das Heim wiederzufinden, denn auf Harros Hilfe konnte er sich nicht mehr verlassen.

Zum Glück waren sie nicht tiefer in den Wald hineingegangen. Zur rechten Seite hin musste die Straße liegen, und in diese Richtung bewegte sich der Blinde auch. Dabei hoffte er, richtig geraten zu haben und bewegte sich sehr langsam voran.

Die Gummispitze des Blindenstocks drückte in feuchtes Laub und weiche Erde, spürte Baumwurzeln auf, die Hindernisse bildeten, doch querstehende Zweige und Äste konnte der Stock nicht ertasten. Der Blinde bemerkte sie erst, wenn sie gegen ihn stießen, und so manches Mal zischte er einen wütenden Laut aus.

An Harro dachte er nicht mehr. Für ihn war sein erstes Etappenziel, die Straße, wichtig.

Aber Harro dachte an seinen Herrn.

Der Blinde wusste nicht, dass der Hund noch in der Nähe lauerte. Ein prächtiger Schäferhund mit glänzendem Fell, gesund, kernig, aber auch gefährlich.

Das Tier hatte sich verändert. Aus dem Hund war eine Bestie geworden. Die Augen besaßen nicht mehr den normalen Ausdruck, sie waren kalt, lauernd und unberechenbar geworden.

Harro hatte sein Maul geöffnet.

Selbst die Zähne wirkten in diesen Augenblicken bei ihm gefährlich, das Fell war gesträubt, und an den Lefzen schimmerte weißgelber Geifer. Dieser Hund glich keinem normalen Tier mehr. Er war zu einer gefährlichen Bestie geworden.

Obwohl blinde Menschen oft sensitiv reagieren, merkte Otto Maier von der in seiner Nähe lauernden Gefahr nichts. Er suchte weiterhin nach der Straße, ging noch langsamer und erreichte schließlich den Graben.

Die Stockspitze fuhr tief in das Blattwerk, das sich dort angesammelt hatte. Der Blinde hörte das Rascheln und auch etwas anderes.

Ein Wagen kam.

Von rechts fuhr er herbei. Er musste aus dem Ort Lenzkirch kommen. Vielleicht befand er sich auf der Fahrt zum Schluchsee. Wenn der Fahrer ein Einsehen hatte, würde er den Blinden sicherlich mitnehmen.

Otto Maier hatte es plötzlich eilig. Zu eilig, wie er schon bald merken sollte, denn er hatte seinen Stock erhoben, nicht mehr an den Graben gedacht, und als er den nächsten Schritt nach vorn ging, war es um ihn geschehen.

Er trat in das Loch und sackte weg. Damit hatte er nicht gerechnet. Ein Schrei löste sich noch aus seinem Mund. Er riss den rechten Arm hoch, der helle Blindenstock fuhr mit einer seltsam grotesk anmutenden Bewegung durch die Luft, und einen Moment später war der Blinde im Laub des Grabens verschwunden.

Ein Ford Sierra schoss aus der Kurve. Der Wagen wurde beschleunigt und wischte vorbei.

Das hörte auch der Blinde.

Er lag im Graben, spürte auf seinen Lippen die feuchte Erde, Blätter klebten auf seiner Haut, und als er seinen linken Arm bewegte, raschelte es. Tränen der Wut und der Hilflosigkeit drangen aus seinen Augen. Bisher hatte er noch keine große Angst gehabt. Nun aber überfiel ihn zum ersten Mal Panik. Er kam sich so allein vor wie damals, als er zum ersten Mal festgestellt hatte, dass er nichts mehr sehen konnte.

Und diesen Zustand nutzte jemand aus.

Es war der Hund!

Leise hatte sich Harro an seinen Herrn herangeschlichen. Seine Laufgeräusche waren durch das Rascheln des Laubs übertönt worden.

Nur noch drei Meter befand er sich entfernt. Der Blick seiner gnadenlosen Augen war starr auf das Opfer gerichtet, denn in diesen Augenblicken empfand das Tier seinen ehemaligen Herrn als Opfer.

Der Blinde lag noch immer im Graben. Er hatte Mühe, sich aufzurichten und schaffte es nach einer Weile, auf die Knie zu kommen. In dieser Haltung blieb er vorerst.

Sein Gesicht zuckte. Mit einer fahrigen Bewegung wischte er Blätter von der Haut, wollte sich auf seinen Stock stützen, als er hinter sich das Geräusch vernahm.

Obwohl es sehr leise war, entging es ihm nicht. Er ahnte, dass dort einiges passierte.

Wer hielt sich da auf?

Das Rascheln des Laubs klang sehr deutlich an seine Ohren. Ein unheimlicher Laut. Der Blinde ahnte, dass es keinen natürlichen Ursprung besaß.

Da war jemand hinter ihm.

Über den Rücken des Mannes kroch eine Gänsehaut. Noch stand er nicht, kniete, hielt sein Gesicht der Straße zugewandt und fragte mit krächzender Stimme: »Ist da jemand?«

Er bekam keine Antwort.

»Melden Sie sich doch!« Jetzt klang die Aufforderung schon schrill.

Es blieb still.

Die Angst in ihm wurde stärker. Das Blut rauschte in seinem Kopf. Sein Herz schlug schneller.

Nein, getäuscht hatte er sich nicht. Hinter ihm lauerte einer.

Harro legte die Ohren an. Er beobachtete. Und es sah so aus, als wollte ein Raubtier sein Opfer testen.

Der...

Erscheint lt. Verlag 1.7.2015
Reihe/Serie John Sinclair
John Sinclair
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies
ISBN-10 3-8387-3052-6 / 3838730526
ISBN-13 978-3-8387-3052-3 / 9783838730523
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