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John Sinclair 275 (eBook)

Die Frau mit dem Dämonendolch

(Autor)

eBook Download: EPUB
2015 | 1. Aufl. 2015
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-3036-3 (ISBN)

Lese- und Medienproben

John Sinclair 275 - Jason Dark
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Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1980 - 1989!

Die Frau mit dem Dämonendolch.

Tricia di Monti stand vor der entscheidenden Wende in ihrem Leben. Eine neue Seite im Buch der Schicksale war aufgeschlagen worden und sie würde sie annehmen. Eine Stimme aus dem Nichts bereitete sie auf ihr neues Leben vor. »Tricia, du weißt, dass es viele Arten gibt, Menschen zu töten. Ich habe sie alle durchprobiert und dabei eine neue Art entdeckt, das Antöten.

Für diese Aufgabe habe ich dich vorgesehen, und ich reiche dir deshalb den Kelch und das Messer.« Tricia war einverstanden, und sie hatte deshalb aufgehört, Tricia di Monti zu sein. Jetzt war sie die Frau mit dem Dämonendolch.

John Sinclair - der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit!

Die Frau mit dem Dämonendolch


Die Stimme schien aus dem Nichts zu kommen, aus der Dunkelheit.

Aber die Stimme existierte, und sie gab gnadenlos ihre Befehle und Anordnungen.

»Du bist da, Tricia?«

»Ja!«

»Hat dich jemand gesehen?«

»Nein!«

»Weiß man von deinen Vorbereitungen?«

»Ich habe zu keinem ein Wort gesagt!« Tricia antwortete leise. Ihre Stimme zitterte. Sie wusste, dass sie vor der entscheidenden Wende in ihrem Leben stand. Eine neue Seite im Buch des Schicksals war aufgeschlagen worden, und Tricia würde sie annehmen, denn was sie erleben sollte, bekamen nur wenige geboten.

Vielleicht war sie sogar die Einzige …

Die Stimme schwieg eine Weile. Fast hatte es den Anschein, als müsste sie sich erst wieder regenerieren und die nötige Kraft schöpfen, dann aber klang sie abermals auf, und sie hatte nichts von ihrer Bestimmtheit und Härte verloren.

»Du weißt, dass es viele Arten gibt, Menschen zu töten. Ich habe sie alle durchprobiert, und ich habe mich daran erfreut. Nach meinen Überlegungen bin ich zu der Feststellung gekommen, dass es eine Art von ganz besonderer Bedeutung gibt. Das Antöten …«

Nach dem letzten Wort legte die Stimme, die sowohl einem Mann als auch einer Frau gehören konnte, eine Pause ein.

Tricia schwieg ebenfalls. Sie stand in der Dunkelheit, starrte nach vorn und sah nicht einmal die Umrisse der schmalen Fenster, denn die Scheiben waren durch Vorhänge so dicht verdeckt worden, dass kein Lichtstrahl hindurchfiel.

Zudem wurde es draußen dunkel.

»Hast du gehört, was ich dir gesagt habe, Tricia?«

»Das Antöten …«

»Es ist am allerwichtigsten, und dich, meine Liebe, habe ich ausgesucht. Du wirst sie antöten, und alles andere uns und mir überlassen. Dafür werden wir dich reich belohnen. Und jetzt gib acht.«

Kaum war das letzte Wort gesprochen worden, als etwas auf Tricia zuwirbelte.

Es war so geworfen worden, dass sie nur zuzugreifen brauchte, und sie drehte ihre linke Hand um einen Griff.

Er gehörte zu einem Kelch oder Becher, dessen Gefäß oberhalb des Griffes tulpenförmig aufschwang. Kaum hatte Tricia den Kelch gefasst, als bereits das nächste Teil aus der Dunkelheit flog. Diesmal blitzte es für einen Moment auf, bevor es in der rechten Hand der Frau seinen sicheren Platz fand.

Wieder umklammerten die Finger einen Griff. Diesmal allerdings gehörte er zu einer Waffe.

Einem Messer!

Dessen Klinge war ebenso schwarz wie die Dunkelheit. Das Blitzen vorhin hatte eine andere Ursache gehabt, über die Tricia nicht näher nachdachte. Für sie allein zählten das Messer und der Kelch. Diese beiden Dinge brauchte sie, darauf hatte sie lange gewartet.

Hart hielt sie die so unterschiedlichen Gegenstände umklammert. So fest, als wollte sie diese Dinge nie mehr in ihrem Leben loslassen. Und so war es auch. Sie würde sie freiwillig nicht mehr abgeben. Erst der Tod konnte sie davon trennen.

Wieder erklang die Stimme. »Du kennst deinen Auftrag, Tricia?«

»Ja, Gebieter.«

»Damit entlasse ich dich jetzt. Aber sei gewiss. Was immer du tust und unternimmst, ich werde überall in deiner Nähe lauern. Ab jetzt bist du nicht mehr Tricia di Monti, sondern eine andere. Du wirst Mächten gehorchen, die über dir stehen und dich schützen. Du wirst erleben, dass es Dinge gibt, die für normale Menschen unfassbar und unbegreifbar sind. Du wirst von einer Götzen- und Dämonenpest hören, und du wirst darüber stehen und eiskalt lächeln. Ein Zurück gibt es ebenfalls nicht mehr. Nicht für dich, Tricia, denn du bist mit der Annahme dieser beiden Gegenstände in den Kreislauf der Magie völlig eingeschlossen. Es gibt keine Tricia di Monti mehr, nur noch die Frau mit dem Dämonendolch …«

*

Der Löwe guckte uns so traurig an, dass wir schon beinahe Mitleid mit ihm bekamen und der kleine Johnny mich fragte, ob ich nicht ein Stück Fleisch für das Tier übrig hätte.

Dann riss der Löwe sein Maul auf, und beide zuckten wir zurück. Wir schauten in seinen Rachen, hörten ein gedämpftes Brüllen, und Johnny wurde blass.

Ich lachte. »Möchtest du noch immer mit ihm spielen?«

»Nein, das nicht, Onkel John. Komm, lass uns weitergehen!«

»Und wohin?«

»Zu den Tigern.« Er schaute mich von unten her an. »Wir haben doch noch Zeit – oder nicht?«

Ich lächelte. »Natürlich haben wir Zeit. Die Vorstellung fängt erst in einer Stunde an.«

Wenn ich Vorstellung sagte, meinte ich eine Zirkusvorstellung damit. Schon lange hatte ich meinem Patenkind versprochen, mit ihm einen Zirkus zu besuchen. Und was man Johnny einmal versprach, das vergaß er auch nicht. Da konnte kommen, was wollte, und in letzter Zeit war es knüppeldick gekommen, auch für den Jungen, sodass seine Eltern und ich der Meinung waren, dass er eine kleine Abwechslung verdient hatte.

Deshalb der Besuch im Zirkus.

Auch ich wollte mich ablenken, denn die letzten Abenteuer steckten mir noch in den Knochen. Erst zwei Tage war es her, da hatten wir Professor Chandler, einen genialen Mathematiker und Dämonenforscher, verabschiedet. Er war wieder zurück nach Österreich gefahren, um sich seinen Forschungen zu widmen. Wir hatten einen sehr deprimierten Mann zum Flughafen begleitet, denn der Mensch, der vor einer Million Jahren schon einmal gelebt hatte und auf den Namen Bandor hörte, war tatsächlich in Chandler wiedergeboren worden. Damals war er ein Dämonenjäger gewesen. Durch eine Verkettung magischer Umstände war er in die Gegenwart geschleudert und durch den Biss eines, Werwolfs selbst zu einer solchen Bestie geworden. Bandor war praktisch Luparos letztes Opfer gewesen, bevor dieser von Suko mit der goldenen Pistole getötet worden war. Dann hatten wir eine Wolfsmagie erlebt, und der Reporter Bill Conolly war zusammen mit dem Professor in die Vergangenheit geschleudert worden, wo ihm klargemacht wurde, dass die Wolfsmagie mit die älteste überhaupt war. Bill war mit Lupina zusammengetroffen und hätte sie fast töten können. Im letzten Augenblick war sie ihm entwischt. Wahrscheinlich blieb sie erst einmal im Ozean der Zeit gefangen.1

Sollte sie wieder auftauchen, würde sie nicht mehr die gleiche Kraft besitzen wie früher, denn nun war sie von ihrem Sohn Luparo getrennt worden und nicht mehr resistent gegen geweihte Silberkugeln.

Auf jeden Fall konnten wir sie vergessen, und ich wollte – wenigstens für den heutigen Abend – auch meinen Job vergessen und mich über die Attraktionen eines Zirkus’freuen.

Johnny natürlich auch. Besonders stolz war er, dass er mit uns in die Abendvorstellung durfte. Bill und Sheila – seine Eltern – waren allerdings nicht in der Tierschau gewesen, die wollten Johnny und ich uns allein anschauen. Mit Bill und Sheila hatten wir einen Treffpunkt zehn Minuten vor Beginn der Vorstellung ausgemacht. Karten besaßen wir schon.

Die Tierschau war natürlich etwas für Johnny. Die meisten wilden Tiere in ihren Käfigwagen hatten wir schon besichtigt. Es fehlten nur noch einige Exoten, unter anderem Tiger und Elefanten.

Zwischen den Tiger- und Elefantenwagen gab es noch eine Attraktion. Es war eine Eisbude, und plötzlich verspürte Johnny einen rasenden Hunger auf Eis.

»Was hätten denn deine Eltern dazu gesagt?«, fragte ich ihn.

Johnny blieb stehen, verzog die kleine Nase, scharrte mit dem Fuß und druckste ein wenig herum. Er sagte aber nichts.

Das tat ich dafür. »Sie hätten dir also kein Eis gekauft«, stellte ich fest.

»Nein, Onkel John, so ist das auch nicht. Es kommt immer darauf an, welche Laune Dad und Mummy haben. Manchmal bekomme ich abends auch ein Eis …«

»Okay, dann will ich heute auch nicht so sein.«

Da hatte ich Johnny eine Riesenfreude gemacht. Ich holte ihm ein kleines. Er hatte schon einiges in sich hineingestopft. Einen Hamburger, Popcorn, Zuckerwatte, dazu kam jetzt noch das Eis.

Während wir herumstanden und Johnny das Eis leckte, hatte ich genügend Zeit, mich umzuschauen.

Es war ein großes Gelände, das der Zirkus gemietet hatte. Direkt an der Themse lag es, und es war sogar noch genügend Platz für parkende Autos vorhanden.

Wir hatten auch Glück mit dem Wetter. Nach der langen Regenperiode war es mittlerweile einige Tage schön geblieben, und dieser Abend schien überzugehen in eine laue Sommernacht. Es war noch nicht dunkel, die Dämmerung kroch erst allmählich heran, aber am Festzelt hatte man bereits die Beleuchtung eingeschaltet.

Ein buntes Allerlei aus Glühbirnen bildete lange, geschwungene Ketten, die nicht nur den breiten Zelteingang markierten, sondern auch über dem Zelt als Girlanden hingen und an der Frontseite den Namen des Zirkus’ schrieben.

DI MONTI!

Diesen Namen, aus bunten Birnen in übergroßen Lettern geformt, las jeder, der sich dem Zelt näherte. Er war überhaupt nicht zu übersehen, und die farbige Vielfalt der Birnen strahlte bis auf den Erdboden vor dem Zelt ab, wo der bunte Strahlenteppich die Gesichter der Menschen mit Farbe übergoss.

Es herrschte bereits ein großer Andrang. Aus zwei großen, an Stangen hängenden Lautsprechern dröhnte Musik. Zumeist Marschlieder sowie Melodien aus Operetten und Musicals. Die meisten Besucher kamen dadurch schon in die richtige Stimmung.

Sehr gut besucht war natürlich auch die Tierschau. Die Wagen bildeten praktisch eine seitliche Verlängerung des Zelts und hörten erst dort auf, wo die Wohnwagen der Artisten und zahlreichen Helfer begannen.

Johnny aß die Waffel.

»Fertig?«, fragte ich.

Er nickte mit vollem Mund.

...

Erscheint lt. Verlag 1.7.2015
Reihe/Serie John Sinclair
John Sinclair
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies
ISBN-10 3-8387-3036-4 / 3838730364
ISBN-13 978-3-8387-3036-3 / 9783838730363
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