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John Sinclair 253 (eBook)

Judys Spinnenfluch

(Autor)

eBook Download: EPUB
2015 | 1. Aufl. 2015
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-3012-7 (ISBN)

Lese- und Medienproben

John Sinclair 253 - Jason Dark
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Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1980 - 1989!

Judys Spinnenfluch.

Man kann Dämonen nachsagen, dass sie brutal und grausam sind, aber etwas haben sie den Menschen voraus. Die Zeit!

Dämonen können warten. Oft über Jahrhunderte hinweg, denn was sie einmal gesät haben, das wollen sie auch ernten.

In diesem Fall war es der Spinnenfluch. Ein Mädchen stand im Mittelpunkt des makabren Geschehens, und es riss sechs Menschen hinein in ein Karussell des Schreckens ...

John Sinclair - der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit!

Judys Spinnenfluch


»Wo finde ich das Mädchen?«, fragte ich den Arzt und schaute ihn scharf an.

Er lachte auf. »Mädchen ist gut, Oberinspektor.«

»Was ist es dann?«

Der Doktor lächelte unecht und krampfhaft. »Sie hat Augen, die …« Er schüttelte den Kopf. »Nein, das müssen Sie sich selbst ansehen, Mr. Sinclair. Kommen Sie, ich habe keine Erklärung.« Er drehte sich um und ging mit hastigen Schritten vor.

Erst mein Ruf stoppte ihn. »Wissen Sie, Doc, da ist noch der Mann, der mit der Kleinen gesprochen hat.«

»Sicher, aber den können Sie später fragen. Sehen Sie sich zuerst einmal Judy an.«

Ich hatte nichts dagegen. Schließlich war ich aus diesem Grund in das Krankenhaus gekommen. Genaues wusste ich nicht, und auch nicht mein Chef, Sir James, der mir den Job zugeschanzt hatte. Mir war nur bekannt, dass es um ein Mädchen ging, dessen Aussehen man als seltsam bezeichnen konnte.

Der Gang im Krankenhaus war lang. Zudem noch kahl und irgendwie steril. Ich mochte diese Flure nicht, wo zwischen den Türen oft Betten und fahrbare Medikamentenschränke standen. Wenn ich ein Krankenhaus sehe, dann zieht sich bei mir immer der Magen zusammen, und ich muss mich jedes Mal schütteln.

So auch an diesem Tag. Dieses Haus erinnerte mich fatal an eines, in dem eine gute Freundin von mir gestorben war. Nadine Berger. Ich hatte im selben Hospital gelegen. Eine Schusswunde machte mir damals zu schaffen, aber Nadine starb, ich lebte, obwohl ihre Seele im Körper eines Wolfs weiterexistierte.

Heftig schüttelte ich den Kopf, als sich meine Gedanken damit beschäftigten, und der Arzt musste mich zweimal ansprechen, bevor ich etwas verstand.

»Wir sind da, Mr. Sinclair!«

»Danke.« Ich schaute zu, wie der Mediziner die Tür öffnete und mir den Vortritt ließ.

Man hatte das Mädchen in ein Einzelzimmer gelegt. Es sollte ungestört sein. Jalousien bedeckten die Scheiben. Das Tageslicht sickerte nur schwach hindurch und malte verwaschene Streifen auf den mit PVC bedeckten Boden.

»Ich werde Sie jetzt einige Minuten mit der Patientin allein lassen«, sagte der Arzt, nickte mir noch einmal zu und verschloss die Tür von außen.

Mir sollte es recht sein, obwohl ich, ehrlich gesagt, nicht genau wusste, wie ich das Gespräch beginnen sollte. Dafür wusste ich zu wenig von dem Mädchen.

Nur den Vornamen kannte ich.

Judy!

Unwillkürlich dämpfte ich meine Schritte, als ich auf das Bett zuschritt. Auf den ersten Blick schien Judy zu schlafen, ich wollte sie nicht stören und blieb mit dem Rücken zum Fenster neben dem Bett stehen. Als ich den Kopf senkte, schaute ich in ein schmales, zerbrechlich wirkendes Gesicht mit hochstehenden Wangenknochen und blassen Lippen, die sich kaum von der Hautfarbe abhoben. Die Decke reichte bis zum Kinn, Haare umrahmten das Gesicht. Es war blass. Man konnte die langen Strähnen nicht als blond bezeichnen und auch nicht als grau, eher als ein Mittelding.

Ihr Alter war schwer zu schätzen. Vielleicht 22 Jahre.

Sie schien mich noch nicht bemerkt zu haben.

Ich kam mir ein wenig deplatziert vor, doch irgendein Geheimnis musste es schließlich geben, und das wollte ich herausfinden. Deshalb sprach ich mit leiser Stimme: »Judy?«

Ihre Mundwinkel zuckten. Ja, sie hatte mich gehört. Ich sah auch, wie sich unter der dünnen Decke die Hände bewegten, sonst bemerkte ich keine Reaktion.

»Judy, bitte! Ich bin gekommen, um Ihnen einige Fragen zu stellen. Vielleicht kann ich Ihnen helfen. Sagen Sie mir, was Sie bedrückt und was ich für Sie tun kann. Bitte …«

Jetzt öffnete sie den Mund. Es war ein langer, seufzender Atemzug, der über die Lippen drang, und gleichzeitig öffnete das Mädchen, von dem ich nur den Vornamen kannte, die Augen.

Ich zuckte zurück.

Judy war blind!

*

Damit hatte ich nicht gerechnet. Vor mir im Krankenbett lag ein blindes Mädchen. Eigentlich kein Grund zur Panik und zur Aufregung, aber ich war eben schockiert und auch verwundert darüber, dass mir der Arzt nichts davon gesagt hatte.

Ich schaute auf die Augen.

Seltsam waren sie. Sie sahen aus, als ob sie mit einer grauen Masse gefüllt waren, die auf irgendeine Art und Weise silbrig schimmerte. Diesen Ausdruck konnte man beim besten Willen nicht als normal bezeichnen. Etwas musste mit Judy geschehen sein.

Zum ersten Mal sprach sie. »Haben Sie es nun bemerkt, Mister?«

»Ja«, erwiderte ich leise. »Ich weiß jetzt, dass Sie blind sind. Es … es tut mir leid …«

»Sie brauchen nicht so zu lügen. Leidtun! Lassen Sie die Floskeln, sagen Sie mir nur, was Sie wollen und ob Sie die Warnungen ernst genommen haben!«

»Von welchen Warnungen sprechen Sie?«

Judy legte die Stirn in Falten. Sie schwieg und überlegte.

Ich wollte sie auch nicht drängen, aber mir war längst klar geworden, dass sich um dieses Mädchen ein Geheimnis rankte. Dies hatte ich den ersten Äußerungen entnehmen können.

»Gehören Sie nicht zu denen, die …« Sie schwieg weiter. Vielleicht aus Angst, zu viel gesagt zu haben.

»Wen meinen Sie?«

»Schon gut, Mister, schon gut.« Judy räusperte sich, schob ihre Hände unter der Decke hervor, und ich sah die schmalen Finger, die mit einer weißen Haut überzogen waren. »Weshalb sind Sie dann gekommen, Mister? Hat man Sie geholt? Habe ich etwas verschuldet oder falsch gemacht?«

»Das kann ich nicht sagen.«

»Dann reden Sie doch! Ich habe den Wagen angehalten und den Leuten erzählt, dass sie …« Judy schwieg, bewegte den Kopf und atmete seufzend. »Es hat keinen Sinn …«

Ich stand vor einem Rätsel. Bisher hatte ich ihr weder meinen Namen noch den Beruf genannt. Wenn ich das nachholte, war es vielleicht besser für uns beide.

»Hören Sie, Judy! Ich habe mit den anderen Leuten nichts zu tun. Mein Name ist John Sinclair, ich bin Polizist. Bei Scotland Yard Oberinspektor.«

»Sinclair?«, fragte sie leise zurück.

»Ja.«

»Sie können es nicht stoppen. Das kann kein Polizist, niemand kann es, glauben Sie mir. Man kann nur warnen, wie ich es immer wieder versuche. Nur warnen, Mr. Sinclair.«

»Sagen Sie mir, wovor?« »Nein, das sage ich nicht. Ich will und kann es nicht. Es ist besser, wenn Sie es nicht wissen, so wird Ihre Neugierde wenigstens nicht angestachelt. Ich sage Ihnen nur, dass auch Sie sich in Gefahr befinden. Jeder befindet sich in Gefahr – jeder …« Sie hatte in der letzten Minute die Augen nicht mehr geöffnet. Nun aber riss sie sie wieder auf, ich konnte hineinschauen und erlebte die zweite große Überraschung.

Die Augen hatten sich verändert. Zwar zeigten sie nach wie vor dieselbe Grundfarbe, doch in ihnen schimmerte etwas. Sowohl im rechten als auch im linken Auge.

Es waren zwei Spinnen!

*

Zuerst glaubte ich an eine Täuschung. Das konnte doch nicht möglich sein. Ich musste mich irren, und als ich genauer hinsah, da erkannte ich die winzigen Spinnen, ungefähr so groß wie das Oval des Auges an seiner breitesten Stelle.

Sollte es das gewesen sein, vor dem mich das Mädchen hatte warnen wollen?

Möglich, obwohl ich meine berechtigten Zweifel hatte, denn ich fragte mich gleichzeitig, wie die Spinnen in das Auge hineinkamen? Waren sie vielleicht aufgemalt worden.

Bis jetzt hatte ich gestanden, nun aber nahm ich auf dem Rand des Bettes Platz. Die Entfernung zwischen dem Gesicht des Mädchens und mir war zusammengeschmolzen. Die beiden Spinnen in den Augen waren sehr deutlich zu sehen, mir gelang es, ihre Beine zu zählen, und ich kam auf die Zahl zwölf.

Jede Spinne besaß sechs Beine, einen winzigen Mund, vielleicht auch Zähne. Ich schüttelte den Kopf, winkelte meinen Arm an und führte die Hand vorsichtig in die Nähe des linken Auges. Es war ein behutsames Hinabgleiten des Fingers, ein Vortasten, die Entfernung wurde geringer, und ich vernahm im nächsten Augenblick das zischend ausgestoßene Wort.

»Nicht weiter!«

Sofort zuckte meine Hand zurück. Jetzt war ich es, der lächelte, denn ich hatte plötzlich das Gefühl, einem Bluff aufgesessen zu sein. War Judy überhaupt nicht blind?

Davon konnte ich in Anbetracht der Dinge ausgehen, denn sie hätte meine Hand überhaupt nicht sehen dürfen.

Und doch hatte sie es.

»Judy!« Meine Stimme klang jetzt ein wenig schärfer als zuvor. »Ich bin gekommen, um mit Ihnen zu reden, aber ich möchte mich nicht gern reinlegen lassen, wenn Sie verstehen, was ich meine.«

»Nein, Mr. Sinclair!«

»Sind Sie blind? Diese Frage möchte ich offen und ehrlich beantwortet haben, Judy!«

»Ich bin blind!«

»Aber wie haben Sie dann erkennen können, dass sich mein Finger Ihren Augen näherte?«

»Ich fühlte es. Ja, ich fühlte es. Wissen Sie, Sir, Blinde besitzen ein schärferes Einfühlungsvermögen. Wenn ein Sinn ausfällt, werden andere aktiviert. Ich fühle vieles, was andere sehen. Begreifen Sie das, Mr. Sinclair?«

Ich versuchte es zu verstehen. Mir gefiel die Sache überhaupt nicht. Dieses Mädchen war von einem Geheimnis umgeben. Es strahlte eine gewisse Aura aus. Sie war rätselhaft, nicht zu fassen und gleichzeitig gefährlich.

Auch unheimlich …

Dieses unheimliche Gefühl lag über dem Raum. Ich glaubte, es körperlich zu spüren. Über meinen Rücken kroch eine Gänsehaut. Waren wir überhaupt noch allein?

Fast hatte ich das Gefühl, als wäre noch etwas anderes im Zimmer und würde uns belauern.

Ich drehte den Kopf. Die Tür war geschlossen. Man hatte sie auch nicht geöffnet. Dort also konnte niemand hergekommen...

Erscheint lt. Verlag 1.7.2015
Reihe/Serie John Sinclair
John Sinclair
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies
ISBN-10 3-8387-3012-7 / 3838730127
ISBN-13 978-3-8387-3012-7 / 9783838730127
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