John Sinclair 247 (eBook)
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-3007-3 (ISBN)
Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1980 - 1989!
Der Schädelthron.
Dämonen kämpfen gegen Dämonen! Die Strigen und die roten Vampire ringen um die Vorherrschaft. Eine Entscheidung bahnt sich an, und die Sieger stellen sich gegen das Team um John Sinclair.
Um in diesem Gerangel um Macht, Einfluss und Überleben gute Erfolgsaussichten zu haben, reist John Sinclair nach Norwegen, er ist auf der Suche nach dem Schädelthron der Satans-Eulen.
John Sinclair - der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit!
Der Schädelthron
Das Feuer leuchtete in einem düsteren Rot und erinnerte an das Auge eines unheimlichen Zyklopen. Der Schein war der einzige Orientierungspunkt in der grauschwarzen Nacht, die wie eine in die Unendlichkeit hineinragende Decke über dem Hochland der Anden lag.
Keine Wolke bedeckte den Himmel. Die lagen tiefer, wo sich Täler und enge Schluchten im gegenseitigen Wechsel ablösten.
Das Hochland schwieg. Es verbarg seine zahlreichen Geheimnisse wie eine Schatzkammer, und steil aufragende, mit Schnee bedeckte Bergspitzen in der Ferne hoben sich als stumme Wächter ab.
Niemand sollte den Frieden und die Stille dieser grandiosen Bergwelt stören. Sie sollte tot aussehen, verlassen, leer und öde.
Und doch gab es Leben in dieser wilden Urzeit-Gegend. Wenn die Nacht den Tag ablöste, dann waren es scheue Tiere, die sich aus ihren Verstecken lösten und auf Beutezug gingen. Anderes Leben konnte in dieser Höhe kaum existieren. Die wenigen Menschen zogen es vor, ihre Hütten in den Tälern zu bauen, damit sie hinaufschauen konnten zu den majestätisch hochragenden Bergen.
Und doch existierten Gestalten in dieser Bergwelt, die selbst den Tieren der Nacht Angst einjagten und sie vertrieben. Als gewaltige, düstere Schatten segelten sie über unendlich tiefe Schluchten, Gipfel und Bergrücken. Getrieben von einer nie abreißenden Unruhe, waren sie auf der Jagd nach Blut.
Die roten Vampire!
Uralte Geschöpfe. Vor kurzer Zeit erst erweckt, um in der Dunkelheit Angst und Schrecken zu verbreiten. Angeführt wurden sie von einem grauenhaften Monstrum, das sich Vampiro-del-mar nannte. Ein Wesen, das bereits existiert hatte, als die Erde noch in den Kinderschuhen steckte.
Wie in jeder Nacht, so waren die roten Vampire auch in dieser wieder unterwegs. Diesmal jedoch hatten sie einen triftigen Grund. Feinde waren erschienen. Todfeinde.
Und so wachten sie, lagen auf der Lauer, um die anderen Monstren zu erledigen, wenn die sich in die Nähe dieser Riesenfledermäuse wagen sollten.
Lange hatten die anderen gesucht und waren endlich fündig geworden, denn sie wollten den Kampf nicht noch länger ausdehnen. Einmal musste es zu einer Entscheidung kommen.
Unangefochten und unbeobachtet hatten sie es geschafft, in die Nähe der roten Vampire zu gelangen. Sie nahmen die Wege durch die tiefen Täler und Canyons, hielten sich eng an den Felswänden und verschmolzen mit deren Schatten.
Hin und wieder war ein seltsames Klatschen zu hören. Immer dann, wenn der Wind eingeschlafen war und sich die Wesen aus eigener Kraft voranbewegen mussten.
Die geheimnisvolle Infiltration gelang. Die Feinde der roten Vampire kamen dem Versteck immer näher. Keiner hatte sie bisher gesehen, aber sie hatten die roten Vampire längst entdeckt.
Scharf waren ihre Blicke. Scharf und klar, obwohl sie eigentlich nicht sehen konnten, denn in ihren beinernen Skelettschädeln hatten sie keine Augen.
Aber die Wesen waren auch nicht normal. Man konnte sie keinesfalls mit menschlichen Maßstäben messen, sie gehörten ebenfalls einer Kartegorie von gefährlichen Dämonen an, die schon seit Jahrtausenden existierten.
Es waren die Strigen!
Unheimliche Tiere. Satans-Eulen genannt. So groß wie der ausgestreckte Arm eines Menschen. Sie besaßen ein graues, manchmal auch bräunliches Fell und einen bleich und beinern schimmernden Totenschädel mit einem ebenso gekrümmten, hellen Schnabel, der wie ein scharfes Messer aus dem Kopf ragte.
Die Strigen waren gefährlich. Sie standen den roten Vampiren in nichts nach, und auch sie ernährten sich vom Blut anderer Lebewesen. Dabei war es ihnen egal, ob es sich um Menschen oder um Tiere handelte. Sie brauchten nur den roten Lebenssaft, um weiterhin existieren zu können.
Seit Urzeiten waren sie die Feinde der roten Vampire. Hätten sie sich verbündet, wären die Menschen sicherlich die Leidtragenden gewesen, so aber bekämpften sie sich, denn eine Art wollte die andere unbedingt vernichten.
Die Strigen hatten herausgefunden, wo sich die roten Vampire aufhielten. Das war vor allen Dingen ihrem Anführer, der Rieseneule Strigus, zu verdanken, der seit langer Zeit wieder die Spur der roten Vampire aufgenommen hatte.
Bevor die roten Vampire nicht vernichtet waren, gab es auch für die Satans-Eulen kein anderes Ziel. Aber es war sehr schwer, diese grauenhaften Biester zu töten.
Sie waren nicht allein. Angeführt wurden sie von Vampiro-del-mar, dem Vampir aus der Urzeit. Und er arbeitete eng mit Lady X, der jetzigen Führerin der Mordliga zusammen, die den Würfel des Unheils besaß und damit Dinge ins Rollen bringen konnte, die für die Strigen unter Umständen tödlich wurden.
Deshalb hatte Strigus den Befehl erteilt, die roten Vampire so rasch wie möglich zu vernichten.
Die Strigen befanden sich auf dem Weg.
20 waren es insgesamt. Zwei mal zehn blutgierige Monstren, die sich zu einem Vernichtungsfeldzug zusammengefunden hatten, um den roten Vampiren den Garaus zu machen.
Geschickt verhielten sie sich. Sie wurden nicht entdeckt, nutzten jeden Schatten aus, und der war in dieser Nacht mehr als dunkel. Man konnte die Farbe als tiefschwarz bezeichnen.
Sie hatten sich getrennt. Im Formationsflug wären sie aufgefallen, so blieben immer vier zusammen, die sich keilförmig voranbewegten. Abermals tauchten sie in eine Schlucht ein, aus deren Grund ein gewaltiges Rauschen ertönte.
Gletscherwasser hatten seinen Weg vom Gipfel der Berge in die Schlucht gefunden. Es schäumte wild und wütend über die herumliegenden Steine und Felsbrocken, um irgendwo in einen unterirdischen See zu münden, den noch kein Mensch je gesehen hatte.
Die Strigen hatten es nicht mehr weit, und das spürten sie genau. Jeder Dämon besitzt eine gewisse Ausstrahlung. Sie ist wie ein Hauch, der ihn umgibt. Ein Hauch, der auch von anderen schwarzmagischen Geschöpfen geortet werden kann.
Die Strigen merkten etwas.
Es war die Vierergruppe, die die Führung übernommen hatte. Wie auf ein abgesprochenes Kommando hin beschleunigten sie ihren Flug und stiegen gleichzeitig in die Höhe.
Dabei nahmen sie eine andere Formation ein. Eine Satans-Eule flog vor, und die drei anderen blieben in Keilform dahinter.
Sie jagten die Schlucht hoch. Dicht an einer Wand hielten sie sich, die an ihnen vorbeihuschte.
Über den hohen Rändern der Schlucht spannte sich der dunkelgraue Himmel. Und dort, anscheinend direkt darunter, hob sich auch ein Schatten ab.
Der rote Vampir!
Wie ein einsamer Wächter stand er am Himmel. Er bot ein unheimliches, drohendes Bild, als er seine Flügel ausgebreitet hatte, den Aufwind ausnutzte und in der Luft zu stehen schien.
Er ahnte nichts.
Noch nichts …
Die Strigen beschleunigten. Ihre Flügel bewegten sich jetzt schneller. Gespenstisch leuchteten ihre bleichen Totenschädel. Scharf wie frisch geschliffene Messer standen die Schnäbel vor. Sie waren bereit, die an Leder erinnernden Häute der roten Vampire gnadenlos zu zerfetzen.
Die Riesenfledermaus hielt Wache. Ihre roten Augen leuchteten wie winzige Blutperlen, die in der Luft an langen, unsichtbaren Fäden zu hängen schienen.
Noch hatte der Vampir nichts bemerkt. Das allerdings änderte sich sehr schnell, als die vier Strigen aus der Schlucht herausschossen und Kurs auf ihr Opfer nahmen.
Plötzlich zuckte der Vampir herum. Nur ein kurzes Schlagen mit den Flügeln war erforderlich. Er senkte seinen kleinen Schädel, riss das Maul auf und präsentierte seine hellen Reißzähne.
Sie standen vor wie kleine Dolche und waren darauf geeicht, in die Haut der Menschen zu hacken.
Die Strigen aber reagierten wie die Piloten einer Kunstflugstaffel.
Sie fächerten auseinander, denn nun konnten sie den Riesenvampir in die Zange nehmen.
Und sie besaßen noch einen Vorteil. Sie waren schneller!
Es dauerte nur Sekunden, da hatten sie den Vampir eingekreist. Die Riesenfledermaus wusste, dass sie kämpfen musste. Sie schleuderte ihren Gegnern ein wildes Fauchen entgegen, stierte auf die Eule, die plötzlich vor ihr in der Luft stand, und konnte deshalb nicht auf die anderen drei achten, die von der Seite her kamen.
Die griffen an.
Hautnah wischten sie über die ausgebreiteten Flügel des Riesenvampirs hinweg. Dabei senkten sie gedankenschnell ihre beinernen Schädel und hackten mit den Schnäbeln zu.
Scharf wie Rasiermesser waren sie, und sie fuhren in die Haut, wo sie lange, tiefe Streifen hinterließen. Die Verletzungen waren so schwer, dass sich der rote Vampir davon nicht mehr erholte. Er schüttelte sich regelrecht, und im nächsten Augenblick fiel von seinen Flügeln die Hälfte ab.
Wie Stücke aus Lederhaut segelten sie in die Tiefe und verschwanden in der Schlucht.
Der rote Vampir war kampfunfähig. Noch konnte er sich halten. Nur für Sekunden, denn die vierte Eule hackte zu.
Sie traf sein Gesicht.
Plötzlich war zwischen den Flügel-Fragmenten nur noch ein Loch zu sehen, das faserige Ränder besaß. Alles andere existierte nicht mehr, und auch die Riesenfledermaus war vernichtet.
Wie ein Stein fiel sie in die Tiefe. Noch auf dem Weg zum Grund der Schlucht verendete sie lautlos.
Die Strigen hatten gewonnen. Wenigstens bei dieser einen Fledermaus. Aber sie war bestimmt nicht allein, weitere Artgenossen würden sich ebenfalls in den menschenleeren Gegenden aufhalten. Die tiefen Schluchten und versteckten Täler boten genügend Unterschlupfmöglichkeiten. Die Strigen aber wollten viel mehr, als nur die Vernichtung...
| Erscheint lt. Verlag | 24.6.2015 |
|---|---|
| Reihe/Serie | John Sinclair | John Sinclair |
| Verlagsort | Köln |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Krimi / Thriller / Horror ► Horror |
| Literatur ► Romane / Erzählungen | |
| Schlagworte | blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies |
| ISBN-10 | 3-8387-3007-0 / 3838730070 |
| ISBN-13 | 978-3-8387-3007-3 / 9783838730073 |
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