John Sinclair 197 (eBook)
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-2956-5 (ISBN)
Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1980 - 1989!
Im Jenseits verurteilt.
Maddox, der Dämonenrichter, rieb sich die Hände. »Auf diesen Augenblick habe ich mich seit Langem gefreut«, rief er, und seine gewaltige Stimme donnerte durch den dämonischen Tempel.
»Ich bin unschuldig! Ich habe doch nichts getan!«, flehte Glenda Perkins den Unbarmherzigen an. Ihre Worte erstickten in den Tränen. Der Dämonenrichter wehrte ab. »Du gehörst zu Sinclair, und Sinclair ist unser Feind. Du wirst dasselbe Schicksal erleiden wie er ...«
Glenda wusste, dass diese Worte das Todesurteil für sie bedeuteten ...
John Sinclair - der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit!
Er stand vor dem Gebilde, hatte die Arme ausgestreckt und seine Finger gespreizt. Aus den Kuppen stießen zehn blasse Strahlen, die an der Wand die bizarre Form des Schattens genau nachzeichneten und dadurch heller wirkten, als sie in Wirklichkeit waren.
Der Schatten kam nicht weg. Myxins magische Kraft hatte ihn gebannt. Die Frau mit dem Schwert trat näher. Wieder blinkte das Restlicht auf der Klinge und ließ erkennen, wie wertvoll diese Waffe war. Leicht gebogen präsentierte sich das edle Metall, dessen Alter fast unschätzbar war, denn schon in vorchristlicher Zeit hatte dieses Schwert existiert. Die Frau mit den langen schwarzen Haaren, dem schmalen Gesicht und den großen Augen war nur der Erbe des Schwerts. Ihr Vater hatte es ihr vermacht.
Sie hieß Kara, war die Schöne aus dem Totenreich, und immer auf der Suche nach dem Trank des Vergessens, den sie irgendwann zu finden hoffte, wobei ihr Myxin, der kleine Magier, half, mit dem sie vor 10 000 Jahren verfeindet gewesen war.
»Du hast ihn sicher, nicht?« Es war mehr eine Feststellung als eine Frage, und Myxin bewegte den Kopf.
»Soll ich ihn lassen?«
»Nein«, erwiderte Kara und trat noch näher, damit die Spitze des goldenen Schwerts den Schatten berühren konnte, wenn sie den Arm ausstreckte.
Der Schatten war ein Wesen aus dem Reich des Spuks. Es kam nicht oft vor, dass der Spuk einen seiner Diener entließ. Wenn dies eintrat, musste es einen besonderen Grund haben.
Den wollten Kara und Myxin erfahren!
Der Schatten oder vielmehr beide waren in ihre magische Falle gelaufen. Es gab auf der Welt gewisse Punkte, wo sich die Dimensionen überlappten. Und an solchen Punkten hatten Kara und Myxin ihre Fallen aufgestellt. Manche Dämonen umgingen sie, doch die Schatten waren unvorsichtig gewesen und voll hineingetappt.
Einer existierte nicht mehr. Kara hatte ihn bewusst vor den Augen des anderen getötet, damit dieser merkte, was ihm bevorstand, wenn er sich weigerte zu reden.
Und er würde reden, dessen waren sich Kara und Myxin sicher. Denn Dämonen sind im Grunde ihres höllischen Daseins feige und hinterlistig. Wenn Stärkere kamen, zogen sie sich meist zurück, wimmerten um Gnade und taten alles, was man von ihnen wollte.
Schatten können nicht sprechen, und Schatten konnte man auch nicht töten. Im Normalfall nicht, doch wer eine Waffe wie Kara besaß, der schaffte auch dies.
Ein penetranter Schwefelgeruch durchzog das schmale Verlies. Er stammte von dem erledigten Schatten, der sich aufgelöst hatte und nicht mehr dazu gekommen war, seine Zweitgestalt anzunehmen, die eines echsenköpfigen Wesens.
Nur wenn die Schatten die Gestalt besaßen, dann konnte man auch mit ihnen reden.
Das wusste Kara. Deshalb wollte sie ihren Gegner zwingen, sich zu verwandeln.
»Du siehst mein Schwert«, sagte sie. »Du kannst es dir genau anschauen. Es riecht noch nach dem Tod deines Artgenossen. Und dir wird es ebenso ergehen, falls du nicht genau das tust, was ich von dir verlange, Dämon!«
Reden konnte der Schatten nicht, aber er vibrierte innerlich stärker. Ein Zeichen, dass er verstanden hatte.
Kara drehte den Kopf und nickte Myxin zu.
Der verstand. Seine Hände ballten sich zur Faust, und im gleichen Augenblick waren auch die Strahlen verschwunden. Natürlich traute weder Kara und Myxin dem Schatten. Damit er nicht in seine Dimension fliehen konnte, drehte die Schöne aus dem Totenreich die Klinge gedankenschnell herum, sodass die flache Seite den Schatten berührte und ihn weiterhin bannte.
Kara zog die Klinge von oben nach unten. Dabei murmelte sie eine uralte Beschwörung, die ihr Vater sie gelehrt hatte. Sie hoffte, dass sie damit etwas erreichte, und hatte tatsächlich Erfolg.
Der Schatten veränderte seine Gestalt.
Zuerst plusterte er sich auf, bekam einen grünlichen Schimmer, dann zog er sich zusammen und wurde wenig später in die Länge gezogen, als würden unsichtbare Hände an ihm reißen und ihm seine Form geben, die Kara wollte.
Neue Dimensionen entstanden.
Drei insgesamt.
Länge, Breite und Höhe.
Ja, der Schatten wurde dreidimensional, und er bekam die Gestalt eines echsenköpfigen Monsters. Allerdings war der Schädel nicht so flach, er bestand mehr aus einer Mischung zwischen Feuersalamander und dem Kopf eines Sauriers.
Kara trat einen Schritt zurück. Sie und Myxin mussten die Köpfe in den Nacken legen, denn das echsenköpfige, grünlich schimmernde, schuppige Wesen überragte sie beide.
Es hatte lange Beine und gleichfalls lange Arme. Mit Fingern, die in Krallen endeten. In seinem Maul steckten scharfe Zähne, und normalerweise, im Reiche des Spuks, waren diese Wesen mit langen Lanzen bewaffnet.
Jetzt aber nicht. Er hatte sich auf die Erde gewagt und war in die Falle gelaufen.
Myxin hatte sich zur Seite bewegt und eine kleine Lampe angezündet. In ihrem Licht wurde ein etwas groteskes Bild sichtbar. Da war einmal das große Ungeheuer mit dem Echsenkopf, und davor standen Kara und Myxin, zwei wesentlich kleinere Personen, vor denen sich der andere jedoch fürchtete, denn in seinen schmalen Augen funkelte es. Die Blicke waren auf das Schwert gerichtet.
Er hatte Angst vor der Waffe. Dies zu Recht, denn Kara sagte es ihm auch noch einmal: »Du wirst Ärger bekommen, wenn du uns nicht verrätst, was dich in diese Welt getrieben hat. Wer hat dich geschickt?«
»Der Spuk.«
Die Worte waren zu verstehen, denn Dämonen, die in die normale Welt gelangten, redeten automatisch auch die Sprache der Menschen. Das musste so sein.
»Und was will der Spuk?«
»Ich weiß es nicht.«
Kara verzog die vollen Lippen. Sie fasste diese Antwort als eine Lüge auf und reagierte entsprechend. Wieder schwang sie die Waffe herum, sodass die Spitze des Schwerts auf den Hals des echsenköpfigen Ungeheuers zeigte. »Noch eine falsche Antwort, und ich werde dich vernichten. Verlass dich drauf.«
Der Dämon wand sich. »Ich weiß es einfach nicht. Es geht um eine große Sache.«
»Um welche?«
»Der … der Spuk und Asmodina haben sich verbündet. Sie … sie wollen endlich herausfinden, wo sich Dr. Tod und seine Mordliga aufhalten. Es muss was geschehen …«
»Und warum kommt der Spuk nicht selbst?«
»Keine Ahnung.«
»Wo wolltet ihr den Hebel ansetzen? Wen solltet ihr fragen? Und warum das alles?«
»Man hat uns nicht eingeweiht.«
»Lüg nicht. Was braut sich in eurem Reich zusammen? Was wollen der Spuk und Asmodina? Wie sieht es mit der Mordliga aus? Ist sie euch zu mächtig geworden?«
»Ich kann nichts sagen!«
Kara war fast geneigt, dem Echsenwesen zu glauben, denn normalerweise weihten die oberen Dämonen ihre Diener nicht in die großen Pläne ein. Sie bekamen nur immer Bruchstücke zu hören, die wie ein Puzzle zusammengesetzt werden mussten, um ein Ganzes zu werden. Und dieser Dämon musste einfach wissen, wo er den Hebel ansetzen sollte. Denn ohne einen fest umrissenen Auftrag ließ man ihn nie auf die normale Welt kommen.
»Wen solltest du fragen? Und über was?«
»Costello!«
»Aha, jetzt kommen wir der Sache schon näher.« Kara wusste natürlich, dass der große Londoner Unterweltsboß Logan Costello in Wirklichkeit für Solo Morasso, alias Dr. Tod arbeitete. Vielleicht sollte er gezwungen werden, seine Verbindungen zu Dr. Tod bekannt zu geben, denn Costello musste wissen, wie man Solo Morasso erreichte.
»Und was genau solltest du diesem Logan Costello bestellen?«, fragte Kara.
»Ich … ich sollte ihn warnen …«
»Gut. Und wovor?«
»Er … er soll sich … seine Männer müssen die …« Der ehemalige Schatten sprach nicht mehr weiter, dafür riss er sein Maul auf und brüllte so laut, dass Kara und Myxin erschreckt zurückwichen.
Da sahen sie, was geschehen war.
Hinter ihm war die Wand zu einer glühenden Hölle geworden. Sie schimmerte dunkelrot, und aus ihr drangen zwei lange, tentakelartige Arme, die die Echse umklammerten. Sie drückten so hart zu, dass die grüne Haut brach und der Körper in der Mitte geteilt wurde.
Myxins und Kara wollten dem Wesen noch zu Hilfe eilen, es war bereits zu spät.
Die Strahlen des kleinen Magiers umschwirrten schon einen Toten, und als Kara mit ihrem Schwert gegen den linken Tentakelarm schlagen wollte, war auch dieser verschwunden. Blitzschnell hatte er sich zurückgezogen, die Klinge klirrte gegen die Wand.
Diese Wand war auch eine Verbindung in eine andere Welt, in eine fremde Dimension.
Leer lag sie vor Myxin und Kara.
Nein, doch nicht.
Ein Schatten war darin zu sehen. Er steckte tief im Gestein, und sie hörten auch eine Stimme. »Ihr funkt mir nicht dazwischen. Wer unsere Pläne stört, ist verloren …«
Sie hatten die Stimme erkannt. Sie gehörte einem der mächtigsten Herrscher im Dämonenreich, dem Herrn über die toten Seelen – genauer gesagt, dem Spuk!
Die Worte waren kaum verklungen, als der Schatten sich auch schon zurückzog. Er hinterließ eine völlig normale Wand, auf der nichts an das geheimnisvolle Tor zu einer Jenseitswelt erinnerte.
Sekundenlang stand das Schweigen zwischen Myxin und Kara wie eine Mauer. Schließlich meinte der kleine Magier: »Sie haben etwas Großes vor, das wissen wir inzwischen.«
»Ja, aber was?« Kara hatte den Blick gesenkt. Sie schritt auf und ab. Das Schwert hielt sie noch immer fest.
»Es muss mit Costello zusammenhängen.«
Die Schöne aus dem Totenreich blieb stehen. »Nicht nur das, mein Lieber. Diese Sache zieht Kreise, weite Kreise. Sie ist bestimmt von langer Hand vorbereitet. Da stecken der Spuk und Asmodina...
| Erscheint lt. Verlag | 10.6.2015 |
|---|---|
| Reihe/Serie | John Sinclair | John Sinclair |
| Verlagsort | Köln |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Krimi / Thriller / Horror ► Horror |
| Literatur ► Romane / Erzählungen | |
| Schlagworte | blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies |
| ISBN-10 | 3-8387-2956-0 / 3838729560 |
| ISBN-13 | 978-3-8387-2956-5 / 9783838729565 |
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