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John Sinclair 195 (eBook)

Eine schaurige Warnung

(Autor)

eBook Download: EPUB
2015 | 1. Aufl. 2015
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-2954-1 (ISBN)

Lese- und Medienproben

John Sinclair 195 - Jason Dark
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Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1980 - 1989!
Eine schaurige Warnung.
Nebel umwallte die einsame, zwergenhafte Gestalt, die auf die Häuser starrte und ihre Lippen zu einem grausigen Lächeln verzog. »lhr werdet es büßen«, flüsterte sie, »alle werdet ihr es büßen. Dieser Wald gehört mir, mir allein. Und so soll es bleiben. Alle, die es ändern wollen, werden vernichtet. Wie er!« Der Zwerg lachte höhnisch, griff hinter sich und holte einen Gegenstand hervor. Es war ein kopfloses Skelett. Wütend schleuderte Abrakim es auf die Straße und warf den Schädel hinterher ...
John Sinclair - der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit!

Fast wäre mir der Teller vom Tablett gerutscht, als ich es auf dem Tisch der Kantine abstellte. Wäre allerdings nicht schade um den Fraß gewesen, denn was sich da Reis mit Huhn nannte, war nichts anderes als eine Pampe, mit der man irgendetwas hätte kleistern können. Das Zeug schmeckte auch so, und ich stocherte lustlos mit der Gabel in dem Fraß herum.

»Darf ich?«

Die Stimme, die da so forsch fragte, war männlich und gehörte einem Kollegen von der Sitte.

Ich hob den Kopf. »Sicher, nehmen Sie Platz, Smitty.«

»Danke.«

Wir, das heißt die älteren, nannten ihn alle nur Smitty. Der Kollege, auch Oberinspektor wie ich, war fast auf den Tag ebenso lange beim Yard wie meine Wenigkeit. Nur hatten sich unsere Wege getrennt, und begegnet waren wir uns nur sehr selten.

»Wenn man John Sinclair finden will, muss man nur in die Kantine gehen«, sagte Smitty und grinste.

»Wenn das Essen weiterhin so bescheiden ist, werde ich nie mehr hier essen.«

»Das müssen Sie nicht so eng sehen«,, sagte Smitty. Er begann mit gesundem Appetit zu essen und schlug richtig zu, sodass ich große Augen bekam.

Dabei hatte er sich das gleiche Gericht genommen wie ich.

»Und das schmeckt Ihnen?«, fragte ich.

»Normalerweise nicht, aber heute ist ein besonderer Tag.«

»Aha. Und welcher?«

»Mein letzter Arbeitstag. Ich habe endlich drei Wochen Urlaub bekommen.«

»Bravo. Und wo verbringen Sie die als Junggeselle?« Ich grinste. »Südsee, Mädchen …«

»Nein, nein, keine Mädchen und keine Palmen. Ich fahre nach Schottland und erhole mich dort bei langen Spaziergängen und viel Schlaf. Natürlich auch ein wenig Whisky«, fügte er lächelnd hinzu.

»Schottland?«, murmelte ich. »Nun ja, warum auch nicht. Das Land hat seine Reize. Schließlich stammen meine Vorfahren daher. Und meine Eltern wohnen noch immer dort. Ich wünsche Ihnen auf jeden Fall einen angenehmen Aufenthalt.«

»Danke, John.« Er schaufelte wieder etwas in seinen Mund, und seine Augen strahlten dabei. »Wissen Sie, John, warum es mir so schmeckt?«

»Nein.«

»Weil ich morgen in Urlaub fahre. Ich habe mich riesig darauf gefreut, das können Sie mir glauben.«

»Bestimmt. Mir geht es ähnlich.«

Eine Bedienung räumte meinen Teller ab. »Hat es Ihnen nicht geschmeckt, Sir?«, flötete sie.

»Nein.«

»Mir auch nicht.«

Dann mussten wir beide lachen.

Meine Pause war vorbei. Mit der flachen Hand schlug ich auf die Tischplatte und erhob mich. »Ja, dann wünsche ich Ihnen einen angenehmen und erholsamen Urlaub, Smitty«, sagte ich und reichte meinem Kollegen dabei die Hand.

»Danke, John, den werde ich sicherlich haben.«

An der Tür drehte ich mich noch einmal um und schaute zu seinem Tisch hinüber. Es war das letzte Mal in meinem Leben, dass ich Smitty so sah. Wochen später wurde ich wieder an diese Begegnung erinnert, aber da war es bereits ein Fall für mich geworden …

*

Das junge Mädchen schüttelte sich, als würden Spinnen über seinen Rükken laufen.

»Was hast du denn?«, fragte Eric Black, ihr Begleiter.

»Angst, Eric, einfach Angst.«

Der Mann lachte. »Warum?«

Nicole Sester blieb stehen. Dabei rutschte Erics Arm von ihrer Schulter. »Schau dich doch mal um. Das ist hier alles so unheimlich, so gespenstisch …«

»Nichts ist gespenstisch. Dich hat nur das Gerede der Leute verrückt gemacht.«

»Nein, nein, das glaube ich nicht.«

Eigentlich musste Eric seiner Freundin recht geben. Auch ihm war nicht eben fröhlich zumute. Aber das konnte er ihr ja nicht so sagen. Sie hatte den Spaziergang nicht mitmachen wollen. Eric bestand darauf, jetzt musste er auch die Konsequenzen tragen.

Bei Dunkelheit hätte ihn auch keiner in den Wald bekommen, doch am Nachmittag konnte man sich so etwas schon erlauben. Es war zwar kein strahlender Sonnentag, im November verlangte das auch niemand, doch der Wind hatte den Himmel blank gefegt, sodass wenigstens keine Nebelfelder zwischen den Bäumen lagen und diesen Wald noch undurchdringlicher machten.

Wald der Erhängten, nannten ihn die Bewohner des nahen Dorfes. Und sie redeten nur flüsternd darüber, denn in diesem Waldstück waren tatsächlich zahlreiche Menschen ums Leben gekommen. Man fand sie immer erhängt an den Bäumen.

Und zwar als Skelette.

Das war das Schaurige an der Sache. Ein normaler Toter ist schlimm genug, doch wenn man plötzlich ein echtes Gerippe am Baum hängen sah, war das ein Schock.

Die Polizei hatte den Wald durchkämmt. Sie war Spuren nachgegangen, aber sie hatte nichts gefunden.

Die Dorfbewohner allerdings hatten eine Erklärung.

»Das ist der Geist des alten Abrakim!« , wurde hinter der hohlen Hand geflüstert.

Wer oder was dieser Abrakim war, wussten Eric Black und seine Freundin nicht. Sie waren in den Wald gegangen, um die frische Luft bei einem Spaziergang zu genießen, und es passte Eric überhaupt nicht, dass Nicole keine Lust mehr hatte.

»Lass uns zurückgehen«, bat sie.

»Warum?«

»Ich fürchte mich wirklich.«

Eric stöhnte auf. Seit drei Tagen hatten sie jetzt Urlaub. Fast zwei Wochen lagen noch vor ihnen. Wenn es jetzt schon zum Krach kam, wurde die nächste Zeit bestimmt nicht erfreulich. Und den Wald konnten sie später noch einmal durchwandern.

»Okay, du hast mich überredet«, gab der junge Mann zu. »Wir kehren um.«

»Das ist nett.«

»Aber den gleichen Weg nehmen wir nicht.«

»Warum nicht?« Nicole schaute zu Eric hoch. In ihren Augen blitzte Furcht.

»Weil wir den schon kennen«, erwiderte Eric. »Wir können doch einen Bogen schlagen.«

»Wenn du meinst.«

»Aber sicher, Girlie.« Eric fasste seine Freundin unter, und sie gingen weiter.

Der Weg war schmal. Wie ein breites Band wand er sich durch den dichten Wald. Die meisten Bäume hatten ihre Blätter abgeworfen. Nur ein paar besonders starke wollten das Laub behalten. Es war ein gesunder Wald. Nadel- und Laubhölzer hielten sich hier die Waage. Der Boden wurde von einer dicken Humusschicht bedeckt, und aus den nahen Bergen, wo bereits der erste Schnee lag, schäumten kleine Bäche mit kristallklarem Wasser in die Täler, um dort in einen der zahlreichen Seen zu münden, die es in dieser Gegend zu Dutzenden gab.

Die jungen Leute waren der Witterung entsprechend angezogen. Sie trugen derbes Schuhwerk, Wanderkleidung, die auch mal einen Regenguss aushielt, und um den Hals geschlungen wollene Schals, die sie gegen den Wind schützten.

Es war nicht einfach, auf dem Weg schnell zu laufen, wie es Nicole Sester vorgehabt hatte. Das starke Wurzelwerk der alten Bäume hatte seinen Weg bis über die Erde gefunden und bildete an manchen Stellen regelrechte Stolperfallen.

Dicht war das Unterholz. Es wuchs auch ziemlich hoch, sodass es des öfteren mit den tiefhängenden Zweigen der Bäume in Berührung kam. Eric hatte vor, den Hügel zu umrunden, um an der anderen Seite wieder in das Dorf zu laufen. Das würde etwa zwei Stunden dauern, sodass sie mit Beginn der Dämmerung wieder im Gasthaus waren.

In dem kleinen Ort fühlten sie sich wohl. Wohler jedenfalls als in Glasgow, wo beide studierten und nicht so recht weiterkamen. Deshalb auch der Urlaub. Sie wollten in den Tagen über Probleme nachdenken, die mit dem Studium zusammenhingen. Vor allen Dingen ging es um die Umweltverschmutzung. Beide waren engagierte Ökologen und setzten sich aktiv für die Erhaltung der Umwelt ein.

Daran dachte auch Eric, als er sagte: »Jetzt stell dir einmal vor, Nicole, dieser Wald hier würde abgeholzt.«

»Um Himmels willen, daran darf man gar nicht denken.«

»Das sagst du so. Aber hast du nicht die riesigen Bagger gesehen. Hier soll Kohle liegen. Wie ich gehört habe, besteht längst ein Plan, die Bodenschätze auszubeuten, und sie haben ja auch schon damit angefangen. Von einem Professor habe ich erfahren, dass sich das Kohlefeld unter diesem Hügel ausbreitet. Um also das Schwarze Gold abzubauen, müssten der Hügel und der Wald geopfert werden.«

»Kann man denn da nichts tun?«

Eric hob die Schultern. »Keine Ahnung. Wir könnten darüber mal mit den Dorfbewohnern sprechen.«

»Ja, das wäre zu machen.«

Sie gingen weiter. Immer tiefer drangen sie in den Wald. Jetzt wurde beiden klar, warum die Menschen im Ort von einem unheimlichen Wald sprachen.

Er wurde immer dichter. Ein regelrechter Urwald. Auch der Weg verschwand. Da waren junge Bäume vom Sturm geknickt und umgerissen worden. Sie bildeten Barrieren und Hindernisse, die überklettert werden mussten. Sperriges Unterholz sorgte für eine weitere Erschwernis, und der weiche, mit Humus bedeckte Boden, roch nach Moder und Fäulnis.

Auch sahen sie keine Tiere, was ihnen beinahe unheimlich vorkam. Gespenstisch hingen lange Pflanzen von den Ästen der Bäume und bildeten einen Wirrwarr, den man nur von den tropischen Wäldern her kannte.

»Das ist ein richtiger Geisterwald«, flüsterte Nicole.

»Da kannst du recht haben.«

»Ich glaube doch, dass wir lieber umkehren. Hier kommen wir nicht mehr durch.« Nicole blieb stehen, und auch Eric verhielt seinen Schritt.

Der Atem dampfte vor ihren Lippen. Es war ziemlich kühl geworden. Vor ihnen, wo das Astwerk der Laubbäume praktisch ineinander überging, hingen feine Dunstschleier in der Luft. Sie schwebten über dem Boden wie geisterhafte Gestalten, und vom Himmel, der kaum zu sehen war, sickerte graues Tageslicht.

Die Atmosphäre war unheimlich geworden.

Beide schreckten zusammen, als irgendwo ein Käuzchen ertönte. Es war...

Erscheint lt. Verlag 10.6.2015
Reihe/Serie John Sinclair
John Sinclair
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies
ISBN-10 3-8387-2954-4 / 3838729544
ISBN-13 978-3-8387-2954-1 / 9783838729541
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