John Sinclair 185 (eBook)
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-2944-2 (ISBN)
Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1980 - 1989!
Die Totenpriester.
Kara spürte den plötzlichen Ansturm der Schwarzen Magie wie eine gewaltige Windböe, kreiselte herum, und die schmale, aber kräftige Hand fand zielsicher den Griff des goldenen Schwerts. Mit einer gedankenschnellen Bewegung zog sie die Waffe hervor, schlug damit einen Bogen, und die Spitze deutete auf das Zentrum der Magie, die hier, inmitten der flaming stones, wie ein Fremdkörper wirkte.
Die Waffe zielte auf ein Gesicht. Ein Gesicht, das von flammend roten Haaren eingerahmt wurde, mit einer Haut wie aus kaltem Marmor und einer Stirn, aus der zwei Teufelshörner wuchsen. Keiner anderen, als Asmodina gehörte das teuflisch-schöne Antlitz, dessen schmale Lippen sich zu einem spöttischen Lächeln verzogen hatten. >>Willst du mich töten?<<, höhnte sie. Kara, das Mädchen aus Atlantis, funkelte Asmodina an. >>Ich hoffte nur, ich könnte es.<<
John Sinclair - der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit!
Keiner anderen gehörte das teuflischschöne Antlitz, dessen schmale Lippen sich zu einem spöttischen Lächeln verzogen hatten. »Willst du mich töten?«, höhnte sie.
Kara, das Mädchen aus Atlantis, funkelte Asmodina an. »Ich hoffte nur, ich könnte es.«
Da lachte sie. »Ja, das hoffen viele. Die meisten jedoch vergeblich. Nicht nur die meisten, sondern fast alle. So leicht bin ich nicht zu töten, denn der Teufel selbst hat mich erschaffen, wie du weißt, Mädchen aus dem Totenreich.«
»Was willst du hier?«
»Mit euch sprechen!«
Sie hatte euch gesagt, und das aus besonderem Grund, denn nicht nur Kara befand sich innerhalb des magischen Quadrats, das aus vier hohen Steinen gebildet wurde, sondern auch ihr Begleiter, der Magier Myxin. Er stand auf Asmodinas Todesliste sehr weit oben, doch an diesem Tage beachtete sie ihn überhaupt nicht. Sie tat, als wäre er nicht vorhanden.
Kara ließ ihr Schwert nicht los. Nach wie vor wies die Spitze auf das Gesicht der Teufelstochter. »Du willst mit uns reden?«, höhnte sie. »Das glaube ich dir nicht. Irgendein Trick steckt sicherlich dahinter.«
»Nein!«, antwortete die Teufelstochter. Myxin, der ein paar Schritte zurückgewichen war, als Asmodina so plötzlich erschien, ging wieder vor. »Glaub ihr nicht, Kara. Sie will uns reinlegen.«
»Sei ruhig, du Wicht!«
Myxin hörte die Worte und zuckte zusammen. Er wusste selbst, dass er noch nicht wieder seine alten Kräfte zurückgewonnen hatte, und er litt sehr darunter, denn so kam er gegen die Tochter des Teufels nicht an. Aber irgendwann würde er es schaffen, das hatte er sich fest vorgenommen. Er wollte Asmodina vernichtet sehen.
»Bist du gekommen, um uns zu beleidigen?« , erkundigte sich Kara.
« Nein.«
»Dann sage endlich den Grund.«
»Ich möchte euch ein Geschäft vorschlagen!«
Kara lachte laut auf, als sie die Worte aus dem Munde Asmodinas vernahm. »Du und ein Geschäft mit uns machen? Das kann ich dir nicht glauben. Erinnerst du dich nicht an die Zeiten, als du uns unbedingt tot sehen wolltest? Haben deine Dienerinnen nicht Myxin genau hier entführen wollen?«1
»Das stimmt alles.«
»Und aus Dankbarkeit sollen wir also auf deiner Seite stehen, wie?« Kara schüttelte den Kopf. »Nein, Asmodina, mit deinen Problemen musst du schon allein fertig werden. Du hast genügend Helfer. Dir stehen Heerscharen von Dämonen zur Verfügung. Hol doch die Riesenratten aus deinem Reich oder die Todesengel. Mit ihnen bist du sicherlich besser bedient als mit uns. Überhaupt ist es eine Unverschämtheit, in das Gebiet der Flammenden Steine einzudringen.«
Da lachte die Teufelstochter. »Du siehst mich zwar, Kara, aber ich bin nicht körperlich hier. Es ist mein Geist, den ich auf die Reise geschickt habe. Du siehst ein Abbild. Aber kommen wir zur Sache. Arbeiten wir nun zusammen?«
»Nein!«
»Ist das dein letztes Wort, Kara?«
»Mein letztes!«
Asmodina schwieg. Myxin und Kara schauten zu ihr hoch. Die beiden konnten sich im Geviert der Flammenden Steine relativ sicher fühlen. Alte, atlantische Weiße Magie schützte sie vor den Angriffen des Bösen, obwohl diese Barriere auch schon durchdrungen worden war.
Kara reizte die Teufelstochter noch mehr. »Warum verschwindest du nicht?«, fragte sie.
»Es hat seinen Grund, denn ich möchte meinen letzten Trumpf ausspielen.«
»Bitte.«
»Erinnere dich an deine Zeit in Atlantis, die lange zurückliegt und die du nie vergessen wirst, denn sie spielt auch noch in dein heutiges Leben mit hinein. Damals, als dein Vater starb, hat er dir etwas vererbt. Das Schwert mit der goldenen Klinge und den Trank des Vergessens. Das Schwert befindet sich nach wie vor in deinem Besitz, doch der Trank des Vergessens ist dir abhanden gekommen. Götter haben ihn hergestellt. Deshalb wird er auch manchmal Trank der Götter genannt. Auf deiner Reise durch die Dimensionen hast du ihn verloren, und selbst der Seher, der dein goldenes Schwert erschaffen hat, weiß nicht, wo sich dieser Trank befindet.«
Kara horchte auf. Asmodina hatte hier ein brisantes Thema angeschnitten. In der Tat suchte sie verzweifelt nach diesem Trank. Wenn sie ihn gefunden hatte, war sie in der Lage, die Jenseitsreiche zu durchwandern und zu erforschen. Sie konnte bei den Gegnern Pläne ausspionieren, ohne von ihnen erkannt zu werden. Der Trank war ungemein wichtig, das wussten auch die Dämonen, und sie hatten für ihn ein sehr gutes Versteck gefunden. Im Laufe der langen Zeit hatte er mehrmals seinen Besitzer gewechselt. Nun sollte ihn der Spuk haben, was allerdings nicht bewiesen war, denn diese Information stammte von einem abtrünnigen Druiden. Er hatte sie unter Todesangst Kara mitgeteilt.
»Beginnst du nun zu überlegen, Kara?« , fragte die Teufelstochter.
»Was willst du mit dem Trank?«
Da lachte Asmodina. »Ich nichts, meine liebe Kara. Du wolltest ihn doch haben.«
Kara wollte endlich eine Antwort. »Kannst du mir sagen, wo ich den Trank finde?«
»Möglich.«
»Ich müsste zum Spuk?«
»Vielleicht auch nicht.«
»Werde deutlicher.«
Da lächelte Asmodina. »Ich sehe, und ich höre, wie ungeduldig du bist. Du verlangst etwas von mir, und das ohne Gegenleistung. Es ist nicht fair.«
»Das Wort fair aus deinem Mund zu hören, Teufelstochter, ist schon bald eine Beleidigung«, erwiderte Kara gelassen.
»Die Menschen haben ein Sprichwort: Eine Hand wäscht die andere. Deshalb sollten wir einen Pakt schließen.«
Myxin hatte sich bisher zurückgehalten. Jetzt aber zischte er: »Lass dich auf nichts ein, sie spielt falsch.«
»Das weiß ich«, erwiderte Kara. »Aber lass sie einmal ausreden. Ich bin gespannt, was noch kommen wird.«
»Sehr gut, Kara«, lobte Asmodina die Schöne aus dem Totenreich. »Ich sehe, dass wir uns langsam nähern. Erinnerst du dich an Ghani und Rokan?«
Kara schaltete sofort. »Du meinst die Totenpriester?«
»Ja.«
Kara nickte. Ihr Gesicht verzog sich dabei. »Ich erinnere mich sehr wohl an sie. Schließlich waren sie meine Gegner, sie dienten der Schwarzen Magie. Wie ich hörte, sind sie umgekommen.«
»Nein, sie leben!«
»Und wo?«
»In und auf dieser Welt, Kara. Und sie haben noch immer ihre starke Waffe, die sie damals dem Gott Izzi abgenommen haben. Du weißt, was ich meine?«
Kara nickte, bevor sie antwortete. »Das magische Pendel!«
»Genau.«
»Und du willst es haben?«, fragte Kara.
»Ja.«
»Dann hole dir das Pendel doch.«
»Nein, das sollst du übernehmen, und als Gegenleistung werde ich dir etwas über den Trank des Vergessens berichten.«
Das war typisch Asmodina. Wieder einmal schickte sie andere vor, ohne selbst eine entsprechende Gegenleistung zu bringen. Sie war mächtig genug, um das magische Pendel selbst zu holen. Warum tat sie es dann nicht?
Kara stellte die diesbezügliche Frage.
Asmodinas Gesicht verzog sich zu einem Lächeln. »Es hat seine Gründe. Ich möchte im Hintergrund bleiben, und ich habe dich aus dem Grund ausgesucht, weil du die beiden Totenpriester kennst. Ghani und Rokan sind dir ein Begriff, schließlich wart ihr mal Feinde. Sie leben immer noch, mit dem magischen Pendel.«
»Sie sind aber nicht deine Feinde!«
»Das stimmt!«, gab Asmodina zu.
»Dann hole dir das Pendel selbst. Ich erweise dir diesen Gefallen nicht.«
»Ich hätte nicht gedacht, dass du so dumm bist, Kara.«
»Das kommt auf den Standpunkt an.«
»Eben, du bist dumm.«
»Und warum?«
»Ganz einfach, Kara. Der Trank des Vergessens ist für dich wichtig, du willst ihn doch haben, und ich …«
»Hör auf zu reden«, unterbrach Kara die Teufelstochter. »Das stimmt doch nicht. Du wirst mir niemals den Trank des Vergessens besorgen. Der Spuk hat ihn. Was er einmal hat, das weißt du doch genau, lässt er niemals mehr los.«
»Und Dr. Tod?«
Kara winkte ab. »Eine Ausnahme, die es kein zweites Mal mehr geben wird.«
»Dann hast du dich entschlossen?«
»Schon längst.«
»Gut«, sagte Asmodina, »ich wollte dir nur eine Chance geben. Schade, du hast sie nicht genutzt …« Es waren die letzten Worte der Teufelstochter. Danach verblasste ihr Gesicht, und sie war schnell verschwunden.
Myxin und Kara tauschten Blicke. Der kleine Magier lächelten, wobei er nickte.
»Du hättest doch ebenso gehandelt wie ich – oder?«, fragte Kara, die Schöne aus dem Totenreich.
»Natürlich.«
»Aber?«
»Was heißt hier aber? Mit mir hat Asmodina nicht gesprochen. Ich frage mich nur, was sie damit bezweckt hat. Sie hätte sich das magische Pendel doch leicht selbst besorgen können. Warum will die dich vorschicken?«
»Das weiß ich wirklich nicht.«
»Aber du kennst Ghani und Rokan?«, forschte der kleine Magier weiter.
»Und wie.«
»Willst du ihnen einen Besuch abstatten?«
»Ja, Asmodina hat mich neugierig gemacht. Wir werden sehen, wo wir sie finden …«
Ein Lachen unterbrach Kara. Die Teufelstochter hatte es ausgestoßen. »Wusste ich es«, sagte sie. »Natürlich, ihr würdet nicht klein beigeben. Ich habe euch neugierig gemacht, und so sollte es auch sein.« Sie lachte. »Arbeitet ihr mit mir zusammen?«
»Nein, nicht mit dir!«, rief Kara.
»Dann will ich euch trotzdem einen Tip geben. Kennt ihr die Stadt der Engel?«
»Vielleicht«, antwortete Kara diplomatisch.
»Die Menschen sagen zu ihr nicht Stadt der Engel, sondern Los Angeles. Dort werdet ihr Rokan und Ghani finden....
| Erscheint lt. Verlag | 10.6.2015 |
|---|---|
| Reihe/Serie | John Sinclair | John Sinclair |
| Verlagsort | Köln |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Krimi / Thriller / Horror ► Horror |
| Literatur ► Romane / Erzählungen | |
| Schlagworte | blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies |
| ISBN-10 | 3-8387-2944-7 / 3838729447 |
| ISBN-13 | 978-3-8387-2944-2 / 9783838729442 |
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