John Sinclair 179 (eBook)
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-2938-1 (ISBN)
Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1980 - 1989!
Spuk im Leichenschloss.
Eigentlich sollte es eine ganz harmlose Klassenfahrt werden, doch bereits mit der Unterbringung der Schüler und der Begleitpersonen fing das Chaos an. Es war kein normales Schloss, das die Schulleitung ausgesucht hatte. Hier nistete das Böse. Es roch nach Verwesung, Blut tropfte aus den Mauern, und merkwürdige Geräusche ließen die Menschen aufhorchen. In diesem Schloss erfüllte sich die Rache der Toten. Und als das erste Opfer zu beklagen war, erlebten Schüler und Lehrer das absolute Grauen ...
John Sinclair - der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung.
Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit!
Cathy zuckte zusammen. Sie fieberte plötzlich, ihr Körper schien unter Strom zu stehen.
Doch keine Täuschung, wie sie gehofft hatte. Das war eine Stimme gewesen. Und jedes einzelne Wort hatte sie genau verstanden. Aber wer sprach so? Wer machte ihr da Angst? Einer von der Gruppe? Hatten sich die Jugendlichen einen Scherz erlaubt? Zuzutrauen wäre es ihnen, schließlich sollte es in diesem Schloss spuken. Sie hatte auch nichts gegen einen Geist, der nachts durch die Gänge turnte und lachte, wenn man ihm das weiße Laken vom Körper riss.
Aber diese Stimme hatte sich echt angehört, so verdammt echt.
»Lasst mich raus!«
Da, wieder. Jetzt bekam es Cathy Barker doch mit der Angst zu tun. Die 22-jährige Sozialarbeiterin wollte endlich sehen, wer ihr da diesen Streich spielte. Sie wollte das Licht einschalten, da ertönte ein Surren. Gleichzeitig durchschnitt von der Tür her ein heller Strahl die Dunkelheit und traf die freie Wand über dem Kopfende des Bettes, wo früher einmal Bilder gehangen hatten.
Cathy setzte sich aufrecht. Eine schreckliche Szene lief vor ihren Augen ab. Sie sah eine junge Frau, die in einem halb offenen Sarg lag und von einem grässlichen Wesen angegriffen wurde. Das Wesen war eine Mischung zwischen Mensch und Tier, hatte messerscharfe Krallen und schlug damit auf die entsetzte junge Frau ein, die keine Chance hatte. Blutend brach sie zusammen, wobei sie endgültig in den Sarg rutschte. Damit war die Szene nicht beendet. Das Monster folgte ihr, riss seinen Rachen auf, und Cathy sah die hellweißen, äußerst spitzen Zahnreihen. Dann beugte sich das Wesen über die Frau.
Geschockt wandte sich Cathy ab, indem sie den Kopf drehte und beide Hände vor ihre Augen legte.
Gleichzeitig verlosch das Bild.
Unter der Decke erstrahlten dann die künstlichen Kerzen eines Kronleuchters, und das herzliche Gelächter zweier Jungen schallte Cathy entgegen
Verdattert starrte die Erzieherin die beiden an. Es waren Ralph und Gary Sorvino, zwei aus der Gruppe, die immer zu besonderen Späßen aufgelegt waren, davor hatte man Cathy bereits vor der Reise gewarnt. Jetzt standen die beiden in der Tür und grinsten. Sie freuten sich über Cathys Schrecken und auch darüber, dass die junge Frau sehr spärlich bekleidet war. Das hellblaue Nachthemd, bedeckte so eben die Brust und war denkbar kurz.
»Seid ihr denn verrückt!«, fuhr Cathy Barker die beiden Jungs an. »Mich so zu erschrecken?«
»War doch schön – oder?«
Ralph und Gary standen in der offenen Tür. Direkt neben dem Filmprojektor, den sie mitgebracht hatten.
»Super-Acht-Filme«, sagte Ralph. Er hatte schwarze Haare, war 15 und damit ein Jahr älter als sein Bruder. »Unser Hobby. Vor allen Dingen Horror-Filme, wo wir doch in einem Gruselschloss sind – oder nicht, Frau Lehrerin?« Er legte den Kopf schief und grinste impertinent, wobei er noch auf Cathys Beine schaute. »Toll sehen Sie aus, Frau Lehrerin. Wird bestimmt irre, kann ich Ihnen sagen.«
Gary, der Kleinere, hatte hellere Haare, sagte gar nichts, sondern lächelte nur.
Erst jetzt wurde Cathy bewusst, was Ralph wahrscheinlich damit gemeint hatte. Sie raffte die Decke zusammen und zog sie hoch.
»Macht nur, dass ihr weiterkommt«, sagte sie, einmal lasse ich den Spaß noch durchgehen, beim nächsten Mal melde ich euch Mrs. Frominghton, und was dann geschieht, könnt ihr euch vorstellen.«
»Nun seien Sie mal nicht so, Miss Cathy. Sie sind doch sonst ganz in Ordnung.« Ralph, der 15-jährige zeichnete mit beiden Händen den Umriss einer Frau in die Luft.
»Wie meinst du das?«, fragte Cathy streng.
»So und auch anders.«
»Ab jetzt.«
»Klar, Frau Lehrerin, wir verschwinden.« Ralph verbeugte sich. »Und eine gute Nacht noch, kleine Cathy.«
»Also, ich …« Cathy Barker holte tief Luft, kam aber nicht mehr dazu, etwas zu sagen, denn die beiden Jungs waren verschwunden.
Ph! Cathy atmete tief durch. Da hatte sie sich etwas aufgeladen. Ferienbegleiterin für jungendliche Schüler. Da war es schon besser, man hütete einen Sack voller Mäuse, als diese 13 Jungen und Mädchen. Ausgerechnet noch 13. Nicht dass Cathy abergläubisch gewesen wäre, aber diese Zahl störte sie doch ein wenig. Vielleicht war es auch die unterbewusste Angst, die sie dabei empfand.
Mit beiden Händen fuhr sie durch ihr kurzes dunkelbraunes Haar. Da sie für Lady Di schwärmte, die junge Frau des Prinzen Charles, hatte sie sich auch ihr Haar so schneiden lassen, wie es Diana trug. Nur konnte sie nicht so oft zum Friseur gehen, wie ihr großes Vorbild, dazu fehlte ihr das nötige Kleingeld. Wenigstens hielt die Frisur eine halbe Woche. Danach war sie dann wieder die echte Cathy Barker.
Sie schüttelte den Kopf. Plötzlich war sie hellwach. Wie die beiden Bengel sie angesehen hatten, das konnte man schon mit dem Wort unverschämt bezeichnen. Wirklich unwahrscheinlich, so etwas. Dieser Ralph schien sowieso der große Aufreißer zu sein, auch bei den vier Mädchen in der Gruppe führte er das große Wort. Cathy wartete förmlich darauf, dass die erste Beschwerde kam, dann musste der Knabe mal zurechtgestutzt werden, aber nicht von ihr, sondern von Mrs. Frominghton. Die verstand sich auf so etwas.
Mrs. Geraldine Frominghton galt als großer Schrecken. Sie war die Hauptbegleiterin und hatte alles unter Kontrolle. Ihr unterstand nicht nur Cathy Barker, sondern auch Billy Esting. Er war zwei Jahre älter als Cathy und ebenfalls ein Begleiter. Billy schlief im anderen Trakt, wo auch die Jungen ihre Zimmer hatten.
Highgrobe Castle hatte sich darauf spezialisiert, Gäste zu haben. Der alte Graf, er lebte woanders, hatte sein Stadt-Schloss verpachtet. Dafür sorgte er auch für die Instandhaltung und brachte junge Gäste aus den Großstädten unter, damit sie auch mal etwas erleben konnten und ganz nebenbei während der Ferien noch einiges über die englische Geschichte erfuhren.
Lernen und ausspannen, so lautete die Devise.
Das alles schwirrte Cathy durch den Kopf, als sie mit angezogenen Beinen im Bett hockte. Sie war auf einen Scherz hereingefallen, mehr nicht.
Und die Stimme …
Moment mal! Plötzlich stockten Cathys Gedanken. Da stimmte etwas nicht. Diese Stimmen oder vielmehr die Stimme war aber nicht vor der Tür aufgeklungen, sondern kam von woanders her. Von hinten.
Aber hinter Cathy befand sich die Wand.
Du spinnst, dachte Cathy, du spinnst wirklich …
»Hol mich hier raus!«
Da war es wieder. Cathy erschrak heftig, und sie begann heftig zu zittern.
Keine Täuschung, die Stimmen waren vorhanden. Die beiden Jungen hatten sie nicht nachgeahmt.
Die gab es.
Hinter ihr!
Cathy lief ein Schauer über den Rücken. Obwohl sich dort nur die Wand befand, hatte sie Angst, sie anzuschauen.
»Unsinn!«, flüsterte sie, »da kann niemand sein. Da ist nur eine Mauer, mehr nicht.«
Sie drehte sich ruckartig um.
Eine Sekunde brauchte sie, um den Schrecken zu erfassen, dann öffnete sich ihr Mund zu einem gellenden Schrei, der jedoch auf halbem Wege steckenblieb.
Aus der Wand quoll Blut!
*
Blut – echtes Blut!
Und es drang aus der Wand.
Unvorstellbar.
Cathy Barker schüttelte sich. Noch immer konnte sie nicht schreien, sondern starrte in stummem Entsetzen auf die Wand über dem Bett, wo das Blut förmlich herauskroch. Es bildete dort kleine Perlen, die sich zu Tropfen vereinigten, schwer wurden und als Rinnsale an der Wand entlang liefen.
Es kam noch schlimmer. Cathy, die entsetzt und wie festgewachsen in ihrem Bett hockte, machte eine fürchterliche Entdeckung. Auf einmal bewegte sich die Wand.
Sie schien zu einem Vorhang zu werden, der sich in der Mitte teilte und dabei langsam nach rechts und links auseinanderwanderte. Ein Riss entstand.
Erst nur haarfein, kaum zu erkennen, dann aber größer werdend. Von Sekunde zu Sekunde. Das dabei entstehende hässliche Knirschen drang der jungen Frau durch Mark und Bein. Jetzt war der Spalt schon so breit wie eine Hand.
Und er wurde noch größer.
Wie in Trance hob Cathy ihren Arm. Dabei presste sie den Handballen gegen den Mund, die Augen wurden übergroß und drohten sogar, aus den Höhlen zu treten.
Jetzt bewegte sich etwas innerhalb des Spalts. Erst schattenhaft nur, dann deutlicher zu erkennen.
Ein Gesicht!
Nein, eine widerliche Fratze. Schrecklich anzusehen. Sie schimmerte bräunlich. Hautfetzen hingen nur noch über den Knochen. Die Augen wirkten wie zwei große Löcher, auch den Mund konnte man nicht mehr als solchen bezeichnen.
Spitz stach die Nase hervor. Ein heller Knochen schimmerte dort, wo sich das Nasenbein befand.
Das Gesicht war halb verwest!
Dann wieder die Stimme. Dumpf jetzt, als würde sie aus einer tiefen finsteren Gruft stammen.
»Hol mich hier raus …«
Es war der eine Satz, der bei Cathy eine Panikreaktion auslöste. Sie schrie plötzlich wie von Sinnen, dabei schloss sie die Augen und riss den Mund so weit auf, dass sie sich beinahe ihre Kiefer ausrenkte.
Ihre Angst war grenzenlos …
*
Ralph Sorvino rieb sich die Hände. »Der haben wir es aber gezeigt, wie?«
Sein Bruder nickte. »Die wäre doch was für dich. Du stehst ja auf Ältere.«
»Klar. Hast du den Vorbau gesehen?«
»Und wie. Mann, das war irre. Aber das Fahrgestell war auch nicht zu verachten. Die hatte Beine, mein lieber Mann …«
Die beiden Jungen räumten den Projektor weg, sie waren Anwaltssöhne. Ihr Vater arbeitete für Logan Costello, den mächtigsten Mafia-Boss der Millionenstadt London. Costello war ein Mann, der seine Finger in...
| Erscheint lt. Verlag | 10.6.2015 |
|---|---|
| Reihe/Serie | John Sinclair | John Sinclair |
| Verlagsort | Köln |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Krimi / Thriller / Horror ► Horror |
| Literatur ► Romane / Erzählungen | |
| Schlagworte | blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies |
| ISBN-10 | 3-8387-2938-2 / 3838729382 |
| ISBN-13 | 978-3-8387-2938-1 / 9783838729381 |
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