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John Sinclair 172 (eBook)

Ghouls in der U-Bahn

(Autor)

eBook Download: EPUB
2015 | 1. Aufl. 2015
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-2931-2 (ISBN)

Lese- und Medienproben

John Sinclair 172 - Jason Dark
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Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1980 - 1989!

Ghouls in der U-Bahn.

Der Typ mit dem Schnauzbart drückte mir die Mündung des Revolvers dicht oberhalb des Bauchnabels in den Leib. Dazu grinste er impertinent und blies mir eine Knoblauchwolke ins Gesicht. Beides war nicht besonders tragisch, wenn da nicht noch ein zweiter Kerl gewesen wäre, der in meinem Rücken stand und ebenfalls eine Waffe in der Hand hielt, deren Druck ich direkt über dem letzten Wirbel spürte. Sie hatten mich in der Zange. Wenn ich einen tatsächlich ausschalten konnte, blieb immer noch der Zweite. Und der kam sicherlich zum Schuss.

John Sinclair - der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit!

Helfer befanden sich nicht in der Nähe. Und die Plakatsäule rettete mich auch nicht mit ihrer Deckung, denn wir standen daneben.

Ich schaute dem Mann ins Gesicht. Es war nichts sagend, flach, mit ausdruckslosen Augen. Der Kerl trug eine braune Jacke und eine graue Hose. Sein Haar war nach hinten gekämmt, es roch nach billiger Pomade.

Sahen so Killer aus?

Ich wusste es nicht. Auf eine diesbezügliche Frage meinerseits würde ich sicherlich keine Antwort bekommen, so erkundigte ich mich nach dem Grund dieses heimtückischen Überfalls.

»Wir fahren ein wenig spazieren!«, wurde mir vom Hintermann geantwortet.

»Ich habe aber keine Lust.«

Jetzt kicherte der Schnauzbart. »Kann ich mir vorstellen, aber hier geben wir den Ton an.«

»Das merke ich. Und wer hat euch geschickt?«

»Der Kaiser von China.«

»Ich dachte immer, der wäre tot.«

Für diese Antwort kassierte ich einen gemeinen Tritt auf die Zehen. Ich presste die Lippen zusammen, die Kerle sollten mich nicht stöhnen hören.

Nur gut, dass sie mir nicht in den Leib geschlagen hatten, denn der war voll. Schließlich kam ich gerade vom Essen. Das neue chinesische Restaurant lag nur ein paar Schritte entfernt, dort hinter den Bäumen, wo das Licht schimmerte. Wir befanden uns auf einem kleinen Parkplatz. Da stand mein Bentley, zu dem ich sehnsüchtig hinschielte.

Noch sehnsüchtiger dachte ich an Suko und Shao. Mit den beiden hatte ich mich hier getroffen. Da ich direkt vom Büro aus losgefahren war, waren Suko und Shao mit der Harley hergefahren, ich mit meinem Silbergrauen.

Ich hatte der Toilette noch einen Besuch abgestattet, deshalb waren Suko und Shao schon vorgefahren. Wir wollten den Abend – immerhin war Freitag – in einem Pub beschließen, der ganz in der Nähe unserer Wohnung lag. In dieser Kneipe wartete auch Jane Collins. Sie hatte wegen dringender Geschäfte nicht mitkommen können.

Nun sah es so aus, als würden meine Freunde ihr Bier allein trinken müssen.

Das passte mir gar nicht.

»Also, was soll das alles?« Langsam wurde ich sauer. »Wenn ihr mich ausnehmen wollt, viel Geld habe ich nicht bei mir, außerdem möchte ich euch sagen, dass ich Scotland-Yard-Mann bin, und der Angriff auf einen Polizisten kann euch einiges kosten.«

»Wissen wir alles.«

Die Antwort zeigte mir, dass ich nicht zufällig irgendwelchen Straßenräubern in die Hände gefallen war. Hinter diesem Überfall steckte Methode. Die Kerle waren also geschickt worden. Fragte sich nur, von wem? Da kamen viele Gegner infrage. Die Dämonen und ihre Führer hassten mich ebenso wie Logan Costello, der große Boss der Londoner Unterwelt. Ich würde auf eine Frage hin auch gar keine Antwort bekommen.

Zudem hatten sich die beiden einen äußerst günstigen Zeitpunkt ausgesucht. Im Moment verließ kein weiterer Gast das Lokal, um zum Parkplatz zu gehen. Es konnte mir also auch niemand helfen.

Ich saß in der Tinte.

Und zwar doppelt.

»Bis jetzt waren wir freundlich«, sagte der mit dem Schnauzbart. »Und wir werden es auch bleiben. Vorausgesetzt, du machst keine Dummheiten, Bulle.«

»Werde mich bemühen.«

»Das finde ich gut.« Er trat einen Schritt zurück und ging auf Profidistanz. Der Mündungsdruck war zwar an meinem Bauch verschwunden, wohl fühlte ich mich trotzdem nicht.

Auch der Typ hinter mir ging einen Schritt zurück. Unter seinen Sohlen knirschte der Kies des Parkplatzes.

»Bleib ganz ruhig und geh um die Säule herum!«, befahl der Schnauzbart. Ich folgte dem Befehl. Links von mir rauschte der Wind im Blattwerk der Bäume. Rechts führte eine kaum beleuchtete Straße in die Dunkelheit hinein.

Vorn befand sich der Parkplatz. Dort brannten zwei Laternen. Ihr müdes Licht fiel auf die lackierten Dächer der abgestellten Fahrzeuge. Auch mein Bentley befand sich darunter. Er stand zwischen einem Vauxhall und einem Austin.

Meine Gegner hatten nichts dagegen; dass ich auf den Bentley zuschritt. Ich behielt die Richtung auch bei und passierte den schmalen Weg, der zum Lokal führte. Das Haus stand etwa 30 Yards hinter der Einmündung. Die Reklame über der Tür leuchtete gelb.

Gäste verließen das chinesische Restaurant. Sofort schöpfte ich Hoffnung und verlangsamte meinen Schritt.

Ich hörte noch das Pfeifen und bekam den Revolverlauf in den Nakken. Der Treffer schleuderte mich nach vorn. Ich brach zwar in die Knie, fiel jedoch nicht zu Boden, sondern gegen den Kofferraum des Bentley, wo ich mich abstützen konnte.

In meinem Kopf wühlte der Schmerz. Dazu hatte ich das Gefühl, mich übergeben zu müssen, die Knie wackelten, nur mühsam hielt ich mich in dieser Haltung.

Trotz des Schmerzes spürte ich den kalten Stahl am Hals. Einer der Hundesöhne drückte mir wieder die Mündung dagegen. »Bleib so stehen!«, zischte er. »Und rühr dich nicht. Machst du irgendwelchen Unsinn, schießen wir die beiden über den Haufen, die das Lokal verlassen haben. Kapiert?«

»Okay!« krächzte ich.

Ich vernahm die Stimmen. Ein Mann und eine Frau kamen. Die weibliche Person lachte hell, dann fragte sie: »Ist der besoffen?« Damit meinte sie wohl mich.

»Ja«, antwortete der Schnauzbart. »Unser Kollege hat zu viel Reiswein getrunken.«

»Das sollte man auch lassen.«

»Sicher, wir haben den Ärger.«

»Dann seht mal zu, dass ihr ihn gut nach Hause kriegt«, hörte ich die Stimme des männlichen Gastes.

»Werden wir schon.«

Wenig später vernahm ich, dass Wagentüren aufgezogen wurden. Dann klappten sie zu, ein Motor lief rund, Kies knirschte unter den Rädern, der Wagen fuhr ab.

Die beiden Gangster rührten sich erst, als das Geräusch nicht mehr zu hören war.

»Komm wieder hoch, Bulle!«

Ich stemmte mich ab. Die kleine Pause hatte gutgetan. Zwar bohrten in meinem Schädel immer noch einige Bergleute herum, aber es ließ sich aushalten.

Während ich mich noch in der Bewegung befand, fischte mir der Schnauzbart die Beretta aus der Halfter. »Die brauchst du sowieso nicht mehr, Bulle.«

Die Bemerkung gefiel mir gar nicht. Bewies sie mir doch, dass die beiden tatsächlich etwas vorhatten, das man mit dem Wort Mord umschreiben konnte.

Ich sah die hintere Tür des Vauxhall offen.

»In den Fond mit dir!«

Mehr stolpernd als gehend erreichte ich den Wagen und bekam einen Tritt, der mich auf den Rücksitz schleuderte. Der Schnauzbart stand gebückt vor der offenen Tür und zielte mit dem Revolver in den Wagen. »Rück in die äußerste Ecke!«

Auch das tat ich.

Schnauzbart wartete, bis ich ruhig saß und stieg erst dann ein. Er war ein wirklicher Könner, denn selbst bei dieser Bewegung wich die Waffenmündung um keinen Zoll.

Ohne mich aus den Augen zu lassen, griff er nach hinten und zog den Wagenschlag zu.

Der zweite Kerl stieg an der Fahrerseite ein. Zum ersten Mal sah ich ihn genauer.

Wie auch der Schnauzbart gehörte er zu den unauffälligen Typen. Er trug eine Cordhose, einen dünnen Pullover und eine locker fallende Strickjacke. Sein Gesicht war ebenfalls glatt, ein Durchschnittsmensch, mehr nicht.

»Fahr los!«, sagte Schnauzbart.

Sein Kumpan startete. Der Anlasser orgelte ein paar Mal, danach sprang der Wagen an.

Der Mann am Steuer fuhr rückwärts aus der Parklücke und wendete auf dem Platz.

Schnauzbart behielt mich genau im Auge. Über den Lauf des Revolvers hinweg schaute er mich an. Manchmal zuckte sein linkes Lid.

Im gemächlichen Tempo rollte der Vauxhall auf die Ausfahrt des Parkplatzes zu. Ein Druck gegen den Blinker, und ich sah, dass wir nach links einbogen.

Das Lokal befand sich in Belgravia, schon dicht an der Grenze zu Brompton. Die Straße, in die wir eingebogen waren, hieß Lyall Street. Eigentlich ein gutes Viertel, in dem man normalerweise keine Killer erwartet. Aber auch ich lernte nie aus.

Eilig hatten es die beiden nicht. Ich dachte an den Zigarettentrick und fragte: »Darf ich rauchen?«

»Nein.«

Die Chance, meinem Bewacher eine brennende Zigarette ins Gesicht zu schleudern, war also vertan. Ich hob die Schultern und schaute an den Sitzen vorbei durch die Frontscheibe nach draußen.

Ein Wagen kam uns entgegen. Er fuhr ziemlich schnell. Als die Scheinwerfer uns passiert hatten, sah ich einen einzelnen Lichtfleck. Und ich vernahm, da es ruhig war, das typische Geräusch eines Motorrads. Mittlerweile konnte ich auch die einzelnen Maschinen am Klang der Motoren unterscheiden.

Es war eine Harley, die uns da entgegenkam!

*

Eilig hatte Suko es nicht. Er und Shao fuhren gemütlich über den Parkplatz, bogen in die Lyall Street ein und rollten langsam weiter. Beiden stand auch nicht die Lust danach, irgendwelche Rennen zu veranstalten, denn ihre Mägen waren zu voll. Selbst Shao – sehr kritisch, was chinesische Restaurants betraf – musste zugeben, dass ihr das Essen hervorragend gemundet hatte.

Sie befanden sich in einer wirklich guten Stimmung und freuten sich schon darauf, den Abend in einem Pub zu beschließen, wo zahlreiche Biersorten zur Auswahl standen.

Bevor sie das Ende der Straße erreicht hatten, bremste Suko ab, drehte den Kopf zu Shao hin und klappte das Sichtvisier des Helms hoch.

Shao tat es ihm nach. »Was hast du?«

»Wir warten hier.«

»Auf John?«

Suko lachte. »Auf wen sonst?«

»Aber er will doch nachkommen.«

»Klar. Warum sollen wir nicht zusammen fahren?«

»Du willst doch kein Rennen veranstalten?« , argwöhnte das Girl, das seine langen schwarzen Harre unter einem Helm verborgen hatte.

»Woher.« Suko behielt...

Erscheint lt. Verlag 10.6.2015
Reihe/Serie John Sinclair
John Sinclair
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies
ISBN-10 3-8387-2931-5 / 3838729315
ISBN-13 978-3-8387-2931-2 / 9783838729312
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