John Sinclair 166 (eBook)
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-2925-1 (ISBN)
Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1980 - 1989!
Die Dämonen-Katze.
Im Mittelpunkt dieses Romans steht Leon Poole. Er ist ein unsympathischer Junggeselle, der in London ein altes Zweifamilienhaus bewohnt. Er ist heruntergekommen wie die Möbel, und vom Putzen hält Leon Poole nicht viel.
Zu Hause pflegt er das Nichtstun, und weil er keine Freunde hat, flüchtet er sich Abend für Abend in einen Alkoholrausch. Am Morgen darauf geht Poole dann seiner ungewöhnlichen Arbeit nach. Er ist Katzenfänger und sammelt alle herumstreunenden Tiere ein.
Anschließend verkauft er sie an einen Chemie-Konzern, der nicht genug Tiere für seine Versuche bekommen kann. An einem Abend, Poole hat sich gerade einen Rausch angetrunken, da hört er lockende Frauenstimmen in seiner Wohnung. Ob mir ein Scheich seinen Harem ausleihen möchte? überlegt Poole, und er rennt nach nebenan. Statt der drei Frauen hocken drei fauchende Katzen vor Poole.
Ihm ist die Sache nicht geheuer, doch zur Flucht ist es bereits zu spät. Die drei Tiere nehmen für ihre Leidensgenossinnen fürchterliche Rache ...
John Sinclair - der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit!
Die Katze fauchte auf. Die Augen bewegten sich blitzschnell, ein Zeichen, dass die Katze zur Seite wischte, dann war sie verschwunden. Das Tappen ihrer Pfoten noch – Stille.
»Wer sagt’s denn?«, murmelte Poole. »Man muss die verdammten Biester nur richtig scheuchen, dann haben sie auch den gehörigen Respekt. Er lachte und machte Licht.
Es war nicht gerade Luxus, was man in dem Haus zu sehen bekam. Doch darauf konnte Poole verzichten. Als Junggeselle fühlte er sich auch da wohl, wo von den Wänden der Verputz blätterte. Zudem wohnte er allein in dem kleinen Zweifamilienhaus. Selbst die Türken waren ausgezogen, weil sie keine Lust mehr hatten, mit einem Mann wie Leon Poole unter einem Dach zu hausen.
Und das hatte seinen Grund.
Leon Poole war Katzenfänger von Beruf. Er strolchte durch die Slums von London, aber auch durch Mayfair und das vornehme Westend. Und er las Katzen auf. Er hatte darin eine sagenhafte Routine entwickelt. Wenn er einmal eine Katze entdeckt hatte, dann war sie auch nicht mehr zu retten. Poole packte sie, warf sie in seinen Wagen und fuhr sie nach Hause, wo er sie in Käfige steckte, die eines Tieres unwürdig waren. Dort fielen die Katzen oft übereinander her, es gab Aggressionen. Ab und zu starb ein Tier, doch das machte Poole nichts aus. Es gab genügend Nachschub.
Und er wurde die Katzen los. Poole handelte praktisch im Auftrag, denn es waren die großen Chemie-Konzerne, die Poole die Katzen abnahmen, um an ihnen ihre Versuche durchzuführen.
Poole hatte ja schon wenig Gefühl, wenn er die Katzen so unwürdig einsperrte, aber in den Versuchslabors der Chemie-Giganten ging man mit den Tieren noch schlimmer um.
Darüber aber dachte Poole nie nach. Hauptsache, er bekam sein Geld. Mit schweren Schritten ging er die Stufen hoch, auf der die Katze gegessen hatte, die von ihm verjagt worden war. Hin und wieder verirrte sich eine fremde Katze in dieses Haus, wahrscheinlich wurde sie durch das Schreien der anderen angelockt. So musste es auch heute gewesen sein, aber auch solche Katzen liefen oft genug in die Fallen des Leon Poole.
Er hatte einige davon aufgestellt. Sie befanden sich auf seinem Grundstück, und von Besuchen dort war kaum eine Katze zurückgekommen. Leon Poole konnte sie alle gebrauchen.
Er schloss seine Wohnungstür auf. Den Fänger, wie er sein Instrument selbst nannte, stellte er an die Wand und betrat den schmalen Flur, in dem es natürlich wie überall in Pooles Wohnbereich nach Katzen roch.
Poole übertrug diesen Geruch auf das Geld, dass er für seine Tiere bekam. Also stinkt Geld doch, pflegte er kichernd zu sagen. Und von seinem Geld konnte er sich auch das Lieblingsgetränk kaufen, von dem er jeden Abend einen kräftigen Schluck zur Brust nahm.
Wodka!
Poole wandte sich nach links und stieß die Tür zum Wohnraum auf. Dort befand sich auch sein alter Gaskocher und ein Waschbecken. Die Möbel stammten noch von seinen Eltern und waren nicht gepflegt worden. Entsprechend sahen sie auch aus.
Eine weitere Tür führte zum Schlafraum, wo Leon Pooles Bett stand. Schlafen wollte er noch nicht. Erst einmal musste die Flasche geleert werden.
Der billigste Wodka, den der Supermarkt verkaufte, war Leon Pooles Standardgetränk. Den kippte er sich liebend gern hinter die Binde.
Er zog die quietschende Schranktür auf und fand mit zielsicherem Griff die Flasche.
Jetzt leuchteten seine Augen, die ansonsten stumpf und gefühlslos blickten. Die Flasche war gut. Wenn er trank, konnte er das ganze Elend vergessen, denn ein glücklicher Mensch war Leon Poole beileibe nicht. Vom Äußeren her glich er einem Kneipenschläger. Ziemlich breit war er in den Schultern, hochgewachsen, wenig Haare hatte er auf dem Schädel, die restlichen wuchsen lang in den Nakken, sodass sie immer über den Rand der Mütze hinwegschauten. In seinem Gesicht fielen besonders die kleinen, tückischen Augen und der wulstige Mund auf. Am Kinn hatte er einige Narben. Die verdankte er auch Katzen, deren Krallen doch schärfer gewesen waren, als er angenommen hatte.
Poole ließ sich auf die alte Couch fallen, bei der die Sprungfedern knarrten, als sie sein Gewicht spürten. Dann packte er die Flasche, entkorkte sie und setzte sie an den Mund.
Er trank.
Langsam und genussvoll ließ er den billigen Wodka in seine Kehle rinnen. Ein anderer hätte sich geschüttelt, für Poole war das ein Genuss.
Erst nach über einer Minute stellte er die Flasche ab. Aus seinem Mund quoll eine Schnapsfahne, er stöhnte auf und lehnte sich entspannt zurück.
»Das hat gut getan.«
Poole schloss die Augen. Er dachte darüber nach, dass am nächsten Tag der Wagen vom Chemiewerk kommen würde, um einen Teil der Katzen abzuholen. Der Fahrer brachte einen Teil des Geldes immer gleich mit, das andere wurde überwiesen.
Zu wissen, dass es einen Tag später wieder neues Geld gab, griff Leon Poole zum zweiten Mal zur Flasche und setzte sie an, um einen großen Schluck zu nehmen.
Der Wodka hatte noch nicht seine Lippen benetzt, als er die Stimme hörte.
»Poole, Leon Poole!«
Der Katzenfänger erstarrte. Verdammt, da hatte eine Frau gerufen. Das wäre nicht weiter schlimm gewesen, Poole hatte nichts gegen Frauen, nur war die Stimme nicht draußen, sondern in seiner Wohnung aufgeklungen – und zwar im Schlafzimmer.
Auch das wäre sicherlich nicht schlimm gewesen, denn Poole hatte auch nichts gegen Frauen im Schlafzimmer, nur hätte er gern gewusst, wie die andere dorthin gekommen war, denn er hatte sie nicht eingeladen und auch nicht mitgeschleppt.
Dann wieder. »Poole, Leon Poole …«
Dem abgebrühten Katzenfänger wurde es leicht unwohl. Die Stimme hatte nicht etwa zärtlich geklungen, sondern eher lauernd und irgendwie berechnend.
Poole stand auf. Dabei schielte er auf den Hochprozentigen, nahm noch einen kräftigen Zug und stellte die Flasche dann wieder auf den Tisch zurück. Jetzt war er mutig genug. Und sollte sich da tatsächlich ein weibliches Wesen in sein Schlafzimmer verirrt haben, dann wollte er zusehen, dass es nicht so schnell wieder herauskam. Poole kannte da ganz spezielle Tricks, die ihm einige Zuhälter aus Soho beigebracht hatten.
Leon schlich auf die Tür zu.
»Komm nur, komm!«, hörte er die Stimme.
Verdammt, aber das war eine andere. Er hatte es genau mitbekommen. Es war nicht die Erste, die ihn da gerufen hatte. Sollten sich da vielleicht zwei Frauen in sein Schlafzimmer verirrt haben?
Er grinste stärker. Auch mit zweien würde er es aufnehmen. Ein Kinderspiel.
»Er kommt!«
Poole zuckte zusammen. Verflucht, das war eine dritte Frauenstimme, die ihn da gelockt hatte.
Drei Weiber!
Er grinste schief. Der Alkohol wirkte bereits. Drei Frauen, das war irre. Vielleicht hatte ihm da ein Scheich seinen Harem geschickt. Das wäre natürlich Spitze gewesen.
Poole rieb sich die Hände. Und doch blieb ein leichtes Unbehagen zurück. Trotz des genossenen Alkohols war er Realist genug, um zu merken, dass so etwas eigentlich nicht angehen konnte. Nein, das war wirklich nicht normal.
Drei Weiber!
Egal, er würde gleich Bescheid wissen. Leon Poole legte seine Hand auf die Klinke, drückte sie nach unten und stieß mit einem heftigen Ruck die Tür auf.
Die sollten sich wundern.
Zuerst wunderte sich Poole.
Er blieb auf der Türschwelle stehen und seine Augen wurden langsam groß.
Da waren keine Frauen.
Dafür sah er etwas anders.
Drei Katzen!
*
Leon Poole hatte Licht gemacht, damit er sich besser umschauen konnte.
Er sah die Katzen, und er wusste sofort, dass sie nicht zu seiner Sammlung gehörten. Nein, die hatte er nie besessen, zudem waren es Rassetiere. Soviel verstand Poole inzwischen davon.
Eine hockte auf dem Bett. Sie schaute ihn aus blassgrünen Augen an, besaß ein rötliches Fell, das wie frisch gekämmt wirkte. Die Vorderpfoten hatte die Katze ausgestreckt. Der Mund war leicht geöffnet, und Poole sah die scharfen Zähne.
Sein Blick wanderte weiter.
Die zweite Katze hatte es sich auf einem Stuhl bequem gemacht. Ihr Körper war dunkler. Er schillerte irgendwie schwarzblond, so seltsam es auch war. Noch nie in seinem Leben hatte Leon Poole so eine Katze gesehen.
Und dann die dritte. Sie saß auf dem Schrank. Pechschwarz, ein richtiger Teufel. Gelb leuchteten die Augen, und Poole wurde das Gefühl nicht los, dass es genau die Katze gewesen war, die er vorhin auch im Hausflur gesehen hatte.
Alle drei starrten ihn an.
Aber wo, zum Henker, steckten die drei Frauen? Er sah hier nur Katzen, und die konnten ja schlecht sprechen.
»Ich glaub’, ich bin besoffen«, murmelte Poole und grinste. »Bilde mir schon Stimmen ein, wo keine sind. Sowas ist mir auch noch nicht passiert. Der alte Leon Poole wird senil.« Er schüttelte den Kopf, dann wurde sein Blick wieder lauernd. »Aber schlecht seid ihr ja nicht«, flüsterte er. »Ihr werdet mir sicherlich ein paar Pfund einbringen, wenn ich euch verschachere.«
Es war typisch für Leon Poole, dass er nur an seinen Vorteil dachte und nicht an das Tier. Jedem normalen Menschen hätte es in der Seele leid getan, diese Katzen zu töten, nicht so Leon Poole. Für das Geld konnte er sich ja wieder Alkohol kaufen.
Er wich zurück, nachdem er seine erste Überraschung verdaut hatte. Im Wohnraum stand der Fänger. Mit ihm würde er die drei Katzen schon kriegen, da war er ganz sicher.
Die Tiere rührten sich nicht. Sie blieben auf ihren Plätzen hocken und verfolgten ihn mit ihren Blicken. Um sich selbst zu beruhigen, pfiff Poole ein Liedchen, als er zurückwich, sich umdrehte und nach seinem...
| Erscheint lt. Verlag | 10.6.2015 |
|---|---|
| Reihe/Serie | John Sinclair | John Sinclair |
| Verlagsort | Köln |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Krimi / Thriller / Horror ► Horror |
| Literatur ► Romane / Erzählungen | |
| Schlagworte | blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies |
| ISBN-10 | 3-8387-2925-0 / 3838729250 |
| ISBN-13 | 978-3-8387-2925-1 / 9783838729251 |
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