John Sinclair 157 (eBook)
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-2916-9 (ISBN)
Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1980 - 1989!
Wer mit Gedanken töten kann.
Gibt es wirklich Menschen, die durch Gedankenkraft Gegenstände bewegen können? Wer glaubt schon daran, bevor er es nicht selbst mit eigenen Augen gesehen hat?
In der Klinik des Dr. Baker beschäftigt man sich seit einiger Zeit mit der Erforschung der menschlichen Psyche.
Das heißt, man versucht, durch Untersuchungen herauszubekommen, ob der Mensch tatsächlich in der Lage ist, durch seine geistigen Fähigkeiten Berge zu versetzen.
Nach zahlreichen Experimenten hat es den Anschein, dass es solche Supermenschen gibt. Deshalb interessiert sich John Sinclair für sie. Und sie sollen auch über weitaus gefährlichere Eigenschaften verfügen ...
John Sinclair - der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit!
Tokata, der Samurai des Satans.
Er saß nach wie vor in der Krone der Fichte und schaute über die anderen Gipfel der Bäume hinweg. Dabei sah er seine Feinde, die er so gern vernichten wollte.
John Sinclair an der Spitze, dann diesen verfluchten Chinesen, der ihn im Wald genarrt hatte und entkommen war. Auch Myxin, der kleine Magier, war wieder frei. Er lief sofort auf die schwarzhaarige Kara zu, die, am Boden hockend, mit dem Rücken gegen einen Stein lehnte.
Das Sinclair-Team feierte seinen Sieg. Selbst das konnte Tokata erkennen. Er sah das Lachen auf den Gesichtern der Menschen, und seine Wut wuchs.
Sie wurde zum rasenden Hass.
Ein dumpfes Ächzen drang hinter der Maske hervor. Dazwischen keuchende Laute und erstickte Wutschreie. Das alles nicht nur, weil das Sinclair-Team Sieger geblieben war, sondern auch wegen seiner Freunde. Sie hatten ihn im Stich gelassen. Tokata war enttäuscht.
Enttäuscht und rachsüchtig!
Plötzlich konnte er nicht mehr anders. Ein gellendes, schauriges Gelächter drang aus seinem Maul. Es hallte weit über die Bäume und fiel hinunter ins Tal, wo es als gänsehauterzeugendes Echo weiterrollte.
Der Samurai konnte sich nicht beherrschen. Es hatte einfach rausgemusst. Er wollte den anderen zeigen und auch beweisen, dass mit ihm, Tokata, noch zu rechnen war.
Und wie!
Die anderen hörten das Gelächter sehr wohl. Tokata sah, wie sie zusammenzuckten. Jetzt würden sie Angst bekommen, das sollten sie auch. Sie sollten wissen, dass er noch da war und nicht aufgegeben hatte.
Nachdem auch das letzte Echo verrollt war, duckte sich Tokata zusammen und stieg aus der Krone des Baumes. Kleinere Äste und Zweige brachen unter seinem Gewicht. Das machte Tokata nichts. Er ließ sich einfach fallen.
Mit einem dumpfen Aufprall landete er am Boden. Sekundenlang blieb er dort hocken und schaute sich um.
Weiter oben blinkte Metall. Das waren die Reste des abgestürzten Hubschraubers, mit dem Sinclair und seine Freunde angekommen waren. Auch diesen Absturz hatten sie überlebt, obwohl sie nur Menschen und keine Dämonen waren.
Und auch Asmodina hatte sie nicht geschafft. Zwar nahm sie die Gestalt der Höllenschlange an, aber sie brachte es nicht fertig, John Sinclair zu besiegen. Sie hatte nur immens aufgeräumt und eine regelrechte Schneise in den dichten Wald geschlagen.
Diese Schneise gereichte Tokata jetzt zum Vorteil. Scharf wandte er sich um und stieg den Hügel hoch. Er war kein Mensch mehr, ein Untoter, von einem teuflischen Leben beseelt. Er kannte keine Ermüdungserscheinungen, spürte weder Hunger noch Durst. Er würde immer laufen können. Und irgendwann würde er London erreichen, wo auch dieser John Sinclair und die anderen wohnten.
Er dachte aber auch an Dr. Tod, dem er seine Existenz verdankte. Tokata glaubte fest daran, dass Morasso ihn nicht im Stich lassen würde. Und dieses Wissen gab ihm Mut.
Doch die Zukunft sollte die Zeit der Rache werden …
*
Sehr hoch spannte sich ein strahlend blauer Himmel über das weite Land. Der Wind hatte ihn von den Wolken freigeblasen, und jetzt roch es tatsächlich schon nach Frühling. Die ersten Ginsterbüsche blühten auf, an vielen Bäumen und Sträuchern zeigten sich schon Knospen, die bald aufbrechen würden, um das junge Grün des Jahres von den wärmenden Sonnenstrahlen streicheln zu lassen.
Man konnte es nicht mehr wegdiskutieren – der Frühling zog über das Land.
Aber davon merkte der junge Mann nichts, der einsam und allein über die Landstraße schlenderte. Seine Schritte glichen denen einer Marionette. Er ging immer gleich, änderte nie das Tempo und legte so Meile um Meile zurück.
Die Straße war schmal, nur wenige Fahrzeuge befuhren sie, und der Asphalt war an zahlreichen Stellen aufgerissen, was auf den starken Winterfrost zurückzuführen war. Bisher hatte noch niemand daran gedacht, die Schäden auszubessern.
Rechts und links der Straße wuchsen Bäume. Mal Apfelbäume, die sich mit Pappeln oder eben nur mannshohen Sträuchern abwechselten. Mal folgte ein Bach der Straße, dann führte sie selbst wieder über irgendein Rinnsal, und der einsame Wanderer musste die typischen steinernen Brücken überqueren.
Der junge Mann war auch durch zwei Dörfer gekommen. Er hatte mit keinem gesprochen und nicht einmal angehalten, er war so weitergewandert wie auch zuvor. Auch die Blicke hatten ihn nicht gekümmert. Vor allen Dingen die Frauen hatten ihn mit herabgezogenen Mundwinkeln nachgeschaut und hinter seinem Rücken flüsternde Bemerkungen gemacht.
All dies war ihm egal. Er wusste um seine Kraft, um seine Stärke und um seine Macht.
Ja, auch um seine Macht. Denn niemand konnte ahnen, welch unheimliche Kräfte in diesem jungen Mann steckten. Er war eine lebende Zeitbombe.
Wie sollte man auch, wenn man so harmlos aussah, wie der einsame Wanderer.
Sein Alter war eigentlich schwer zu schätzen. Der junge Mann konnte 25, aber auch fünf Jahre älter sein. Zudem spielte es keine Rolle, auch das Aussehen nicht. Die schlaksige Figur, das fahl ’blonde gescheitelte Haar, das flache, etwas blasse Gesicht mit der kleinen Nase und den wie wässrig wirkenden Augen. Das Kinn floh etwas nach hinten und wies kaum Bartstoppeln auf, nur einen leichten hellen Flaum. Der junge Mann konnte sich rasieren, indem er einmal kräftig mit dem Handtuch über sein Gesicht rieb.
Er trug eine blaue, dreiviertellange Jacke aus derbem Stoff und eine graue Cordhose, der man es ansah, dass sie schon mehrere Male gewaschen war. Die Hände hatte der Mann in seinen Jackentaschen vergraben. Den Kopf hielt er etwas gebeugt, wenn er ging. Insgesamt gesehen war er ein Typ, den man schnell vergaß.
Aber man würde ihn nicht vergessen.
Niemals …
Noch allerdings war alles völlig harmlos. Auch der Name sagte nichts. Jerry Peters. Ein Allerweltsname, wie er zu Hunderten im Londoner Telefonbuch stand.
Und doch gab es einige Leute, die Angst vor diesem Jerry Peters hatten. Sogar wahnsinnige Angst. Leute, die einen Grund hatten und nicht ahnten, wer da zu ihnen unterwegs war …
Noch lief Jerry Peters leicht gebückt über die Straße und kümmerte sich um nichts.
Ein Einzelgänger …
Er drehte sich auch nicht um, als in der Ferne ein sattes Brummen aufklang. Das Geräusch schallte über das flache Land, wurde lauter und auch unregelmäßiger.
Dann hatte es Jerry erreicht und war vorbei.
Kurz nur hob der junge Mann den Kopf.
Vier Motorräder hatten ihn überholt. Keine schweren Maschinen, aber sehr wendige Japaner, die eine ziemlich hohe Geschwindigkeit erreichten, das wusste Jerry, denn früher hatte er solch einen Feuerstuhl mal gefahren.
Auf den Maschinen hockten drei junge Männer und ein Mädchen. Ihre langen, braunen Haare flatterten im Wind, und der gelbe Sturzhelm stand im scharfen Kontrast zu der dunklen Lederkleidung.
Die Straße führte wieder auf eine kleine steinerne Brücke zu, unter der ein etwa zwei Yards breiter Bach gurgelte und über zahlreiche Steine schäumte.
Jerry Peters wollte seinen Kopf schon senken, als er sah, dass die Rücklichter der vier Maschinen aufleuchteten.
Die Motorräder wurden abgebremst. Dicht hinter der Brücke kamen sie zwar nicht zum Stehen, aber die Fahrer wendeten ihre Feuerstühle. Langsam fuhren sie zurück.
Nebeneinander jetzt.
Und sie stoppten genau auf der Brükkenmitte!
Das Gefühl der Unruhe hatte Jerry Peters schon beim Wendemanöver ergriffen. Jetzt verstärkte es sich und wurde sogar zur Gewissheit …
Die vier wollten etwas von ihm!
Jerry seufzte. Warum ließen sie ihn denn nicht in Ruhe! Er wollte doch auch nichts von ihnen und sah keinen Grund, sie anzugreifen, obwohl – nun, er dachte nicht weiter darüber nach.
Die vier standen wie eine Wand. Sie hockten auf ihren Feuerstühlen, und die Beine stützten sie links und rechts der Maschinen ab. Die Visiere ihrer Sturzhelme hatten sie hochgeklappt, sodass sie den einsamen Wanderer besser anschauen konnten.
Sogar das Mädchen grinste. Dabei war es hübsch. Peters bedauerte, dass es sich in solch einer Clique bewegte. Nein, das hatte die Kleine sicherlich nicht verdient.
Normal war kein Durchkommen, das hatte Jerry längst gesehen. Und die Rocker schienen auf Gewalt aus zu sein. Denn sie waren bewaffnet. Die Schlag-und Stechinstrumente hatten sie an ihre dicken Gürtel gehängt. Da gab es nicht nur Knüppel oder Fahrradketten, sondern auch gefährliche, feststehende Messer.
Unter der gesperrten Brücke schäumte der Bach. Er führte ziemlich viel Wasser, dafür waren der Regen und die Schneeschmelze der letzten Wochen verantwortlich. Jerry hätte ihn durchqueren können, um so die Brücke zu umgehen, aber das hätte nichts genutzt. Er wäre nur nass geworden, und nach einer Durchquerung hätten sich die Kerle sicherlich mit ihm beschäftigen wollen, allein um vor dem Mädchen zu glänzen.
Nie hätte er mit dem Auftauchen solch einer Bande gerechnet. Er dachte, alles wäre friedlich verlaufen, doch nun musste er es als einen Irrtum erkennen.
Noch fünf Schritte trennten ihn von der Brücke. Jerry Peters hielt den Kopf jetzt nicht mehr gesenkt, sondern hocherhoben, und er schaute die Rocker an.
Kalte Augen erwiderten seinen Blick. In denen des Mädchens funkelte Spott.
Jerry Peters betrat die Brücke. Auf den letzten Yards stieg der Weg ein wenig an, um an der anderen Seite der Brücke wieder abzufallen.
Der junge Mann blieb stehen. Langsam hob er den Kopf, runzelte die Stirn und schaute die vier Rocker an.
»Darf ich bitte durch?«, fragte er nach einer Weile.
Die Kerle grinsten. Und das...
| Erscheint lt. Verlag | 10.6.2015 |
|---|---|
| Reihe/Serie | John Sinclair | John Sinclair |
| Verlagsort | Köln |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Krimi / Thriller / Horror ► Horror |
| Literatur ► Romane / Erzählungen | |
| Schlagworte | blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies |
| ISBN-10 | 3-8387-2916-1 / 3838729161 |
| ISBN-13 | 978-3-8387-2916-9 / 9783838729169 |
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