John Sinclair 143 (eBook)
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-2901-5 (ISBN)
Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1980 - 1989! Die Schöne aus dem Totenreich. Ich wischte mir über die Augen. Täuschte ich mich, oder hatte ich dicht vor der Wand ein Flimmern gesehen? Ich schaute genauer hin. Nein, es stimmte. Vor der Wand flimmerte die Luft in der Tat. Ich warf einen Blick auf Suko. Der saß wie versteinert auf dem Labortisch und schaute in eine andere Richtung. Er bewegte sich nicht, als wäre kein Leben mehr in ihm. Sollte dieser Raum etwa noch mehr Rätsel bergen? Seltsamerweise konnte ich mich bewegen, und unwillkürlich fuhr meine rechte Hand in den Jackettausschnitt. Die Finger tasteten nach der Beretta. Fauchend bildete sich ein Sog vor der Wand. Man sollte es kaum für möglich halten, eine Gestalt kristallisierte sich hervor. Eine Frau, eine Schönheit. Es war die Schöne aus dem Totenreich... John Sinclair - der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit!
Obwohl er ein Dämon gewesen war. Im alten Atlantis hatte er damals eine große Macht besessen, doch die Zeiten waren vorbei, das Meer hatte Atlantis gefressen. Aber Myxin erinnerte sich immer stärker an diesen Kontinent. Vor allen Dingen hatte er auf der Suche nach neuen Kräften Spuren dieses Kontinents auch auf den über dem Wasser liegenden Teilen der Erde entdeckt. Es war gar nicht so schwer, sie zu finden, man musste nur richtig schauen.
Auch an diesem kalten Dezembertag war er wieder auf der Suche nach einem Hinweis aus der Vergangenheit. Myxin war fest entschlossen, ihn zu finden.
Warum aber hatte ihn sein Gefühl gewarnt?
Myxin hielt Ausschau. Seine Augen versuchten das Dunkel des Abends zu durchbrechen, was nicht möglich war. Er sah in der Ferne die Lichter einer Ortschaft. Als helle Grüße schimmerten sie zu ihm herüber, und er sah auch eine Lichtballung dicht über dem Boden.
Das war ein Tannenbaum, an dem die Kerzen leuchteten. Weihnachten stand vor der Tür …
Ein Fest, mit dem Myxin nichts anfangen konnte und auch nichts anzufangen wusste. In Atlantis gab es das noch nicht. Erst sehr viel später feierten die Menschen dieses Fest.
Myxin ging bis zum Rand der Plattform und schaute in die Höhe. Wie drei gewaltige Zahnstummel hoben sich die Felsen aus der Landschaft. Sie waren nicht völlig kahl, nein, auf ihren Spitzen wuchsen Bäume, die dem Wind und den Unbillen des ewig wechselndes Wetters standhaft trotzten.
Diese Felswände wurden von den Bewohnern der umliegenden Dörfer auch ›Des Teufels letzte Finger< genannt. Der Begriff ging auf eine alte Sage aus dem Mittelalter zurück.
Davon wusste Myxin jedoch nichts. Er hatte den Felsen aus einem ganz anderen Grund einen Besuch abgestattet.
Noch einige Minuten wartete er. dann, als er merkte, dass sich nichts tat, dass die Gefahr nicht drohender wurde, kletterte er weiter. Und wieder einmal bewies der kleine Magier seine Geschicklichkeit. Tritt- und zielsicher fand er die richtigen Stellen, wo erst seine Beine und wenig später auch die Finger den nötigen Halt fanden.
Myxin war geschickt wie ein Bergsteiger. Er verlagerte sein Gewicht, wenn es sein musste, und er sah auch zu, dass unter seinen Füßen das Gestein nicht abbröckelte.
So schaffte er Meter für Meter.
Das Gestein war rissig, an manchen Stellen wirkte es wie ausgeflammt. Große Poren, die sich schon bald zu Löcher verbreiterten. Myxin hielt des öfteren inne, nicht weil er erschöpft gewesen wäre, sondern weil sich das Gefühl der Gefahr noch nicht verflüchtigt hatte. Es war nach wie vor da.
Erwartete man ihn?
Kaum, dachte Myxin, denn wer sollte wissen, dass er sich auf den Weg zu den Felsen gemacht hatte? Er hatte seine Spuren sorgfältig verwischt. Myxin wollte nicht, dass man ihn fand, denn seine Feinde waren nicht zu zählen.
Er hatte sie nicht oder kaum unter den Menschen, seine Gegner entstammten anderen Reichen.
Dämonenreichen!
Dort stand er auf der Abschussliste ganz oben. Nicht zuletzt deshalb, weil er sich gegen seine eigenen Artgenossen gestellt hatte. Er war ein harter Gegner des Schwarzen Tods gewesen, hatte ihn bekämpft und somit auch Asmodina, die dessen Nachfolge übernommen hatte, nachdem der Schwarze Tod durch John Sinclair, den Geisterjäger, getötet worden war.
Myxin hatte auch seine Helfer verloren, die Schwarzen Vampire. Sie waren alle vernichtet worden, nur ihn hatte Asmodina leben lassen, ihn seiner Kräfte beraubt, ihn gedemütigt, ausgelacht und verhöhnt, sodass sich Myxin manches Mal den Tod gewünscht hatte, als auf diese Art und Weise zu existieren.
Doch die Zeit der Depression ging auch vorbei. Myxin fing sich wieder, er nahm den Kampf auf. Er schloss sich dem Sinclair-Team an, kämpfte aber nicht direkt an dessen Seite. Myxin war zu einem Einzelgänger geworden, einem Wesen, das seine Existenz suchte und hoffte, seine Kräfte wiederzufinden.
Niemand sollte ihm dabei helfen, obwohl man es ihm angeboten hatte. Myxin wollte allein sein, seine Schwäche war schlimm genug, er wollte sie nicht auch noch anderen zeigen. Deshalb hielt er sich zurück, trennte sich oft von dem Sinclair-Team und suchte allein seinen Weg. Hin und wieder jedoch meldete er sich, dann verschwand er wieder.
Myxin kletterte weiter. Etwa die Hälfte der Strecke lag hinter ihm. Er schaute nach oben.
Sein Blick glitt dabei an der rissigen Felswand hoch, und er sah auch die gewaltigen dunklen Wolken, die vom Wind über den Himmel getrieben wurden.
Der Wind war schneidend, die Temperaturen sanken – Winterzeit. Die Reste vom ersten Schnee waren noch nicht weggetaut. Sie lagen als grauweiße Flecken in der Landschaft und wirkten wie große Augen.
Myxins Gedanken glitten wieder zurück in die Vergangenheit. Er hatte lange gesucht, denn er wusste, dass aus seiner Heimat noch versprengte Personen existierten und dass es Hinweise auf die Magie der alten Atlanter gab.
Der kleine Magier wollte keine Chance auslassen, um seine Kräfte zu stärken. Jedem Hinweis und jeder Spur ging er nach, auch das kleinste Indiz war wichtig.
Und Myxin fand immer etwas. Er hatte schon einen kleinen Teil seiner Kräfte zurückbekommen, aber das reichte ihm nicht. Er wollte alles oder nichts.
Und das dauerte.
Hinzu kam, dass Asmodina, die Teufelstochter, unbarmherzig Jagd auf den kleinen Magier machte. Wenn sie ihn dabei erwischte, dass er sich wieder mit Magie beschäftigte und versuchte, gegen sie anzukämpfen, würde sie ihn töten.
So sah die Lage aus.
Myxin, der Magier, stand auf einsamem Posten, wenn nicht sogar auf verlorenem …
Doch das wollte er nicht wahrhaben. Nein, er führte den Kampf weiter. Bis zum bitteren Ende.
Und deshalb kletterte er auch höher. Er wollte den Hinweis auf eine bessere Zukunft finden.
Wie eine Fliege klebte der Magier an dem rissigen Gestein. Der Wind umtoste ihn, er fauchte und pfiff, hob Myxins Mantel hoch und ließ ihn wie eine Fahne flattern.
Als er das erste dürre Gestrüpp erreichte, atmete er sichtlich auf. Jetzt war es nicht mehr weit.
Es war ein karges Gebüsch, das sich in das Gestein festgeklammert und mit ihm verwachsen war. Myxin prüfte mit beiden Händen den Halt und stellte zufrieden fest, dass die dürren, aber starken Zweige sein Gewicht tragen würden.
Er zog sich hoch. Auf halbem Wege löste er seine rechte Hand und fasste in den nächsten Busch.
So kam er weiter.
Der Aufstieg wurde auch nicht mehr so steil. Er senkte sich ein wenig, wie der Buckel eines Monsters.
Myxin konnte jetzt weiterkriechen.
Nach wenigen Metern richtete er sich auf und stand nun auf der Spitze des ersten Felsens.
Sie war nicht nackt.
Hohe Bäume wuchsen hier. Wind und Wetter hatten sie entlaubt, die Zweige und Äste schabten gegeneinander, wenn sie bewegt wurden. Myxin blieb stehen.
Er hatte sein schmales Gesicht mit der grünlich schimmernden Haut dem Wind zugewandt, als lausche er auf eine unheimliche Botschaft, die ihm überbracht werden sollte.
Myxin blieb allein.
Und trotzdem – das Gefühl einer drohenden Gefahr wollte nicht weichen.
Der kleine Magier wusste genau, welchen Weg er einzuschlagen hatte.
Er wandte sich nach rechts, wo die Bäume so dicht wuchsen, dass sie einen kleinen Wald bildeten. Der Magier schritt über rissigen, harten Felsboden. Das Gestein war porös und erinnerte in seiner Beschaffenheit an einen erloschenen Vulkan. Eis hatte sich in manche Spalten gesetzt und war noch nicht getaut. Dazu arbeitete das gefrorene Wasser, es dehnte sich aus, sodass manche Steine brachen, wobei es regelrechte kleine Explosionen gab.
Der Weg war sehr uneben. Mal führte er in die Höhe, danach wieder in eine kleine Mulde.
Die Mulde verengte sich an ihrem Ende zu einer schmalen Rinne, durch die der kleine Magier schritt. Die Rinne war so eng, dass Myxin mit seinen Schultern fast die Wände rechts und links streifte. Oberhalb dieser Felsen ragten die blattlosen Bäume in den Himmel. In der Mulde war Myxin vor dem kalten Wind ziemlich geschützt. Mit den Schuhspitzen stieß er gegen lose Steine, die vor ihm herrollten.
Myxin war noch vorsichtiger geworden. Öfter schaute er sich um, rechnete mit einer Gefahr aus dem Hinterhalt, doch da zeigte sich nichts. Es blieb ruhig.
Die Rinne wurde breiter. Ein Weg tat sich vor Myxin auf, und der führte direkt zum Ziel.
Trotz der Dunkelheit sah Myxin den wuchtigen Felsen, der den Weg an seinem Ende begrenzte.
Der Magier blieb stehen. Seine Blikke tasteten den Felsen ab, und er nickte zufrieden.
Ja, das war er.
Deutlich unterschied sich das Gestein von dem anderen. Es schimmerte bläulich, war ziemlich glatt, und wenn Kanten vorstanden, dann wirkten sie wie abgeschmirgelt, als hätte sich ein Steinmetz an diesem Gebilde versucht.
Die letzten Schritte.
Dann stand der kleine Magier vor dem Stein. Um ihn zu finden, hatte er all die Bemühungen auf sich genommen, seine Spuren verwischt und sich in die Gefahr begeben.
Hier fand er das, was er suchte!
Myxin legte beide Handflächen gegen den Felsen. Normalerweise hätte der Stein ebenso kalt wie die anderen Felsen sein müssen. Das war nicht der Fall. Er strahlte eine innere Wärme ab, die der kleine Magier sofort spürte.
Jetzt sah er auch die geheimnisvollen Zeichen in Linien, die sich über die Oberfläche des Steins zogen.
Es war eine uralte unbekannte Schrift. Sie war im alten Atlantis benutzt worden. Und auch nur von einer bestimmten Kaste.
Die Magier hatten sich dieser geheimnisvollen Schrift bedient. Und Myxin! Seine Kräfte waren ihm genommen worden, er hatte...
| Erscheint lt. Verlag | 27.5.2015 |
|---|---|
| Reihe/Serie | John Sinclair | John Sinclair |
| Verlagsort | Köln |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Krimi / Thriller / Horror ► Horror |
| Literatur ► Romane / Erzählungen | |
| Schlagworte | blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies |
| ISBN-10 | 3-8387-2901-3 / 3838729013 |
| ISBN-13 | 978-3-8387-2901-5 / 9783838729015 |
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