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John Sinclair 142 (eBook)

Zombie-Rache

(Autor)

eBook Download: EPUB
2015 | 1. Aufl. 2015
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-2900-8 (ISBN)

Lese- und Medienproben

John Sinclair 142 - Jason Dark
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Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1980 - 1989! Zombie-Rache. Das Vampir-Abenteuer und die Reise in die Vergangenheit lagen hinter John Sinclair. Diese Aufträge hatten ihm alles abverlangt. Zum Ausruhen war er nicht gekommen. In London wollte er seinen Job ruhig angehen lassen mit dem Aufarbeiten alter Akten. Doch die Hölle schläft nie. Sie hielt bereits den nächsten Gegner in der Hinterhand. Einen mordenden Zombie... John Sinclair - der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit!

»Sonst noch was, Miss Meredith?« fragte Lionel Hughes. Er unterdrückte ein Gähnen.

»Wenn Sie sich noch den Brief an Mr. Ribber durchlesen möchten …«, sagte Lana Meredith, seine Sekretärin.

Rechtsanwalt Hughes schüttelte den Kopf. »Ist bei Ihnen doch nicht nötig. Sie machen keine Tipfehler, Sie lassen nichts aus, Sie bringen die diktierten Briefe stets in einer gefälligen Form zu Papier. Es wäre also reine Zeitverschwendung, wenn ich mir die Mühe machte, den Brief zu lesen. Geben Sie her. Ich unterschreibe ihn mit geschlossenen Augen.«

»Ihr Vertrauen ehrt mich, Sir«, sagte die Sektretärin und legte das Schreiben zur Unterschrift vor.

Lana Meredith war nicht mehr die Jüngste. Man konnte sie auch nicht als hübsch bezeichnen. Aber sie war eine tüchtige Kraft, auf die sich Lionel Hughes immer verlassen konnte, und darauf kam es ihm letztlich an.

Von einem bildschönen Püppchen, das mit der Rechtschreibung auf Kriegsfuß stand, hätte er wenig gehabt. Er brauchte eine Mitarbeiterin, die mitdachte, die so etwas wie sein Gewissen war, die ihn an wichtige Gerichtstermine erinnerte, vorzüglichen Kaffee kochen konnte und ihren Job mit einer Selbstständigkeit ausübte, als würde die Anwaltskanzlei im Herzen von London ihr gehören.

Da sie ledig und ungebunden war, konnte Hughes sie auf alle Reisen mitnehmen. Es gab niemals Schwierigkeiten. Lana Meredith war stets auf Abruf bereit. Sie packte ihrem Chef sogar den Koffer, bevor es zur Bahn, zum Bus oder zum Flugplatz ging.

Eine Perle war sie, auf die Hughes nicht mehr verzichten konnte.

Er hatte sich so sehr an Lana Meredith gewöhnt, dass er manchmal das Gefühl hatte, mit ihr verheiratet zu sein, obwohl es zwischen ihnen noch nie zum Schlimmsten gekommen war.

Sie arbeiteten eng zusammen – und doch auf Distanz. Das klappte wohl deshalb nur so gut, weil sie einander vorzüglich ergänzten.

Hughes – ein Mittvierziger mit stechenden Augen und breiter Nase – setzte seine unleserliche Unterschrift aufs Papier.

»So«, sagte er danach und lehnte sich in seinem ledernen Schreibtischsessel zurück. »Und nun möchte ich, dass Sie nach Hause gehen.«

»Oh, das eilt nicht, Sir. Sie wissen, dass daheim keiner auf mich wartet«, sagte die Sekretärin und senkte verlegen den Blick.

»Es ist 20 Uhr. Ich fürchte, ich kann Ihnen die vielen Überstunden nicht bezahlen«, sagte Hughes mit einem matten Lächeln.

»Nun, wenn Sie mich wirklich nicht mehr brauchen, Sir …«

»Bestimmt nicht. Gehen Sie, und machen Sie sich noch einen netten Abend.«

»Ich bin nicht vergnügungssüchtig, Sir.«

»Ein exzellentes Abendessen …«

»Eine Frau, die allein ein Restaurant betritt, wird häufig schief angesehen.«

»Das ist doch Quatsch.«

»Leider hat sich im Zeitalter der weiblichen Emanzipation daran noch nichts geändert«, sagte Lana Meredith.

»Und wie wär’s mit einem Kinobesuch? Sie sollten sich Stanley Kubriks neuesten Film ansehen.«

»Damit ich danach nicht schlafen kann? Vielen Dank. Ich werde nach Hause gehen, mir ein Steak braten und fernsehen.«

»Ist auch eine Möglichkeit«, sagte Hughes. »Wir sehen uns morgen wieder.«

»Ja. Bis morgen, Sir. Gute Nacht, Sir. Ich würde an Ihrer Stelle auch nichts mehr tun.«

»Danke für den gutgemeinten Rat.«

»Werden Sie ihn beherzigen?«

»Mal sehen.«

Die Sekretärin verließ das Allerheiligste ihres Chefs. Sie versorgte ihre elektrische Schreibmaschine, machte auf dem Schreibtisch Ordnung, zog ihren warm gefütterten Kunstpelzmantel an und verließ die Anwaltskanzlei. Auf ihren Mantel war sie sehr stolz, denn sie liebte die Tiere, und für diesen Mantel hatte kein einziges sein Leben lassen müssen.

Als sie aus dem Haus trat, zog sie den großen Kragen hoch. Ihr Kopf verschwand darin beinahe.

Es war ein kalter Dezemberabend, und es roch nach Schnee.

Lana Meredith hatte plötzlich ein seltsames Gefühl zwischen den Schulterblättern. Es rieselte ihr eiskalt über die Wirbelsäule, ohne dass es einen Grund dafür gab. Jedenfalls konnte die Sekretärin keinen erkennen.

Eigenartig.

Sie fühlte sich angestarrt.

Ihr war, als wäre ihr Leben bedroht.

Als befände sich großes Unheil ganz in ihrer Nähe!

Sie schaute sich beunruhigt um. Rechts ging es zum Hinterhof. Die Durchfahrt war so dunkel, dass man die Hand kaum vor den Augen sehen konnte. Finsternis machte Lana Meredith seit frühester Kindheit Angst. Sie wusste nicht, wovor sie sich fürchtete, wenn es dunkel war. Oft hatte sie sich über ihre Angst schon geärgert, denn ihr Verstand hatte ihr klarzumachen versucht, dass sie unbegründet war.

Dennoch hatte sie im Finstern ein ganz mieses Gefühl.

So wie jetzt.

Aber diesmal schien ihre Angst begründet zu sein.

Da!

War dort in der Schwärze des Abends nicht eine Bewegung? Huschte da nicht jemand auf sie zu? Ein Sittlichkeitsverbrecher? Ein Kerl, der es auf ihre Handtasche abgesehen hatte? Lana Meredith schluckte aufgeregt. Sie rannte los. So schnell, dass es nach Flucht aussah, und daran tat sie gut, denn in der Dunkelheit schlich das Grauen heran …

*

Lionel Hughes massierte müde seine Augen. An manchen Tagen wuchs ihm die Arbeit über den Kopf. Wenn er Lana Meredith nicht gehabt hätte, wäre er damit wohl kaum fertig geworden. O ja, Lana war ein Juwel. Auf keinen Fall hätte Hughes sie weggehen lassen. Er wäre bereit gewesen, ihr jede Gehaltsforderung zu erfüllen, um sie behalten zu können. Das wusste sie. Aber sie nützte es nicht aus. Der Anwalt bezahlte sie überdurchschnittlich gut, und da sie keine allzu hohen Ansprüche an das Leben stellte, reichte ihr, was sie verdiente. Es gelang ihr sogar spielend, allmonatlich ihr Bankkonto nicht unwesentlich aufzustocken.

Hughes ließ seinen müden Blick über den Schreibtisch und anschließend durch das Arbeitszimmer schweifen.

Als er die Bar sah, verspürte er den Wunsch, sich einen Drink zu nehmen. Er erhob sich, ging um den Schreibtisch herum, entkorkte eine Whiskyflasche und goss sich ein Glas voll.

Wenn er abgespannt war, tat ihm ein Drink immer besonders gut.

Genießend nahm er einen Schluck.

Er wollte an seinen Schreibtisch zurückkehren, da vernahm er draußen im Vorzimmer ein leises Geräusch. Fast hätte er es überhört. Irritiert drehte er sich um. Die Hand, die das Whiskyglas hielt, sank langsam nach unten.

War Lana Meredith zurückgekommen? Hatte sie etwas vergessen?

Hughes stand unschlüssig da. Sollte er nachsehen?

Kein weiteres Geräusch folgte. Hatte er vorhin gar nichts gehört? War das Geräusch nur Einbildung gewesen?

Er nahm noch einen Schluck. Wenn Lana Meredith dort draußen war, dann kam sie bestimmt noch einmal zu ihm, um den Grund für ihre Rückkehr zu nennen.

Hughes wartete.

Nichts geschah.

Der Anwalt hätte die Sache nun einfach mit einem Schulterzucken abtun können, aber das schaffte er nicht. Er stand auf einmal unter Hochspannung. Sein Misstrauen uferte aus. Irgend etwas stimmte dort draußen nicht, und es war seine Pflicht, sich darum zu kümmern.

Er durfte den Kopf nicht einfach in den Sand stecken.

Das war gefährlich.

Hughes stellte sein schweres Whiskyglas auf den Schreibtisch. Seine Wangenmuskeln zuckten. Seine Augen wurden schmal. Ein ekelhaftes Gefühl machte sich in seiner Magengrube breit.

Dinge fielen ihm ein, die er gern vergessen hätte.

Grauenvolle Erlebnisse …

Er spürte die Gänsehaut auf seinem Rücken und erschauerte.

Tief holte er Luft, ehe er sich entschloss, im Vorzimmer nach dem Rechten zu sehen. Dass Lana Meredith zurückgekommen war, glaubte er nun nicht mehr. Aber er glaubte mit Sicherheit zu wissen, dass jemand anders im Vorzimmer war. Eine Person, die dort nichts zu suchen hatte!

Entschlossen begab sich Hughes zu der mit braunem Leder gepolsterten Tür. Er legte die Hand auf die Klinke, zögerte einen Augenblick, riss die Tür aber dann kraftvoll auf und sah mitten im Raum eine Gestalt.

Es war zu dunkel, um die Person erkennen zu können.

Der Anwalt schaltete das Licht ein – und erstarrte …

Denn vor ihm stand ein Monster!

*

Lionel Hughes’Augen weiteten sich in panischem Schrecken. Fassungslos starrte er das Wesen aus dem Schattenreich an. Ein Mann war es. Aber kein Mensch. Obwohl alles an ihm an einen Menschen erinnerte. Er hatte einen kräftigen muskulösen Körper, zwei Arme, zwei Beine, einen Kopf …

Dennoch sah der Mann nicht wie ein Mensch aus, denn seine Haut war graugrün. Wie oxydiertes Kupferblech sah sie aus. Da der Mann nur eine ärmellose braune Weste trug, die vor der Brust offen war, war der nackte Brustkorb zu sehen, der wie ein harter Panzer wirkte.

Das dichte rabenschwarze Haar war lang und strähnig. Tiefe Kerben waren in das hässliche graugrüne Gesicht gegraben.

Die Hände waren gefährliche Klauen, vor denen man sich höllisch in acht nehmen musste.

»Compton Cullagher«, flüsterte Lionel Hughes schaudernd. Das war der Name des Unheimlichen.

Der Anwalt wusste, dass er einen Untoten vor sich hatte, und er konnte sich denken, aus welchem Grund Cullagher zu ihm gekommen war.

»Wie … wie ist das möglich?«, presste er heiser hervor.

Der Hässliche verzog sein Gesicht zu einem gemeinen Grinsen. »Die Hölle hat mich wieder ausgespien, Hughes!« Wie weiße Lampen leuchteten seine Augäpfel. Ein unheimlicher Kontrast zu seinem graugrünen Gesicht.

»Nein«, stöhnte der Anwalt entsetzt.

»Und mein erster Weg hat mich gleich zu dir...

Erscheint lt. Verlag 27.5.2015
Reihe/Serie John Sinclair
John Sinclair
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies
ISBN-10 3-8387-2900-5 / 3838729005
ISBN-13 978-3-8387-2900-8 / 9783838729008
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