Zum Hauptinhalt springen
Nicht aus der Schweiz? Besuchen Sie lehmanns.de

John Sinclair 122 (eBook)

Der Knochenthron

(Autor)

eBook Download: EPUB
2015 | 1. Aufl. 2015
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-2880-3 (ISBN)

Lese- und Medienproben

John Sinclair 122 - Jason Dark
Systemvoraussetzungen
1,99 inkl. MwSt
(CHF 1,90)
Der eBook-Verkauf erfolgt durch die Lehmanns Media GmbH (Berlin) zum Preis in Euro inkl. MwSt.
  • Download sofort lieferbar
  • Zahlungsarten anzeigen

Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1980 - 1989! Der Knochenthron. Von dem verpfuschten Bahamas-Urlaub wollten Sheila und Bill sich in San Francisco erholen. Die Ferienstadt für Verliebte wäre auch beinahe zu einem Ausgleich für das mörderische Abenteuer im Atlantik geworden. Beinahe - wenn die Neugier den guten alten Bill nicht gepackt hätte. Er machte sich auf den Weg zur 'Tulsa Mine', einem Stollen, von dem er bereits in den ersten Tagen seines Aufenthaltes eine Menge Mysteriöses gehört hatte. Als Bill Conolly darin den Knochenthron fand, war für ihn und seine Frau der Urlaub beendet... John Sinclair - der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit!

Die Nacht war dunkel. Von irgendwoher drang das schaurige Heulen eines Coyoten. Der Wind trieb den Staub und auch Sand hoch. Beides wehte er als lange Fahnen durch den verlassenen Ort.

»Du weißt, was du getan hast, Barry?« , drang es dumpf unter einer Maske hervor.

Barry war der Mann im Pentagramm. Er hob den Kopf. Bleich schimmerte sein Gesicht. Es war schweißüberströmt, die Angst hielt den Mann wie mit unsichtbaren Krallen fest.

»Ich habe nichts Unrechtes getan!«, flüsterte er rau.

»Oh doch. Du hast uns verraten und mit einem anderen über den Dämon gesprochen. Der Herrscher auf dem Knochenthron verlangt Genugtuung. Er will auch deine Seele haben, Barry!«

»Nein!«, keuchte Barry. »Nein, nicht!« Er hob die Arme und legte flehend die Hände gegeneinander.

Die Männer lachten nur. Für sie war Barrys Tod eine beschlossene Sache.

Obwohl sie einmal seine Freunde gewesen waren, kannten sie jetzt keine Gnade. Barry hatte die Gesetze des magischen Zirkels missachtet. Der Spuk wollte seinen Tod.

»Das Lasso!«, befahl der Anführer.

Man sah die Bewegung kaum. Plötzlich wirbelte die Schlinge durch die Luft und senkte sich mit tödlicher Genauigkeit über den bedauernswerten Barry.

Der wollte noch ausweichen, er schaffte es nicht, das Lasso fiel über ihn und wurde straff gezogen, als es sich in Höhe seiner Ellenbogen befand.

Barry stöhnte auf, ein Zug am Lasso, und er lag auf dem Boden.

»Komm hoch!«

Barry weigerte sich.

»Okay, Junge, dann nicht. Sterben wirst du so oder so!« Einer der Kerle schnippte mit den Fingern.

Das Zeichen!

Barry spürte den harten Ruck in den Armen, dann wurde er von zwei Leuten über den Boden geschleift.

Das war kein Vergnügen. Denn die kalifornische Muttererde war steinig und von zahlreichen Furchen durchzogen, sowie mit dürrem, widerstandsfähigen Gras bewachsen, dessen Kanten so scharf waren, dass sie die Haut ritzten wie Messer.

Staub wölkte auf, als die Männer den Gefesselten über den Boden zerrten. Sie passierten die alten, verfallenen Gebäude der Geisterstadt, ließen die Kirche links liegen, gingen am Stiefelhügel vorbei und erreichten den Abhang, der hinunter zum Ufer des Flusses führte.

Dort hielten sie ein.

Zehn Augen starrten auf Barry Calw.

»Hast du noch etwas zu sagen?«, wurde er gefragt.

Barry hob seinen Kopf. Selbst bei diesen Lichtverhältnissen war zu sehen, welch ein zerschundenes Gesicht er hatte. Die Tortur war verdammt schmerzhaft gewesen.

»Ich!«, keuchte Barry, »ich möchte noch etwas sagen!«

»Und was?«

»Fahrt zur Hölle, ihr verdammten Hundesöhne. Der Teufel soll euch schmoren, und die Rache der Finsternis soll euch treffen wie ein alles vernichtender Schwerthieb!«

Jetzt lachten die anderen. »Damit wirst du wohl kein Glück haben, Barry. Die Rache der Finsternis trifft nämlich dich allein! Los, packt ihn!«

Zwei Gestalten beugten sich vor. Ein anderer löste das Lasso.

Noch einmal sammelte Barry sämtliche Kräfte. Er versuchte sich zu wehren, doch gegen die Kraft dieser Männer kam er nicht an.

Sie stellten ihn auf die Füße und drehten ihn herum, sodass er auf den schäumenden Fluss schauen konnte.

Das Wasser sah wild und irgendwie romantisch aus. Die Strömung peitschte es über kleine Felsen und Klippen, Gischt sprühte bis an beide Uferseiten, winzige Tropfen glitzerten, und auf den Wellen ritten helle Schaumkämme.

Dieser Fluss war bei Wildwasserfahrern beliebt, aber nur ein Teilstück von ihm, der andere war die Hölle.

Nicht nur das Wasser, sondern auch die beiden Ufer.

Hier lauerte der tückische Treibsand, dem bereits manche Männer zum Opfer gefallen waren.

Und auch Barry sollte hier sterben.

Man ließ ihn los, dafür traten die Männer jetzt hinter ihn. Alle fünf nahmen Aufstellung.

»Weg mit ihm!«, peitschte die Stimme des Anführers.

Barry bekam einen harten Stoß ins Kreuz. Er wurde nach vorn katapultiert, riss die Arme hoch, um sein Gleichgewicht noch zu halten, doch der Hieb war zu hart.

Barry rutschte ab.

In einer Wolke von Staub glitt er den Hang hinunter, versuchte sich noch an kargen Büschen festzuklammern, aber diese Vegetation fand im Boden keinen richtigen Halt, Barry rutschte weiter, während die fünf Maskierten ihn vom Rand der Böschung beobachteten.

Dem Mann gelang es noch, sich zu drehen, sodass er nicht mit dem Kopf zuerst in den Treibsand stieß, sondern mit den Füßen.

Sofort sackte er bis über die Knie ein.

Der Sand war eine tödliche Falle. Nie hatte er ein Opfer wieder hergegeben. Mit unzähligen Fingern und Armen zerrte er an dem Körper des Bedauernswerten.

Barry rutschte weiter.

Er hatte den Mund aufgerissen, doch ein Schrei drang nicht über seine Lippen.

Das Wissen um den nahen Tod machte ihn stumm. Es gab keine Rettung mehr.

Am schlimmsten war diese gespenstische Stille. Ein Sumpf oder Moor schmatzte und gurgelte – der Treibsand saugte lautlos. Und er zog Barry immer tiefer.

Schon reichte ihm der tückische Sand bis zu den Hüften. Die Sehperspektive veränderte sich. Der gurgelnde, schäumende Fluss befand sich etwa in Augenhöhe des bedauernswerten Mannes. Wasserspritzer trafen sein Gesicht.

Dann geschah etwas, was die Todesangst des Mannes noch steigerte. Barry glaubte, seinen Verstand zu verlieren.

Er war nicht mehr allein im Treibsand.

Vor ihm und rechts neben ihm geriet der Sand in Bewegung. Plötzlich tauchten Hände auf. Gekrümmte Finger. Sie bildeten Klauen, über die sich die Haut wie altes brüchiges Papier spannte.

Die Hände wanderten.

Vier, nein, fünf zählte er, die sich ihm immer mehr näherten, sich bewegten und ihn packen wollten.

Die Toten kamen zurück …

Das Grauen, das Barry empfand, war so stark, dass es alle anderen Gefühle hinwegschwemmte.

Er konnte nicht schreien, nur ein dumpfes Gurgeln drang aus seiner Kehle.

Barry wich zurück. Eine hastige Bewegung, die ihn nur noch tiefer in den mörderischen Sand trieb.

Da packte die erste Klaue zu. Sie griff nach seiner rechten Hand und hielt eisern fest.

Barry schrie.

Sein Schrei übertönte sogar noch das Tosen des Wassers und verlor sich am anderen Ufer.

Eine zweite Hand klatschte auf seine Schulter, drückte ihn tiefer in den Treibsand hinein, der plötzlich sein Kinn berührte.

Eine Sekunde später drang er in seinen Mund, dann in die Nase, in die Augen.

Fünf Hände zerrten an ihm, und sie drückten Barry in die unheimliche Tiefe.

Der Sand schloss sich über ihm.

Die Hände verschwanden ebenfalls.

Nichts, aber auch gar nichts zeigte mehr an, welch ein Drama sich am Ufer des Flusses abgespielt hatte.

Die fünf Maskierten am Rand der Böschung machten kehrt. Ihre Aufgabe war erfüllt …

*

»Ich bleibe solange in San Franzisko, bis ich die Golden Gate Bridge mal nicht im Nebel gesehen habe«, hatte Sheila Conolly gesagt und dabei mit der kleinen Faust auf den Tisch geschlagen.

»Okay, Darling, einverstanden«, lautete Bills Erwiderung, und so hielten sich die Conollys schon den achten Tag in dieser Stadt am Pazifik auf.

Einen kleinen Urlaub hatten sie auch noch nötig. Eine Woche waren sie auf den Bahamas geblieben. Dort hatten sie das mörderische Abenteuer mit den Toten vom Bermuda-Dreieck vergessen. Ein Fall, der ihnen das Letzte abgefordert hatte.1

Sie sprachen noch oft über die Dorlands, ein Ehepaar, das mit ihnen gefahren war und den Tod gefunden hatte. Einen grausamen Tod, denn lebende Leichen kannten kein Erbarmen.

Ihnen gefiel Frisko. Ihr Hotel lag nicht weit vom Strand entfernt, und sie hatten einen herrlichen Blick über das blaugrüne Meer.

Die drei – auch Johnny Conolly gehörte dazu – hatten viel unternommen. Eine Hafenrundfahrt, zwei Fahrten mit der Cable-Car, der Attraktion Friskos. Sie waren in den Parks gewesen, hatten sich kulturhistorische Stätten angeschaut und waren auch durch die großen Kaufhäuser geschlendert.

Doch Bill wurde es langweilig. Er war eines abends nach China-Town gegangen und hatte dort einen Lokal-Bummel gemacht.

Und in einer lasterhaften Opium-Höhle hatte Bill von der geheimnisvollen Sekte erfahren.

Ein Betrunkener berichtete ihm davon. Trotz seiner Trunkenheit noch so exakt, dass Bill Conolly ihm glaubte.

Und er sprach auch mit Sheila darüber. »Ob du es glaubst oder nicht, dieser Typ hat von einer Statue geredet, die ebenso aussah wie der Spuk.«

Sheila runzelte die Augenbrauen. »Das bildest du dir ein!«

»Glaube ich nicht.«

Sheila griff nach ihrem Glas mit

Mineralwasser. Der kleine Johnny lag auf dem Boden und spielte mit Bauklötzen. Draußen war es drückend heiß. Selbst vom Pazifik her wehte kaum Wind, und auch von den Bergen kam keine Kühlung.

»Du hast doch irgendetwas vor?«, lächelte sie ihren Mann an.

Bill nickte.

»Willst du dir diese Statue anschauen?«

»Genau.«

»Und wo ist das?«, fragte Sheila.

»Etwa 80 Meilen von hier in den Bergen. Da gibt es eine alte Geisterstadt namens Tulsa. Dort befindet sich auch der Stollen, in dem die Figur stehen soll.«

»Und wenn es stimm?«

Bill hob die Schultern. »Dann müsste ich unter Umständen John Sinclair Bescheid sägen.«

»Wie bei den Zombies, nicht?«, meinte Sheila spöttisch.

»Dass John da nicht gekommen ist, hat doch ein ganz anderer Grund. Solchen Spuren wie hier muss man nachgehen. Du weißt selbst, was los ist. Unsere...

Erscheint lt. Verlag 27.5.2015
Reihe/Serie John Sinclair
John Sinclair
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies
ISBN-10 3-8387-2880-7 / 3838728807
ISBN-13 978-3-8387-2880-3 / 9783838728803
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
Haben Sie eine Frage zum Produkt?
EPUBEPUB (Wasserzeichen)

DRM: Digitales Wasserzeichen
Dieses eBook enthält ein digitales Wasser­zeichen und ist damit für Sie persona­lisiert. Bei einer missbräuch­lichen Weiter­gabe des eBooks an Dritte ist eine Rück­ver­folgung an die Quelle möglich.

Dateiformat: EPUB (Electronic Publication)
EPUB ist ein offener Standard für eBooks und eignet sich besonders zur Darstellung von Belle­tristik und Sach­büchern. Der Fließ­text wird dynamisch an die Display- und Schrift­größe ange­passt. Auch für mobile Lese­geräte ist EPUB daher gut geeignet.

Systemvoraussetzungen:
PC/Mac: Mit einem PC oder Mac können Sie dieses eBook lesen. Sie benötigen dafür die kostenlose Software Adobe Digital Editions.
eReader: Dieses eBook kann mit (fast) allen eBook-Readern gelesen werden. Mit dem amazon-Kindle ist es aber nicht kompatibel.
Smartphone/Tablet: Egal ob Apple oder Android, dieses eBook können Sie lesen. Sie benötigen dafür eine kostenlose App.
Geräteliste und zusätzliche Hinweise

Buying eBooks from abroad
For tax law reasons we can sell eBooks just within Germany and Switzerland. Regrettably we cannot fulfill eBook-orders from other countries.

Mehr entdecken
aus dem Bereich
HORROR | Die Vorgeschichte des Katz-und-Maus-Duetts

von H. D. Carlton

eBook Download (2025)
VAJONA (Verlag)
CHF 11,70