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John Sinclair 149 (eBook)

Die Nacht der flammenden Augen

(Autor)

eBook Download: EPUB
2015 | 1. Aufl. 2015
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-2907-7 (ISBN)

Lese- und Medienproben

John Sinclair 149 - Jason Dark
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Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1980 - 1989! Die Nacht der flammenden Augen. Nach einer durchzechten Nacht landet Glenda Perkins Cousin Garry in einer verrufenen Nachtbar Sohos. Strip wird im 'Cargo's' geboten, doch Garry ist nicht bei der Sache. Er hat Angst. Unentwegt denkt er über den Rolls-Royce nach, der ihm durch die Straßen und Gassen gefolgt ist. Er zerbricht sich den Kopf, was die flammenden Augen zu bedeuten hatten, die er an mehreren Straßenecken gesehen hatte. Mit zitternden Knien sitzt Garry auf seinem Hocker. Er schafft es nicht, sich zu amüsieren. Nach einer Weile entschließt er sich, seine Verwandte Glenda Perkins anzurufen. Sie soll ihn abholen. Sofort verständigt Glenda John Sinclair, und gemeinsam fahren sie nach Soho. John Sinclair - der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit!

Wie bei Garry Gibson. Ihm versprachen die Trommeln den Tod. Denn er hatte zu viel gesehen.

Und, dass er sie hören konnte, wo er sich auch befand, das war Berechnung. Garry sollte immer an sein Schicksal erinnert werden. Daran, dass man ihnen nicht entkam.

Er blieb stehen. Schwer atmend lehnte er sich gegen eine Hauswand, während ihn eine gespenstische Stille umgab und er nur von Ferne dieses Tam-Tam der Todestrommeln hörte.

»Verdammt noch mal, warum habe ich mich auch darauf eingelassen«, fluchte er wütend. »Ich hätte es nicht machen sollen. Nein, wirklich nicht. Ich hätte mich …« Er schüttelte den Kopf, hustete und starrte auf das rissige Pflaster der schmalen Gasse. Seine rechte Hand fuhr in die Tasche. Die suchenden Finger ertasteten das kühle Metall der Luger. Die Waffe, auf die sich Garry Gibson immer verlassen hatte, würde ihn auch heute nicht im Stich lassen. Es fragte sich nur, ob sie ihm auch etwas nützte, denn die anderen waren kaum zu besiegen.

Vorsichtig schaute Gibson sich um.

Die Straße war nicht leer. Aus einer Bar torkelten zwei Betrunkene, unter einer Laterne stand ein Strichmädchen. Es hatte sich in einen warmen Pelz gehüllt, den brauchte man in der Nacht, denn der Januar hatte noch einmal den trockenen Frost gebracht.

Garry Gibson stellte seinen Mantelkragen hoch, rammte beide Hände in die Taschen und ging die Straße hinunter.

Er musste auch an der Laterne vorbei.

»He Süßer«, sagte die Nutte. »Möchtest du dir nicht bei mir ein paar warme Gedanken machen?«

Garry lief weiter.

»Verdammter Geizhals!«, schrie die unechte Blondine ihm nach. Anschlie-Bend folgte ein sehr wüstes Schimpfwort, um das sich Garry Gibson allerdings nicht kümmerte.

Er hatte andere Sorgen. Und dabei war der Anfang völlig normal gewesen. Ein Routinejob, mehr nicht.

Garry stammte aus Glasgow. Dort war er aufgewachsen, zur Schule gegangen, hatte als Tankwart, Fernfahrer, Diskjokkey und Fußballer gejobbt und ein ziemlich wildes Leben geführt. Bis er 30 wurde. Da hatte er eine innere Wandlung erfahren, sich eine Zeitung gekauft und die Stellenangebote durchgelesen. Für ihn war nichts dabei gewesen, bis sein Blick auf eine kleine Anzeige fiel. Eine Schule bildete dort Privatdetektive aus.

Durch Fernsehserien animiert, war Garry voll auf die Anzeige abgefahren. Er bestand eine Aufnahmeprüfung und bekam eine dreimonatige Schulung. Dann ließ man ihn auf Klienten los. Meist ging es um Scheidungsfälle und kleinere Erpressungen. Garry löste die Fälle und bekam größere.

Wie auch vor vier Tagen. Da sollte er einen Diplomaten aus dem Senegal beobachten, der angeblich Gelder unterschlagen hatte. Garry hängte sich an den Diplomaten und landete in London, wo der gute Politiker sich sofort nach Soho begab. Hier verlor Garry erst einmal die Spur des Mannes. Allerdings hatte sich Gibson im selben Hotel einquartiert wie der Schwarze, und am nächsten Abend blieb er Ogabe, so hieß der Typ, auf den Fersen.

Wieder ging es nach Soho.

Und diesmal wurde es spannend, denn Ogabe verschwand in einem obskuren Haus, das nur von Farbigen bewohnt wurde. Garry knackte ein Schloss und folgte ihm weiter.

Er landete im Keller.

Was er dort zu sehen bekam, war so schlimm und makaber, dass selbst der abgebrühte Garry Gibson nicht mehr weitermachte und die Flucht ergriff. Er dachte darüber nach, ob er den Job abbrechen sollte, doch Garry hatte Ehrgeiz. Er wollte weitermachen, und an den nächsten Tagen folgte er Ogabe wieder.

Dann entdeckten sie ihn.

Mit Müh und Not gelang es Gibson, dem Haus zu entkommen, aber sie blieben auf seiner Spur. Und sie schienen überall ihre Leute sitzen zu haben, denn wenn jemand irgendwo die Trommel anschlug, wurde schon woanders geantwortet.

Der Detektiv erreichte das Ende der Straße. Hier blieb er erst einmal stehen.

Nachdem sich sein Atem beruhigt hatte, stellte er fest, dass der Trommelklang verstummt war.

Garry lachte auf und schüttelte den Kopf. Sie hatten seine Spur verloren.

Geschafft!

Er holte die Zigaretten hervor und zündete sich ein Stäbchen an. Tief inhalierte er den Rauch. Durch die Nasenlöcher ließ er ihn wieder ausströmen. Vor seinem Gesicht mischte sich der Rauch mit dem Atem.

Garry wandte sich nach links. Wo er sich genau befand, wusste er nicht. London war ihm fremd. Soho mit seinen engen Gassen und zahlreichen Straßen erst recht. Auch herrschte um diese Jahreszeit so gut wie kein Betrieb. Bei der Kälte zogen es selbst vergnügungssüchtige Touristen vor, zu Hause zu bleiben.

Die meisten Lokale hatten geschlossen. Nur an wenigen Stellen flackerte die Leuchtschrift einer Bar.

Garry Gibson ging schnell weiter. Dabei überlegte er, ob es noch Sinn hatte, in das Hotel zurückzukehren. Die anderen kannten ihn jetzt, und er kannte ihr Geheimnis. Dieser Ogabe würde alles daransetzen, um ihn zu erledigen.

Was tun?

Verzweifelt grübelte Gibson nach einer Lösung. Er war kein ängstlicher Mensch, das hatte er schon mehr als einmal bewiesen, aber dieser Fall hier zerrte an seinen Nerven. Der war ihm nicht geheuer. Garry zündete sich die nächste Zigarette an der noch brennenden Kippe an. Er war so in Gedanken versunken, dass er die beiden Männer auf der anderen Straßenseite nicht beachtete, die im Schatten der Hauswände schritten und mit Gibson auf einer Höhe blieben.

Der Detektiv eilte weiter.

Dann zuckte er zusammen.

Trommeln!

Plötzlich vernahm er wieder dieses dumpfe Tam-Tam, das so an seinen Nerven zerrte.

Sie hatten seine Spur nicht verloren. Verdammt noch mal, die wussten immer Bescheid.

Ein Wagen bog in die Straße ein. Gibson blieb stehen, als er die hellen Augen der Scheinwerfer sah. Die beiden Lichtlanzen warfen breite Bahnen auf die Fahrbahn. Lautlos rollte das Gefährt näher.

Garry drückte sich eng gegen die Hauswand. Er schirmte seine Augen ein wenig ab, um nicht geblendet zu werden. Diesen Wagen hörte man nicht, wenn er fuhr.

Lautlos rollte er voran – und war da.

Ein Rolls!

Himmel, ein goldfarbener Rolls Royce in dieser Gegend. Das war ja schon pervers, fast eine Schande. Garry sah, dass Vorhänge die Scheiben verdeckten, doch im Innern der Luxuskarosse brannte Licht. Matter Schein füllte den Stoff der Vorhänge.

Dann war der Wagen vorbei.

Vielleicht nur ganz harmlos, dachte Garry und wischte sich den Schweiß von der Stirn. Für Sekunden passte er nicht auf.

Diese Zeit reichte den beiden Männern. Sie hatten im Schutz des Rolls die Straße überquert und mit ein paar lautlosen Sprüngen die andere Seite erreicht.

Plötzlich standen sie vor Garry. Der Detektiv erschrak bis ins Mark. Denn die beiden sahen ebenso aus, wie die, die er in dem Keller gesehen hatte.

Es waren normale Menschen, bis auf eine Kleinigkeit.

Jeweils auf ihren Stirnen leuchtete ein flammendes Auge!

*

Garrys Gesicht verzerrte sich. Auf einmal schoss die Angst in ihm hoch. Dieses verdammte Gefühl der Hilflosigkeit, sich nicht gegen die Typen wehren zu können.

Viel sah er nicht von ihnen. Es waren Schwarze, das konnte er gerade noch erkennen. Von ihren Gesichtern jedoch sah er nichts. Die flammenden Augen schienen immer größer zu werden und das gesamte Gesicht zu erfassen.

Garry Gibson spürte, wie seine Knie weich wurden. Er merkte, dass er keine Chance mehr hatte, dass die anderen ihn gnadenlos töten würden. Aber verdammt, er wollte nicht sterben. Nicht durch diese beiden und in diesem dreckigen Viertel von Soho.

Garry reagierte.

Er wusste selbst nicht, woher er den Mut nahm. Er spie die Zigarette aus, traf dabei einen Körper und riss gleichzeitig die Luger aus der Tasche.

Dann schoss er.

Fahlgelb zuckte es vor der Mündung auf. Garry hörte den Einschlag der Kugel und einen röchelnden Laut. Die Gestalt rechts von ihm verschwand. Sofort schwenkte Gibson die Waffe und schoss auf den linken. Der hatte sich nicht bewegt und nahm die Kugel ebenfalls voll.

Wild lachte Gibson auf.

Er wunderte sich zwar, dass die beiden noch immer stehen blieben, aber er dachte sich nichts dabei. Der Detektiv warf sich in die Lücke zwischen den Verfolgern und hetzte auf die Straße. Dort wandte er sich nach links und lief in die Richtung weiter, aus der vorhin der schwere Rolls gekommen war.

Die Angst peitschte ihn voran. Er hatte zwei Menschen umgebracht, war zum Mörder geworden. Jetzt würde ihn nicht nur die geheimnisvolle Bande jagen, sondern auch die Polizei.

Garrys Schuhe schlugen ein hämmerndes Stakkato auf den Asphalt. 30, 40 Yards hatte er zurückgelegt, als er zum ersten Mal den Kopf drehte und sich umschaute.

Der Schock traf ihn wie ein Hieb. Nur wühlte er seine Psyche auf und verursachte keinen körperlichen Schmerz.

Die beiden Angeschossenen verfolgten ihn. Ihre Augen leuchteten dabei. Die Flammen bildeten regelrechte Räder, die die gesamte Breite der Stirn einnahmen.

»Mein Gott«, ächzte der Detektiv, lief weiter, passte nicht auf und stolperte über seine eigenen Beine.

Er fiel hin.

Liegenblieben. Bleib doch liegen! schoss es ihm durch den Kopf. Seine Lungen stachen, die Kehle brannte, aber da war noch ein Rest von Energie, der ihn wieder hochtrieb.

Er hetzte weiter.

Und die Verfolger blieben ihm auf den Fersen. Wie zwei Roboter liefen sie. Gar nicht mal so schnell, aber ungeheuer zielstrebig, sie wollten den Detektiv nicht aus den Augen lassen.

Wie lang ist die Straße denn noch? Verdammt, warum ist sie denn nicht zu Ende?

Die Angst verzerrte bei Garry die Perspektiven. Verbissen hetzte er voran. Die Zeit der Schwäche...

Erscheint lt. Verlag 27.5.2015
Reihe/Serie John Sinclair
John Sinclair
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies
ISBN-10 3-8387-2907-2 / 3838729072
ISBN-13 978-3-8387-2907-7 / 9783838729077
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