John Sinclair 108 (eBook)
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-2862-9 (ISBN)
Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1980 - 1989!
Das Eisgefängnis.
Dr. Tod ist wieder da. John Sinclair kann es nicht fassen. Höchstpersönlich hatte er ihn gejagt und letztlich auch vernichtet.
Aber ein gefährliches Bündnis zwischen Asmodina und dem Spuk brachte den Geist des Dr. Tod wieder in die normale Welt.
Er suchte sich gleich den richtigen Körper aus. Den, des Wissenschaftlers und Mafia-Bosses, Solo Morasso!
John Sinclair - der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit!
Der Spuk sah aus wie immer. Gestaltlos, kaum zu sehen, mehr zu ahnen. Seine dunkelgrüne Kutte schien sich von selbst zu bewegen, getragen von unsichtbaren Händen. Wenn er sich bewegte, wallte nur der Stoff auf und nieder. Man sah keine Knochen, keine Haut, kein Gesicht, kein Fleisch – nichts.
In der Gunstliste des Teufels stand der Spuk hoch oben. Denn in seinem Reich galt er als der unumschränkte Herrscher. Auch nach dem Ausscheiden des Schwarzen Tods hatte sich daran nichts geändert. Die Rangfolge war geblieben.
Asmodis an erster Stelle, dann folgten Asmodina und der Spuk schon ranggleich, das hatte er sich bei Asmodinas Erschaffung auserbeten, und der Satan machte ihm dieses Zugeständnis.
Asmodina musste also mit ihm sprechen, wenn ein Fall seine Belange berührte.
Und um solch ein Gespräch hatte Asmodina nachgesucht.
Der Spuk hatte es ihr gewährt. Jetzt saß er auf seinem Knochenthron und wartete. Er war gespannt, was Asmodina von ihm wollte, denn wie er wusste, lag ihr John Sinclair schwer im Magen. In letzter Zeit war es ihr nicht gelungen, ihn zu packen. Sie hatte ihn sogar in ihr Reich entführen lassen, wo auch Myxin, der Magier, noch schmachtete. John Sinclair und Damona King war jedoch die Flucht gelungen. 1
Asmodina hatte getobt. Und auch Destero, ihr Henker und Verbündeter, hatte Sinclair nicht packen können. Die Vorzeichen waren also verschoben worden und durcheinandergeraten.
Es musste wieder neu aufgebaut, und es mussten vor allen Dingen Pläne geschmiedet werden.
Deshalb wollte Asmodina erscheinen.
Der Spuk ahnte, dass sie seine Hilfe benötigte, aber er hatte sich noch nicht entschieden, er wollte sich erst ihre Argumente anhören.
Und sie kam.
Ihre Konturen schälten sich aus den Nebeldämpfen. Zwei Leibwächterinnen begleiteten sie. Schwarze Todesengel mit dunklen Flügeln und hautenger Lederkleidung.
Asmodina selbst stach von den beiden Todesengeln ab. Ihr rotes Haar loderte wie Feuer. Aus der sonst glatten Stirn wuchsen zwei krumme Hörner, der Mund war grausam verzogen, in den Augen leuchtete es. Ihre Bewegungen hatten etwas katzenhaft Geschmeidiges an sich, sie schien mit den Füßen den Boden kaum zu berühren, so sicher schritt sie auf den Thron zu.
Die Todesengel blieben zurück. Sie waren nicht bewaffnet. Im Reich des Spuks drohte ihnen keine Gefahr.
Asmodina löste sich von den beiden. Etwa einen Schritt vor dem Thron blieb sie stehen.
Der Spuk dachte nicht daran, aufzustehen. Er blieb sitzen, ebenfalls ein Zeichen seiner Gleichberechtigung in der Dämonenwelt.
»Ich grüße dich«, sagte Asmodina.
»Ich dich ebenfalls!«, drang es dumpf aus der Kapuze.
Die beiden redeten in einer Sprache, die nur aus kehligen Lauten bestand und nirgendwo auf der Erde verstanden wurde. Es war die Ur-Dämonensprache, geboren und entwickelt vor unendlich langer Zeit, aber jeder Dämon beherrschte sie.
»Du hast um ein Gespräch gebeten«, sagte der Spuk. »Bitte, ich bin bereit.«
Asmodina machte es geschickt. »Ich soll dich von Asmodis grüßen!«
»Danke.«
»Er freut sich, dass gerade deine Bastion allen Widrigkeiten zum Trotz gehalten hat.«
Der Spuk lachte. »Hattest du etwas anderes erwartet?«
»Nein, deshalb bin ich ja gekommen.«
»Du brauchst also Hilfe!«
Asmodinas Mundwinkel zuckten, denn das hörte sie nicht gern. Hilfe brauchte sie nicht. Oder sie wollte es zumindest nicht wahrhaben. »Es ist so«, erwiderte sie. »Du bist doch auch daran interessiert, dass John Sinclair vernichtet wird.«
»Natürlich«, gab der Spuk zu.
»Dann müsstest du meinem Plan gegenüber aufgeschlossen sein.«
»Sag ihn mir.«
»Vorher möchte ich dich noch fragen, ob du wirklich auf meiner Seite stehst?«
»Rede!«
Der Verlauf des Gesprächs passte Asmodina nicht so ganz. Sie selbst gestand eine kleine Niederlage ein, denn sie hatte sich fest vorgenommen, den Geisterjäger aus der Welt zu schaffen, doch das war ihr nicht gelungen.
»Gib mir eine Seele frei!«, forderte sie.
»Nein!«
»Aber du wolltest mir helfen!«
»Hat man dich nicht über die ehernen Gesetze informiert?«, höhnte der Spuk.
»Ja.«
»Dann halte dich daran.«
»Es gibt auch Ausnahmen.«
»Für mich nicht.«
»Auch nicht, wenn es um John Sinclair geht?«
»Nein.«
»Asmodis hat bereits seine Einwilligung gegeben. Er ist dafür, dass du eine Ausnahme machst.«
Die Kutte bewegte sich. Der Spuk stand auf und verließ seinen Knochenthron. Er schritt an Asmodina vorbei, drehte dann ab und ging im Kreis. Es lag auf der Hand, dass er nachdachte.
Asmodina wusste, dass sie mit ihrem Wunsch an den ehernen Gesetzen rüttelte, aber sie sah keine andere Möglichkeit, um John Sinclair zu vernichten.
»Ich kann es nicht machen!«, wiederholte der Spuk.
»Willst du dich gegen Asmodis stellen?«
»Nein!«
»Dann gib deine Zustimmung!«
»Und wenn ich tatsächlich ja sage?«
»Ist es gut.«
»Nichts ist gut, gar nichts. Andere werden davon Wind bekommen und das Gleiche fordern. Die schwarzen Seelen der Dämonen sind nun einmal zu ewiger Qual verdammt, und so soll es bleiben. Wenn ich einmal nachgebe, muss ich es immer wieder machen. Verstehst du das denn nicht?«
»Doch.«
»Dann lass deinen Plan fallen, du hast Macht und Einfluss genug. Ich gehe von meinen Prinzipien nicht ab.«
Eine Schweigepause entstand. Auch Asmodina hörte das Wimmern und Winseln, das schaurige Heulen der Gequälten. Die schwarzen Seelen litten eine schreckliche Pein. Es gab nur ewige Strafen. Wer einmal vor Maddox, dem Dämonenrichter, gestanden hatte, der kam nie wieder frei. So schrieben es die Gesetze vor. Und die sollten nun gebrochen werden? Nein, dagegen war der Spuk.
Bisher hatte er stolz darauf sein können, die Gesetze eingehalten zu haben, nun aber verlangte man etwas von ihm, das gegen seine Überzeugung war.
»Ich habe Macht und Einfluss«, erklärte Asmodina, »der Satan hat mir auch die volle Unterstützung zugesagt, und er hat mir Handlungsfreiheit gegeben. Ich habe sie noch nie ausgenutzt, jetzt will ich es aber tun Und ich weiche nicht.«
»Damit brichst du ein Tabu!«
Asmodina lachte nur. »Es bleibt unter uns. Kein anderer wird etwas davon erfahren. Es ist ein Pakt zwischen dir und mir.«
»Ich würde meine Glaubwürdigkeit verlieren.«
»Ich möchte, dass du nur einmal diese Ausnahme machst.«
Der Spuk hatte einen anderen Einwand. »Es gibt genügend starker Freunde. Ich denke da an Astaroth, an Belphègor, an Bael, an …«
»Sie haben andere Probleme«, unterbrach Asmodina den Spuk. »Zudem kannst du Belphégor vergessen. Sinclair hat ihm eine Niederlage beigebracht, von der er sich jetzt noch nicht erholt hat. Er ist irgendwo in der Mikrowelt verschwunden und leckt seine Wunden.«
»Aber die anderen sind da«, hielt ihr der Spuk entgegen.
»Sie sind untereinander zerstritten!« , zischte die Teufelstochter. »Und es ist auch für mich unmöglich, sie unter einen Hut zu bringen! Nein, ich muss mich an dich halten!«
Der Spuk schwieg. Von seiner Sicht aus war es verständlich, dass er die Gesetze nicht brechen wollte, aber er sah auch Asmodinas Probleme. Und wenn wirklich niemand erfuhr, dass eine Seele freigelassen wurde, konnte man sich vielleicht auf einen Kompromiss einigen.
»Wie willst du es machen?«, fragte er.
»Die Seele, die ich haben will, soll ich den Körper eines anderen Menschen eindringen«, erklärte Asmodina. Sie lächelte innerlich, denn sie hatte gemerkt, dass der Spuk nun auf ihrer Seite stand.
»Und welcher Körper ist das?«
»Es muss schnell gehen, denn er wird bald beerdigt«, antwortete Asmodina. »Der Tote heißt Solo Morasso!«
»Nie gehört.«
»Nein, kannst du auch nicht. Er hat in seinem Leben einen Mafiaclan befehligt, war Oberhaupt einer Familie und hatte nebenbei noch ein Hobby. Die Wissenschaft. Er war ein genialer Tüftler, nur sind seine Forschungen nie anerkannt worden, weil man ihn in den einschlägigen Klubs nicht haben wollte. Außerdem hielt er sich nicht an die Gesetze, denn er experimentierte nicht nur mit Tieren, sondern auch mit Menschen. Er hat keine Skrupel, und wenn nun der Geist eines Dämons in seinen Körper fährt, hätten wir eine ideale Mischung und einen Gegner für John Sinclair.«
»Hört sich vielversprechend an«, gab der Spuk zu.
»Das hört sich nicht nur so an, sondern es ist auch vielversprechend«, erwiderte die Teufelstochter.
»Ich bin einverstanden«, erklärte der Spuk, »aber nur dieses eine Mal. Eine zweite Ausnahme werde ich nicht machen, darauf kannst du dich verlassen!«
»Nein, die verlange ich auch nicht. Wenn unser Plan klappt, hat John Sinclair einen Gegner, an dem er sich die Zähne ausbeißt. Aus Indien ist er inzwischen zurückgekehrt. Dort hat er Malagu erledigt und seine Pflanzen, sowie den Wertiger.2
Daran allein siehst du, dass solche Existenzen zu schwach für ihn sind. Sinclairs Macht ist mit der Zeit ungeheuer gewachsen.«
»Ich möchte nur noch zwei Dinge wissen«, sagte der Spuk. »Was ist mit Myxin, und wie heißt die Seele, die ich freigeben soll?«
»Myxin befindet sich in meiner Gewalt. Sinclair hat ihn nicht befreien können. Vielleicht lasse ich den Magier töten, damit du eine Ersatzseele bekommst, aber das hat Zeit. Wichtig ist der Name. Du kennst ihn. Er ist ein alter Feind des Geisterjägers. Auf der Erde hat er sich Doktor Tod genannt …«
*
Palermo,...
| Erscheint lt. Verlag | 27.5.2015 |
|---|---|
| Reihe/Serie | John Sinclair | John Sinclair |
| Verlagsort | Köln |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Krimi / Thriller / Horror ► Horror |
| Literatur ► Romane / Erzählungen | |
| Schlagworte | blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies |
| ISBN-10 | 3-8387-2862-9 / 3838728629 |
| ISBN-13 | 978-3-8387-2862-9 / 9783838728629 |
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