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John Sinclair 83 (eBook)

Der Spinnen-Dämon

(Autor)

eBook Download: EPUB
2015 | 1. Aufl. 2015
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-2837-7 (ISBN)

Lese- und Medienproben

John Sinclair 83 - Jason Dark
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Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1980 - 1989!

Der Spinnendämon.

Das Moor warf Blasen. Heiseres Stöhnen und Röcheln drangen aus der Tiefe. Knöcherne Finger griffen in die Luft und ballten sich zur Faust.

Ein ausgemergelter Schädel folgte den beiden Armen. Er war bleich und hohl wie ein Totenkopf. Die erloschenen Augen in dem zerstörten Gesicht begannen zu funkeln. Dem Stöhnen folgte dumpfes Lachen. Dann stieg der Unheimliche aus dem stinkenden Moor. Er betrat die Oberwelt, um unschuldige Opfer ins Verderben zu ziehen ...

John Sinclair - der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung.

Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit!

Entgegen der sprichwörtlichen Sparsamkeit der Schotten hatte Ferguson McCormack bei seiner Discothek nicht gespart. Sie konnte sich sogar mit Discos in London messen. McCormack hatte seinen Tanzschuppen allerdings mitten ins schottische Hochmoor gesetzt. Er war davon ausgegangen, dass es auch in dieser Gegend genügend Jugendliche gab, die sich abends unterhalten wollten und denen der heimische Fernseher ein Gräuel war. Und er hatte recht behalten.

Die jungen Leute kamen aus allen Himmelsrichtungen und scheuten auch vor langen Anfahrtwegen nicht zurück. Dementsprechend groß war der Parkplatz vor dem MANHATTAN.

Mitternacht. Ein neuer Tag brach an, der siebzehnte Februar. Der Betrieb im MANHATTAN lief noch auf Hochtouren. Auf Hochtouren lief auch ein Motorrad auf dem Parkplatz. Es war bitterkalt. Der Motor sollte warm werden.

»Ach, Harry!« Cora Fillyhan zog einen Schmollmund. »Jetzt ist es doch erst richtig toll geworden! Warum müssen wir denn schon aufbrechen?«

Harry Platter stülpte sich den Schutzhelm über die blonden Naturlocken und befestigte den Riemen. »Baby, unsere Tankstelle öffnet um sieben! Bei diesem Wetter sind die Straßen womöglich vereist. Ich habe keine Lust, im Moor zu landen. Also muss ich langsam fahren, okay?«

»Ja, schon!« Cora Fillyhan war wirklich enttäuscht. Sie beide hatten erst vor wenigen Minuten ein Solo auf die Tanzfläche gelegt, dass die übrigen Besucher der Disco im Kreis um sie herumgestanden und zugesehen hatten. Aber sie sah ein, dass Harry recht hatte.

»Du kannst ja noch hierbleiben«, bot Harry seiner Freundin an. »Aber dann musst du mit einem anderen nach Hause fahren.« Sie wohnten beide in demselben Dorf am Rand des Moores.

Obwohl der eisige Wind durch ihre Kleider biss, lachte Cora laut auf. »Dein Gesicht möchte ich sehen, Harry, wenn ich wirklich hier bleibe!«, rief sie und schmiegte sich kurz an den jungen Mann. »Du platzt doch jetzt schon vor Eifersucht!«

»Ich bin nie eifersüchtig«, behauptete Harry und musste über seine eigene Lüge grinsen. »Ab geht die Post!«

Cora schwang sich auf den hinteren Sitz. Sie trugen beide über ihrer Disco-Kleidung schwere Lederkluft, die sie einigermaßen vor dem in diesem Jahr besonders grimmigen Winter schützte.

Harry gab vorsichtig Gas. Die Straße war tatsächlich sehr glatt. Vom Moor trieben feuchte Schleier herüber und froren auf dem Asphalt. Trotzdem hatte Cora keine Angst, sie verließ sich auf ihren Freund.

Das Motorrad war weit und breit das einzige Fahrzeug, das bei diesem Wetter und um diese Zeit unterwegs war. Cora wandte einmal noch den Kopf. Die bunten Lichter des MANHATTAN blieben hinter ihnen zurück und wurden von den Nebelfetzen aus dem Moor verschluckt. Dann wandte sie sich wieder nach vorne.

Der Kegel des Scheinwerfers riss nur ein schmales Band in die Dunkelheit. Links und rechts der Straße glaubte Cora, huschende Gestalten zu erkennen, winkende Riesen, Gnome, Fabelwesen! Sie war ein modernes junges Mädchen und davon überzeugt, dass die Geschichten der Alten nur Geschichten waren, aber sie konnte sich der unheimlichen Stimmung des nächtlichen, winterlichen Moors nicht entziehen.

Und dann kam das unangenehmste Stück. Hier lief die schmale Asphaltstraße zwei Meilen lang über einen künstlich aufgeschütteten Damm. Links und rechts der Fahrbahn fiel die Böschung steil ins Moor ab. Überdimensionale rote Schilder warnten vor den tödlichen Gefahren. Zusätzlich war die Straße durch Leitplanken abgesichert.

Plötzlich stieß Harry einen Schrei aus. Cora zuckte zusammen und beugte sich zur Seite. Und dann sah sie, worüber ihr Freund erschrocken war.

Auf der Straße lag ein Mann, dicht neben der Leitplanke, verkrümmt und scheinbar leblos. Mehr als unförmige braune Kleider und ein blasses, eingefallenes Gesicht konnte Cora nicht erkennen.

Was war hier nur passiert? Eine Gänsehaut lief über ihren Rücken! An dieser Stelle waren nie Fußgänger unterwegs. Hatte der Mann einen Unfall gehabt? Oder war er betrunken und wollte sich hier ausschlafen? Es wäre sein sicherer Tod gewesen, die Temperaturen lagen empfindlich unter dem Gefrierpunkt. Wenn sie dem Mann nicht schnellstens halfen, starb er – falls er überhaupt noch lebte.

»Fahr weiter!«, rief Cora keuchend.

Sie erschrak über sich selbst. Wie konnte sie nur so etwas sagen? Damit verurteilte sie den Hilflosen praktisch zum Tod! Trotzdem schrie sie. »Harry, fahr um Himmels willen weiter! Bleib nicht stehen!«

Er nahm das Gas weg, das Motorrad rollte langsamer. »Bist du verrückt?«, rief er zurück. »Er braucht Hilfe und …«

»Harry! Nein!« Cora schrie gellend, als er stehen blieb und abstieg. Sie klammerte sich an ihm fest, aber sie konnte ihn nicht halten, da sie die Maschine stützen musste. Harry nahm sich nicht die Zeit, um das Motorrad aufzubocken.

Er lief zu dem Reglosen und beugte sich zu ihm hinunter.

Zitternd presste Cora ihre in Handschuhen steckenden Fäuste vor den Mund. Grauenhafte Angst hielt sie gepackt. Aus weit aufgerissenen Augen starrte sie auf ihren Freund, der den Mann an der Schulter rüttelte.

Da geschah es!

Harry brüllte entsetzte auf und wollte zurückweichen. Es war zu spät!

*

Die leblose Gestalt regte sich. Der Mann breitete die Arme aus und griff blitzschnell nach Harry Platter.

»Harry, lauf!« Cora sprang von dem Motorrad und merkte nicht, dass es langsam umkippte. Als sie ihrem Freund zu Hilfe kommen wollte, krachte hinter ihr die Maschine auf die Fahrbahn.

Harry Platter warf sich instinktiv zurück, als die hasserfüllt funkelnden Augen des Unheimlichen aufglühten. Die dürren, langen Finger verfehlten seine Arme nur um wenige Zoll.

Der Fremde schnellte vom Boden hoch. Er bewegte sich mit einer Geschwindigkeit, die Harry ihm nicht zugetraut hätte.

Der muss doch uralt sein! schoss es Harry durch den Kopf, als er das faltige Gesicht sah. Im nächsten Moment riss er die Arme hoch.

Auf dem glatten Boden rutschten seine Lederstiefel weg. Er suchte verzweifelt nach einem Halt, fand keinen und stürzte schwer. Geistesgegenwärtig rollte er sich auf die Seite.

Die Pranken des Unheimlichen griffen wieder ins Leere. Die dünnen Lippen zogen sich von langen gelben Zähnen zurück. Aus dem Mund des Mannes schlug Harry ein gefährliches und wütendes Knurren wie von einem Raubtier entgegen.

»Harry, komm!« Cora tauchte neben ihm auf. Sie beugte sich trotz ihrer Todesangst vor dem Unbekannten zu ihrem Freund hinunter und wollte ihm auf die Beine helfen, doch in seinem Entsetzen bewegte sich Harry zu hastig. Er glitt immer wieder aus, kroch auf allen vieren vor dem Unheimlichen davon und versuchte, sich zu dem Motorrad zu retten.

»Lauf weg, Cora!«, schrie er dabei. »Schnell, lauf weg!«

Der Fremde raffte sich auf. Mit unsicher tappenden Schritten wollte er dem jungen Mann den Weg versperren. Die Straßenglätte machte ihm offenbar nichts aus. Dennoch bewegte er sich merkwürdig ungelenk, als hätte er jahrelang stillgelegen.

Cora konnte sich nicht von der Stelle rühren. Sie sah, dass Harry hinkte, aber sie war unfähig, etwas zu tun. Dieser lautlose nächtliche Kampf auf der Straße mitten im Moor lähmte sie.

»Lauf!«, brüllte Harry sie an.

Da erst warf sie sich herum und rannte. Dabei wandte sie jedoch immer wieder den Kopf. Sie musste wissen, wss mit Harry geschah!

Er hinkte sogar sehr stark. Bei dem Sturz musste er sich etwas gebrochen oder geprellt haben! Als er endlich das Motorrad erreichte, war der Fremde nur mehr wenige Schritte hinter ihm.

Harry bückte sich und wollte die schwere Maschine aufrichten, seine Stiefel rutschten jedoch seitlich weg.

»Vorsicht!«, schrie Cora Fillyhan und blieb stehen.

Harry drehte sich noch um, schaffte es jedoch nicht mehr ganz. Die Hände des Fremden legten sich um seinen Hals. Als wäre Harry nur eine federleichte Puppe, schleppte ihn der Unheimliche zu der Leitplanke.

Coras grelles Schreien hallte weit in die Nacht hinaus, als beide, Harry und der Unbekannte, über die Leitplanke verschwanden.

Scheinbar erst nach einer Ewigkeit hörte sie das Klatschen, mit dem die beiden Männer im Moor eintauchten.

Ihr Verstand sagte ihr, dass Harry rettungslos verloren war, aber sie sperrte sich dagegen.

Steifbeinig, mit weichen Knien und am ganzen Leib schlotternd, wankte sie zurück und drehte das schwere Motorrad so, dass der Scheinwerferkegel auf das Moor fiel.

Deutlich sah sie die Schleifspur auf der Dammbefestigung, doch im Moor war keine Spur mehr von den beiden Männern zu entdecken. Der Sumpf hatte sie verschlungen – für immer, wie Cora Fillyhan in diesen grauenhaften Sekunden dachte.

Sie ahnte nicht, dass sie beide wiedersehen sollte. Angst und Schrecken waren für die junge Frau noch lange nicht vorbei.

*

»Ich hätte mich nie mit dir einlassen sollen, John Sinclair!«

Die das stöhnte, hing neben mir auf dem Beifahrerseitz meines silbergrauen Bentleys und versuchte, die Müdigkeit zu vertreiben. Sie hieß Jane Collins und war in meinen Augen die hübscheste Privatdetektivin der Welt. »Es war eine Schnapsidee, nicht zu fliegen und stattdessen mit dieser alten Karre von London nach Schottland zu kutschieren!«

Ich grinste flüchtig und ließ den nagelneuen Bentley über die gewundene Straße rauschen, die sich durch eine atemberaubend schöne Landschaft zog. Zwar kannte ich Schottland sehr gut, war aber jedes Mal wieder von seinen wild-romantischen Hügeln und den dunklen Seen fasziniert. Dabei wurde ich auch unwillkürlich an Loch Morar mit seinem Ungeheuer erinnert. 1

...

Erscheint lt. Verlag 20.5.2015
Reihe/Serie John Sinclair
John Sinclair
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies
ISBN-10 3-8387-2837-8 / 3838728378
ISBN-13 978-3-8387-2837-7 / 9783838728377
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