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John Sinclair 59 (eBook)

Hexenverbrennung

(Autor)

eBook Download: EPUB
2015 | 1. Aufl. 2015
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-2813-1 (ISBN)

Lese- und Medienproben

John Sinclair 59 - Jason Dark
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Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1978 - 1979!

Hexenverbrennung.

Seit wenigen Minuten erst saß ich an meinem Schreibtisch und wollte das Protokoll zu meinem letzten Fall aufsetzen. Die Horror-Disco lag mir noch schwer im Magen, außerdem hatte ich keine Lust, mich um den öden Papierkram zu kümmern. Ich brauchte ein paar Tage Ruhe.

Wie weggeblasen war meine Müdigkeit, als sich eine junge Blondine verführerisch über meinen Schreibtisch beugte. Ihre Haut schimmerte blass, ihre Haare glänzten wie Seide, und ihre Figur war zauberhaft. Ich war hin und weg. Wie gebannt starrte ich in die himmelblauen Augen. Da riss mich ihre Stimme aus meinen Träumen. 'Bitte helfen Sie mir, Mr. Sinclair, ich bin eine Hexe.'

John Sinclair - der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung.

Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit!

Wenn man vor das kleine, verwahrloste Haus an der Themse trat, konnte man eben noch die Spitzen der Tower Bridge und die Zinnen der höchsten Türme des Towers sehen. Ansonsten ahnte man nicht, dass man sich inmitten einer Millionenstadt befand.

Das Grundstück war ringsum von einer mannshohen Hecke umgeben. Im Laufe von Jahrzehnten waren die stacheligen Büsche so miteinander verwachsen, dass sie eine undruchdringliche Mauer bildeten. Die Hecke hielt alle ungebetenen Besucher fern.

Es gab aber niemanden, der sich für dieses Grundstück und das dazugehörige alte Haus interessierte. In der Nachbarschaft lagen die riesigen Dockanlagen. Und die Leute, die in Sichtweite wohnten, mieden das gespenstisch anmutende Haus.

Sie nannten es >das Hexenhaus an der Themse‹.

Sie ahnten gar nicht, wie recht sie hatten! Es diente wirklich Hexen als Unterschlupf. Mächtige alte Bäume schirmten das Tageslicht ab. Unter den entblätterten Kronen der Laubbäume und den Zweigen der riesigen schwarzen Tannen herrschte immer Dämmerlicht.

Normalerweise kamen die Hexen in der Dunkelheit hierher, um ihre Beschwörungen durchzuführen. An diesem zehnten Dezember machten sie eine Ausnahme. Es war so dringend, dass sie die Mitternacht nicht erwarten konnten.

Drei Frauen näherten sich aus verschiedenen Richtungen dem Garten, schlüpften durch die Pforte, hinter der ein Bluthund wachte, und verschwanden in dem Haus, das aussah, als würde es jeden Moment in sich zusammenstürzen.

Die Satansdienerinnen hatten jedoch keine Angst. Sie wussten, dass sie von ihrem höllischen Herrn beschützt wurden, solange sie sich in den Mauern seines Ruhmestempels aufhielten. Zu wichtig war für Satan dieser Stützpunkt inmitten von London, als dass er ihn hätte verfallen lassen.

Die drei Frauen sprachen nicht miteinander, als sie sich im ehemaligen Wohnzimmer auf den Boden setzten. Sie fassten einander an den Händen und schlossen die Augen.

Im ganzen Haus gab es kein einziges Möbelstück. Überall lag fingerdick der Staub.

Im krassen Gegensatz dazu stand der kostbare Teppich, der den Wohnzimmerboden bedeckte. Aus feinster Seide, spielte er in allen Farben. Symbole der Schwarzen Magie waren vor undenklichen Zeiten in den Untergrund gestickt worden. Sie besaßen noch heute ihre Kraft, die durch die Beschwörungsgesänge der drei Hexen sogar verstärkt wurde.

Mit fest zusammengepressten Augen konzentrierten sich die Frauen auf ihr Ziel. Alle ihre Wünsche richteten sich auf Mara Lacatte. Sie wollten sehen, wo sie sich im Moment aufhielt.

Die finsteren Geister der Dämonenwelt kamen ihnen zu Hilfe. Vor den geistigen Augen der Hexen entstand das Abbild eines nüchtern eingerichteten Büros. Sie entdeckten Mara Lacatte vor dem Schreibtisch, und sie erkannten den großen, blonden, blauäugigen Mann hinter dem Tisch. Hätten sie noch Zweifel gehabt, so identifizierte ihn eindeutig eine sichelförmige Narbe auf der rechten Wange, ein Andenken an einen seiner zahlreichen Kämpfe gegen das Böse.

»John Sinclair!«, schrien die Hexen wie aus einem Mund hasserfüllt auf. »Verflucht seist du, John Sinclair! Das Böse möge über dich kommen und dich hinwegfegen!«

Der Boden erzitterte, als die drei Hexen in wilde Verwünschungen ausbrachen und ihre magische Macht gegen das Büro von Scotland Yard schleuderten, in dem sich John Sinclair, der Geisterjäger, und Mara Lacatte aufhielten.

*

Schlagartig war der Bann erloschen, in den mich Mara Lacatte geschlagen hatte. Auch die Raumtemperatur sank wieder auf das normale Maß, sofern ich mir nicht nur diese drückende’ Schwüle eingebildet hatte.

Ich spürte die Gefahr. Seit Jahren kämpfte ich gegen das Böse und seine Auswüchse. Und das Böse bekämpfte mich, in jeder nur erdenklichen Gestalt. Wieso nicht auch in einer so schönen, betörenden Gestalt wie der Mara Lacattes?

Ihr Lächeln vertiefte sich noch mehr. Ihre blauen Augen waren wie klare Bergseen und strahlten mir lockend entgegen.

»John Sinclair, Sie müssen mir helfen«, flüsterte sie. »Sie müssen! Sonst bin ich verloren!«

Mein Spezialkoffer mit den Waffen gegen das Böse stand im Schrank. An ihn kam ich nicht schnell heran. Aber meine Beretta, mit geweihten Silberkugeln geladen, steckte im Schulterhalfter. Und um den Hals trug ich mein Silberkreuz mit den Symbolen des Guten. So leicht konnte mir nichts passieren.

Ich überwand die erste Verblüffung und lehnte mich zurück. Dabei spielte ich den Entspannten, war jedoch voll konzentriert. Sie sollte kein leichtes Spiel mit mir haben, wenn sie etwas plante.

»Das müssen Sie mir schon genauer erklären, Miss Lacatte«, erwiderte ich und sprach sie absichtlich nicht mit ihrem Vornamen an. »Wenn Hexen auf diesem Stuhl sitzen, führen sie etwas gegen mich im Schild! Oder ich habe sie ihrer Taten überführt. Dann sind sie mir auch nicht gerade gewogen. Es ist besser, Sie packen aus!«

Sie machte ein verlegenes Gesicht. »Oh, Sie missverstehen mich gründlich, John! Ich wende mich vertrauensvoll an Sie!«

Das Telefon auf meinem Schreibtisch klingelte. Ich hatte zwar Glenda Perkins, meiner Sekretärin gesagt, ich wollte nicht gestört werden, aber offenbar war es wichtig.

»Ja?«, sagte ich in den Hörer.

»Miss Collins möchte mit Ihnen sprechen«, sagte Glenda verstimmt. Sie war. auf Jane Collins, die hübscheste Privatdetektivin der Welt, eifersüchtig.

Ich hob den Hörer ab.

»Hallo, John!«, sagte Jane einschmeichelnd. Ich kam langsam in Bedrängnis. An diesem zehnten Dezember umschmeichelte mich ständig ein anderes weibliches Wesen. Dabei wollte ich nur schlicht und einfach meinen Dienst als Oberinspektor bei Scotland Yard erfüllen. »Wie geht es dir, Darling?«

»Gut, danke«, sagte ich leicht nervös, weil ich ständig mit einem Angriff dieser undurchsichtigen Mara Lacatte rechnete. »Ich …«

»Darling!« Janes Stimme schlängelte sich honigsüß in mein Ohr. »Wir haben uns schon viel zu lange nicht gesehen. Wie wäre es, wenn wir gemeinsam zu Mittag essen gehen und …«

»Jane, hör zu!«, unterbrach ich sie hastig. »Ich bin im Moment schwer beschäftigt und …«

Sofort veränderte sich der Klang ihrer Stimme. »Wenn du so sprichst, John Sinclair, dann hast du eine schöne Frau in deiner Nähe, die dir noch schönere Augen macht!«

»Jane, ich habe gerade ein dienstliches Gespräch mit einer Hexe«, erwiderte ich. »Du kannst doch nicht eifersüchtig sein, wenn …«

»Ich lasse mich von dir nicht auf den Arm nehmen«, erklärte Jane, und ihre Stimmte rutschte in den Eiskeller. »Überlege dir für das nächste Mal eine bessere Ausrede!«

Klick! Temperamentvoll, wie Jane Collins nun einmal war, hatte sie den Hörer auf den Apparat geknallt. Ich wandte mich wieder an Mara Lacatte.

»Ich höre!«

»Ich bin eine Hexe.« Sie zuckte die Schultern. »Ich besitze alle Fähigkeiten einer Hexe. Irgendwann vor vielen Jahren bin ich in den Bund aufgenommen worden. Ich war noch sehr jung. Aber das spielt jetzt keine Rolle. Wichtig ist, dass ich nie wirklich dazugehören wollte. Ich bin gegen meinen Willen in diese Sache hineingerutscht. Und ich habe mich nie an bösen Taten beteiligt. Ich war nur eine Mitläuferin der Hexenzunft.«

Sie sah mich erwartungsvoll an, aber es war noch zu früh, Stellung zu nehmen. Erst wollte ich die ganze Geschichte hören und womöglich überprüfen.

»Jetzt habe ich die Nase endgültig voll«, erklärte Mara Lacatte entschieden. »Ich will nichts mehr von meinen Schwestern wissen, nichts mehr von Satansmessen und von der Glorie des Bösen, die in aller Welt verbreitet werden muss. Ich möchte eine normale junge Frau sein, die ein stinklangweiliges Leben führt. Verstehen Sie das?«

»Und ich soll Ihnen dabei helfen?«

Sie lächelte zaghaft. »Ich habe es gehofft.«

Ich schüttelte vorsichtig den Kopf. »Sie erwarten zu viel, fürchte ich. Was soll ich tun? Sie von Ihren Hexenschwestern loskaufen? Oder in Schutzhaft nehmen? Sie wissen genau, dass das keinen Sinn hätte. Wenn sich Ihre Schwestern rächen wollen, erreichen sie Sie, wo sie wollen. Sie müssen sich gegen magische Angriffe selbst abschirmen.« Ich traute dem Frieden noch nicht und wartete ab.

»Darum geht es doch gar nicht.« Das Lächeln in ihrem Gesicht erlosch und machte tiefer Besorgnis Platz. »Mit meinen Schwestern werde ich allein fertig. Sie können mich nicht direkt angreifen, weil sie meine Fähigkeiten kennen. Ich war immer genauso gut wie sie, aber ich habe mein Wissen nicht in die Dienste des Bösen gestellt.«

»Weiß ich bereits«, sagte ich und winkte ab. Für mich schränkte ich ein, dass sie es nur behauptet hatte, dass ich es aber gar nicht wusste.

»Ich hatte eine Vision.« Maras Augen bekamen einen flehenden Ausdruck. »Ich habe mich selbst in einer Gefängniszelle gesehen. Als Opfer eines Justizirrtums. Meine Schwestern planen gegen mich ein Komplott. Weil sie mich nicht mit ihren magischen Fähigkeiten ausschalten können, werden sie mir eine andere Falle stellen. Sie werden einen Mord begehen, für den ich büßen soll. Sie wollen mich lebenslänglich hinter Gitter bringen! Und das müssen Sie verhindern, John!«

Sie streckte mir die Hand entgegen, aber ich ergriff sie nicht. Diese Geschichte hörte sich zu unglaubwürdig an. Vielleicht hatte ich gar keine Hexe vor mir, sondern eine Frau, die sich wichtig machen wollte und die gehört hatte, dass der Yard eine Sonderabteilung zur Bekämpfung von Geistern und Dämonen eingerichtet hatte.

»Vielleicht können Sie mir Ihre magischen Fähigkeiten beweisen?«, schlug ich reserviert vor.

Mara Lacatte blickte mich überrascht an. Jetzt...

Erscheint lt. Verlag 20.5.2015
Reihe/Serie John Sinclair
John Sinclair
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies
ISBN-10 3-8387-2813-0 / 3838728130
ISBN-13 978-3-8387-2813-1 / 9783838728131
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