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Tod im Big Apple: Vier Krimis -  Alfred Bekker,  Pete Hackett,  Thomas West

Tod im Big Apple: Vier Krimis (eBook)

Cassiopeiapress Spannung
eBook Download: EPUB
2019 | 2. Auflage
451 Seiten
Uksak E-Books (Verlag)
978-3-7389-0018-7 (ISBN)
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3,99 inkl. MwSt
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Der Umfang dieses E-Book entspricht 451 Taschenbuchseiten. Vier Krimis der Sonderklasse - hart, actionreich und überraschend in der Auflösung. Ermittler auf den Spuren skrupelloser Verbrecher. Vier spannende Romane in einem Buch: Ideal als Urlaubslektüre. Diese Ebook beinhaltet folgende vier Krimis: Ein todsicherer Coup (von Pete Hackett) Die Farm des Schreckens (von Pete Hackett) Rächer ohne Namen (von Thomas West) Die Gen-Bombe (von Alfred Bekker) IN DIESEM E-BOOK FEHLTE ZUNÄCHST IRRTÜMLICH DIE GESCHICHTE 'DIE FARM DES SCHRECKENS'. SIE WURDE INZWISCHEN ERGÄNZT.

2


James Reagoso bewohnte ein Apartment in Carnegie Hill, 94th Street. Es handelte sich um ein so genanntes Brownstone Haus mit vier Stockwerken. Sieben Stufen führten zur Haustür hinauf. Die Farbe des Treppengeländers war abgeblättert und es zeigte Roststellen. In der Ecke von Treppe und Hauswand stand ein Müllcontainer. Unrat lag davor auf dem Gehsteig.

Owen Burke und Ron Harris mussten bis in die vierte Etage steigen. James Reagoso persönlich öffnete ihnen die Tür. Nachdem sie sich ausgewiesen hatten, ließ er sie in die Wohnung und bot ihnen Sitzplätze im Wohnzimmer an.

Reagoso war einunddreißig Jahre alt und hatte kurzgeschorene, blonde Haare. An seiner Schläfe war eine Schwellung zu sehen, die blau unterlaufen war.

»Ich nehme an, Sie sind vom Arzt krank geschrieben worden«, leitete Owen Burke das Gespräch ein.

»Ja. Ich habe eine ziemlich üble Gehirnerschütterung davongetragen. Dieser elende Hurensohn! Er hat mich auf dem East Drive aus dem Auto und hinter die Büsche gelockt und zog mir dann eins über den Schädel, dass mir Hören und Sehen verging.«

»Das ist bekannt«, murmelte Owen Burke. »Ich nehme an, sie waren schon seit längerer Zeit Jordans Beifahrer. War er am 1. August anders als sonst?«

»Das kann man wohl sagen«, sagte Reagoso nickend. Er dachte kurz nach. »Es ging am Morgen schon los«, fuhr er schließlich fort. »Robert war übellaunig, ungeduldig, nervös und schien völlig von der Rolle zu sein. Ich fragte ihn, was los sei, aber er fuhr mich nur an und meinte, dass es seine Sache sei und ich ihn in Ruhe lassen solle. Am Nachmittag fuhren wir dann zu den Supermärkten und anderen Geschäften und sammelten die Tageseinnahmen ein. Gegen 16 Uhr hielt Robert auf dem East Drive an und erklärte, dass er mal hinter die Büsche müsse. Er war kaum draußen, als er schon wieder auftauchte, winkte und mir zurief, dass ich kommen solle. Er schien ausgesprochen aufgeregt zu sein, also stieg ich aus und lief hinter die Büsche. Ehe ich mich versah, knallte etwas gegen meinen Kopf, um mich herum schien alles in Flammen aufzugehen, und dann weiß ich nichts mehr. Irgendwann kam ich zu mir. Robert und der Wagen waren weg. Ich machte mich auf den Weg zur nächsten Polizeistation.«

»Sprach er davon, dass am Tag zuvor seine Enkeltochter entführt worden war?«

Die Brauen Reagosos schoben sich düster zusammen. »Von welcher Enkeltochter sprechen Sie?«

»Von Liz. Hat Robert weitere Enkeltöchter?«

»Sicher. Sein Sohn Rich hat zwei Töchter. Carol und Susan. Die beiden sind siebzehn und achtzehn Jahre alt.«

»Erzählte er Ihnen, dass Liz entführt wurde?«, wiederholte Burke seine Frage von eben.

»Nein.« James Reagoso griff sich mit der flachen Hand an die Stirn. »Wahrscheinlich war das ausschlaggebend für seine schlechte Stimmung am 1. August. Großer Gott, Robert hat das Mädchen geliebt. Ja, sie war sein ein und alles. Ich – ich verstehe das alles nicht. Falls Robert mit den Gangstern, die das Geld gestohlen haben, gemeinsame Sache gemacht hat – weshalb haben sie ihn dann umgebracht?«

»Wenn wir Ihnen diese Frage beantworten könnten, dann wären wir wahrscheinlich ein ganz schönes Stück weiter«, knurrte Ron Harris. »Sie sagen, dass Jordan seine Enkelin Liz über alles liebte. Hatte er seine beiden anderen Enkeltöchter weniger gern?«

»Er hat auch Susan und Carol gemocht. Aber das Verhältnis zu seinem Sohn war nicht das Beste. Rich war immer der Meinung, dass er gegenüber Kelly benachteiligt werde. Sie müssen wissen, dass Robert viel für seine Tochter tat. Nun, sie war allein erziehend und hielt sich nur mit Gelegenheitsjobs über Wasser. Von ihrem geschiedenen Mann erhielt sie keinen Cent Unterhalt. Also griff ihr Robert immer wieder finanziell unter die Arme.«

»Jordan war verwitwet«, konstatierte Owen Burke.

»Seine Frau starb vor drei Jahren an Lungenkrebs. Er war sehr genügsam. Wenn Kelly ihn oftmals nicht gehabt hätte …«

Der Mann brach ab. Sein Schweigen war viel sagend.

»Was arbeitet Rich Jordan?«, fragte Burke.

»Er ist Außendienstmitarbeiter bei der American National Insurance Company.«

Burke richtete den Blick auf seinen Partner und Freund Ron Harris. »Hast du noch Fragen, Ron?«

Der Special Agent schüttelte den Kopf. »Im Moment nicht.«

Die beiden Beamten verabschiedeten sich von James Reagoso. Als sie im Dodge saßen, meinte Ron Harris: »Vielleicht sollten wir uns auch mal mit Rich Jordan unterhalten.«

»Keine schlechte Idee.« Owen Burke fuhr den Bordcomputer hoch, suchte die Telefonnummer der New Yorker Zweigstelle der Versicherung heraus, die ihren Hauptsitz in Galveston, Texas, hatte, dann rief er dort an. Man erklärte ihm, dass Rich Jordan am 2. August telefonisch Urlaub bis zum 10. August beantragt habe, weil sein Vater unter höchst dramatischen Umständen ums Leben gekommen sei. Als Burke nach der Wohnanschrift Jordans fragte, erklärte man ihm, dass man diese ihm aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht bekannt geben dürfe.

Burke bedankte sich. Dann rief er bei Kelly Jordan an, deren Telefonnummer er sich notiert hatte. Sie gab ihm die erbetene Auskunft. Rich Jordan wohnte in Morningside Heights, 121st Street, Hausnummer 512, gleich beim Morningside Park. Burke vermerkte die Anschrift in seinem Notizbuch, dann sagte er: »Wir haben mit James Reagoso, dem Beifahrer Ihres Vaters gesprochen. Er erzählte uns, dass das Verhältnis Ihres Vater zu Ihrem Bruder nicht das Beste gewesen sei.«

»Das stimmt. Dad und Rich stritten sich oft. Rich warf Dad immer vor, dass er mich und Liz seiner Familie gegenüber bevorzugen würde. Dad hingegen vertrat den Standpunkt, dass Rich in finanzieller Hinsicht keine Sorgen hatte und dass er denjenigen unterstützen müsse, der darauf angewiesen sei. Und das waren nun mal wir – Liz und ich.«

»Ihr Vater liebte Liz.«

»Ja. Carol und Susan vertreten die Auffassung ihres Vaters. Auch sie sind der Meinung, von Dad benachteiligt worden zu sein. Mein Vater mochte die beiden auch, sehr sogar. Aber an Liz hing sein Herz.«

»Okay, Mrs. Jordan. Das war's. Vielen Dank.«

»Werden Sie mich informieren, wenn Sie mehr wissen?«, fragte Kelly Jordan.

»Das kann ich Ihnen nicht versprechen. Aus ermittlungstaktischen Gründen sind wir oftmals zum Stillschweigen verpflichtet. Aber das wissen Sie sicher.«

Nachdem Burke das Gespräch beendet hatte, schaute er Ron Harris, der am Steuer saß, von der Seite an. »West 121st Street, Nummer 512. Marsch, marsch!«

»Yes, Sir, yes, my General«, knurrte Ron Harris und salutierte lässig. Dann chauffierte er den Dodge zur Transverse Road Nummer 4, auf ihr wechselten sie von der East- auf die Westside, befanden sich in der 96th Street und kämpften sich schließlich auf der Amsterdam Avenue fünfundzwanzig Seitenstraßen nach Norden. Dort, wo die Gebäude der Columbia University endeten, bog Harris nach rechts ab. Ein ganzes Stück vor sich konnten sie die Bäume und Büsche des Morningside Parks sehen.

»Da ist es!«, entfuhr es Owen Burke.

Ron Harris rangierte den Dodge in eine Parklücke zwischen einen Ford Ranger Pick Up und einen grünen Toyota. Die Wohnung Richard Jordans lag in der vierten Etage. Es gab eine Außentreppe. Die Agents betraten das Gebäude. Eine Doppeltür aus Edelstahl und Knöpfe an der Wand verrieten, dass das Gebäude über einen Lift verfügte. Die beiden FBI-Leute konnten sich also einen mühevollen Aufstieg ersparen.

Sie fanden die Wohnungstür unter neun anderen heraus, Ron Harris läutete. Eine blondhaarige Frau Ende dreißig öffnete. Fragend schaute sie die Agents an.

»Wir sind die Special Agents Harris und Burke vom FBI New York«, stellte Owen Burke sich und Harris vor und hielt der Frau seinen Ausweis hin. »Können wir Ihren Mann sprechen?«

»Wer ist da?«, ertönte eine dunkle Stimme in der Wohnung.

Die Frau drehte den Kopf. »Zwei FBI-Beamte. Sie wollen zu dir.«

»Sollen hereinkommen.«

»Bitte«, sagte die Frau und vollführte eine einladende Handbewegung.

Richard Jordan saß im Wohnzimmer in einem Sessel. Der Fernsehapparat lief. Jordan rauchte. Auf dem Tisch stand ein Aschenbecher mit mindestens zehn Kippen. Der Tabakrauch stieg den beiden Agents, die beide Nichtraucher waren, mit Vehemenz in die Nasen.

»Sie kommen wegen der Ermordung meines Vaters, nicht wahr?«, empfing sie Rich Jordan. »Hat man den Fall also an das FBI übertragen. Bitte, Gentlemen, setzen Sie sich. Möchten Sie etwas trinken? Eine Tasse Kaffee vielleicht?«

»Sie sind sehr freundlich«, murmelte Owen Burke und ließ sich nieder. »Aber machen Sie sich unsretwegen keine Mühe. Wir haben nur ein paar Fragen – Routinefragen. Und dann sind Sie uns auch schon wieder los.«

Mrs. Jordan verschwand durch eine Tür in einen angrenzenden Raum.

Jordan drückte die Zigarette im Aschenbecher aus. Er schaute von Burke auf Harris, dann heftete er den Blick wieder auf Burke und sagte: »Eine schlimme Sache, das mit meinem Vater. Ich kann es noch immer nicht begreifen. Das alles übersteigt mein Begriffsvermögen. Wie es aussieht, steckte mein Vater mit dem Gangster - vielleicht auch den Gangstern - unter einer Decke. Und weil sie die Beute nicht mit ihm teilen wollten, erschossen sie ihn.«

»Ja, so sieht es aus«, bestätigte Burke bedächtig. Er ließ...

Erscheint lt. Verlag 20.9.2019
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror
ISBN-10 3-7389-0018-7 / 3738900187
ISBN-13 978-3-7389-0018-7 / 9783738900187
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