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John Sinclair Gespensterkrimi - Folge 49 (eBook)

Im Haus des Schreckens

(Autor)

eBook Download: EPUB
2015 | 1. Auflage
64 Seiten
Verlagsgruppe Lübbe GmbH & Co. KG
978-3-7325-0073-4 (ISBN)

Lese- und Medienproben

John Sinclair Gespensterkrimi - Folge 49 -  Jason Dark
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Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1973 - 1978, die in der Reihe Gespenster-Krimi erschienen sind! Im Haus des Schreckens. Kennst du ein Haus, in dem Albträume zur Wirklichkeit werden? Oder kennst du eine Wohnung, in der schon beim Einzug dein Sarg bereitsteht? Hast du vielleicht eine Erbtante, die mit toten Mietern zusammenlebt und dir ihr Haus vermachen will? Nein? Dann lies diese Geschichte und lebe zusammen mit John Sinclair. John Sinclair - der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit!

Zwölfmal schlugen sie. Ihr Klang erreichte die Ohren der jungen Frau. Er erinnerte sie an die Totenglocke ihrer Heimatstadt.

»Mein Gott«, flüsterte Lydia, »was ist denn bloß los mit mir?«

Sie setzte sich auf. Ihr Atem ging schwer. Der Alpdruck war noch nicht verschwunden.

Über dem Bett hing an der Wand eine kleine Lampe. Lydia fand den Schalter.

Schon bald brannte das Licht. Der Schein war mild und anheimelnd. Normalerweise jedenfalls. Jetzt kam er Lydia vor wie ein gespenstisches Leuchten. Er streifte mit seinem gelben Schimmer das hohe, durch ein Holzkreuz geteilte Fenster.

Das Zimmer war Lydia plötzlich unheimlich.

Genau wie das gesamte Haus.

Vor drei Tagen war sie eingezogen. Sie war aus einem kleinen Dorf an der schottischen Grenze nach London gekommen. Arbeit hatte sie bei einer Versicherung gefunden. Einen vollen Monat lang hatte sie in einer Pension gewohnt, bis sie eine Anzeige in der Zeitung gefunden hatte. Genau erinnerte sie sich noch an den Text.

RUHIGER MIETER GESUCHT FÜR EIN HAUS IN MAYFAIR. BESTE LAGE. LIEBENSWERTE NACHBARN ERWARTEN SIE.

Lydia hatte sich bei dem angegebenen Makler gemeldet. Der Mann hatte sie erst einmal mehrere Minuten lang genau betrachtet. Dann hatte er gelächelt und gesagt: »Okay, Sie können einziehen, Miss Rankin!«

Das war alles gewesen. Keine Kaution, keine Mietanzahlung – nichts. Lydia hatte sich gefreut wie eine Schneekönigin. Und sie war sogar noch erstaunter gewesen, als sie hörte, dass sie die einzige Mieterin in dem Haus sei.

In einem vierstöckigen Haus!

Nur im Parterre wohnte die Besitzerin, Mrs. Martha Longford, eine schon ältere Dame, die Lydia ebenso seltsam angesehen hatte wie der Makler.

Lydia Rankin griff nach ihren Zigaretten. Dann flammte das Feuerzeug auf. Es glänzte golden, und Lydia konnte ihr Gesicht in dem spiegelnden Metall sehen.

Was sie sah, gefiel ihr gar nicht. Dicke Ränder lagen unter ihren Augen. Die Haut wirkte eingefallen, beinahe schon welk. Das rote Haar war stumpf geworden, obwohl sie es am vorigen Abend erst gewaschen hatte.

Es war eine Tatsache. Seitdem sie in diesem Haus lebte, verfiel sie immer mehr.

Lydia sog den Rauch ein. Sie musste husten und drückte die Zigarette wieder aus.

»Ich werde wohl ausziehen«, murmelte sie. »Lieber mehr Miete bezahlen, als hier vor die Hunde gehen.«

Sie dachte wieder an die Hausbesitzerin. Vielleicht sollte man mit ihr mal reden. Ich werde sie fragen, aus welchem Grund sie die anderen Zimmer nicht vermietet hat, nahm Lydia sich vor.

Ich werde sie …

Ihre Gedankenkette wurde unterbrochen.

Sie hatte Geräusche gehört.

Über ihr!

Aber da wohnte niemand. Mrs. Longford hatte es ihr deutlich genug gesagt. Über ihrem Zimmer befand sich der Speicher. Und der war immer abgeschlossen.

Und doch …

Stimmen! Wispernd, raunend. Dann ein freudloses Lachen, das in einem Kichern endete.

Lydia bekam es mit der Angst zu tun. Eine Gänsehaut bildete sich und rieselte kalt den Rücken hinunter.

Lydia Rankin erhob sich von der Bettkante. Auf Zehenspitzen schlich sie zur Tür. Sie musste dabei am Fenster vorbei und warf einen Blick nach draußen.

Vor der Scheibe ballte sich die Dunkelheit. Die nächste Laterne stand einige Yards weiter. Ihr Schein reichte nicht einmal bis zur Haustür. Auf der Straße war es ruhig. Kein Wagen fuhr, kein Hupgeräusch durchbrach die Stille der Nacht. Die gegenüberliegenden Häuser waren nur in ihren Umrissen zu erkennen. Sanft bogen sich die dichtbelaubten Bäume der Vorgärten im Nachtwind.

Lydia ging weiter. Sie erreichte die Tür. Sie war ebenso alt wie das Haus, und das dunkel gebeizte Holz war im Laufe der Zeit an einigen Stellen gesplittert. Überhaupt standen in dem Zimmer nur alte Möbel. Ein wuchtiger, fast bis zur Decke reichender Schrank, Stühle mit gedrechselten Beinen, der kleine runde Tisch und das Bett mit der hohen Kopf- und Fußseite.

Das Waschbecken befand sich in einer Ecke des Zimmers, direkt neben dem Schrank. Es war keine Dusche vorhanden, ein Bad sollte angeblich im Keller existieren, doch Lydia hatte es noch nicht gesehen.

Die Tür war abgeschlossen.

Lydia tat dies immer, bevor sie sich zu Bett legte. Jetzt tastete sie mit zitternden Fingern nach dem Schlüssel und drehte ihn herum. Gut geölt schnappte das Schloss zurück.

Lydia Rankin blieb stehen und lauschte. Die Geräusche waren verstummt.

Lydia wischte sich über die Stirn. Hatte sie das alles nur geträumt, sich einfach eingebildet? Nein, sie hatte wach gelegen. Die Geräusche waren keine Einbildung gewesen.

Lydia fror plötzlich in ihrem dünnen Nachthemd, das nur aus einem Hauch von durchsichtigem Stoff bestand und sich eng um die wohlproportionierte Figur schmiegte. Das Nachthemd reichte bis auf die Knöchel und schimmerte grünlich.

Darunter trug Lydia nur die nackte Haut. Die Spitzen der wohlgeformten Brust drückten gegen den dünnen Stoff.

Plötzlich zuckte die junge Frau zusammen.

Schritte! Sie hatte Schritte gehört.

Vor der Tür, im Treppenhaus.

Lydias Herz schlug schneller. Die Schritte kamen von oben, die Treppe herunter. Und es waren mehrere Personen, die sich ihrer Tür näherten.

Dann verstummten die Schritte.

Lydias Hand lag auf der Türklinke. Nervös nagte die junge Frau auf ihrer Unterlippe. Deutlich spürte sie das Gefühl der Angst, das sie umklammert hielt. Sollte sie es wagen und die Tür öffnen? Sollte sie kurzerhand in das Treppenhaus gehen, um den seltsamen Geräuschen auf die Spur zu kommen?

Es war vielleicht das beste. Außerdem konnte sie Mrs. Longford informieren und ihr Bescheid geben, was sich in dem Haus abspielte.

Entschlossen drückte Lydia Rankin die Klinke. Spaltbreit zog sie die Tür auf und starrte in das Treppenhaus.

Nichts.

Dunkelheit. Drohend und gefährlich.

Lydia vergrößerte den Türspalt und schob sich aus dem Raum. Nach zwei Schritten stieß sie mit ihrem rechten Schienbein gegen etwas Hartes, Unnachgiebiges.

Nur mühsam unterdrückte Lydia einen Schrei.

Dann bückte sie sich. Und ihr fiel im gleichen Moment ein, dass sie noch immer das Feuerzeug in der Hand hielt.

Sie schnippte es an.

Ruhig brannte die kleine Flamme, erhellte im Umkreis von einem halben Yard die Dunkelheit.

Und dann sah Lydia das Hindernis, gegen das sie gestoßen war.

Es war ein weißer Sarg!

*

Im ersten Augenblick dachte Lydia an gar nichts. Steif, starr und tot war alles in ihr.

Dann aber kam die Reaktion.

Urplötzlich fing sie an zu zittern. Sie merkte, wie ihre Beine nachgaben und sie sich nur mit einer instinktiven Bewegung am Türrahmen festhalten konnte. Das Feuerzeug entglitt ihren Fingern, fiel zu Boden und verlöschte.

Lydia geriet nahe an den dunklen Rand der Ohnmacht. Doch sie schaffte es und blieb an die Türverkleidung gelehnt stehen.

Und plötzlich hatte sie das Gefühl, als wäre die Dunkelheit vor ihr voller Leben. Sie hörte wieder die Geräusche und Stimmen.

Wispern, Flüstern, Raunen!

»Nein!«, keuchte Lydia, »nein. Ich will nicht mehr … ich …«

Sie konnte nicht mehr weitersprechen. Eine eiskalte Hand lag plötzlich auf ihrer Schulter. Der Schock traf sie bis in die letzte Nervenfaser.

Lydia stöhnte auf.

»Ja, sie ist gut«, hörte sie eine krächzende Stimme. »ER wird sich freuen, wenn ER den Nachschub bekommt. Endlich. Es hat lange gedauert. ER wird zufrieden sein.«

Etwas raschelte. Ein Zündholz ratschte über eine Reibfläche, zischte auf und wurde gegen eine Fackel gehalten.

Tanzender Lichtschein erhellte auf einmal den Flur.

Lydia Rankin sah die Gestalten vor sich. Sie hatten sich im Halbkreis aufgebaut. Schreckliche Wesen, Geschöpfe der Nacht.

Fünf zählte die junge Frau insgesamt. Fünf Albtraumgeschöpfe, fünf Ausgeburten der Hölle.

Schaurige Fratzen starrten sie an, bleiche Totengesichter, völlig behaarte Physiognomien. Diejenige, die Lydia ihre Hand auf die Schulter gelegt hatte, besaß ein bleiches Totenantlitz und eine so dünne Haut, dass schon die Knochen durchschimmerten. Die Augen waren von einem unnatürlichen Gelb, und mit einem Aufschrei schlug Lydia die kalte Hand von ihrer Schulter.

»Warmes, schönes Fleisch«, flüsterte die Alte. Sie öffnete den zahnlosen Mund und begann zu kichern.

Die Gestalt, die die Fackel hielt, streckte den Arm aus. Die Flammensäule geriet in Bewegung. Gespenstische Schatten tanzten über die Gesichter der Gestalten und ließen sie noch fratzenhafter erscheinen.

»Komm, mein Täubchen«, flüsterte jemand, »der Sarg wartet auf dich. Der weiße Sarg.«

Eine knochige Hand klopfte auf den Deckel. Es gab ein hohl klingendes Geräusch, das Lydia Rankin durch Mark und Bein fuhr, sie aber auch gleichzeitig aus ihrer Lethargie riss.

Wehr dich! schrie es in ihr. Los, wehr dich!

Mit einem Schrei auf den Lippen warf sich die junge Frau herum. Eine Hand, die in ihr langes Haar fassen wollte, drosch sie zur Seite, hetzte in ihr Zimmer und warf wuchtig die Tür hinter sich zu. Sie merkte kaum, dass sie den Schlüssel herumdrehte, sondern rannte sofort zum Fenster.

Hinter ihr wurde gegen das Holz der Tür getrommelt. »Wir kriegen dich, Täubchen, wir kriegen dich!«, hörte sie die schrecklichen Stimmen. Die Laute gingen ihr unter die Haut. Angstschauer jagten durch ihren Körper. Sie stolperte über einen Stuhl, der ihr im Wege stand, und erreichte dann endlich das Fenster.

Hart krallte sie die Finger der rechten Hand um den Griff, wollte ihn herumdrehen und das...

Erscheint lt. Verlag 6.5.2015
Reihe/Serie John Sinclair Gespensterkrimi
John Sinclair Gespensterkrimi
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte 2017 • Bastei • blutig • Classic • classics • Clown • Dämonenjäger • Geisterjäger • Gruselroman • Grusel-Roman • Grusel-serie • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror deutsch • horror deutsch kindle • Horror-Roman • Horrorroman deutsch • Horror-Serie • horror thriller • Horror-Thriller • horror thriller deutsch • Jason Dark • Julia-meyer • Krimi-Bestseller • Krimi-deutsch • Krimi kindle • krimi neuerscheinungen 2017 • Krimi-Thriller • Lovecraft • Paranomal • Professor Zamorra • Pulp Ficition • Roman-Heft • Sinclair • sinclair classics • Slasher • spannend • Splatter • Stephen King • Stephen-King • Steven King • Terror • Thriller-Serie • Tony Ballard • Walking Dead • Zombies
ISBN-10 3-7325-0073-X / 373250073X
ISBN-13 978-3-7325-0073-4 / 9783732500734
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