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John Sinclair Gespensterkrimi - Folge 47 (eBook)

Der Fluch der schwarzen Hand

(Autor)

eBook Download: EPUB
2015 | 1. Auflage
64 Seiten
Verlagsgruppe Lübbe GmbH & Co. KG
978-3-7325-0071-0 (ISBN)

Lese- und Medienproben

John Sinclair Gespensterkrimi - Folge 47 -  Jason Dark
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Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1973 - 1978, die in der Reihe Gespenster-Krimi erschienen sind!

Der Fluch der schwarzen Hand.

Erleben sie, wie der Geisterjäger John Sinclair einen lebenden Toten jagt, dessen Mörderpranke Angst und Entsetzen verbreitet.

John Sinclair - der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung.

Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit!

Der Tod kann viele Gestalten haben!

In jener Nacht kam er in Gestalt eines zwölfjährigen Jungen. Es war eine der kühlen Vorfrühlingsnächte, in denen sich der Winter noch einmal aufbäumt und danach doch dem Kreislauf der Natur Rechnung tragen und abdanken muss.

Seit Stunden schon tobte der Sturm. Er kam vom Westen, hatte Schneeregen mitgebracht, und die Quecksilbersäule des Thermometers in die Nähe des Nullpunktes geschoben.

Der Wind heulte über das Land, rüttelte an Fensterläden, wirbelte Papier und kleinere Zweige vor sich her und bog die noch kahlen Äste und Zweige der Büsche dem Boden entgegen.

Es war eine Nacht, in der man nicht einmal einen Hund nach draußen jagen würde.

Ritchie Parson ging trotzdem.

Er hatte sich heimlich aus seinem Zimmer geschlichen. Niemand sollte merken, dass er unterwegs war, um eine grausame Tat zu vollbringen.

Ritchie Parson – zwölf Jahre jung, aber schon ein Satan in Menschengestalt.

Die Dunkelheit war Ritchies Freund. Er liebte sie. Die Schwärze, die Finsternis, dort konnte er sich verstecken, und niemand sah ihn und seine schrecklichen Taten.

Ritchie Parson trug eine dunkelgrüne Windjacke. Die Kapuze hatte er sich über den Kopf gestülpt und unter dem Kinn zusammengebunden. Das braune Haar war nicht mehr zu sehen, nur das Gesicht leuchtete wie ein heller Fleck.

Mit raschen Schritten huschte Ritchie auf die hohe Mauer zu, die das Grundstück seiner Eltern umgab. In einem Gebüsch hatte er eine kleine Leiter versteckt. Er holte sie hervor, zog sie auseinander und lehnte sie gegen die Mauer.

Geschickt stieg Ritchie die Sprossen hoch, blieb auf der schmalen Mauerkrone liegen, zog die Leiter nach und ließ sie an der anderen Seite wieder zu Boden gleiten.

Rasch kletterte Ritchie dem Boden entgegen.

Hinter der Mauer begann ein weites, ebenes Gelände, das sich bis zum Steinbruch hinzog.

Der Steinbruch – ein wild zerklüftetes Gebiet – lag schon seit Jahren still. Er war ausgebeutet worden, und außerdem wurde die Förderung unrentabel. Die Baufirma hatte alles liegen und stehen gelassen, und so rosteten die Geräte und Förderbänder langsam vor sich hin. Es gab dort noch ein paar baufällige Hütten. Sie hatten früher den Arbeitern als Unterschlupf gedient, waren aber mittlerweile nur mehr Höhlen und Verstecke für lichtscheues Gesindel.

Vom Steinbruch aus war es nicht mehr weit bis zum Dark Forest, einer Mischwaldregion, die die Hänge der Berge bedeckte und der beste Lieferant für die großen Holzfabriken im Norden war.

Ritchie Parson kannte das gesamte Gebiet. Er war dort jahrelang herumgestrolcht, hatte alles ausgekundschaftet, und gerade während dieses Alleinseins waren ihm die bösen und schrecklichen Gedanken gekommen.

Der Teufel hatte sich gemeldet.

Er hatte Ritchie als sein Kind bezeichnet, und der Junge hatte daran geglaubt.

Er war zu einem willenlosen Werkzeug in der Hand des Satans geworden.

Und in dieser Nacht sollte er seine erste große Probe bestehen.

Der Auftrag hieß Mord.

*

Wie lange der alte Fatty eigentlich im Dark Forest hauste, wusste er selbst nicht zu sagen. Auf jeden Fall bestimmt mehr als zwei Generationen lang.

Und Fatty war mit seinem Leben zufrieden.

Die Hütte war aus rohen Baumstämmen zusammengefügt und lag auf einer kleinen Lichtung. Es gab kein elektrisches Licht, keine Kanalisation, und trotzdem war Fatty glücklich. Er hatte alles, was er zum Leben brauchte.

Auch Geld.

Er besorgte es sich nicht auf unrechte Weise – nein, er arbeitete dafür. Fatty war in der ganzen Umgebung als hervorragender Holzschnitzer bekannt.

Seine geschickten Finger schnitzten aus dem unansehnlichsten Stück Holz die schönste Figur. Über Aufträge konnte sich Fatty nicht beklagen, aber er lehnte die meisten von ihnen ab.

»Stress ist nichts für mich«, pflegte er mit einem verschmitzten Lächeln zu sagen, wobei sich das Wort Stress aus seinem Mund doch ziemlich sonderlich anhörte.

Manche verglichen Fatty mit einem Trapper aus dem letzten Jahrhundert. Und der Vergleich war noch nicht einmal so weit hergeholt. Fatty ernährte sich von den Tieren des Waldes. Sein Rehbraten, über offenem Feuer gegart, war ein Gedicht. Das wussten vor allen Dingen die Kinder zu schätzen, zu denen Fatty ein besonders gutes Verhältnis hatte. In den langen Sommerferien saßen sie oft stundenlang bei dem alten Mann, sahen ihm bei der Schnitzarbeit zu und hörten sich seine Geschichten an, die er so gut erzählte, dass sie bald schon wieder als wahr gelten konnten.

Abends hockte Fatty in seiner Blockhütte. Er hatte sich einen Kamin gemauert, in dem das Feuer prasselte und den Raum mit einer natürlichen angenehmen Wärme versorgte. Fattys Bett war eine einfache, mit Fellen bedeckte Liegestatt. Sie stand dem hohen Schrank gegenüber, in dem Fatty seine besten Schnitzereien aufbewahrte. Ein Tisch, zwei Stühle und mehrere Regale – fertig war die Einrichtung. Wasser holte sich Fatty aus dem in der Nähe vorbeifließenden Bach. Das Wasser war kristallklar.

Wie jeden Winterabend saß Fatty auch am zweiten März wieder vor seinem Kaminfeuer. Er hatte sich eine Bank gezimmert, sie mit einem Fell bedeckt und die Beine ausgestreckt. Zwischen seinen gelben Zähnen steckte eine kurze Stummelpfeife. Der Tabak war zwar nicht selbst angebaut, schmeckte einem Fremden jedoch wie Bahndamm Schattenseite. Für Fatty war es ein Hochgenuss.

Das Stück Holz in seiner Hand nahm langsam eine Form an. Fatty hatte den Auftrag, Krippenfiguren zu schnitzen, und da es sehr viele waren, hatte er schon frühzeitig mit der Arbeit angefangen, um sie auch pünktlich abliefern zu können.

Fatty schnitzte an der Krippe. Geschickt höhlte er das Stück Holz aus. Hin und wieder gab er einen zufriedenen Brummton von sich. Ja, die Arbeit machte ihm immer noch Spaß.

Neben dem Hocker stand die Brandyflasche. Sie war noch halb voll. Um Nachschub brauchte sich Fatty keine Gedanken zu machen. Im Regal standen noch drei weitere Flaschen.

Draußen heulte der Wind um die Blockhütte. Selbst im Wald war der Sturm zu spüren. Er bewegte die Zweige der Bäume, riss vom letzten Herbst übrig gebliebene Blätter vom Boden hoch und wirbelte sie gegen die Hüttenwand und die dicken Scheiben des Blockhauses.

Manchmal fegte auch eine Bö in den Kamin. Dann stoben die Funken, und die Flammen flackerten besonders hoch auf.

Wieder einmal griff Fatty zur Flasche. Mit den Zähnen zog er den Korken heraus, setzte die Buddel an und nahm einen langen Zug.

»Aaaahhh«, stöhnte Fatty, »das tat gut.« Er stellte die Flasche wieder weg und reckte sich.

Mitten in der Bewegung hielt er inne.

Seine äußerst scharfen Ohren hatten trotz des draußen heulenden Windes ein Geräusch vernommen.

Schritte!

Da schlich jemand um die Hütte.

Fatty stand auf. Er hatte keine Angst. Zu lange schon lebte er allein. Getan hatte ihm bisher noch niemand etwas.

In seinem gebückten Gang und dem etwas nachziehenden Bein wirkte Fatty wie ein Waldgeist. Dazu kam der graue Bart, die von Runzeln und Falten bedeckte Haut und die langen eisgrauen Haare, die bis auf die Schultern fielen.

Fatty öffnete den Schrank. Er holte ein Gewehr hervor.

Es war eine alte Flinte, die er auch zur Jagd benutzte. Fatty hatte sie von seinem Vater bekommen und immer hoch in Ehren gehalten. Die Waffe war sehr gepflegt, mancher Soldat hätte sich daran ein Beispiel nehmen können.

Neben der Tür stellte sich Fatty auf. Er stand ziemlich im Schatten, der Feuerschein aus dem Kamin drang kaum bis zu ihm. Hin und wieder tanzten Schatten über sein Gesicht und machten es zu einer dämonischen Fratze.

Fatty hatte Zeit – und er war sicher, sich nicht geirrt zu haben. Er hatte die Schritte gehört.

Fünf Minuten verstrichen, zehn Minuten – eine Viertelstunde.

Die Flammen wurden kleiner, sanken zusammen. Fatty hätte Holz nachwerfen müssen, doch er dachte gar nicht daran, seinen Platz zu verlassen. Wie eine Statue stand er in der Nähe der Tür.

An den Ecken der Hütte fing sich der Wind. Fatty kannte die singenden Geräusche, sie wirkten auf ihn irgendwie beruhigend.

Und da hörte er wieder die Schritte.

Jetzt sogar dicht vor der Tür.

Fatty senkte den Blick und sah die eiserne Klinke an.

Sie wurde plötzlich nach unten gedrückt.

Fatty grinste. Der Einbrecher – wenn es einer war – war naiv. Die Tür der Blockhütte war nachts immer abgeschlossen. Und den Schlüssel ließ Fatty von innen stecken.

Jetzt war er aber doch gespannt, wer ihm da zu ziemlich später Abendstunde noch einen Besuch abstatten wollte.

Wie gesagt, Fatty hatte keine Angst …

Mit Daumen und Zeigefinger fasste er den Schlüssel und drehte ihn lautlos nach links.

Jetzt war die Tür auf.

Zwei Schritte ging Fatty vor, dabei hielt er die Flinte in Anschlag.

Sekunden verrannen.

Da wurde die Tür aufgestoßen.

Ruckartig.

Auf der Schwelle stand ein Junge.

Ritchie Parson!

Augenblicklich heulte der Wind in den Raum, wirbelte Laub hinein und fegte durch die Flammen im Kamin.

»Komm rein, und mach die Tür zu!«, sagte Fatty.

Ritchie Parson gehorchte. Mit dem Fuß trat er die Tür ins Schloss. In seinen Augen stand ein seltsames Glitzern. Er riss die Verschnürung der Kapuze auf, streifte sie vom Kopf und schüttelte das lange braune Haar.

Ritchie Parson sah älter aus, als er in Wirklichkeit war. Man hätte ihn gut und gern auf fünfzehn Jahre geschätzt. Er war hochgewachsen, hatte ein schmales Gesicht und eine lange...

Erscheint lt. Verlag 6.5.2015
Reihe/Serie John Sinclair Gespensterkrimi
John Sinclair Gespensterkrimi
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte 2017 • Bastei • blutig • Classic • classics • Clown • Dämonenjäger • Geisterjäger • Gruselroman • Grusel-Roman • Grusel-serie • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror deutsch • horror deutsch kindle • Horror-Roman • Horrorroman deutsch • Horror-Serie • horror thriller • Horror-Thriller • horror thriller deutsch • Jason Dark • Julia-meyer • Krimi-Bestseller • Krimi-deutsch • Krimi kindle • krimi neuerscheinungen 2017 • Krimi-Thriller • Lovecraft • Paranomal • Professor Zamorra • Pulp Ficition • Roman-Heft • Sinclair • sinclair classics • Slasher • spannend • Splatter • Stephen King • Stephen-King • Steven King • Terror • Thriller-Serie • Tony Ballard • Walking Dead • Zombies
ISBN-10 3-7325-0071-3 / 3732500713
ISBN-13 978-3-7325-0071-0 / 9783732500710
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