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John Sinclair Gespensterkrimi - Folge 42 (eBook)

Der schwarze Würger

(Autor)

eBook Download: EPUB
2015 | 1. Auflage
64 Seiten
Verlagsgruppe Lübbe GmbH & Co. KG
978-3-7325-0066-6 (ISBN)

Lese- und Medienproben

John Sinclair Gespensterkrimi - Folge 42 -  Jason Dark
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Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1973 - 1978, die in der Reihe Gespenster-Krimi erschienen sind! Der schwarze Würger. Wenn die Nebelschleier wie lange Geisterfinger durch die Straßen schleichen und wenn die Finsternis ihren Mantel über das Land gelegt hat, dann verschließt Fenster und Türen. Denn das ist seine Zeit. Dann steigt er aus den Tiefen der Hölle, um Angst und Schrecken zu verbreiten. Grausam sind seine Taten. Niemand kann ihm Einhalt gebieten. Denn er ist der schwarze Würger ... John Sinclair - der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit!

Sektkelche stießen gegeneinander. Das helle Klingen der Gläser schwang wie leises Glockengeläut durch den festlich geschmückten Raum des Nobelhotels.

»Auf deinen Geburtstag, Perry«, rief eine nicht mehr ganz sichere Männerstimme.

»Ja!«, brüllten die anderen Gäste im Chor. »Auf deinen Geburtstag!«

Perry Clifton war der Held des Tages. Ein strahlender Playboy, Star des Londoner Jet-sets. Und mit ihm feierte die Clique. Ein buntgemischter Haufen. Vom Starlet über den verwöhnten Millionärssohn bis hin zum Rauschgiftdealer war alles vertreten.

Perry gab eine Fete. Die Schau des Jahrhunderts. Und sie waren berüchtigt, diese Feiern. Da blieb kein Auge trocken. Da wurde über die Stränge geschlagen, dass sich die Balken nur so bogen. Und wenn etwas passierte? Nun, mit Geld ließ sich alles regeln.

»Auf den Tisch, Perry! Auf den Tisch!«

Perry Clifton flankte auf einen runden, stabilen Holztisch. Mit einem Tritt fegte er die Blumenvase von der Platte. Sie fiel zu Boden und zersprang unter dem Beifallsgebrüll der Gäste in tausend Scherben.

Perry stand auf der Tischplatte wie ein Held. Er fühlte sich auch so.

Sein weißes Seidenhemd war bis zum Bauchnabel hin geöffnet. Hauteng lagen die Jeans um Hüften und Beine. Die Füße steckten in weichen handgearbeiteten Lederstiefeln. Verschwitzt hing Perry Clifton das lackschwarze Haar in die Stirn. Darunter blickten zwei kalte Augen. Der schmallippige Mund war spöttisch verzogen, zeigte Verachtung.

Perry schwenkte das Sektglas. Champagner spritzte heraus, klatschte einer nahe am Tisch stehenden Blondine mitten ins Gesicht.

Das Girl kreischte. Angetrunken war die Kleine, und jetzt versuchte sie mühsam, auf den Tisch zu klettern.

Sie schaffte es mit Händen und Füßen.

Ein paar Typen hatten einen Kreis gebildet und feuerten die Blondine an.

Da hob Perry den Fuß.

Die Clique kreischte.

Das Girl bekam große, angsterfüllte Augen, begriff trotz des umnebelten Hirns.

»Perry, du …«

Perry Clifton lachte gellend. Er drückte seine geriffelte Sohle gegen die Brust des Girls.

Dann trat er zu.

Rücklings fiel das Mädchen vom Tisch. Grölend sprangen die anderen zur Seite. Niemand fing die Blondine auf. Hart prallte sie auf den Boden. Schmerz zeichnete ihr Gesicht. Das blaue Kleid rutschte bis weit über die Knie.

Ein blondgefärbter Transvestit leerte kichernd sein Glas über die Gestürzte.

Perry Clifton lachte. Er hatte wieder einmal seinen großen Auftritt gehabt. So und nicht anders musste man sie behandeln, diese dummen Gänse, die sich ihm dauernd an den Hals werfen wollten. In jeder Nacht hätte er zehn im Bett haben können, aber das alles hatte er schon hinter sich. Er brauchte was Neues, was Aufregendes. Die Clique musste sich endlich einmal etwas einfallen lassen.

Die Blondine erhob sich. Sie wusste nicht, ob sie lachen oder weinen sollte. Ihr Gesicht war nass und klebrig. Die Schminke verlief. Wimperntusche malte zwei schwarze Streifen auf ihre Wangen.

»Hau ab, Blondie!«, brüllte Clifton. »Sonst drehe ich dich noch einem Scheich an!«

Wieder grölten die Gäste.

Jemand fasste Blondie an der rechten Schulter, drehte das Girl herum und drückte ihm ein Glas mit Whisky in die Hand.

»Trink aus, Honey!«

Die Blonde kippte den Schnaps, war wieder versöhnt und warf sich erneut in den Trubel.

Sie war auch die erste, die in den Pool flog. Kreischend landete sie im Wasser.

Zwei »Retter«, sprangen ihr sofort nach, bekamen sie zu fassen und zogen ihr mit zwei routinierten Griffen das Kleid vom Körper. Nur noch im knappen Slip kraulte Blondie dem Beckenrand zu, wo man ihr mit Vergnügen aus dem Wasser half.

Der erste, der ihr die Hand gereicht hatte, ließ sie nicht mehr los. Gemeinsam verschwanden sie in einem der Hotelzimmer.

Perry Clifton hatte eine gesamte Hoteletage gemietet. Geld hatte er mehr, als er ausgeben konnte. Deshalb war diese Feier eine Kleinigkeit für ihn.

Cliftons Vater war nicht umsonst einer der reichsten Männer Englands. Er hatte seine Millionen mit Konservendosen gemacht. Jetzt gehörten ihm allerdings noch einige andere Firmen.

Perry hatte keine Lust, in den Pool zu springen. Die Zeiten waren längst vorbei. Er stand an der Bar und trank Wodka aus der Flasche. Wodka war sein Lieblingsgetränk. Er schluckte das Zeug wie Wasser. Dann setzte er die Flasche ab und griff nach einer herumliegenden Schachtel Zigaretten.

Ein Feuerzeug schnippte auf.

Clifton drehte den Kopf und sah neben sich seinen Bruder stehen.

Dan Clifton war das glatte Gegenteil von Perry. Er hatte zwar das gleiche lackschwarze Haar, doch das war auch alles. Dan Clifton war ein Träumer. Er hatte studiert und schwärmte von Expeditionen nach Brasilien. Leider ließ das seine Gesundheit nicht zu. Dan Clifton war von Natur aus kränklich. Er hatte einen blassen Teint und immer tiefe Ränder unter den Augen, die auch von der Hornbrille nicht verdeckt werden konnten. Er trug einen dunkelblauen Anzug und eine dazu passende Krawatte aus schwerer Seide.

Perry Clifton stieß den Rauch durch beide Nasenlöcher aus. »Du hast dich wohl verlaufen, Danny-Boy, wie?«

»Wieso?«

Perry lachte. Dann machte er mit dem linken Arm eine umfassende Geste. »Hör zu, Muttersöhnchen. Das hier ist was für Erwachsene, für Leute mit Pep, aber nicht für Versager. Geh nach Hause und schnitz dir ein Blasrohr für deine Expedition.«

»Warum, Perry? Du hast doch schließlich Geburtstag. Und da wollte ich etwas mitfeiern.«

Jetzt bekam Perry große Augen. Er verschluckte sich sogar am Rauch der Zigarette.

»Du willst tatsächlich mit einen draufmachen?« , fragte er, als er sich ausgehustet hatte. »Das ist ’n Ding. He, Leute!«, brüllte er plötzlich. »Kommt mal her.«

»Perry, ich …«

»Ach, halt den Rand.«

Einige Gäste kamen angelaufen. Grinsend blieben sie vor den beiden Brüdern stehen.

»Was ist das denn für eine Figur?«, kicherte eines der Betthäschen.

Perry schlug Dan kräftig auf die Schulter. »Das ist mein lieber Bruder Danny. Ein heißer Typ, was?« Er lachte.

Dan Clifton bekam einen roten Kopf, als er Mittelpunkt der allgemeinen Belustigung war.

»Heiß? Ist der wirklich heiß?«, fragte Jonny Reno, ein stadtbekannter Rauschgift-Dealer.

»Und wie!«

Reno lachte, dass seine beiden Goldzähne blitzten. »Dann braucht er Abkühlung. Los, worauf warten wir noch?«

»Jaaa!«, brüllte die Meute im Chor. Und dann stürzten sich vier Mann auf Dan Clifton.

Perry machte mit. Er bog den Kopf seines Bruders nach unten, nahm Dan in den Schwitzkasten, sodass die anderen keine Mühe hatten, die Beine zu packen.

Vergebens trommelte Dan mit den Fäusten gegen Perrys Hüften. Der lachte nur.

Unter großem Hallo und Anfeuerungsrufen der Girls wurde Dan Clifton zum Pool geschleift. Zwei nackte Pärchen tummelten sich noch darin, die aber schnell über die Leiter hinauskletterten, als sie sahen, was die anderen vorhatten.

Die Männer hatten Dan hochgehoben.

Im Chor brüllten sie die Kommandos.

»Eins – zwei …«

Bei drei ließen sie Dan Clifton los. Der junge Mann flog im hohen Bogen durch die Luft und landete klatschend im Wasser, das durch die farbigen Kacheln grün schimmerte.

Das Wasser schlug über Dan Clifton zusammen. Zahlreiche Augenpaare richteten sich auf den unfreiwilligen Schwimmer, der verzweifelte Paddelbewegungen machte, um an die Oberfläche zu kommen.

Grinsend sahen die Leute zu, bis einer sagte: »Ich glaube, der kann gar nicht schwimmen.«

Perry Clifton hörte den Satz und hechtete mit brennender Zigarette im Mund seinem Bruder nach, der wie ein Stück Treibholz dicht unter der Wasseroberfläche schwamm.

Perry bekam Dan zu packen, zog ihn hoch und schwamm mit ihm an den Rand.

Hilfreiche Hände hoben Dan aus dem Wasser, der würgte und sich dann übergeben musste.

»Mann, du bist vielleicht ’ne Memme«, keuchte Perry und wischte sich das Wasser aus dem Gesicht. »Mich wundert es nur, dass du noch nicht in der Badewanne ertrunken bist.«

Diese Bemerkung löste wieder einen allgemeinen Heiterkeitsausbruch aus.

Mühsam stemmte sich Dan Clifton auf die Beine. Er spuckte und hustete noch immer.

Eines der Girls warf ihm ein Handtuch zu.

Clifton wischte sich das Gesicht ab. Dann ließ er das Handtuch fallen. Seine Brille lag irgendwo auf dem Grund des Pools. Mit hängendem Kopf schlich Dan Clifton aus dem Raum. Er drehte sich nicht ein einziges Mal mehr um.

»Jetzt weint er sich bei Mammy aus«, meinte einer.

Für diese Bemerkung fing er sich einen Schwinger ein. Perry hatte aus der Drehung heraus zugedroschen. Der Sprecher klatschte in das Schwimmbecken.

Keiner lachte mehr.

Nur Jonny Reno fragte: »Was ist denn auf einmal los, Perry?«

Clifton winkte ab. »Ach, ihr könnt mich doch alle mal …«

Dann machte er auf dem Absatz kehrt und ging den gleichen Weg, den auch sein Bruder genommen hatte.

»He, ist die Party jetzt zu Ende?«, rief Reno.

»Nein, ich ziehe mir nur was anderes an.« Clifton grinste. »Ihr könnt weitersaufen.«

Er verließ den Raum durch die Schwingtür, fuhr mit dem Lift fünf Stockwerke tiefer und betrat seine Hotelsuite.

Sie umfasste drei Zimmer. Alle fantastisch eingerichtet und für einen normal Sterblichen nicht zu bezahlen.

Perry Clifton betrat den Schlafraum, wo auch der kleine Schreibsekretär stand. Er war aus feinstem Mahagoni und handgearbeitet.

Der Kristalllüster an der...

Erscheint lt. Verlag 6.5.2015
Reihe/Serie John Sinclair Gespensterkrimi
John Sinclair Gespensterkrimi
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte 2017 • Bastei • blutig • Classic • classics • Clown • Dämonenjäger • Geisterjäger • Gruselroman • Grusel-Roman • Grusel-serie • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror deutsch • horror deutsch kindle • Horror-Roman • Horrorroman deutsch • Horror-Serie • horror thriller • Horror-Thriller • horror thriller deutsch • Jason Dark • Julia-meyer • Krimi-Bestseller • Krimi-deutsch • Krimi kindle • krimi neuerscheinungen 2017 • Krimi-Thriller • Lovecraft • Paranomal • Professor Zamorra • Pulp Ficition • Roman-Heft • Sinclair • sinclair classics • Slasher • spannend • Splatter • Stephen King • Stephen-King • Steven King • Terror • Thriller-Serie • Tony Ballard • Walking Dead • Zombies
ISBN-10 3-7325-0066-7 / 3732500667
ISBN-13 978-3-7325-0066-6 / 9783732500666
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