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John Sinclair Gespensterkrimi - Folge 38 (eBook)

Der Unheimliche von Dartmoor

(Autor)

eBook Download: EPUB
2015 | 1. Auflage
64 Seiten
Verlagsgruppe Lübbe GmbH & Co. KG
978-3-7325-0062-8 (ISBN)

Lese- und Medienproben

John Sinclair Gespensterkrimi - Folge 38 -  Jason Dark
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Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1973 - 1978, die in der Reihe Gespenster-Krimi erschienen sind! Der Unheimliche von Dartmoor. Menschen verschwinden aus dem sichersten Zuchthaus Englands. Unmöglich sagen die einen. Hier hat der Teufel seine Hand im Spiel, flüstern die anderen. Plötzlich ist in Dartmoor die Hölle los. Und als einer der Verschwundenen als grünhäutiges Monsterwesen in einem nahegelegenen Dorf erscheint, ist die Panik am Höhepunkt. Jetzt kann nur noch einer helfen: John Sinclair, der Geisterjäger! Als Gefangener lässt sich John nach Dartmoor bringen und damit beginnt für ihn ein mörderisches Abenteuer. John Sinclair - der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit!

»Verfluchtes Sauwetter!«, schimpfte Tom Wicker und schüttelte sich das Wasser von seinem Gummiumhang. Dann hängte er den Regenschutz an den Garderobenhaken. Der nasse, aufgeweichte Hut folgte. Wickers Blick glitt nach unten. Die Hosenbeine seiner Uniform waren schwer vor Nässe.

»Mist, verdammter!«, knurrte Wicker.

Clark Haskell grinste. »Vorgestern hast du noch über die Hitze geflucht, mein Lieber.«

»Aber solch ein Regen ist auch nicht das Wahre. Das gießt ja wie aus Kannen. Wenn es wenigstens ein feiner Landregen wäre. Aber so. Und überhaupt – wenn man arbeiten muss …«

Wicker nieste kräftig und ging dann mit schnellen Schritten zum Tresen.

Clark Haskell, der Wirt hatte schon einen Gin bereitgestellt. Wicker leerte das Glas mit einem Zug und stellte es dann wieder zurück auf die dicke Holzplatte des Tresens.

»Du bist spät dran«, meinte der Wirt. Er trat vor das große Bierfass, hielt einen Glaskrug unter den Hahn und ließ ihn vollaufen.

Tom Wicker lachte freudlos. »Wenn du wüsstest. Heute ist schon wieder einer verschwunden.«

Der Wirt drehte den Hahn ab. Er hatte nicht aufgepasst, der Schaum quoll über den Krugrand. Rasch stellte Haskell das Glas vor seinem Gast auf die Theke.

»Erzähl mal.«

Wicker hob die Schultern. »Was gibt es da groß zu erzählen? Wir machten heute Abend unseren normalen Kontrollgang, prüften auch wie immer sämtliche Einzelzellen, und da war eine leer. Aber was erzähle ich dir, du kennst das Zuchthaus ja selbst.«

Wicker nahm einen Schluck, wischte sich dann den Schaum von den Lippen und stellte das halb leere Glas wieder ab. Sekundenlang schloss er die Augen. »Kinder, das tut gut. Als würde mir ein Englein aufs Herz pinkeln.«

Der Wirt lachte. »Den Humor scheinst du ja trotz allem nicht verloren zu haben.«

»Wieso auch? Ich bin doch nicht verantwortlich. Aber ich will dir eines sagen, Clark, der Alte kriegt schon Muffensausen. Es ist schließlich der dritte Gefangene, der auf unerklärliche Weise verschwunden ist. Es tauchen bereits die ersten Gerüchte auf.«

»Welche Gerüchte?«

»Angeblich haben finstere Mächte ihre Hände im Spiel.«

Der Wirt lachte, doch es klang gekünstelt.

»Ja, Clark, ich lache auch darüber. Aber die Gefangenen haben verdammt viel Zeit, und die Nächte sind lang. Da kommen so manchem schlimme Gedanken.« Wicker griff wieder nach seinem Bierglas und leerte den Rest.

Tom Wicker war Aufseher im Zuchthaus Dartmoor. Über zehn Jahre tat er dort schon Dienst, im Schichtwechsel, das brachte wenigstens etwas mehr Geld.

Wicker war ein Gemütsmensch. Er konnte keiner Fliege etwas zuleide tun und war auch froh, wenn man ihn in Ruhe ließ. Für den Job eines Aufsehers war er denkbar ungeeignet, aber hier war es genauso wie in vielen anderen Gegenden. Wer wollte schon am Ende der Welt arbeiten? Und um Dartmoor herum gab es fast nur Sumpf und Wald. Die nächste Ortschaft war fünf Meilen entfernt, dort wohnten fast ausschließlich die Angestellten des Zuchthauses. Wie auch Tom Wicker. Seit zehn Jahren war er verheiratet. Seiner Frau Mary hatte der Umzug in diese verlassene Gegend nichts ausgemacht. Sie kam selbst vom Land. Wicker war in Edingburgh aufgewachsen und heute noch stolz auf seine schottische Herkunft. Er war ein hagerer Typ mit kantigen Gesichtszügen und tiefliegenden Augen. Er hatte rotblondes Haar, das auch durch den besten Kamm nicht zu bändigen war. Seine Hände waren breit und mit Schwielen bedeckt. Man sah Wicker an, dass er zupacken konnte.

Clark Haskell beobachtete seinen Gast unter halb gesenkten Augenlidern hervor. Zwei Jahre war Haskell inzwischen schon Besitzer des DARTMOOR INN. Der Vorgänger war auf reichlich mysteriöse Art und Weise ums Leben gekommen. Er hatte sich erhängt. Nahe dem Zuchthaus, dort wo der tückische Sumpf begann. Doch an den Selbstmord glaubten viele nicht. Man nahm eher an, dass es der Racheakt eines Häftlings gewesen war, aus welchen Motiven auch immer.

Haskell war ein finster aussehender Typ. Er hatte eine flache Stirn, kleine Augen und pechschwarze, ziemlich lange Haare. Mit seinen Händen konnte er einen kleinen Baumstamm umfassen, und die Armmuskeln drohten fast das karierte Hemd zu sprengen. Seine Lippen waren aufgeworfen, und die breite Nase machte ihn auch nicht gerade schöner.

Aus einem Päckchen klopfte Haskell eine Zigarette und bot Wicker auch eine an.

Der Gefängnisbeamte nahm das Stäbchen mit einem Kopfnicken. Haskell gab Feuer.

»Und was macht ihr jetzt, Tom?«, fragte er.

»Wie?«

»Ich meine mit den Ausbrechern – oder Verschwundenen.«

»Weiß ich doch nicht.« Wicker hustete, weil ihm Rauch in die Nase gestiegen war. »Das sind nicht meine Sorgen, habe ich dir doch schon mal gesagt. Aber wahrscheinlich werden sie wieder die Wachen verstärken. Das bedeutet Überstunden.«

»Und Geld«, fügte Haskell hinzu.

Wicker winkte ab. »Hör doch auf. Ich bin froh, wenn ich zu Hause sein kann. Außerdem habe ich ein Hobby.«

Haskell hob die Augenbrauen. »Hätte ich dir ja gar nicht zugetraut.«

Wicker grinste verschmitzt. »Du wirst es kaum glauben, aber ich halte mir Schlangen.«

»Giftige?«

»Nee, da würde mir meine Alte aufs Dach steigen.« Wicker warf einen Blick auf die Uhr. »Teufel noch mal, jetzt muss ich aber verschwinden. Wieviel habe ich zu zahlen?«

»Zwei Bier.«

»Und der Gin?«

»Habe ich spendiert.«

»Man dankt, edler Sir«, sagte Wicker und grinste.

Er drückte die Zigarette aus, legte das Geld auf den Tresen, ging zu dem Garderobenständer und warf sich seine nasse Gummipelerine über die Schultern. Dann setzte er sich die Mütze auf und schimpfte, weil ihm Wasser in den Nakken lief.

An der Tür drehte sich Wicker noch einmal um. Er rief einen Gute-Nacht-Gruß und ging nach draußen.

Es goss noch immer. Der warme Sommerregen hatte das Land förmlich zugedeckt. Der Himmel hatte sich bezogen. Kein Mond, geschweige denn ein Stern war zu sehen. Die Nacht war rabenschwarz.

Gleichmäßig rauschte der Regen und überströmte selbst die Geräusche aus dem nahegelegenen Sumpf, der mit dem Dartmoor Forest eine natürliche Einheit bildete.

Tom Wicker stieg auf sein Rad. Zum Dorf hinunter führte nur ein schmaler Pfad. Er war vom Regen aufgeweicht, und Wicker hatte Mühe, sein Fahrrad in der Spur zu halten.

Langsam fuhr er dem Dorf entgegen.

Es war wenige Minuten vor Mitternacht. Wicker dachte an seine Frau, die sich Sorgen machen würde. Er hoffte, so schnell wie möglich ins Bett zu kommen, ahnte allerdings nicht, dass er in dieser Nacht keinen Schlaf mehr finden sollte …

*

Mary Wickers Haltung verkrampfte sich. Aus schockgeweiteten Augen starrte sie auf die Hände, die sich an der Scheibe immer höher schoben.

Jetzt waren schon die Arme zu sehen. Dicke Muskelstränge, die grünlich schimmerten.

Die Angst schnürte Mary Wickers Kehle zu. Sie war unfähig, einen Ton von sich zu geben. Anstatt das Licht anzuknipsen und um Hilfe zu rufen, blieb sie sitzen.

Und dann tauchte ein Gesicht auf. Wie ein Ballon stand es vor dem Fenster.

Weiße Augäpfel quollen aus der schrecklichen, grün leuchtenden Fratze. Mary Wicker konnte sogar die Äderchen darin erkennen. Ein breiter Mund war in das Gesicht wie mit einem Meißel eingehauen. Die Lippen bestanden aus Hautfetzen.

Jetzt öffneten sie sich und gaben einen dunklen gierigen Schlund preis.

Der Unheimliche nahm seinen rechten Arm etwas zurück, dann krümmte er die Hand zur Klaue, und einen Atemzug später kratzten die Fingernägel über die Scheibe.

Das hässliche Geräusch erzeugte bei Mary Wicker kalte Angstschauer, die intervallweise über ihren Rücken liefen.

Die Frau begann zu zittern. Ihre Zähne klapperten aufeinander. Ihre rechte Hand suchte die Nachttischlampe. Doch Mary Wicker war so nervös, dass sie die Lampe umstieß.

Sie rollte vom Nachttisch und polterte zu Boden.

Mary wollte sie aufheben, erstarrte aber mitten in der Bewegung.

Das Gesicht war verschwunden!

Mary Wicker wischte sich über die Augen, sah noch einmal zum Fenster. Sie hatte sich nicht getäuscht.

Niemand stand mehr hinter der Scheibe. Nur noch der Regen trommelte gegen das kleine Fenster.

Schluchzend ließ sich Mary zurückfallen. Jetzt erst merkte sie, wie sehr sie zitterte. Das Herz schlug ihr bis zum Hals. Der Körper war schweißverklebt. Um ihrem Hals schienen unsichtbare Fesseln zu liegen.

Mary Wicker dachte an ihre Tabletten. Sie hob die Nachttischlampe auf – zum Glück war der Stecker in der Dose geblieben – und schaltete sie ein.

Die Birne war nur schwach, erhellte soeben die Hälfte des Zimmers.

Mary Wicker stand auf. Sie traute sich nicht, an das Fenster zu gehen. Der Schock steckte noch zu tief. Vielleicht hatte sie sich das auch alles nur eingebildet. Ich sollte nicht mehr so viele Krimis lesen, dachte sie.

Dann nahm sie die Tablette. Trocken schluckte sie sie hinunter und verzog das Gesicht.

»Wenn nur Tom hier wäre«, murmelte sie. Sie dachte daran, dass er wahrscheinlich wieder Überstunden machen musste. Und sie hatten ja kein Telefon. Tom war dagegen. Aber Mary nahm sich vor, sich dafür einzusetzen, dass sie bald eins bekamen.

Mit müden Schritten ging sie durch das Schlafzimmer. Das lange weiße Nachthemd reichte bis zum Boden. Mary hatte das dunkelblonde Haar hochgesteckt. Die Frisur machte sie älter. Dabei war sie erst dreißig, doch das Leben hatte schon seine Spuren hinterlassen. Die ersten Falten gruben sich in die Gesichtshaut. Außerdem tat Mary wenig für ihre...

Erscheint lt. Verlag 6.5.2015
Reihe/Serie John Sinclair Gespensterkrimi
John Sinclair Gespensterkrimi
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte 2017 • Bastei • blutig • Classic • classics • Clown • Dämonenjäger • Geisterjäger • Gruselroman • Grusel-Roman • Grusel-serie • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror deutsch • horror deutsch kindle • Horror-Roman • Horrorroman deutsch • Horror-Serie • horror thriller • Horror-Thriller • horror thriller deutsch • Jason Dark • Julia-meyer • Krimi-Bestseller • Krimi-deutsch • Krimi kindle • krimi neuerscheinungen 2017 • Krimi-Thriller • Lovecraft • Paranomal • Professor Zamorra • Pulp Ficition • Roman-Heft • Sinclair • sinclair classics • Slasher • spannend • Splatter • Stephen King • Stephen-King • Steven King • Terror • Thriller-Serie • Tony Ballard • Walking Dead • Zombies
ISBN-10 3-7325-0062-4 / 3732500624
ISBN-13 978-3-7325-0062-8 / 9783732500628
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