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John Sinclair Gespensterkrimi - Folge 37 (eBook)

Die Totenkopf-Gang

(Autor)

eBook Download: EPUB
2015 | 1. Auflage
64 Seiten
Verlagsgruppe Lübbe GmbH & Co. KG
978-3-7325-0061-1 (ISBN)

Lese- und Medienproben

John Sinclair Gespensterkrimi - Folge 37 -  Jason Dark
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Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1973 - 1978, die in der Reihe Gespenster-Krimi erschienen sind! Die Totenkopf-Gang. Der Mandarin war entkommen! Geisterjäger John Sinclair hatte es nicht geschafft, ihn endgültig zur Strecke zu bringen. Jetzt wartete der teuflische Verbrecher auf eine neue Chance. Im geheimen bereitete er ein gigantisches Verbrechen vor und sammelte mit Hilfe der Schwarzen Magie neue Diener um sich. Und schon bald hatte er eine Bande zusammen, die an Brutalität alles bisher Dagewesene übertraf. Die Totenkopf-Gang war im Anmarsch. Und in der Londoner Unterwelt begann das große Zittern ... John Sinclair - der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit!

Die Nacht hatte einen heißen Tag abgelöst. Über die dunklen Fluten der Themse strichen hauchdünne Nebelschleier. Das Wasser gurgelte und schmatzte. Klatschend brachen sich die Wellen an der hohen, mit Algen bedeckten Kaimauer.

Wie eine große graue Decke wirkte der Himmel. Nicht ein Stern funkelte. Es war drückend schwül, und die Luft war kaum zu atmen. Kein Windhauch brachte Kühlung, und die Themse stank wie eine Kloake.

Tief flogen die Schwalben, schnappten mit ihren Schnäbeln nach Mücken und Fliegen.

Weiter östlich quietschten die Verladekräne. Dort wurden auch in der Nacht Schiffe be- und entladen. Starke gleißende Scheinwerfer vertrieben die Dunkelheit. Doch die Lichtglocke reichte längst nicht aus, um die zahlreichen stillgelegten Piers auch noch zu erleuchten.

Hier ballte sich die Dunkelheit, schluckte die Lagerhäuser und die zerfallenen Holzbauten. Ratten hatten ihr Paradies gefunden. Fiepend und pfeifend wieselten die fetten, ekligen Tiere über den mit Schlaglöchern übersäten Boden.

Dieser Teil des Londoner Hafens war schon lange dem Verfall preisgegeben. Die Stadt hatte die einzelnen Grundstücke aufgekauft, wollte ein Handelszentrum errichten, doch die schwache Finanzlage hatte dieses Vorhaben erst einmal verzögert.

Der Wagen näherte sich aus Richtung Osten. Es war ein dunkler Mercedes, und die vier Männer, die sich in dem Gefährt verteilt hatten, waren alles andere als Chorknaben.

Sie waren Gangster, gehörten zur Elite der Londoner Unterwelt.

Wie ein Pascha hockte Henry Graf im Fond des Mercedes und starrte durch die schusssichere Scheibe. Graf war eine Größe auf dem Rauschgiftmarkt, er kontrollierte den gesamten Londoner Süden und regierte mit eiserner Faust.

Dabei sah er aus wie ein Gentleman der alten Schule. Graues, leicht gewelltes Haar, das sich an der Stirn schon lichtete. Ein schmales, gebräuntes Gesicht, in dem hellblaue Augen funkelten. Außerdem zierte ein grauer Ziegenbart sein Kinn.

Henry Graf stammte aus Deutschland. Sein Vater war Deutscher gewesen, seine Mutter Engländerin. Die Eltern hatte es aber dann schon sehr bald nach London verschlagen, wo sie sich dann nach zwei Jahren getrennt hatten. Henry Graf war praktisch auf sich allein gestellt gewesen, und er hatte sich in seinen Kreisen durchgesetzt.

Jetzt, mit fünfundvierzig, hatte er es geschafft.

Graf blickte auf den breiten Rücken seines Leibwächters, der neben dem Fahrer saß. Unzählige Gedanken gingen dem Gangsterboß durch den Kopf. Er dachte an den unbekannten Anrufer, der ihn in die Hafengegend bestellt hatte. Zuerst hatte Graf die Anrufe einfach ignoriert, aber der Unbekannte hatte nicht locker gelassen, bis Graf einverstanden gewesen war.

Tagelang hatte er sich den Kopf zerbrochen, wer hinter diesen Anrufen stekken konnte. Am stärksten hatte er ja Jamie Tyler in Verdacht. Tyler – auch König von Soho genannt – war der zweite Rauschgiftfürst in London. Er hatte noch etwas mehr Macht als Henry Graf. Und das wurmte Graf. Irgendwann würde es zu einer Auseinandersetzung kommen, da war sich Graf ganz sicher. Ein Burgfrieden unter Gangstern hielt nie lange.

Der Mercedes fuhr jetzt langsamer. Immer wieder musste der Fahrer allzu tiefen Schlaglöchern ausweichen. Er stieß dann jedes Mal einen wüsten Fluch aus.

Der Mercedes besaß eine Klimaanlage, die bei diesen extremen Temperaturen eine Wohltat war. Nicht ein Tropfen Schweiß glitzerte auf den Stirnen der vier Männer.

Seufzend steckte sich Graf eine Zigarette zwischen die Lippen. Der Mann, der neben ihm saß, gab ihm Feuer. Graf bedankte sich nicht einmal mit einem Nicken. Für ihn war es selbstverständlich, dass seine Leute wie Marionetten reagierten.

»Wann sind wir denn da?«, fragte er.

Der Fahrer hob die Schultern. »In wenigen Minuten, Boss. Es sind dann immer noch dreißig Minuten Zeit, bis zum vereinbarten Zeitpunkt.«

»Seht euch aber die Gegend vorher an«, sagte Henry Graf. »Ich möchte keine unliebsamen Überraschungen erleben.«

»Keine Angst, Boss, das geht schon in Ordnung.«

Henry Graf blies den würzigen Rauch durch die Nasenlöcher aus. Immer wieder kehrten seine Gedanken zu dem unbekannten Anrufer zurück. Was wollte dieser Kerl von ihm? Und weshalb hatte er ihn um Mitternacht in den verlassenen Hafen bestellt? Graf spürte, wie eine prickelnde Spannung von ihm Besitz ergriff. Er schielte auf seinen neben ihm sitzenden Leibwächter, der stur vor sich hinstarrte und auf den Knien eine Thompson-Maschinenpistole liegen hatte. Ja, die Killer waren bestens ausgerüstet. Sogar Handgranaten hatten sie mitgenommen.

Der Wagen fuhr jetzt langsamer, rollte um einen Backsteinbau herum und hielt an.

Die Scheinwerfer verlöschten.

Sekundenlang sprach keiner der Männer ein Wort. Dann zischte Graf: »Los, steigt aus, und seht euch die Umgebung an. Bud und Torry, ihr versteckt euch in dem Bau.«

Der Fahrer und der Beifahrer nickten. Synchron öffneten sie die beiden Vordertüren. Augenblicklich drang die schwüle Nachtluft in das Innere des Mercedes.

Die Türen schnappten wieder zu.

Wie Schatten glitten die beiden Männer durch die stockdunkle Nacht und verschwanden in der Steinbaracke. Nicht ein Fenster war dort mehr heil, und das Dach war zum Teil eingestürzt.

Henry Graf lehnte sich in seinem Sitz zurück. Er drückte die Zigarette aus und ließ sich aus der Hausbar einen Whisky geben. Der Arzt hatte ihm zwar den Genuss von Alkohol verboten, aber es gab Momente, da brauchte er einen Schluck.

»Soll ich auch draußen warten?«, fragte Killer-Pete, der neben seinem Boss sitzengeblieben war.

»Nein.« Graf schüttelte den Kopf. »Es reicht, dass du aussteigst, wenn die anderen kommen.«

»Rechnen Sie denn mit mehreren, Boss?«

»Natürlich. Glaubst du denn, einer allein bringt den Mut auf? Nein, das wird eine Gang sein.«

Killer-Pete lachte glucksend. »Die werden ihr blaues Wunder erleben.« Mit der rechten Hand streichelte er den Lauf seiner Waffe.

Die Leute, die über Killer-Pete Bescheid wussten, hielten den Mund. In ihrem eigenen Interesse. Dabei sah Killer-Pete relativ harmlos aus. Er hatte flachsblondes Haar und trug eine getönte Goldrandbrille. Als Hobby gab er Tontaubenschießen an. Er gehörte sogar einem Verein an, aber manche meinten auch, dass Killer-Pete nicht ganz richtig im Kopf war. Laut wagte das natürlich keiner zu sagen.

Killer-Pete peilte nach draußen. Sein Mund hatte sich zu einem erwartungsvollen Grinsen verzogen. Bald würde es Arbeit für ihn geben, er spürte das direkt.

Henry Graf blickte auf seine Uhr.

Noch fünfzehn Minuten bis Mitternacht.

Hoffentlich sind die anderen pünktlich, dachte er. Keine Minuter länger würde er hierbleiben. Schließlich wartete Rosy, das rothaarige, heiße Luder auf ihn.

Graf wischte sich über den Mund. Langsam ergriff auch die Nervosität von ihm Besitz. Wenn er nur wüsste, wer ihn da angerufen hatte. Ein Schatten tauchte neben dem Wagen auf.

Es war Torry, einer der beiden anderen Leibwächter. Torry bückte sich und drückte seine eingeschlagene Nase gegen die Scheibe. Dann hob er die Schultern.

Graf öffnete die Tür. »Geh wieder auf deinen Platz!«, befahl er.

»Ich glaube, die haben uns verladen, Boss!«

»Hast du nicht gehört? Verschwinde!«

Torry zog wieder ab. Mit der rechten Fußspitze kickte er einen am Boden liegenden Stein weg.

Noch fünf Minuten!

Henry Graf wurde immer nervöser. Er hatte sich vorgebeugt, die Arme auf die Rückenlehne des Vordersitzes gelegt und starrte durch die breite Frontscheibe. Killer-Pete peilte durch die linke Seitenscheibe, so hoffte er, genug von der Umgebung sehen zu können.

Doch die Männer irrten sich beide.

Das Verderben kam aus der Tiefe!

Hinter dem Wagen hob sich plötzlich der Kanaldeckel. Stein kratzte über Stein. Unendlich langsam wurde der Deckel zur Seite gedrückt.

Eine Hand tauchte auf.

Eine Knochenhand …

Die beiden Männer in dem Mercedes waren nach wie vor völlig ahnungslos.

Jetzt lag der Deckel frei. Ein finsterer Schacht gähnte. Die Spitze eines breitkrempigen Hutes wurde sichtbar – ein Gesicht folgte.

Ein Totenschädel …

Lautlos näherte sich das Verhängnis.

Sekunden später stand die unheimliche Gestalt im Freien. Sie trug einen breitkrempigen Hut auf dem Kopf, unter dem ein hässlicher Totenschädel grinste.

Ein schwarzer langer Umhang verdeckte das Gerippe. Bleich leuchteten die skelettierten Finger, die eine Maschinenpistole umklammert hielten.

Doch die Gestalt war nicht allein. Drei weitere Knochenmänner verließen den Schacht. Auch sie hielten Maschinenpistolen in den Händen.

Das Grauen war gekommen und näherte sich unaufhaltsam dem parkenden Wagen.

Die vier Knochenmänner hoben die Waffen. Die Zeigefinger lagen um die Stecher.

In diesem Moment drehte Henry Graf sich um. Er wusste selbst nicht, was ihn dazu getrieben hatte, vielleicht der Instinkt für Gefahr.

Auf jeden Fall sah er die vier Unheimlichen und öffnete den Mund zu einem gellenden Warnschrei.

Und dann war die Hölle los …

*

Vier Maschinenpistolen hackten gleichzeitig ihre Todesmelodie. Rote Feuerzungen leckten aus den Läufen, Kugeln heulten durch die Nacht und klatschten in die Rückscheibe der Mercedes-Limousine.

Das Panzerglas hielt.

Es bekam zwar Risse und wurde milchig, doch es schluckte die Geschosse.

Im Wagen hatte sich Henry Graf nach vom geworfen und war zwischen Vorder- und Rücksitz gekrochen.

»Verriegele die Türen!«, brüllte er seinen...

Erscheint lt. Verlag 6.5.2015
Reihe/Serie John Sinclair Gespensterkrimi
John Sinclair Gespensterkrimi
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte 2017 • Bastei • blutig • Classic • classics • Clown • Dämonenjäger • Geisterjäger • Gruselroman • Grusel-Roman • Grusel-serie • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror deutsch • horror deutsch kindle • Horror-Roman • Horrorroman deutsch • Horror-Serie • horror thriller • Horror-Thriller • horror thriller deutsch • Jason Dark • Julia-meyer • Krimi-Bestseller • Krimi-deutsch • Krimi kindle • krimi neuerscheinungen 2017 • Krimi-Thriller • Lovecraft • Paranomal • Professor Zamorra • Pulp Ficition • Roman-Heft • Sinclair • sinclair classics • Slasher • spannend • Splatter • Stephen King • Stephen-King • Steven King • Terror • Thriller-Serie • Tony Ballard • Walking Dead • Zombies
ISBN-10 3-7325-0061-6 / 3732500616
ISBN-13 978-3-7325-0061-1 / 9783732500611
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