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John Sinclair Gespensterkrimi - Folge 23 (eBook)

Hochzeit der Vampire
eBook Download: EPUB
2015 | 1. Aufl. 2015
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-7325-0047-5 (ISBN)

Lese- und Medienproben

John Sinclair Gespensterkrimi - Folge 23 - Jason Dark, Helmut Rellergerd
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Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1973 - 1978, die in der Reihe Gespenster-Krimi erschienen sind!

Hochzeit der Vampire.

Horror-TOURS nennt sich das Unternehmen, mit dem man für 200 Sterling nach Transsylvanien reisen kann - in die Heimat des Grafen Dracula. Auch Inspektor John Sinclair ließ es sich nicht nehmen mitzufahren.

Sicher, John hatte der ganzen Sache nicht so recht getraut. Als Geisterjäger vom Scotland Yard kann ihn wenig schocken. Doch was dann geschah übertraf seine schlimmsten Erwartungen. Nicht nur das Wiedersehen mit seinem Erzfeind Dr. Tod machte John Sinclair schwer zu schaffen, er wird auch noch Ehrengast auf der Hochzeit der Vampire ...

John Sinclair - der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung.

Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit!

Vier graue Schatten huschten auf die Straße. Wie Schemen waren sie aus den Büschen zu beiden Seiten des schmalen Weges aufgetaucht.

Sie hatten auf den Einsamen gelauert.

Der Mann zitterte plötzlich. Kalter Schweiß legte sich auf seine Stirn. Er bereute es, sich auf den Weg gemacht zu haben. Aber er war Geschäftsmann, musste sehen, dass er zu Geld kam, und Horror-Tours waren etwas Außergewöhnliches.

Der Mann hieß Janos Ruff. Im vorigen Monat war er vierzig Jahre alt geworden und hatte vor, doppelt so lange zu leben.

Ruffs Gedanken stockten.

Die Wölfe schlichen näher. Kein Laut war zu hören. Die Bestien bewegten sich wie auf Samtpfoten.

Ruffs Blicke irrten zwischen den gelblich funkelnden Augen der Tiere hin und her. Jeden Moment rechnete er damit, dass sie ihn anfallen würden.

Nichts geschah. Sie standen um ihn herum und lauerten.

Sekunden wurden für Ruff zu Ewigkeiten. Wenn er doch nur etwas tun könnte …

Mit der Zeit flaute die Erregung ab. Seine Zunge huschte über die spröden, aufgerissenen Lippen. Der Wind trocknete den Schweiß.

Ruff atmete durch den Mund. Noch einmal riss er sich zusammen und wagte den ersten, vorsichtigen Schritt.

Den Zweiten …

Die Wölfe wichen zur Seite, bildeten eine Gasse.

Ruff atmete auf. Langsam und auf Zehenspitzen ging er weiter. Er hielt seinen Kopf zur Seite gewandt und beobachtete aus verdrehten Augen die Bestien.

Sie folgten ihm, flankierten den einsamen Wanderer.

Wie Leibwächter, dachte Ruff. Vielleicht waren sie es sogar. Vielleicht hatte der Graf sie vorgeschickt.

Ja, so musste es gewesen sein. Eine andere Möglichkeit konnte sich Ruff gar nicht vorstellen.

Er sah zum Himmel.

Wolkenberge türmten sich dort oben und wurden von dem Wind wie Spielbälle durcheinander geschleudert.

Der Mond war nicht zu sehen. Es funkelte auch kein einziger Stern. Es war eine Nacht zum Fürchten. Ideal für dunkle Gestalten aus dem Totenreich.

Janos Ruff ging weiter. Karren und Wagen hatten tiefe Furchen in den Weg gegraben. Die Erde war hart und trokken. Es hatte lange nicht mehr geregnet.

Ruff suchte eine Zigarette aus der Packung. Es waren amerikanische Stäbchen. Ruff mochte keine anderen.

Er riss ein Zündholz an. Der Wind blies die Flamme aus. Beim vierten Versuch brannte die Zigarette endlich.

Janos Ruff sog den Rauch tief in die Lungen. Seine Nerven beruhigten sich etwas.

Der Mann rauchte hastig. Schon nach ein paar Minuten warf er die Zigarette weg. Sie wurde vom Wind noch weitergetrieben und blieb dann im Graben für kurze Zeit als glühender Punkt liegen.

Die Wölfe waren noch immer da, ließen den Mann keine Sekunde aus den Augen.

Ruff ging schneller. Durch den Aufenthalt vorhin hatte er zu viel Zeit verloren. Und er wollte pünktlich sein. Zuviel hing davon ab.

Dann hatte er sein Ziel erreicht. Ein anderer Pfad schnitt seinen Weg, er wurde zum Kreuzweg.

Der Kreuzweg! Mythen und Legenden ranken sich darum. Der Kreuzweg war die Inkarnation des Bösen. Gerade in Süd- und Osteuropa spielte er eine große Rolle. Er wurde von den Menschen gemieden, denn er galt als Treffpunkt der Untoten und Hexen.

Janos Ruff blieb stehen. Ein unheimliches Gefühl beschlich ihn, denn auch er kannte die alten Geschichten.

Ruffs Blick wanderte ein Stück zur Seite, saugte sich an der knorrigen uralten Eiche fest, die ihre dicken Äste wie lange Totenfinger in den grauen Himmel reckte.

Der Galgenbaum! Noch vor siebzig Jahren hatte man hier Mörder und Sittenstrolche gehängt. Nachts – meistens bei Vollmond – sollten die Geister der Verbrecher noch heulen und wehklagen.

Ruff dachte an den Mann, den er hier treffen wollte.

Graf Montesi. Er kannte ihn nicht, hatte nicht einmal von ihm gehört. Brieflich war der Graf an ihn herangetreten. Er hatte Ruffs Annonce in der Zeitung gelesen.

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Dann war der Anruf von Graf Montesi gekommen. Der Graf hatte sich nach den Bedingungen erkundigt und sein Schloss zur Verfügung gestellt. Es lag irgendwo in den Karpaten. Ruff sollte erst heute Einzelheiten erfahren. Doch eins musste er dem Grafen versprechen. Er durfte mit niemandem über dieses Treffen reden.

Da Janos Ruff sowieso ein Einzelgänger war, hatte ihn das nicht weiter gestört.

Ruff sah auf seine Uhr.

Noch zehn Minuten bis Mitternacht. Dann würde sich alles entscheiden.

Wieder warf er einen Blick zum Galgenbaum hinüber. Die vier Wölfe hatten sich vor dem dicken Stamm niedergelassen und ließen Ruff nicht eine Sekunde aus den Augen.

Unruhig ging Janos Ruff hin und her. Wirre Gedanken tanzten in seinem Schädel. Er war neugierig und ängstlich zugleich. Wenn das Geschäft klappen sollte, dann brauchte er sich keine Sorgen mehr um die Zukunft zu machen.

Hufgetrappel schreckte Ruff aus seinen Gedanken. Es kam von Osten und wurde schnell lauter.

Auch die Wölfe hatten das Geräusch gehört. In lauernder Haltung starrten sie in die entsprechende Richtung.

Sollte der Graf etwa auf einem Pferd kommen? Oder waren es Soldaten, die …

Etwas schälte sich aus der Dunkelheit. Etwas Großes, Wuchtiges. Pferde schnaubten.

Janos Ruff sprang unwillkürlich einen Schritt zur Seite, als die beiden schwarzen Tiere vor ihm auftauchten und, wie von Geisterhand gelenkt, anhielten.

Janos Ruff stockte der Atem.

Die Pferde zogen einen Wagen.

Einen Leichenwagen!

Jede Einzelheit prägte sich in Ruffs Gehirn ein. Der Leichenwagen war pechschwarz. Vier hohe Räder trugen ihn. An den vier Ecken steckten in eisernen Haltern ebenfalls schwarze Kerzen. Die Flammen wurden von einem Glastrichter vor dem Wind geschützt. Die Fenster waren im Innern des Leichenwagens durch dunkle Vorhänge verhängt. Zwei prächtige Pferde zogen den Wagen.

Die Tiere standen still und hatten die Köpfe gesenkt. Aus ihren Nüstern drang warmer Atem, der wie eine Wolke vor den Mäulern stand.

Janos Ruff räusperte sich die Kehle frei. Er traute sich nicht, die Tür des Leichenwagens zu öffnen. Mit pochendem Herzen wartete er ab, was geschah.

Zuerst blieb es still.

Dann hörte Ruff ein Geräusch aus dem Innern des Leichwagens. Die Tür wurde geöffnet.

»Komm her!«, hörte Ruff eine leise, aber dennoch befehlsgewohnte Stimme.

Janos Ruff setzte sich in Bewegung. Da er seitlich des Leichenwagens gestanden hatte, musste er um ihn herumgehen, um zur Hinterseite zu gelangen.

Der Dreck knirschte unter Ruffs Sohlen. Überlaut kam ihm das Geräusch vor.

Janos Ruff wich den Türflügeln aus und konnte endlich in den Leichenwagen sehen.

In der gleichen Sekunde traf ihn der Schock.

In dem Leichwagen stand ein offener Sarg …

*

In London blätterte ein gewisser Bill Conolly einen Stapel Zeitungen durch. Unter anderem fiel ihm auch ein Blatt in die Hand, das erst seit einem Jahr auf dem Markt war und meistens von Skandalen berichtete.

Bill Conolly war freier Reporter. Da seine Frau Sheila ein großes Vermögen mit in die Ehe gebracht hatte, konnte er sich seine Beschäftigung aussuchen. Meistens jedenfalls. Er schrieb mal für diese Zeitschrift und mal für jene. Im Augenblick arbeitete er an einem Reisebericht über Südamerika. Er hatte den Kontinent vor einigen Wochen mit seiner Frau bereist, und die Eindrücke waren noch dementsprechend frisch. Wenn Bill nicht schrieb, ging er meistens mit seinem Freund Inspektor John Sinclair auf Geisterjagd. Sehr zum Ärger seiner jungen Frau Sheila.

Aber sie war für drei Tage verreist. Es ging um eine Filiale, die das Werk, das Sheila gehörte, in Schweden einrichten wollte. Und dazu brauchten die Manager ihr ›Okay‹. Bill wollte erst mitfahren, hatte es sich dann aber anders überlegt. Bill Conolly fühlte sich in seinem mit allem Komfort eingerichteten Haus ziemlich einsam. Außerdem schmeckte ihm das Frühstück längst nicht so gut.

Bill nahm einen Schluck Kaffee, verzog das Gesicht und schlug die letzte Seite der Zeitung auf.

Sie war fast ausschließlich mit Anzeigen bedruckt.

Eine fiel Bill besonders ins Auge. Ein gewisser Janos Ruff pries Horror-Touren nach Rumänien, in das klassische Vampirland, an.

Der Reporter las die Anzeige einmal und dann noch ein zweites Mal.

»Eigentlich sollte man da mitfahren«, murmelte er. Er wusste, dass in letzter Zeit solche Reisen up to date waren. Aber bisher war Ruff der einzige Unternehmer, der nach Rumänien fuhr. Und das klassische Vampirland wollte Bill immer schon mal kennenlernen. Besonders da er sich selbst schon mit Vampiren herumgeschlagen hatte.

Eine Woche würde die Reise dauern.

Bill war noch im Zweifel, als das Telefon anschlug. Sheila, seine Frau, war am Apparat.

»Es tut mir leid, Bill. Aber ich muss noch einige Tage länger bleiben«, teilte sie ihrem Mann mit. »Vor einer Woche bin ich nicht in London.«

»Ist es denn so wichtig?«

»Ja. Du kennst mich, Bill. Ich wäre viel lieber zu Hause.«

Das war kein leeres Gerede, Sheila meinte es tatsächlich so.

»Gut, dann kann ich ja auch etwas unternehmen.«

Sofort wurde Sheila misstrauisch.

»Hat dich John in einen Fall verwikkelt? Willst du wieder auf Geisterjagd gehen?«

»Nein, nein«, lachte Bill, »so schlimm ist es nicht.« Dann berichtete er Sheila von den Horror-Touren.

Seine Frau blieb misstrauisch. Schließlich stimmte sie doch zu, denn sie wusste,...

Erscheint lt. Verlag 6.5.2015
Reihe/Serie John Sinclair Gespensterkrimi
John Sinclair Gespensterkrimi
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte 2017 • Bastei • blutig • Classic • classics • Clown • Dämonenjäger • Geisterjäger • Gruselroman • Grusel-Roman • Grusel-serie • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror deutsch • horror deutsch kindle • Horror-Roman • Horrorroman deutsch • Horror-Serie • horror thriller • Horror-Thriller • horror thriller deutsch • Jason Dark • Julia-meyer • Krimi-Bestseller • Krimi-deutsch • Krimi kindle • krimi neuerscheinungen 2017 • Krimi-Thriller • Lovecraft • Paranomal • Professor Zamorra • Pulp Ficition • Roman-Heft • Sinclair • sinclair classics • Slasher • spannend • Splatter • Stephen King • Stephen-King • Steven King • Terror • Thriller-Serie • Tony Ballard • Walking Dead • Zombies
ISBN-10 3-7325-0047-0 / 3732500470
ISBN-13 978-3-7325-0047-5 / 9783732500475
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