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John Sinclair Gespensterkrimi - Folge 20 (eBook)

Bruderschaft des Satans

(Autor)

eBook Download: EPUB
2015 | 1. Auflage
64 Seiten
Verlagsgruppe Lübbe GmbH & Co. KG
978-3-7325-0044-4 (ISBN)

Lese- und Medienproben

John Sinclair Gespensterkrimi - Folge 20 -  Jason Dark
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Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1973 - 1978, die in der Reihe Gespenster-Krimi erschienen sind! Bruderschaft des Satans. Seit Jahrhunderten treiben die Teufelsmönche ihr Unwesen. Schaurige Gesänge der Untoten hallen nachts über das Land. Angstvoll ziehen sich die Bewohner der kleinen Dörfer in ihre Häuser zurück. Und Niemand weiß, wer das nächste Opfer sein wird ... Doch es gibt ein Mittel, die Macht der Teufelsmönche zu brechen: Der Kelch des Feuers! Allerdings steht er Hunderte Meilen entfernt in einer von Dämonen bewachten und entweihten Kapelle ... John Sinclair - der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit!

Zuerst war es nur ein Raunen, leise – wie das Säuseln des Windes. Doch das Raunen verdichtete sich, wurde lauter, intensiver und schwebte, wie von unsichtbaren Flügeln getragen, durch das weite Tal.

Roger Moulin zitterte. Er ballte die Hände zu Fäusten und presste sie gegen seine Ohren.

Nein, er durfte nicht auf das ferne Singen hören. Er musste weg. Weg von hier.

Roger Moulin machte auf dem Absatz kehrt und rannte ins Haus. Er knallte die Tür zu und verriegelte sie.

Mit dem Rücken drängte er sich gegen das Holz. Sein Körper war mit Schweiß bedeckt. Seine Zähne klapperten vor Angst.

Die Teufelsmönche! Jahrelang war es still um sie gewesen, waren sie eingeschlossen in dem Kloster der Finsternis.

Alte Legenden kamen Moulin in den Sinn. Legenden, die ihm sein Vater erzählt hatte.

Die Teufelsmönche! Wer sie sah, war verloren. Endgültig.

Moulin stöhnte auf. Er wusste, was dieses Singen zu bedeuten hatte. Sie kamen, um jemanden zu holen.

Vielleicht ihn? Es hieß, wer den Gesang zuerst vernahm, war dem Tod geweiht. Und er hatte ihn vernommen.

Roger Moulin löste sich von der Tür, taumelte in die Wohnstube.

Die Karaffe mit dem dunkelroten Wein stand auf dem Tisch. Daneben ein mundgeblasenes Kristallglas.

Moulins Finger umschlossen den Griff der Karaffe. In einem breiten Strom ergoss sich der Wein in das Glas. Ein Teil der Flüssigkeit benetzte die weiße Tischdecke.

Moulin stützte sich mit der linken Hand auf den Tisch. Plötzlich verschwamm alles vor seinen Augen. Er hatte Mühe, das Glas zu fassen.

Sollte das schon der Anfang vom Ende sein? Das Schwindelgefühl, das …

Moulin dachte nicht weiter. Er setzte das Glas an die Lippen und kippte den Wein mit einem Zug hinunter.

Im gleichen Moment brüllte er auf. Er öffnete den Mund und spie den Rest des Weines wieder aus.

Jetzt erst kam ihm zu Bewusstsein, dass sich die Flüssigkeit verändert hatte, dass sie dicker geworden war und süßlich schmeckte.

Süß wie …

Moulin wagte nicht einmal an das Wort zu denken.

Und doch war es eine Tatsache.

Roger Moulin hatte Blut getrunken!

*

In diesen schrecklichen Augenblicken wurde dem Mann klar, dass die Teufelsmänche ihn als Opfer ausgesucht hatten. Diese Verwandlung, Wein in Blut, das konnten nur die getan haben, die mit dem Satan im Bunde standen.

Angeekelt wandte sich Moulin ab. Er konnte das Blut nicht mehr sehen. Alles war zu grauenhaft, zu unwahrscheinlich.

Roger Moulin hustete erstickt. Die Lunge, sie spielte auch nicht mehr so richtig mit. Seit seine Frau gestorben war, lebte er allein in diesem Haus. Allein mit seinen Erinnerungen.

Und trotzdem hing Roger Moulin an seinem Leben. Wie jeder andere Mensch auch. Er wollte noch nicht sterben, versuchte mit aller Macht, gegen das Schicksal und die Teufelsmönche anzugehen.

Flucht! Das war sein einziger Gedanke. Wenn es ihm gelang, von hier wegzukommen, dann war alles in Ordnung. Aber er musste es schaffen, noch bevor die Mönche an seinem Haus waren.

Moulin rannte in die Küche, riss die oberste Schranktür auf. In seinem Holzkasten befand sich etwas Geld. Tausend Franc. Die mussten reichen. Moulin warf sich noch seine alte Jacke über und steckte das Sparbuch ein. Dann löschte er das Licht.

Im Dunkeln ging er auf die Haustür zu. Sein eigener Atem klang überlaut durch die Stille.

Moulin packte den Riegel, wollte ihn zurückziehen.

Der Riegel bewegte sich nicht von der Stelle!

Roger Moulin erstarrte.

Noch einmal versuchte er es.

Wieder ohne Erfolg.

»Nein«, ächzte er, »das ist unmöglich, das ist …«

In wilder Panik trommelte er gegen die Tür. Dumpf hallten die Schläge hinaus in die Nacht.

Doch niemand hörte den verzweifelten Mann.

Das Haus, einsam am Ortsende gelegen, war von den Teufelsmönchen mit einem Bann belegt worden, den nur sie lösen konnten.

Doch noch gab Moulin nicht auf. Noch war sein Widerstandswille vorhanden.

Das Fenster! Wie die letzte Rettung kam es ihm vor.

Der Mann taumelte zurück in die Wohnstube, stieß sich an der Kante eines Schrankes, achtete jedoch nicht weiter darauf.

Dann stand er vor dem Fenster.

In der Scheibe spiegelte sich das Mondlicht.

Aus brennenden Augen starrte Moulin nach draußen. Er sah die Büsche, die Bäume mit den Zweigen, die sich im Nachtwind wiegten.

Moulin hob den Arm. Um die Hand hatte er sich ein Taschentuch gewickelt.

Er würde die Scheibe einschlagen, denn das Fenster war wie die Tür ebenfalls verriegelt.

Der magische Zauber der Teufelsmönche hatte auch hier seine Früchte getragen.

Plötzlich stockte Moulin mitten in der Bewegung.

Hinter dem Kirschbaum hatte sich etwas bewegt. Sollten sie schon da sein?

»Nein!!!«

Gleichzeitig mit dem Schrei stieß Roger Moulin den Arm vor.

Splitternd zerbrach die Scheibe. Scherben regneten nach draußen. Kalte Nachtluft wehte in das Zimmer.

Moulin sprang auf die Fensterbank.

Schnell warf er einen Blick nach rechts und links. Dann ließ er sich fallen, landete weich auf dem Rasen.

Sofort kam er wieder hoch – und prallte entsetzt zurück.

Sie standen vor ihm. Wie aus dem Nichts waren sie aufgetaucht, hatten ihn eingekreist.

Sieben Teufelsmönche!

Sie trugen dunkle Kutten. Die Kapuzen hatten sie über die Schädel gezogen. Formlose, grün schimmernde Gesichter starrten den Unglücklichen an.

Roger Moulin sah die lange Zangen, die die Mönche in den Händen hielten. Die Eisenbacken der Mordinstrumente klafften gefährlich weit auseinander.

Roger Moulin wusste nicht, wie ihm geschah. Sein Blick irrlichterte von einem zum anderen. Abgehacktes, seltsames Gelächter drang aus seinem Mund.

Roger Moulin war dem Wahnsinn nahe.

Jetzt setzten sich die Mönche in Bewegung, kamen auf ihn zu, zogen den Kreis enger.

Moulin hatte keine Chance. In seinem Rücken befand sich die Hausmauer, vor ihm die grässlichen Gestalten.

Er versuchte auch keine Gegenwehr. Wie ein Delinquent, der noch einmal um Gnade bittet, sank er in die Knie.

Wispernde, raunende Laute drangen an seine Ohren. Die Teufelsmönche sprachen miteinander. Vielleicht wollten sie ihn quälen, seinen Tod hinauszögern.

Roger Moulin hob den Kopf.

Da streckten die Mönche ihre Arme aus. Dicht vor Moulins Augen befanden sich die gnadenlosen Backen der Folterzangen.

Moulin spürte, wie das Entsetzen in seinem Körper jeden anderen Gedanken auslöschte.

Er brach zusammen, fiel mit dem Gesicht auf den regenassen Boden.

Dreck und Grashalme drangen in seinen Mund. Er merkte es nicht einmal.

Roger Moulin hatte mit seinem Leben abgeschlossen.

Der Saum einer Kutte streifte seinen Kopf. Und dann hörte er die Stimme.

»Wir brauchen dich Roger Moulin. Wir brauchen deine Seele, um weiterleben zu können. Du bist der erste von sieben Menschen, die uns dieses Weiterleben garantieren!«

Roger Moulin hörte die Worte zwar, verstand sie jedoch nicht. Jegliches Gefühl hatte seinen Körper verlassen. Seine Hände hatten sich in das Erdreich verkrallt.

Nur einmal zuckte er noch zusammen. Als sich das kalte Eisen der Würgerzange um seinen Hals legte.

Dann wurde Roger Moulin ohnmächtig. Er spürte die Schmerzen nicht, die seinen Tod ankündigten.

*

»Bis Mittwoch dann, Germaine«, sagte Pierre Saval und öffnete der jungen Frau die Beifahrertür.

Germaines Gesicht verzog sich zu einem schmerzlichen Lächeln. Sie bückte sich noch einmal und sah in den Wagen. »Gib auf dich acht, Cheri«, flüsterte sie und verschwand dann mit schnellen Schritten in einen kleinen Waldweg.

Pierre Saval zog die Tür zu und seufzte tief auf. Dann kurbelte er das Fenster hinunter. Kühle Morgenluft umfächerte sein Gesicht. Die Sonne war schon aufgegangen und schickte ihre ersten wärmenden Strahlen über das Land. Unzählige Vögel zwitscherten an diesem schönen Vorsommertag.

Pierre lehnte sich in seinem Sitz zurück. Er dachte an Germaine, seine Freundin und Geliebte.

Hölle, war das eine rassige Frau! Sie hatte nur einen Fehler. Sie war verheiratet. Verheiratet mit einem Bankier, der zwar vor Geld stank, sich jedoch nicht um seine Frau kümmerte. Und so kam es, wie es kommen musste. Auf einer Party hatten sich Germaine und Pierre kennen- und lieben gelernt. Allerdings durfte ihr Verhältnis unter keinen Umständen bekannt werden. Pierre Saval war Bürgermeister von Billot, einem kleinen Ort in den Vogesen. Und da er Ambitionen nach oben hatte und in die Politik einsteigen wollte, musste seine Weste untadelig bleiben. Die Folge davon war: Er und Germaine konnten sich nur heimlich treffen, wie zwei Internatsschüler.

Germaine wohnte im Nachbarort. Meistens allein, da ihr Mann oft in Colmar war. Die vergangene Nacht hatten Pierre und Germaine ebenfalls in Colmar verbracht. Es gab dort ein kleines Hotel, dessen Portier sehr verschwiegen war.

Pierre Saval war ein Typ, in den sich jede Frau verlieben konnte. Er hatte rabenschwarze Haare, leicht gewellt und modisch geschnitten. Über der Oberlippe wuchs ein schmales Bärtchen, das an Errol Flynn erinnerte. Pierres Nase war schmal und gerade. Die dunklen Augenbrauen stießen fast mit dem Nasenbeinknochen zusammen.

Pierre Saval trug eine leichte Windjacke und darunter ein kariertes Hemd. Seine langen Beine steckten in Jeans. Wer den 33-jährigen so sah, hätte in ihm nie den Bürgermeister von Billon vermutet.

Pierre Saval drückte die Zigarette aus und verzog das Gesicht. Er hatte einen schlechten...

Erscheint lt. Verlag 6.5.2015
Reihe/Serie John Sinclair Gespensterkrimi
John Sinclair Gespensterkrimi
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte 2017 • Bastei • blutig • Classic • classics • Clown • Dämonenjäger • Geisterjäger • Gruselroman • Grusel-Roman • Grusel-serie • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror deutsch • horror deutsch kindle • Horror-Roman • Horrorroman deutsch • Horror-Serie • horror thriller • Horror-Thriller • horror thriller deutsch • Jason Dark • Julia-meyer • Krimi-Bestseller • Krimi-deutsch • Krimi kindle • krimi neuerscheinungen 2017 • Krimi-Thriller • Lovecraft • Paranomal • Professor Zamorra • Pulp Ficition • Roman-Heft • Sinclair • sinclair classics • Slasher • spannend • Splatter • Stephen King • Stephen-King • Steven King • Terror • Thriller-Serie • Tony Ballard • Walking Dead • Zombies
ISBN-10 3-7325-0044-6 / 3732500446
ISBN-13 978-3-7325-0044-4 / 9783732500444
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