Zum Hauptinhalt springen
Nicht aus der Schweiz? Besuchen Sie lehmanns.de

John Sinclair Gespensterkrimi - Folge 15 (eBook)

Der Blutgraf

(Autor)

eBook Download: EPUB
2015 | 1. Auflage
64 Seiten
Verlagsgruppe Lübbe GmbH & Co. KG
978-3-7325-0039-0 (ISBN)

Lese- und Medienproben

John Sinclair Gespensterkrimi - Folge 15 -  Jason Dark
Systemvoraussetzungen
1,99 inkl. MwSt
(CHF 1,90)
Der eBook-Verkauf erfolgt durch die Lehmanns Media GmbH (Berlin) zum Preis in Euro inkl. MwSt.
  • Download sofort lieferbar
  • Zahlungsarten anzeigen

Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1973 - 1978, die in der Reihe Gespenster-Krimi erschienen sind!

Der Blutgraf.

Als John Sinclair das Schiff betritt, freut er sich auf den wohlverdienten Urlaub. Faulenzen und in der Sonne liegen sollen ihn zeichnen. Doch es kommt anders, als er denkt. Graf Tomaso, ein Vampir, ist unter den Gästen! Und langsam verwandelt sich das idyllische Schiff in einen Schauplatz voller Angst und Schrecken.

Gefangen in der Hölle des Grauens nimmt John Sinclair mutig den Kampf auf und stellt sich Graf Tomaso und seinen schrecklichen Plänen -

John Sinclair - der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung.

Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit!

Im gleichen Augenblick drehte sich die Schlafende auf den Rücken, stöhnte leicht auf und legte den Kopf dann auf die rechte Seite.

Dadurch war der Hals frei!

Etwas Günstigeres konnte es für den Vampir gar nicht geben. Seine Augen, inzwischen an die Dunkelheit gewöhnt, saugten sich an dem zarten Frauenhals fest. Er hörte förmlich das Blut unter der Haut pochen.

Erregung überkam den Vampir. Eine Erregung, die heiß in ihm aufstieg und nur durch eins gelöscht werden konnte.

Durch Blut!

Weit beugte der Vampir seinen Oberkörper herunter, legte die Hände links und rechts flach neben den Kopf des Mädchens, öffnete den Mund noch weiter, um keinen Blutstropfen zu verlieren.

Jetzt musste er zustoßen!

Plötzlich flog mit ungeheurer Gewalt die Tür auf. Ein halbes Dutzend Männer quoll in das kleine Zimmer. Sie hielten Fackeln in den Händen und einfache Holzkreuze. Stumm und drohend standen sie da.

Der Vampir war zurückgefahren und hatte den Kopf gedreht. Seine Augen waren schreckgeweitet und suchten verzweifelt nach einem Ausweg. Der Fakkelschein beleuchtete die grässliche Vampirfratze in allen Einzelheiten.

Da wurde das Mädchen wach. Es schreckte aus dem Bett hoch, begriff im ersten Moment nicht, was los war und begann dann, gellend zu schreien.

»Hör auf, Ilona«, sagte eine harte Männerstimme. »Wir haben den Vampir geschnappt. Wir werden ihn vernichten. Endgültig.«

Der Sprecher hob das einfache Holzkreuz.

»Sieh dieses Kreuz, Untoter, das mir die Kraft gibt, dir zu widerstehen. Durch die Kraft des …«

»Aaahhh.«

Der grässliche Schrei riss dem Mann die Worte von den Lippen. Der Vampir hatte ihn ausgestoßen. Er war plötzlich aufgesprungen und hechtete auf das Fenster zu.

Klirrend zerbrach die Scheibe.

Ehe die Männer überhaupt wussten, was eigentlich richtig geschehen war, ließ sich der Vampir an der anderen Seite schon hinaus auf die nasse Erde fallen.

Er landete auf allen vieren.

Gehetzt sah er sich um.

Vorne vom Haus hörte er die Stimmen der Männer, die aus der Haustür quollen. Es dauerte noch einige Sekunden, bis die Häscher an der Rückseite waren.

Der Vampir schlüpfte in den Garten. Geduckt hetzte er durch die Gebüsche, versuchte, die rettende Dunkelheit zu erreichen.

Doch die Häscher standen überall. Hatten einen Ring um das Haus geschlossen.

Ein junger kräftiger Mann sprang dem Vampir in den Weg. Sein Gesicht war noch als heller Fleck zu erkennen. Schreiend stürzte er dem Vampir entgegen. In der Rechten schwang er eine Lanze.

»Ich hab ihn! Ich …«

Mit aller Kraft schleuderte der Mann die gefährliche Mordwaffe.

Doch der Vampir war schnell. Der Instinkt, eine Gefahr sofort zu erkennen, ließ ihn blitzartig reagieren.

Ein gewaltiger Sprung brachte ihn bis an den morschen Gartenzaun.

Die Lanze zischte ins Leere.

Der Wutschrei des Mannes gellte dem Untoten in den Ohren.

Weiter! Nur weiter! Er musste das Schloss erreichen! Musste Graf Tomaso warnen.

An den hinteren Teil des Gartens grenzte eine Wiese, die in einem kleinen Wäldchen mündete.

Wenn er das erreichte. Wenn …

Der Vampir rannte.

Seine Füße stampften durch das nasse Gras. Er riskierte es, einen Blick zurückzuwerfen.

Die Meute war ihm auf den Fersen.

Die Fackeln leuchteten gespenstisch. Der rotgelbe Schein zuckte durch die Dunkelheit, ließ die Schatten der laufenden Männer über den Boden tanzen.

Die Verfolger feuerten sich gegenseitig an. »Los, schneller! Lasst ihn nicht entkommen! Wir kriegen ihn!«

Diese und ähnliche Worte drangen durch die stockfinstere Nacht.

Der Wald rückte immer näher. Schon hatte der Vampir die ersten Bäume erreicht. Hier, zwischen den Stämmen der hohen Fichten und Tannen, war die Dunkelheit noch intensiver. Man konnte nicht mehr die Hand vor Augen sehen.

Der Vampir lachte lautlos. Er hatte es geschafft! Hatte den Wald erreicht. Hier konnten sie ihm nicht folgen, es sei denn, sie löschten die Fackeln. Denn einen Waldbrand würde wohl kaum jemand riskieren.

Aber dann war es finster. Und die Dunkelheit war sein Verbündeter.

Tatsächlich stoppten die Männer vor dem Waldrand. Es dauerte einige Zeit, bis sich ihr Atem beruhigt hatte und sie überlegen konnten, wie es nun weiterging.

»Der ist bestimmt zum Schloss«, sagte einer. »Los, wir laufen hin und schneiden ihm den Weg ab.«

Brüllend und johlend zogen die Männer weiter. Sie wollten ihr Opfer. An Aufgeben dachte niemand.

Das Schloss lag auf einem Hügel. Ringsum von Wald umgeben wirkte es wie eine stumme Drohung aus uralter Zeit. Die Mauern waren dick und dunkel. Zwei Türme ragten in den Himmel. Die Ostseite des Schlosses war zerstört. Die vor einigen Hundert Jahren ins Land eingefallenen Türken hatten dies auf dem Gewissen.

Zum Schloss führte nur ein schmaler Weg. Wie eine Schlange ringelte er sich durch den dichten Wald.

Dieser Wald war auch tagsüber dunkel und unheimlich. Hohe, dichte Baumkronen filterten das Sonnenlicht, ließen kaum einen Strahl durch. Kein Vogel nistete in den Ästen der Bäume.

Alles wirkte verlassen, öde und unheimlich.

Die Männer blieben am Anfang des Weges stehen. Sie zögerten, den unheimlichen Wald zu betreten. Manch einer wünschte, weit fort zu sein.

»Los, verdammt noch mal!«, schrie der Anführer der Gruppe, ein hochgewachsener bärtiger Mann. »Wir haben es angefangen und bringen es auch zu Ende. Diese verdammte Vampirplage muss aufhören. Sollen unsere Frauen und Mädchen denn immer weiter in Angst und Schrecken leben?«

Zustimmendes Gemurmel wurde laut. Die Worte, hart und laut ausgesprochen, hatten ihre Wirkung nicht verfehlt. Ein unsichtbarer Ruck schien durch die Vampirjäger zu gehen.

Wie auf ein geheimes Kommando setzten sie sich in Bewegung, nur von dem einen Ziel besessen.

Dem Vampir endgültig den Garaus zu machen!

*

Der Vampir rannte um sein Leben, hatte die Mauern des Schlosses längst vor den Häschern erreicht.

Das große eisenbeschlagene Tor stand offen. Der Vampir huschte hindurch, lief über den mit Moos und Unkraut bewachsenen Innenhof und blieb vor dem verwitterten Schlossportal stehen.

Er sah sich um.

Noch war von den Verfolgern nichts zu hören, aber er war sicher, dass sie kommen würden, um ihn zu vernichten.

Der Vampir blickte zum Himmel. Kein einziger Stern funkelte an dem nachtschwarzen Firmament.

Es war, als halte selbst die Natur den Atem an.

Mit beiden Fäusten trommelte der Vampir gegen das Portal. Der Graf musste ihn hören, falls er nicht schon längst wusste, was überhaupt los war.

Das Echo der Schläge hallte über den verlassenen Schlosshof.

Erschöpft hielt der Vampir inne. Warum kam der Graf nicht? Hatte er ihn nicht gehört? Oder wollte er nicht kommen? Vielleicht hatte er ihn schon längst abgeschrieben.

Diese Erkenntnis trieb dem Vampir heiße Angstschauer über den Rücken.

Aber er sollte sich getäuscht haben.

Graf Sandor Tomaso kam!

Sandor Tomaso! Herrscher über das Vampirreich! Nachfolger Draculas.

Heftig wurde das Portal aufgerissen. Flackernder Kerzenschein drang nach draußen, erhellte für Augenblicke das angstverzerrte Gesicht des Vampirs.

»Komm rein«, sagte der Graf.

Seine Stimme klang dunkel. Sie schien direkt aus einer Gruft zu kommen.

Taumelnd schritt der Vampir über die Schwelle des Schlosses.

»Es ist soweit«, keuchte er. »Sie sind mir auf der Spur. Sie werden bald hier sein. Es gibt keine Rettung mehr. Keine …«

»Ich weiß«, sagte Graf Tomaso. »Aber wir, die Untoten, sind stärker. Wir sind unsterblich!«

Der Vampir sah seinen Meister an.

Graf Sandor Tomaso hielt in der rechten Hand einen aus Holz geschnitzten Leuchter, in dem drei schwere schwarze Kerzen steckten. Die Flammen brannten unruhig, warfen zuckende Schattenmuster über Tomasos Gesicht.

Der Graf war schon alt. Hunderte von Jahren lebte er bereits, doch das Blut der Menschen gab ihm immer wieder die Kraft, die er brauchte, um existieren zu können.

Graf Sandor Tomaso, gezeugt in einer Teufelsnacht, war ein hochgewachsener Mann mit schlohweißem Haar. Sein Gesicht war kantig, wirkte hart, aber auch männlich, was besonders vielen Frauen zum Verhängnis geworden war. Unter seinen dichten Augenbrauen funkelten Augen, die an schwarze Diamanten erinnerten. Diese Augen konnten einen das Grauen lehren. Der Graf besaß lange, kräftige Hände, die gnadenlos zupacken konnten und ihr Opfer nie mehr losließen.

Graf Tomaso trug über seinem dunklen Anzug einen schwarzen Umhang, der innen mit blutroter Seide gefüttert war. Er wirkte dadurch wie eine riesige Fledermaus, wenn er seine Arme ausgebreitet hatte.

»Nun?«, fragte der Graf.

»Du musst mich verstecken«, keuchte der Vampir. »Das heißt – nein, wir müssen uns verstecken. Sie – sie werden uns töten. Sie …«

»Niemand wird mich töten«, erwiderte der Graf und betonte dabei besonders das Wort ›Mich‹. Dem Vampir fiel dies jedoch nicht auf. Er hatte zu sehr mit seinen eigenen Sorgen und Ängsten zu tun.

»Was – was machen wir denn jetzt?«, ächzte er angsterfüllt.

Graf Tomaso verzog die Lippen zu einem grausamen Lächeln. »Du warte hier«, sagte er. »Ich werde die Mächte der Finsternis anrufen, um diesem Spuk ein Ende zu bereiten. Die Jäger werden eingehen in den Schlund der Hölle, verlass dich darauf!«

Graf Tomaso trat ein paar Schritte zur Seite und stellte den Leuchter auf einen kleinen Tisch. Dann ging...

Erscheint lt. Verlag 6.5.2015
Reihe/Serie John Sinclair Gespensterkrimi
John Sinclair Gespensterkrimi
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte 2017 • Bastei • blutig • Classic • classics • Clown • Dämonenjäger • Geisterjäger • Gruselroman • Grusel-Roman • Grusel-serie • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror deutsch • horror deutsch kindle • Horror-Roman • Horrorroman deutsch • Horror-Serie • horror thriller • Horror-Thriller • horror thriller deutsch • Jason Dark • Julia-meyer • Krimi-Bestseller • Krimi-deutsch • Krimi kindle • krimi neuerscheinungen 2017 • Krimi-Thriller • Lovecraft • Paranomal • Professor Zamorra • Pulp Ficition • Roman-Heft • Sinclair • sinclair classics • Slasher • spannend • Splatter • Stephen King • Stephen-King • Steven King • Terror • Thriller-Serie • Tony Ballard • Walking Dead • Zombies
ISBN-10 3-7325-0039-X / 373250039X
ISBN-13 978-3-7325-0039-0 / 9783732500390
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
Haben Sie eine Frage zum Produkt?
EPUBEPUB (Wasserzeichen)

DRM: Digitales Wasserzeichen
Dieses eBook enthält ein digitales Wasser­zeichen und ist damit für Sie persona­lisiert. Bei einer missbräuch­lichen Weiter­gabe des eBooks an Dritte ist eine Rück­ver­folgung an die Quelle möglich.

Dateiformat: EPUB (Electronic Publication)
EPUB ist ein offener Standard für eBooks und eignet sich besonders zur Darstellung von Belle­tristik und Sach­büchern. Der Fließ­text wird dynamisch an die Display- und Schrift­größe ange­passt. Auch für mobile Lese­geräte ist EPUB daher gut geeignet.

Systemvoraussetzungen:
PC/Mac: Mit einem PC oder Mac können Sie dieses eBook lesen. Sie benötigen dafür die kostenlose Software Adobe Digital Editions.
eReader: Dieses eBook kann mit (fast) allen eBook-Readern gelesen werden. Mit dem amazon-Kindle ist es aber nicht kompatibel.
Smartphone/Tablet: Egal ob Apple oder Android, dieses eBook können Sie lesen. Sie benötigen dafür eine kostenlose App.
Geräteliste und zusätzliche Hinweise

Buying eBooks from abroad
For tax law reasons we can sell eBooks just within Germany and Switzerland. Regrettably we cannot fulfill eBook-orders from other countries.

Mehr entdecken
aus dem Bereich
HORROR | Die Vorgeschichte des Katz-und-Maus-Duetts

von H. D. Carlton

eBook Download (2025)
VAJONA (Verlag)
CHF 11,70