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John Sinclair Gespensterkrimi - Folge 11 (eBook)

Der Gnom mit den Krallenhänden

(Autor)

eBook Download: EPUB
2015 | 1. Auflage
64 Seiten
Verlagsgruppe Lübbe GmbH & Co. KG
978-3-7325-0035-2 (ISBN)

Lese- und Medienproben

John Sinclair Gespensterkrimi - Folge 11 -  Jason Dark
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Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1973 - 1978, die in der Reihe Gespenster-Krimi erschienen sind!

Der Gnom mit den Krallenhänden.

Ein unheimlicher Mörder treibt in einem kleinen französischen Dorf sein Unwesen. Niemand hat ihn gesehen, doch hinter vorgehaltener Hand flüstern die Menschen nur einen Namen: CASCABEL - der Bucklige.

Selbst John Sinclair, der berühmte Geisterjäger vom Scotland Yard, scheint dem Buckligen nicht gewachsen zu sein, denn Cascabel hat einen mächtigen Verbündeten bekommen: Magier und Höllenfürst Sourette.

Wird es John Sinclair gelingen, die Mordserie zu beenden?

John Sinclair - der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung.

Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit!

Der Gnom kicherte, als er auf den Leichnam blickte. Er bückte sich und nahm die Lampe des Toten an sich.

Die brennende Lampe in der Hand, hinkte er auf den großen Glasschrank zu, der in der Mitte des Raumes stand. Endlich konnte er seine Arbeit beginnen – und hoffentlich ungestört.

Der Verwachsene ließ den Lampenstrahl an der großen Scheibe entlangwandern. Allerlei ausgestopfte Tiere wurden aus der Dunkelheit gerissen.

Eulen und Uhus, deren Augen seltsam leuchteten, Eidechsen, Schlangen, Ratten und Frösche. Sie hockten oft auf knorrigen Ästen und sahen so echt aus, dass man meinen konnte, gleich würde ein Tier losspringen und sich seine Beute suchen.

Doch das alles interessierte den Gnom nicht. Für ihn war nur eins wichtig. Der Totenschädel!

Er stand auf einem grauen viereckigen Stein, in der Mitte des Glaskastens.

Die Schädelform war noch gut erhalten, zeigte keinerlei Risse. Selbst die Zähne waren noch vorhanden.

Wieder kicherte der Bucklige. Seine strichdünnen Lippen formten unhörbare Worte.

Er griff in die Tasche seiner weiten Jacke und brachte einen Glasschneider zum Vorschein. Ihn setzte er an der Scheibe an, zog einen Kreis, und schon konnte er das runde Stück Glas herausnehmen. Vorsichtig legte er es auf den Boden.

Der Weg zu dem Schädel war nun frei.

Der Gnom – er hatte überlange Arme – griff durch die entstandene Öffnung in den Schaukasten.

Seine Fingerkuppen streichelten den Schädel. Ein seltsames Gefühl überkam ihn. Es erinnerte an elektrische Stromstöße, die auf einmal durch seinen Körper zu rasen schienen.

Ja, das war der richtige Schädel.

Der Schädel von Jean Sourette, dem Magier!

Vorsichtig holte der Gnom den Schädel aus dem Kasten. Dann steckte er ihn in eine Plastiktüte, die er sich anschließend um den Hals hängte.

Bevor er ging, warf er noch einen Blick auf die Leiche.

»Du hast es nicht anders gewollt«, flüsterte der Verwachsene.

Lautlos verließ er den großen Raum. Auf leisen Sohlen huschte der Gnom durch den Korridor, erreichte eine der breiten Treppen, gelangte in den Keller und schließlich zu dem kleinen Fenster, durch das er auch eingestiegen war.

Geschickt kletterte der Gnom nach draußen.

Feuchtkalte Nachtluft empfing ihn.

Der Verwachsene blieb stehen und lauschte. Doch der kleine Ort Beaumont schlief. Noch nicht einmal das Jaulen eines Hundes war zu hören.

Der Bucklige kicherte wieder. Der erste Teil seines Planes hatte geklappt. Jetzt musste er nur noch die Hilfe der Geister erflehen. Der Bucklige blickte auf das Beil. Und er wusste auf einmal, dass die Geister ihm helfen würden. Dafür war er bereit, jedes Opfer zu bringen.

Der Museumswächter war das Erste gewesen.

Weitere würden folgen …

*

Gilbert Ruminski war 36 Jahre alt und Lehrer an der einzigen Schule in Beaumont. Warum er sich hier in die Provinz hatte versetzen lassen, wusste er selbst nicht mehr genau. Aber wahrscheinlich war es die Landschaft der Provinz Calvados, die es ihm angetan hatte.

Die Dorfbewohner waren damals froh gewesen, überhaupt eine Lehrperson gefunden zu haben, und so hatten sie Ruminski ein Haus als Unterkunft zur Verfügung gestellt. Es war zwar schon uralt und nicht sehr komfortabel, aber es ließ sich darin leben.

Gilbert Ruminsky war Frühaufsteher. Jeden Morgen um fünf Uhr sprang er aus den Federn, ging zu dem kleinen Brunnen, holte sich dort eiskaltes kristallklares Wasser und wusch sich die letzte Müdigkeit vom gesamten Körper.

Anschließend schlüpfte Ruminski in seinen Trainingsanzug und unternahm seinen drei Kilometer langen Morgenlauf.

Als Ruminski an diesem Donnerstag aus der Tür trat, lag ein leichter Nebelfilm über dem Dorf. Von der See her wehte ein rauer Wind und zerzauste seine Haare.

Bevor Ruminski anfing zu laufen, machte er noch ein paar Turnübungen.

Dann setzte er sich in Bewegung. Zuerst lief er die Hauptstraße hoch, bis zum Ende des Dorfes. Dann bog er in einen schmalen Feldweg ein, der zwischen taunassen Wiesen hindurchführte, und lief schließlich ein Stück in den Mischwald, wo er auf einer kleinen Lichtung seine Freiübungen wiederholte.

Mittlerweile zog die Morgendämmerung herauf und übergoss den Himmel im Osten mit einem blutroten Schein.

Dieses Schauspiel nahm Gilbert Ruminski jedes Mal gefangen. Etwa 15 Minuten lang beobachtete er den Sonnenaufgang. Dabei bemerkte er nicht, dass er selbst auch beobachtet wurde.

Es war der Gnom, der seine funkelnden Augen auf den Rücken des Lehrers gerichtet hielt.

»Du wirst mein nächstes Opfer sein«, flüsterte der Verwachsene unhörbar und zog sich wieder tiefer in das Gebüsch zurück.

Gilbert Ruminski hatte inzwischen seine Gymnastik beendet und sich auf den Rückweg gemacht.

Er lief jetzt von der anderen Seite her auf das Dorf zu. Zu den ersten Häusern, die er erreichte, gehörte auch das kleine Museum. Wieso der Ort, der kaum tausend Einwohner zählte, ein Museum besaß, konnte niemand sagen. Es war eben so.

Plötzlich fiel dem Lehrer ein, dass er für die heutige Biologiestunde noch das Anschauungsexemplar einer Kreuzotter brauchte. Es war sinnvoll, wenn er es sich jetzt holte. Normalerweise war das Museum um diese Zeit noch geschlossen, aber Ruminski wusste, dass der alte Perell hier nachts seinen Dienst als Wächter versah. Warum, das wusste niemand. In dem Museum war noch nie etwas gestohlen worden.

Der Lehrer lief um das aus dicken Steinen erbaute Haus herum und klopfte gegen die Eichentür.

Die Schläge hallten dumpf über die Straße. Sogar ein Tauber musste sie hören.

Doch der Wächter rührte sich nicht.

Der wird bestimmt eingeschlafen sein, dachte Ruminski. Aber dann verwarf er den Gedanken. Der alte Perell warf zuverlässig wie eine Schweizer Uhr.

Ob etwas passiert war? Ruminski wusste auch nicht, wieso ihm plötzlich der Gedanke gekommen war.

Beunruhigt ging er um das Haus herum.

Mittlerweile war es heller geworden, und Ruminski konnte alles genau erkennen.

Prüfend tasteten seine Blicke die abgeblätterte Fassade ab. Er ging langsam weiter und gelangte an die Hintertür.

Sie war abgeschlossen.

Ruminski biss sich auf die Unterlippe. Noch einmal rief er nach dem alten Perell.

Keine Antwort.

Der Lehrer wollte schon gehen, da fiel sein Blick auf die blinden Scheiben der drei Kellerfenster.

Eine Scheibe war zerbrochen.

Die Glassplitter lagen nicht außen, sondern in dem Keller. Also musste jemand eingebrochen sein.

Ruminski war kein Feigling. Er wollte auch der Sache sofort auf den Grund gehen.

Mit einiger Mühe gelang es ihm, sich durch das Fenster zu winden. Ziemlich verschmutzt landete er im Keller des Museums. Seine Finger suchten nach einem Lichtschalter. Sie fanden keinen, dafür aber eine Tür, die offenstand.

Ruminski setzte vorsichtig einen Fuß vor den anderen und gelangte schließlich an eine Treppe, die nach oben führte und vor einer anderen Tür endete, die ebenfalls offenstand.

Das machte Ruminski stutzig. Der alte Perell war ein ordentlicher Mensch.

Zum ersten Mal überkam Gilbert Ruminski das Gefühl, dass etwas passiert sein musste.

Er hatte mittlerweile das Erdgeschoss des Museums erreicht und konnte endlich Licht machen. Es waren nur trübe Funzeln, die aufflackerten.

Ruminski erreichte den großen Raum, in dem der Schrank mit den ausgestopften Tieren stand.

Noch einmal rief er nach dem Nachtwächter.

Wieder bekam er keine Antwort.

Ruminski stieß die Tür zu dem Raum auf. Sie ließ sich nur schwer bewegen und quietschte in den Angeln.

Der Lehrer trat über die Schwelle – und erstarrte.

Vor dem großen Schaukasten lag der alte Perell in seinem Blut.

*

Das nackte Grauen überfiel wie ein Blitz aus heiterem Himmel die Einwohner der kleinen Stadt Beaumont.

Rasend schnell hatte sich der bestialische Mord an dem alten Perell herumgesprochen.

Männer, Frauen und Kinder versammelten sich in der frühen Morgenstunde vor dem Museum, dessen Eingangstür von zwei stämmigen Dorfbewohnern bewacht wurde.

Gerüchte kamen auf. Vor allen Dingen die älteren Menschen wollten genau Bescheid wissen. Der Fluch der alten Mühle wurde wieder lebendig. Hinter vorgehaltener Hand erzählte man sich die gruseligen Geschichten.

In dem großen Ausstellungsraum hatten sich der Lehrer, der Arzt, der Bürgermeister und der Gendarm des Dorfes um die Leiche versammelt. Jeden der Männer hatte bei dem Anblick des Toten das kalte Entsetzen gepackt.

»Es ist ganz klar«, sagte der Gendarm, »wir müssen die Mordkommission verständigen. Ich werde mit Saint Lô telefonieren, dann wird man uns die Beamten schon schicken.«

»Werden Sie danach den Fall aufklären?« , fragte der Bürgermeister, ein Mann in mittleren Jahren mit unzähligen Sommersprossen im Gesicht.

Der Gendarm tippte sich gegen die Stirn. »Ich bin doch nicht lebensmüde. In fünf Jahren werde ich pensioniert. Wenn ich dem Untier gegenüberstehe, habe ich doch gar keine Chance. Nee, die Aufklärung überlasse ich anderen. So, und nun gehe ich und rufe an.«

Der Bürgermeister wollte noch etwas sagen, winkte dann jedoch ab. Er wandte sich an Gilbert Ruminski, dessen sonst so sonnenbraunes Gesicht eine ungesunde Farbe bekommen hatte.

»Nun, was meinen Sie dazu. Haben Sie vielleicht eine Idee, wer das getan haben könnte? Und vor allen Dingen. Wer stiehlt schon einen Totenschädel?«

Ruminski schüttelte den Kopf. »Nein. Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand von unseren Mitbürgern zu so...

Erscheint lt. Verlag 6.5.2015
Reihe/Serie John Sinclair Gespensterkrimi
John Sinclair Gespensterkrimi
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte 2017 • Bastei • blutig • Classic • classics • Clown • Dämonenjäger • Geisterjäger • Gruselroman • Grusel-Roman • Grusel-serie • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror deutsch • horror deutsch kindle • Horror-Roman • Horrorroman deutsch • Horror-Serie • horror thriller • Horror-Thriller • horror thriller deutsch • Jason Dark • Julia-meyer • Krimi-Bestseller • Krimi-deutsch • Krimi kindle • krimi neuerscheinungen 2017 • Krimi-Thriller • Lovecraft • Paranomal • Professor Zamorra • Pulp Ficition • Roman-Heft • Sinclair • sinclair classics • Slasher • spannend • Splatter • Stephen King • Stephen-King • Steven King • Terror • Thriller-Serie • Tony Ballard • Walking Dead • Zombies
ISBN-10 3-7325-0035-7 / 3732500357
ISBN-13 978-3-7325-0035-2 / 9783732500352
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