Zum Hauptinhalt springen
Nicht aus der Schweiz? Besuchen Sie lehmanns.de

John Sinclair Gespensterkrimi - Folge 04 (eBook)

Das Leichenhaus der Lady L

(Autor)

eBook Download: EPUB
2015 | 1. Auflage
64 Seiten
Verlagsgruppe Lübbe GmbH & Co. KG
978-3-7325-0028-4 (ISBN)

Lese- und Medienproben

John Sinclair Gespensterkrimi - Folge 04 -  Jason Dark
Systemvoraussetzungen
1,99 inkl. MwSt
(CHF 1,90)
Der eBook-Verkauf erfolgt durch die Lehmanns Media GmbH (Berlin) zum Preis in Euro inkl. MwSt.
  • Download sofort lieferbar
  • Zahlungsarten anzeigen

Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1973 - 1978, die in der Reihe Gespenster-Krimi erschienen sind! Das Leichenhaus der Lady L. Marquis Istvan Laduga bebte vor Wut, als er seine Frau mit einem Geliebten bei einem Schäferstündchen überrascht. Die Strafe, die er sich für seine Frau ausdenkt, ist grauenvoll: Er lässt sie in einem Leichenhaus auf seinem Besitz lebendig einmauern.Noch bevor der letzte Stein eingefügt wird, spricht die Lady einen schrecklichen Fluch aus. Und tatsächlich geschehen in den folgenden Jahren in der Umgebung des Schlosses unerklärliche, mysteriöse Dinge. Menschen verschwinden spurlos oder werden im angrenzenden Wald tot aufgefunden. Niemand wagt sich in die Nähe des Leichenhauses der Lady L. - der Weißen Frau, die sich nachts ihre Opfer sucht ... John Sinclair - der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung.Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit!

Lady Laduga war auch fast wie eine Katze. Manchmal sanft, dann wieder leidenschaftlich, zügellos.

Die Hände des Marquis streichelten bebend die samtene Haut der Frau.

Ein Blitz erhellte das fast halbdunkle Zimmer, ließ die beiden nackten Körper kurz aufleuchten.

Im gleichen Moment wurde die Tür aufgestoßen. Hart knallte sie gegen die Wand.

Mit einem Schrei wichen der Marquis und die Lady auseinander.

Im Zimmer stand Istvan Laduga.

Lady Ladugas Gatte.

Zwei, drei Herzschläge lang sah er sich die Szene an. Dann griff Laduga mit einer blitzschnellen Bewegung zu seinem Degen. Er riss ihn aus der Scheide, hob den Arm …

Die gefährliche Waffe zischte durch die Luft und durchstieß die Brust des Marquis.

Der Marquis war sofort tot.

Lady Laduga bekam einen Schreikrampf.

»Sei ruhig!«, brüllte ihr Mann. »Du verdammte Hexe wirst sterben. Ich werde dich zu Tode quälen. Du wirst mich nie mehr mit einem fremden Mann betrügen können!«

Wie Hammerschläge drangen die Worte an Lady Ladugas Ohren. Sie warf einen entsetzten Blick auf den toten Marquis und wusste, dass ihr Mann kein Erbarmen kannte …

*

Drei Wochen wurde die junge Frau in einem Verlies gefangen gehalten. Sie bekam kaum etwas zu essen, musste ungeheure Qualen erdulden, wurde gefoltert und vergewaltigt. Zum Schluss war sie nur noch ein Wrack. Sie wünschte sich ihr Ende förmlich herbei.

Nach der dritten Woche änderte sich die Behandlung. Sie bekam wieder zu essen. Sogar einen Arzt schickte man ihr zur Untersuchung. Sie durfte sich waschen und baden, nur aus dem Verlies kam sie nicht heraus.

Lady Laduga schöpfte wieder Hoffnung. Hatte ihr Mann ihr verziehen?

Vielleicht. Aber warum war er dann nie gekommen? Wollte er warten, bis sie wieder so aussah wie früher? Lady Laduga wusste darauf keine Antwort.

Inzwischen hatte sie auch jegliches Zeitgefühl verloren. Und dann – sie konnte noch nicht einmal sagen, ob es Tag oder Nacht war – öffnete sich wieder die schwere Eisentür.

Ihre ehemalige Kammerzofe betrat das Verlies.

Sie hielt etwas in der Hand. Ein Kleidungsstück. Schneeweiß und bis auf den Boden reichend.

Ein Totenhemd!

Lady Laduga erkannte es mit nahezu grausamer Deutlichkeit. Sie wusste, was das zu bedeuten hatte.

Die beiden Wächter, die die Kammerzofe begleitet hatten, bauten sich links und rechts der Tür auf. Erstickten allein durch ihre Anwesenheit jeden Fluchtversuch schon im Keim.

Lady Laduga zitterte, als die Kammerzofe ihr das Totengewand reichte.

»Sie müssen es anziehen, Lady. Ihr Mann hat es befohlen.«

»Ja, er hat es so befohlen«, flüsterte die Lady erstickt.

Langsam schlüpfte sie in das Gewand. Der Stoff fühlte sich kalt an.

Kalt wie eine Totenhand.

»Wir müssen gehen«, sagte die Kammerzofe.

»Wohin?«

»Ihr Gatte erwartet uns.«

Die Wärter nahmen die beiden Frauen in die Mitte. Es ging nach oben, in die prunkvollen Gemächer des Schlosses. Dann führten die Wärter sie nach draußen.

Es war wieder Nacht. Wie damals, als Istvan Laduga seine Frau mit einem Liebhaber erwischte. Und wieder zuckten Blitze durch die Dunkelheit. Doch diesmal war es mehr ein Wetterleuchten.

Vielleicht wird das Gewitter später ’kommen, dachte Lady Laduga. Später? Ob ich dann noch lebe? Plötzlich überfiel sie eine nie gekannte Angst. Ihre Blicke hetzten zu den Wärtern. Sie dachte an Flucht. Doch die drohenden Blicke der beiden Bewacher machten diesen Gedanken zunichte.

Sie entfernten sich immer weiter vom Schlosst gingen auf den Wald zu.

Wieder zuckte ein Blitz auf.

Und da sah Lady Laduga das Haus.

Es war neu. Es musste während ihrer Gefangenschaft gebaut worden sein. Menschen standen vor dem Haus. Lady Laduga erkannte unter ihnen ihren Mann.

Finster sah er seiner Frau entgegen. Dicht vor ihm blieben sie stehen. Die beiden Wärter hatten Lady Laduga jetzt an den Oberarmen gepackt.

Die schöne Frau versuchte ein scheues Lächeln. »Bitte, Istvan«, flüsterte sie, »verzeih mir. Ich werde …«

»Du wirst sterben«, sagte ihr Mann finster.

Lady Laduga sank zurück. Hätten die beiden Wärter sie nicht festgehalten, wäre sie zusammengebrochen.

»Du hast mich betrogen, und ich habe dir den Tod prophezeit. Ich werde mein Versprechen jetzt einlösen. Ich habe mir etwas Besonderes einfallen lassen. Während deiner Gefangenschaft wurde hier ein Leichenhaus errichtet. Für dich. Du wirst darin eingemauert und elendig verhungern. Das ist meine Rache.«

Lady Laduga bekam die letzten Worte gar nicht mehr bewusst mit. Sie hörte nur noch, dass sie sterben musste.

»Bitte«, flehte sie schluchzend. »Bitte …«

Ihr Mann kannte keine Gnade. Mit einer herrischen Bewegung gab er den beiden Wärtern ein Zeichen.

Sie wussten, was sie zu tun hatten.

Brutal schleiften sie die um Gnade flehende Frau auf das Leichenhaus zu.

Die Erbauer hatten eine Öffnung gelassen. Gerade groß genug, dass sich ein Mensch hindurchzwängen konnte.

Die Männer hoben die Frau an und schoben sie durch die Öffnung. Dann traten sie zurück.

Die letzte Arbeit wollte Istvan Laduga selbst verrichten. Steine lagen bereit. Auch Bindemittel.

Langsam mauerte der Mann die Öffnung zu. Er kümmerte sich nicht um das verzweifelte Schluchzen seiner Frau. Stein auf Stein setzte er.

Als die Öffnung nur noch kopfgroß war, sah er plötzlich das Gesicht der Lady vor sich.

Die Männer, die ihm mit Fackeln leuchteten, traten unwillkürlich zurück.

Das einst so schöne Antlitz der Lady war zu einer grauenhaften Fratze geworden.

»Ja, du hattest recht!«, schrie sie ihrem Mann ins Gesicht. »Ich bin eine Hexe. Ich werde mich rächen. Du wirst mich nicht töten können. Ich komme wieder und nehme dich mit in das Schattenreich. Denke daran!«

Ein hysterisches Gelächter folgte ihren Worten.

Den Zuschauern gefror das Blut in den Adern, als die Frau schrie: »Auch ihr werdet meine Rache spüren. Alle, die ihr dabei wart. Das Unglück wird über eure Kinder und Kindeskinder kommen. Seid verflucht!«

Mit einer fast hektischen Eile mauerte Istvan Laduga den letzten Teil der Öffnung zu.

Danach war Stille.

Die Zuschauer gingen wieder. Voller Unbehagen, denn ein böser Fluch war gesprochen worden.

Noch Wochen später wurde Istvan Laduga von Schlaflosigkeit geplagt. Manchmal glaubte er, gellende Schreie aus dem Totenhaus zu vernehmen.

Aber das war wohl nur Einbildung.

Dann hörten auch die Schreie auf, und Lady Laduga geriet in Vergessenheit …

*

Sechs Jahre später heiratete Istvan Laduga eine polnische Gräfin.

Es wurde ein rauschendes Fest. Eine Hochzeit, wie sie das Land selten erlebt hatte, wurde gefeiert.

Istvan Laduga, durch kostspielige Hobbys tief verschuldet, hatte sich mit dieser Hochzeit saniert. Die Gräfin war zwar 13 Jahre älter als er und auch nicht besonders schön, aber sie hatte Geld. Und das war im Augenblick für Istvan Laduga das wichtigste. Außerdem konnte er sich ja noch Mätressen halten.

»Lass uns gehen«, sagte die neue Gräfin Laduga kurz nach Mitternacht zu ihrem Mann.

Istvan Laduga hatte zwar noch keine Lust, aber um seine Frau nicht schon jetzt zu verärgern, stimmte er zu.

Gemeinsam betraten sie ihr neues Schlafzimmer. Die Gräfin hatte darauf bestanden, neben ihrem Gatten zu schlafen. Und Istvan Laduga hatte zähneknirschend zugestimmt.

Ein Diener entzündete die Kerzen, die in kostbaren Kandelabern standen.

Eine Zofe half der Gräfin beim Ausziehen.

Dann waren die Neuvermählten allein.

»Du kannst schon ins Bett gehen«, sagte die Gräfin. »Ich komme gleich wieder.«

Istvan Laduga nickte ihr lächelnd zu.

Langsam zog er sich aus und legte sich in das breite Bett mit dem türkisfarbenen Baldachin darüber.

Er wartete. Fünf Minuten, zehn Minuten.

Langsam wurde er schläfrig.

Irgendetwas schreckte ihn auf. Ein kalter Hauch drang plötzlich in das Schlafzimmer.

Die Kerzen flackerten, verlöschten ganz …

»Bist du es, Elena?«, rief Istvan Laduga.

Keine Antwort.

Mit einem Knall fiel die Zimmertür ins Schloss. Laduga hatte niemanden bemerkt, der vielleicht ins Zimmer gekommen sein konnte.

Er setzte sich hin. Seine Hand fuhr zu der Klingelschnur, um die Diener herbeizuläuten.

Jemand fasste sein Handgelenk. Es war ein schmerzhafter Griff.

Unwillkürlich schrie Laduga auf.

Er wandte den Kopf … und sah in das Gesicht seiner ersten Frau!

Dann hörte er auch schon die Stimme: »Denk an das Versprechen, Istvan. Erinnere dich an meinen Fluch. Ich werde ihn einlösen. Mit dir fange ich an.«

Die Angst schnürte Istvan Laduga fast die Kehle zu. Er wollte sich umdrehen, um nicht in dieses Gesicht sehen zu müssen.

Ohne Erfolg. Er fand nicht die Kraft dazu.

Lady Laduga sah aus wie früher. Noch immer trug sie das Totengewand. Doch diesmal war ihr Gesicht noch bleicher als sonst. Nur die Augen leuchteten wie schwarze Diamanten.

»Ich bin aus dem Totenreich zurückgekehrt, um dich zu holen. Heute, am Tag deiner Hochzeit«, sagte die Lady.

Die Angst presste Istvan Laduga weiterhin die Kehle zu. Nur seine Augen starrten unverwandt den Geist an. Dann blickte er auf sein Handgelenk, das festgehalten wurde.

Von einer Knochenhand.

Erst jetzt brach der Bann.

Istvan Laduga brüllte auf, doch zwei gnadenlose Hände, die sich um seine Kehle legten, erstickten den Schrei.

Von eimem...

Erscheint lt. Verlag 6.5.2015
Reihe/Serie John Sinclair Gespensterkrimi
John Sinclair Gespensterkrimi
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte American Horror Story • Anna Basener • Bahnhofsroman • Barry Belmondo • Bastei • blutig • Buffy • Classic • classics • Clown • Cora • Dämonenjäger • Der Dunkle Turm • Der Geisterjäger • Die Abenteurer • ghost • Ghosts • Groschenheft • Gruselroman • Gruselserie • Heft • Heftchen • Heftchen-Roman • Heftroman • Heft-Roman • H G Francis • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror deutsch • Horrorroman • Horror-Roman • Horrorroman deutsch • horrorserie • Horror-Serie • horror thriller • Jason Dark • john Sinclair • Klassiker • Lovecraft • Mark Hellmann • Mira • Paranomal • Precher • Pulp • Pulp Ficition • Romanheft • Roman-Heft • serial content • Serial Novel • Serial Novels • Serie • Serien • Seriennovellen • Short Stories • Short Story • Sinclair • sinclair classics • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Stranger Things • The Walking Dead • Thriller-Serie • Tony Ballard • Van Helsing • Zombies
ISBN-10 3-7325-0028-4 / 3732500284
ISBN-13 978-3-7325-0028-4 / 9783732500284
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
Haben Sie eine Frage zum Produkt?
EPUBEPUB (Ohne DRM)

Digital Rights Management: ohne DRM
Dieses eBook enthält kein DRM oder Kopier­schutz. Eine Weiter­gabe an Dritte ist jedoch rechtlich nicht zulässig, weil Sie beim Kauf nur die Rechte an der persön­lichen Nutzung erwerben.

Dateiformat: EPUB (Electronic Publication)
EPUB ist ein offener Standard für eBooks und eignet sich besonders zur Darstellung von Belle­tristik und Sach­büchern. Der Fließ­text wird dynamisch an die Display- und Schrift­größe ange­passt. Auch für mobile Lese­geräte ist EPUB daher gut geeignet.

Systemvoraussetzungen:
PC/Mac: Mit einem PC oder Mac können Sie dieses eBook lesen. Sie benötigen dafür die kostenlose Software Adobe Digital Editions.
eReader: Dieses eBook kann mit (fast) allen eBook-Readern gelesen werden. Mit dem amazon-Kindle ist es aber nicht kompatibel.
Smartphone/Tablet: Egal ob Apple oder Android, dieses eBook können Sie lesen. Sie benötigen dafür eine kostenlose App.
Geräteliste und zusätzliche Hinweise

Buying eBooks from abroad
For tax law reasons we can sell eBooks just within Germany and Switzerland. Regrettably we cannot fulfill eBook-orders from other countries.

Mehr entdecken
aus dem Bereich
HORROR | Die Vorgeschichte des Katz-und-Maus-Duetts

von H. D. Carlton

eBook Download (2025)
VAJONA (Verlag)
CHF 11,70