John Sinclair Gespensterkrimi - Folge 02 (eBook)
64 Seiten
Verlagsgruppe Lübbe GmbH & Co. KG
978-3-7325-0026-0 (ISBN)
Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1973 - 1978, die in der Reihe Gespenster-Krimi erschienen sind!
Mörder aus dem Totenreich.
Viola Wayne ließ sich aufs Bett fallen. Dicker, klebriger Schweiß stand ihr auf der Stirn. Die Luft wurde ihr knapp. Hysterisch zerrte sie am Kragen ihres Kleides und bäumte sich wild auf.
Ihr Blick fiel zufällig in den Spiegel neben dem Bett. Nein, das konnte nicht sein! Das war doch nicht ihr Gesicht! Es hatte sich total verändert. War grau und faltig geworden. Und dann ihr Körper. Er wurde kleiner und gedrungener, schrumpfte regelrecht zusammen. Plötzlich sah sie es. Das kalte blaue Feuer. Es schien im Zimmer zu schweben, schien sie zu erfassen und zu verschlingen. Eine widerliche Fratze schälte sich heraus. Eine Fratze ohne Körper, mit glühenden und stechenden Augen.
Dann ertönte eine dröhnende Stimme: »Du bist dem Teufel verschworen! Du musst mir gehorchen, und ich befehle dir: Töte! Töte!«
John Sinclair - der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung.
Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit!
Plötzlich schien es zu brennen. Ein kaltes blaues Feuer legte sich wie ein Ring um den Stein. Loderte auf, warf zuckende Reflexe auf die Kutten der Menschen und verlosch plötzlich von einer Sekunde zur anderen.
»Es war das Höllenfeuer!«, klang wieder die Stimme auf. »Von nun an seid ihr dem Teufel verschworen …!«
*
New York!
Es war eine herrliche Sommernacht. Kein Lufthauch regte sich, und selbst die Smogwolke, die immer über der Riesenstadt lag, schien sich verzogen zu haben.
Chester Davies parkte seinen alten Ford am Columbus Circle. Er zog den Zündschlüssel ab und ließ ihn in der Brusttasche seines kurzärmeligen Hemdes verschwinden.
Lilian, seine neueste Errungenschaft, rekelte sich auf dem Beifahrersitz. Dabei rutschte das luftige Minikleid so hoch, dass Chester die Spitze ihres weißen Slips sehen konnte.
Chester hatte Lilian heute erst kennengelernt. In einer kleinen Bar am Broadway. Sie hatten etwas getrunken, und Chester hatte Lilian zu einer Spazierfahrt überreden können. Die Spazierfahrt endete an der Südwestspitze des Central Parks.
»Ist es im Wagen nicht bequemer?«, fragte Lilian und schüttelte ihre langen blonden Haare.
Chester grinste. »Aber auf einer Wiese ist es romantischer.«
Lilian zuckte die Schultern. »Okay.«
Dann stieg sie aus dem Wagen.
Lilian trug keinen BH. Chester Davies sah ihre schweren Brüste bei jedem Schritt wippen. Aufgeregt war er wie seit Langem nicht mehr.
Er warf die Wagentür zu und legte seinen Arm um Lilians Taille. Er spürte ihren warmen, geschmeidigen Körper und merkte, dass er langsam verrückt wurde. Seine Hand glitt höher.
Lilian lachte leise. »Aber nicht hier.«
»Lange kann ich nicht mehr warten.«
Lilian sah ihn mit einem undefinierbaren Ausdruck in den Augen an.
Den beiden begegneten viele Paare. Der Central Park war eben für die New Yorker Bürger immer noch eine lauschige Oase. Trotz Rocker und Höllenengel.
Chester Davies zog Lilian in einen schmalen Seitenweg. Gebüsche säumten zu beiden Seiten den Weg. Ab und zu tauchten Bänke auf, die aber alle belegt waren.
»Pech, lächelte Lilian kokett.
»Wieso?« Chester Davies schüttelte den Kopf. »Auf einer Bank macht es sowieso keinen Spaß. Ich habe eine andere Idee.«
Er zog Lilian mit nach links und schlug ein paar Zweige zur Seite.
»Aber mein Kleid«, beschwerte sich das Girl.
»Ziehst du gleich sowieso aus.«
»Wüstling.«
Die beiden quälten sich einige Meter durch die Sträucher und gelangten zu einer herrlichen kleinen Wiese.
Mit einem Ruck ließ sich Chester Davies ins Gras fallen. Er ließ Lilian nicht los, und sie fiel auf ihn.
»Chester, ich …«
Mehr konnte sie nicht sagen. Mit einem heißen, fordernden Kuss verschloss ihr Chester Davies den Mund.
Seine rechte Hand fuhr unter ihr kurzes Kleid, fasste nach den prallen Brüsten …
»Nicht, Chester …«, stöhnte Lilian. »Ich ziehe mein Kleid selbst aus. Du machst es mir sonst kaputt.«
»Okay«, knurrte Chester widerwillig.
Er setzte sich auf. Lilian lächelte ihn an. Langsam öffnete sie den obersten Knopf.
Chester Davies’Wangenmuskeln spielten.
Er hatte das Gefühl, verrückt zu werden.
Der zweite Knopf …
Plötzlich war noch etwas anderes da. Ein Druck, der sich wie ein Reif um Chester Davies Kopf legte.
Wie aus weiter Ferne hörte er die Stimme: »Ihr seid dem Teufel verschworen …«
Chester begann zu schwitzen. Er fühlte, wie sich sein Körper zusammenzog.
Entsetzt sah er, dass sich seine Hände verändert hatten, dass sie kleiner geworden waren …
Chester – was … ist mit dir?« Er hörte Lilians Stimme nur undeutlich.
Chester Davies gab keine Antwort.
Ein Zucken durchlief seinen Körper. Mit dem Rücken warf er sich auf die Wiese, das Weiße quoll aus seinen Augen hervor …
Plötzlich war es wieder da.
Das kalte Feuer.
Das Höllenfeuer!
Es hatte ihn eingeholt. Jetzt musste er gehorchen. Er musste dem Herrn der Toten dienen.
Es gab kein Zurück.
Das Feuer wurde stärker, blendete ihn ….
Chester Davies sah nicht mehr, dass Lilian aufschreiend weglief, für ihn gab es nur noch dieses kalte blaue Feuer,
Chesters Lungen arbeiteten wie Blasebälge. Seine Hände zuckten hin und her, als wollten sie das Feuer greifen.
Und dann wieder die Stimme: »Töte! Töte. Töte!«
»Ja, ich gehorche dir«, keuchte Chester Davies.
Er sah, wie das Feuer Gestalt annahm. Wie eine dämonische Fratze sich herauskristallisierte, wie sich zwei Knochenhände auf ihn niedersenkten …
Und plötzlich war alles vorbei.
Verdammt, wie komme ich hierher?
Chester Davies schüttelte den Kopf.
Da sah er die Maschinenpistole!
Sie lag neben ihm.
Chester packte die Waffe. Ein irres Leuchten trat in seine Augen. Er stand auf.
»Ich werde es ihnen zeigen«, murmelte er, »ich ganz allein. Ich – Babyface Nelson …«
Chester Davies schlich durch das Gebüsch. Er suchte Menschen. Menschen, die er töten konnte.
Das Liebespaar auf der Bank ahnte von nichts.
Chester Davies war noch fünf Schritte entfernt, als er die Waffe hochriss.
Das Krachen drang durch die Nacht. Das Liebespaar stieß noch nicht einmal einen Schrei aus, als die Kugeln trafen.
Chester Davies lachte irr.
Wo waren die nächsten?
Er hastete weiter. Schreie klangen hinter ihm auf. Natürlich war das Schießen gehört worden.
Zwei junge Männer kamen ihm entgegen.
Chester Davies schoss noch im Laufen. Die Kugeln fegten die Männer wie welke Blätter zur Seite.
»Ich bin Babyface Nelson!«, schrie Chester Davies.
Er rannte weiter.
Polizeipfeifen trillerten.
Befehle wurden durch die Nacht geschrien.
Chester Davies blieb stehen.
Sein Gesicht war nur noch eine Grimasse. Sollten sie doch kommen, die Schweine. Er würde es ihnen zeigen. Mit Babyface Nelson war nicht zu spaßen.
Polizeisirenen heulten. Die langen Lichtfinger der Scheinwerfer fraßen sich durch den Park.
Zwei Vops brachen durch die Büsche.
Sie und Chester Davies sahen sich fast gleichzeitig.
Die Cops rissen ihre Revolver hoch.
Zu spät.
Chester Davies hatte schon abgedrückt. Das tödliche Blei warf die Cops wieder zurück ins Gebüsch.
Chester Davies lachte. Denen hatte er es gezeigt.
Ein starker Scheinwerfer blendete ihn plötzlich.
»Geben Sie auf!«, schrie eine Stimme.
Chester Davies dachte nicht daran. Er riss seine Waffe hoch …
Mündungsblitze jagten durch die Nacht. Vier Cops schossen gleichzeitig.
Die Kugeln aus ihren automatischen Waffen fraßen sich förmlich in Chester Davies Körper.
Eine Sekunde später lag der Killer tot auf dem Boden.
Die Cops liefen hin.
Plötzlich riss ein älterer Beamter die Augen auf! »Aber das ist doch – aber das ist doch …Babyface Nelson. Mein Gott, der ist doch längst tot.«
Seine Kollegen sahen ihn verständnislos an.
»Spinnst du? Babyface Nel …«
In diesem Augenblick geschah zweierlei. Zuerst gab es einen Blitz. Dann sahen die Cops nur blaue Flämmchen.
Plötzlich stand Babyface Nelsons Leiche in Flammen. Es knisterte, Schwefelgeruch zog in trägen Schleiern durch die Luft, dann war alles vorbei.
Die Leiche war verschwunden. Auch die Maschinenpistole. Auf dem Boden lag nur noch ein Häufchen Asche.
Die Vops sahen sich an. Sie zitterten wie Espenlaub.
»Das war der Teufel«, sagte einer und rannte wie von Furien gehetzt weg …
*
Der Reporter Bill Conolly saß mit maskenhaft starrem Gesicht hinter dem Steuer seines geliehenen Porsche. Gedankenfetzen kreisten durch sein Gehirn. Was er gesehen hatte, war unglaublich. Aber das Geschehen stand schwarz auf weiß auf seinem Film.
Er, Bill Conolly, hatte eine Leiche fotografiert, die sich Sekunden später auflöste.
Unglaublich.
Und doch wahr.
Bill Conolly war Engländer. Er hielt sich in New York auf, um für seine Zeitung eine Bildreportage zu machen. Er war in dieser Nacht unterwegs gewesen, damit seine Leser New York auch einmal von seiner romantischen Seite kennenlernen konnte. Deshalb der Spaziergang durch den Central Park.
Bill Conolly scheuchte seinen Porsche den Broadway hinunter. Er wohnte im Claridge Hotel, direkt am Times Square.
Wenige Minuten später fuhr er auf den hoteleigenen Parkplatz, schwang sich aus dem Wagen und rannte in sein Zimmer. Der Nachtportier sah ihm nur kopfschüttelnd nach.
Bill Conolly hatte seine Miniaturdunkelkammer im Koffer. Er ging ins Bad und packte die Sachen aus.
Er nahm den Film aus der Kassette, entwickelte ihn, fixierte ihn dann, wusch ihn ab und ließ ihn trocknen.
Nach einer halben Stunde war Bill fertig.
Er ging mit den Bildern in den Livingroom.
Die ersten Aufnahmen waren uninteressant. Sie zeigten nur Sehenswürdigkeiten von New York.
Doch dann kam es.
Bill Conolly holte sich eine Lupe. Er beugte sich über das Bild und sah jede Einzelheit haargenau.
Tatsächlich. Es gab keinen Zweifel.
Bill Conolly hatte den Mörder fotografiert. Es war eine gestochen scharfe Aufnahme. Jede Linie im Gesicht des Killers war zu erkennen.
Der Mann hatte ein noch junges Gesicht. Fast ein Kindergesicht. Er war auch nicht sehr groß.
Bill dachte nach. Dann sah er sich das Gesicht noch einmal an.
Kein Zweifel, er kannte es. Dieser Mann...
| Erscheint lt. Verlag | 6.5.2015 |
|---|---|
| Reihe/Serie | John Sinclair Gespensterkrimi | John Sinclair Gespensterkrimi |
| Verlagsort | Köln |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Krimi / Thriller / Horror ► Horror |
| Literatur ► Romane / Erzählungen | |
| Schlagworte | American Horror Story • Anna Basener • Bahnhofsroman • Barry Belmondo • Bastei • blutig • Buffy • Classic • classics • Clown • Cora • Dämonenjäger • Der Dunkle Turm • Der Geisterjäger • Die Abenteurer • ghost • Ghosts • Groschenheft • Gruselroman • Gruselserie • Heft • Heftchen • Heftchen-Roman • Heftroman • Heft-Roman • H G Francis • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror deutsch • Horrorroman • Horror-Roman • Horrorroman deutsch • horrorserie • Horror-Serie • horror thriller • Jason Dark • john Sinclair • Klassiker • Lovecraft • Mark Hellmann • Mira • Paranomal • Precher • Pulp • Pulp Ficition • Romanheft • Roman-Heft • serial content • Serial Novel • Serial Novels • Serie • Serien • Seriennovellen • Short Stories • Short Story • Sinclair • sinclair classics • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Stranger Things • The Walking Dead • Thriller-Serie • Tony Ballard • Van Helsing • Zombies |
| ISBN-10 | 3-7325-0026-8 / 3732500268 |
| ISBN-13 | 978-3-7325-0026-0 / 9783732500260 |
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