Zum Hauptinhalt springen
Nicht aus der Schweiz? Besuchen Sie lehmanns.de

Das Spiel der Götter 15 (eBook)

Tod eines Gottes

(Autor)

eBook Download: EPUB
2017
Blanvalet Verlag
978-3-641-09651-9 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Das Spiel der Götter 15 - Steven Erikson
Systemvoraussetzungen
9,99 inkl. MwSt
(CHF 9,75)
Der eBook-Verkauf erfolgt durch die Lehmanns Media GmbH (Berlin) zum Preis in Euro inkl. MwSt.
  • Download sofort lieferbar
  • Zahlungsarten anzeigen
Krieg, Intrigen und unkontrollierte schwarze Magie
Ein Feind von unvorstellbarer Macht nähert sich Schwarz-Korall. Und doch verlässt Anomander Rake, der Sohn der Dunkelheit, seine Heimat und sein Volk. Dabei wäre nur er in der Lage, den Gegner zu bezwingen. Aber Anomander Rake weiß genau, dass die eigentliche Entscheidung in Darujhistan fallen wird. Darum ist sein Platz dort. Er betritt die Stadt des blauen Feuers in dem Wissen, dass es ein uraltes Unrecht wiedergutzumachen gilt - und dass der Tod eines Gottes unmittelbar bevorsteht!
Mit dieser komplexen epischen Fantasy-Saga wurde Steven Erikson zu einem der bedeutendsten Vertreter der modernen Fantasy.

Steven Erikson, in Kanada geboren, lebt heute in Cornwall. Der Anthropologe und Archäologe feierte 1999 mit dem ersten Band seines Zyklus Das Spiel der Götter nach einer sechsjährigen akribischen Vorbereitungsphase seinen weltweit beachteten Einstieg in die Liga der großen Fantasy-Autoren.

Kapitel Zwei

Unter dem zerschlagenen Schild des Himmels

sitzt ein Mann in einem schwarzen Sattel auf einem schwarzen Pferd

Seine langen grauen Haare quellen unter seinem runden ­eisernen Helm hervor

Er weiß nicht, wie er hergekommen ist

Nur, dass dort, wo er ist, Nirgendwo ist

und der Ort, zu dem er muss, vielleicht nahe ist

Sein Bart hat die Farbe von schmutzigem Schnee

Seine Augen sind Augen, die niemals tauen

Das Pferd unter ihm atmet nicht

Genauso wenig wie der Mann, und der Wind streicht stöhnend

über die Dellen in seinem rostigen Kettenhemd

Und es ist zu viel, sich zu bewegen, als sich Reiter nähern

Der eine zu seiner Rechten, der andere zu seiner Linken

Sie zügeln tote Pferde mit leeren Augen

Machen stumm mit merkwürdiger Vertrautheit neben ihm halt

Flankieren mühelos seine natür­liche Befehlsgewalt

Der Boden unter diesen dreien ist leblos

Und um jeden herum wird Asche aufgerührt im Klagelied

grimmiger Erinnerungen, die vergehen und zu Bedauern werden

Aber alles ist vergangen, und die Pferde bewegen sich nicht

Und so blickt er nach rechts mit zusammengebissenen Zähnen

begegnet dem einäugigen Blick, den er einst kannte, wenn auch nicht gut

reagiert auf das gequälte Lächeln mit einem plötz­lichen Bedürfnis

Und so fragt er: »Warten sie, Korporal?«

»Zurückgelassen und ungebunden auf der toten Ebene, ­Sergeant,

Und war es nicht das, was du gewollt hast?«

Darauf kann er nur die Schultern zucken und den Blick auf den anderen richten

»Ich sehe Eure Kleidung und kenne Euch, mein Herr, und tue es doch auch nicht.«

Ein schwarzer Bart und ein dunkles Gesicht, eine Stirn wie rissiger Basalt

Ein Mann in einer schweren Rüstung, wie nur wenige sie ­tragen könnten

Und er begegnet dem Blick mit einer Grimasse

»Dann lernt mich kennen, wenn Ihr wollt: ich bin Brukhalian von den Grauen Schwertern.«

Donner grollt unter diesen dreien durch die unerprobte Erde

Nichts Plötz­liches, doch immer stärker werdend wie ein erwachendes Herz

Und die Echos rollen vom Schild über ihnen herunter

Als Eisen den Angriff dessen zurückwirft, was sein muss

»So ziehen die Brückenverbrenner einmal mehr in den Krieg.«

Woraufhin Brukhalian hinzufügt: »Wie auch die Grauen Schwerter, die gefallen sind

Und der, den Ihr Korporal nennt, wurde wiedergeboren, nur um zu sterben

Eine neue Brücke, die zwischen Euch und mir geschaffen wurde, werter Herr.«

Sie drehen sich um auf ihren nicht atmenden Pferden

Betrachten die Reihen, die in körniger Masse auf der Ebene stehen

vorwärtsdrängend zum Krieg von dort, wo und was sie einst gewesen waren

Wenn das, was bekannt ist, all das ist, was man wieder weiß

Und an diesem Ort blüht niemals die Heide

Das Blut, das vergossen werden wird, wird niemals vergossen und fließt niemals

Elis Terr, Vogel-Der-Stiehlt, sitzt auf einem schwarzen Pferd

Und hält Ausschau, um erneut Befehle zu erteilen

Schwert und Schild

Fisher kel Tath

Für Seelen, die an Reize und Aufregungen gewöhnt sind, kann sich die Glückseligkeit auf einem sonnengewärmten Sandstrand auf einer abgelegenen Insel rasch als öde erweisen. Und je kleiner die Insel, desto schneller verblasste der Reiz der Umgebung. Zu diesem Schluss kam Grantl, nachdem er seine dreizehnte Runde entlang des weißen Ufers beendet hatte und feststellte, dass er von seinen eigenen Fußspuren fasziniert war – vor allem, als neue hinzukamen, die seinen eigenen folgten. Da er inzwischen ziemlich abgestumpft und gefühllos geworden war, dauerte es einen Moment, bis er auf die Idee kam, stehen zu bleiben und sich umzudrehen, um nachzusehen, wer ihm da folgte.

Meister Bezwang schwitzte und japste und kämpfte sich durch den weichen Sand, wie er sich vermutlich durch sein ganzes Leben kämpfte, einen schnaufenden Schritt nach dem anderen. Auf der einen Seite seines Körpers – im Gesicht und am Hals, dem entblößten Unterarm, dem Knöchel und dem Fuß – hatte er einen Sonnenbrand, weil er in einer unklugen Position eingeschlafen war. Dass er schon einige Zeit hinter Grantl herging, war offensichtlich, da er den Fußspuren zufolge die Insel schon einmal vollständig umrundet hatte, was Grantl zu der Frage brachte, warum der Magier nicht einfach gerufen hatte, um auf sich aufmerksam zu machen. Wären Grantl die neuen Spuren neben seinen eigenen nicht aufgefallen, hätten sie tatsächlich sehr gut den ganzen Tag im Kreis herumlaufen können, der eine immer hinter dem anderen her, der zu schnell ging, als dass er ihn hätte einholen können.

»Einfach nur rufen hätte schon gereicht«, sagte er, als der Mann näher kam.

»Ich wollte keine … uuh … unangemessene Aufmerksamkeit … uuh … auf uns lenken.«

»Ihr klingt nicht gut.«

»Ich muss mal pinkeln.«

»Dann …«

»Ich kann nicht. Nun ja, ich kann, aber unregelmäßig. Üb­licherweise nur, wenn ich nicht … äh … daran denke.«

»Oh. Ein Heiler könnte …«

»Ja, ja, ich weiß. Das ist jetzt nicht wichtig. Hör zu …«

»Meister Bezwang«, sagte Grantl, »dies war nicht der richtige Weg, um unangemessene Aufmerksamkeit zu vermeiden. Alle anderen sitzen da drüben im Schatten der Kutsche und beobachten uns schon einige Zeit. Zumindest mich. Denn die Brüder Stamm winken mir jedes Mal zu, wenn ich vorbeikomme.«

Sie schauten beide zur Kutsche, und tatsächlich winkten Jula und Amby ihnen zu.

Meister Bezwang rieb sich das zweifarbige, zugleich rote und blasse Gesicht. »Ich brauche Begleitschutz.«

»Wofür? Wohin?«

»Zurück in die Sphäre der Toten. Nein, nicht in der Kutsche. Nur wir beide, du und ich, Grantl. Ich muss ein Gefühl dafür entwickeln, was da vorgeht. Wir müssen einfach nur … äh … reinschlüpfen. Uns schnell umschauen und uns wieder zurückziehen.«

»Und dann?«

Meister Bezwang zog die Brauen hoch. »Dann? Nun, dann setzen wir natürlich unsere Reise fort.«

»Ihr wollt, dass ich Euch in die Sphäre des Vermummten begleite … als was? Als Euer Leibwächter?«

Die Antwort des Magiers klang leicht gereizt. »Die Anteilseigner-Vereinbarung, die du mit der Gilde geschlossen hast, schließt beliebige Aufgaben ein, die im Ermessen des Kutschenführers liegen.«

Grantl zuckte die Schultern. »Ich habe mich nur gefragt, von welchem etwaigen Nutzen ich sein könnte, wenn man bedenkt, dass es in besagter Sphäre von wütenden Massen elender Kadaver wimmelt, Meister Bezwang.«

»Ich habe gesagt, dass wir still und heimlich reingehen werden!«

»Wir könnten den Passagier befragen, den wir dort aufgegabelt haben.«

»Was? Oh, ist er immer noch hier?«

»Unter den Palmen.«

»Unter den Palmen? Nur ein Toter kann so dumm sein. Na schön, mal sehen, was wir herausfinden können – aber ich muss trotzdem ein paar Dinge mit eigenen Augen sehen.«

Der Rest der Mannschaft – darunter auch Mappo – sah zu, wie sie zu den beiden Palmen hinübergingen und sich in deren Schatten begaben, wo sie – ziemlich nervös – vor dem dürren, verwitterten Untoten stehen blieben, der Kokosnüsse zu Pyramiden aufstapelte, als wären sie Munition für Katapulte. Während er weiterarbeitete, ohne seine neuen Gäste zu bemerken, fiel ganz in der Nähe eine weitere Kokosnuss schwer in den Sand. Grantl und Meister Bezwang zuckten zusammen.

»Du«, sagte Bezwang.

Das gräss­liche Gesicht wandte sich ihnen zu, eingesunkene Augen sahen sie an. »Gefällt es Euch? Muster. Ich mag Muster.«

»Schön für dich«, murmelte Bezwang. »Wie lange warst du tot?«

»Wie lang ist eine Pfahlwurzel?«

»Was? Nun, zeig mir eine, und ich werde ihre Länge schätzen.«

»Sie ist dreimal so lang wie der Stiel über der Erde. Zumindest bei der Barakastaude. Gilt dieses Verhältnis auch für andere Pflanzen? Sollten wir versuchen, es herauszufinden?«

»Nein. Später, meine ich. Hör zu, du bist mit all den anderen durch die Sphäre des Vermummten marschiert. Warum? Wo wolltet ihr hin? Wo seid ihr hergekommen? Hat euch der Vermummte selbst gerufen? Befiehlt er jetzt über alle Toten?«

»Der Vermummte befiehlt niemals.«

»Das dachte ich auch, aber …«

»Aber jetzt hat er es doch getan.«

Bezwangs Augen weiteten sich. »Hat er das?«

»Wie weit ist der Himmel? Wie tief ist der Ozean? Ich denke die ganze Zeit über diese Dinge nach.«

Grantl bemerkte, dass Meister Bezwang nach Luft schnappte wie ein Fisch auf dem Trockenen, deshalb fragte er: »Wie habt Ihr geheißen, als Ihr noch am Leben wart, mein Herr?«

»Wie ich geheißen habe? Ich kann mich nicht erinnern. Daran, am Leben gewesen zu sein, meine ich. Aber ich muss einst am Leben gewesen sein. Ich heiße Kartograph.«

»Das klingt mehr nach einem Beruf.«

Der Kadaver kratzte sich an der Stirn, und kleine Hautfetzen rieselten zu Boden. »Das tut es. Ein außergewöhn­licher Zufall. Was sich meine Eltern wohl dabei gedacht haben?«

»Vielleicht seid Ihr nur ein bisschen verwirrt. Vielleicht wart Ihr ein Kartograph, dazu ausgebildet, Karten und so was...

Erscheint lt. Verlag 20.3.2017
Reihe/Serie Das Spiel der Götter
Das Spiel der Götter
Übersetzer Tim Straetmann
Verlagsort München
Sprache deutsch
Original-Titel Toll the Hounds. The Malazan Book of the Fallen 8, Part 2
Themenwelt Literatur Fantasy / Science Fiction Fantasy
Literatur Fantasy / Science Fiction Science Fiction
Schlagworte eBooks • Epos • Esslemont • Fantasy • Für Leser von George R.R. Martin • High Fantasy • Intrigen • Malazan • Schicksal • Serien
ISBN-10 3-641-09651-0 / 3641096510
ISBN-13 978-3-641-09651-9 / 9783641096519
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
Haben Sie eine Frage zum Produkt?
EPUBEPUB (Wasserzeichen)

DRM: Digitales Wasserzeichen
Dieses eBook enthält ein digitales Wasser­zeichen und ist damit für Sie persona­lisiert. Bei einer missbräuch­lichen Weiter­gabe des eBooks an Dritte ist eine Rück­ver­folgung an die Quelle möglich.

Dateiformat: EPUB (Electronic Publication)
EPUB ist ein offener Standard für eBooks und eignet sich besonders zur Darstellung von Belle­tristik und Sach­büchern. Der Fließ­text wird dynamisch an die Display- und Schrift­größe ange­passt. Auch für mobile Lese­geräte ist EPUB daher gut geeignet.

Systemvoraussetzungen:
PC/Mac: Mit einem PC oder Mac können Sie dieses eBook lesen. Sie benötigen dafür die kostenlose Software Adobe Digital Editions.
eReader: Dieses eBook kann mit (fast) allen eBook-Readern gelesen werden. Mit dem amazon-Kindle ist es aber nicht kompatibel.
Smartphone/Tablet: Egal ob Apple oder Android, dieses eBook können Sie lesen. Sie benötigen dafür eine kostenlose App.
Geräteliste und zusätzliche Hinweise

Buying eBooks from abroad
For tax law reasons we can sell eBooks just within Germany and Switzerland. Regrettably we cannot fulfill eBook-orders from other countries.

Mehr entdecken
aus dem Bereich
Roman

von SenLinYu

eBook Download (2025)
Forever (Verlag)
CHF 24,40