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Der Friedhofsänger 1: Der Polizist (eBook)

Horror-Mystery-Reihe

(Autor)

eBook Download: EPUB
2014
130 Seiten
MainBook (Verlag)
978-3-944124-55-1 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Der Friedhofsänger 1: Der Polizist - Daniel Stenmans
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Der Friedhofsänger ist eine Horror-Mystery-Reihe: Werner P. Bonner besitzt eine unheimliche Gabe: Wenn er seine Hand auf die Grabsteine des Friedhofs legt, sieht er, wie die Menschen zu Tode gekommen sind. Mehr noch: Er sieht die Wahrheit. Eine Wahrheit, so düster und unheimlich, dass man sie besser nicht erzählen sollte. Doch Bonner kann nicht anders. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, diese Wahrheiten zu verkünden. Jede Nacht zieht der Friedhofsänger, so nennen ihn die Leute, weil er so schaurige Geschichten zu erzählen weiß, durch die Straßen von Kevelaer, eine Kleinstadt am unteren Niederrhein, immer auf der Suche nach neuen Zuhörern ... BAND 1 DER POLIZIST: Christian Mayer ist Polizist in dem beschaulichen Wallfahrtsort Kevelaer. Seine Kollegen nennen ihn einen stoischen Einzelgänger, einen harten Knochen. Doch Mayer ist mehr: Er ist hart, er ist brutal - ein regelrechter Sadist! Wie viele Menschen so hat auch Christian Mayer eine Leiche im Keller, von der niemand etwas weiß. Als Mayer sich an dem Sohn des Lokalpolitikers Bergmann vergreift, überschlagen sich die Ereignisse. Seine Vergangenheit holt ihn plötzlich ein und seine Dämonen krabbeln aus ihren Gräbern. Denn Mayers Leiche im Keller ist tatsächlich tot. Und hat noch eine Rechnung mit ihm offen ...

Daniel Stenmans wurde 1979 in Goch (Nordrhein-Westfalen) geboren und wohnt in Kevelaer. Er hat diverse Theaterstücke veröffentlicht (u.a. 'Es muss ja nicht immer Shakespeare sein', 'Haltet den... Hasen', 'Holland in Not') und, gemeinsam mit Michael Hübbeker, die interaktiven Mystery-Hörbücher 'Die Femeiche' und 'Die schwarze Kirche' (Ueberreuter Verlag). 'Der Friedhofsänger' ist seine erste E-Book-Reihe.

Daniel Stenmans wurde 1979 in Goch (Nordrhein-Westfalen) geboren und wohnt in Kevelaer. Er hat diverse Theaterstücke veröffentlicht (u.a. 'Es muss ja nicht immer Shakespeare sein', 'Haltet den… Hasen', 'Holland in Not') und, gemeinsam mit Michael Hübbeker, die interaktiven Mystery-Hörbücher 'Die Femeiche' und 'Die schwarze Kirche' (Ueberreuter Verlag). 'Der Friedhofsänger' ist seine erste E-Book-Reihe.

2


Wenn man aus Holland kommend in Well die Grenze überquert – dort wo ein ehemaliges Zoll-Revier einer Frittenbude gewichen ist – und dann der L 486 folgt, kommt man irgendwann an einen Kreisverkehr, an dem man die zweite Ausfahrt nehmend automatisch auf die L 361 gelangt. Wenn man dann einen guten Kilometer später links abbiegt, kommt man auf die Wember Straße, die einen nach gut 500 Metern ein gelbes Ortschild passieren lässt, auf dem folgendes zu lesen ist:

Kevelaer
Kreis Kleve

Dieser Strecke folgte Lasse Bergmann in seinem blaugrauen Ford, Baujahr 1996. Im CD-Wechsler säuselte Jack Black, für einen Mann sei es an der Zeit, seine Partnerin etwas sanfter zu nehmen und ihr ab und an mal Blumen mitzubringen oder gar Komplimente zu machen. Ein Vorschlag, so glaubte Lasse, den er nicht brauchte. Er sang das Finale des Songs Fuck Her Gently voller Inbrunst mit, als er mit 120 Stundenkilometern die L 486 entlangbrauste. Lasse schenkte einem 70-Schild keine weitere Beachtung.

Als die ersten Akkorde des nächsten Songs erklangen, drehte Lasse den CD-Spieler lauter und schlug den Takt mit zwei Fingern seiner rechten Hand auf dem Lenkrad mit und blickte geradeaus auf die Landstraße, die nun eine weite Kurve beschrieb. Somit fiel ihm nicht auf, dass ein Streifenwagen seine Verfolgung aufgenommen hatte.

Irgendwann glaubte Lasse, etwas aus den Augenwinkeln zu sehen. Er warf einen Blick über seine Schulter. Als er den Streifenwagen auf gleicher Höhe fahren sah, traf es ihn fast wie ein Schlag ins Gesicht und er stieg mit beiden Füßen auf die Bremse. Die Reifen quietschen, als das Gummi über den Asphalt schlidderte, während der Streifenwagen vor ihm einscherte und an die rechte Seite fuhr. Lasse lenkte seinen Wagen ebenfalls an die Seite und schaltete den Motor aus. Sein Herz raste in der Brust und er bemerkte, wie ihm der Schweiß den Rücken hinunterlief. Seine Haut begann zu prickeln und zu jucken.

Scheiße, ich war doch wohl nicht zu schnell …, fragte er sich. Er trommelte nervös mit den Händen aufs Lenkrad, während seine Augen auf die roten Bremslichter des Streifenwagens vor ihm starrten.

Wie schnell bist du gefahren?

Er wusste es nicht.

Fünfundsiebzig? Achtzig?

Das ginge ja noch.

Aber wehe, du bist schneller gefahren … du dämlicher Idiot!

Er konnte sich nicht erinnern.

Wobei es auch einerlei war, denn er war zu schnell gefahren. Wie schnell war gleich. Zahlen musste er trotzdem. Seine Hände verkrampften sich um das Lenkrad, während er die Fahrerseite des Polizeiwagens beobachtete. Es geschah nichts.

Warum steigt er denn nicht aus?

Lasse war irritiert. Der Polizeibeamte schien alle Zeit der Welt zu haben. Er schaute genauer hin, versuchte, irgendetwas im Fond des Fahrzeugs auszumachen. Doch er konnte nichts Genaues erkennen. Lediglich die Silhouette einer großen Gestalt auf dem Fahrersitz.

Was macht der denn?, fragte er sich.

Nichts, lautete die offensichtliche Antwort. Der Polizist blieb einfach hinter dem Steuer sitzen und tat … nichts.

Lasse begann zu schwitzen. Seine Hände verkrampften sich ums Lenkrad.

Was ist, wenn er mit der Leitstelle spricht?

Und? Gegen dich liegt nichts vor.

Bist du sicher?

Er konnte sich die Frage nicht beantworten. Lasse Bergmann war zwar kein Krimineller, aber eine weiße Weste hatte er auch nicht unbedingt. Alkoholmissbrauch, Geschwindigkeitsüberschreitungen, Fahren unter Alkoholkonsum, Erregen öffentlichen Ärgernisses …

Worauf wartet der denn?

Lasse beschäftigte sich schon mit dem Gedanken, einfach wieder den Motor zu starten und loszufahren …

(Wahrscheinlich wartet der miese Kerl auf genau so eine Aktion von dir, Lasse!)

… als sich die Fahrertür mit einem Mal schwungvoll öffnete.

Du kommst mir gerade recht, Arschloch! Dich mach ich fertig, dachte Mayer, kurz bevor er die Hand um den Türgriff schlang und die Fahrertüre öffnete. Er stieg aus und atmete tief durch.

Mayer hatte ein Versprechen gegeben. Und er hielt seine Versprechen immer.

Lasse sah, wie der Polizist sich aus dem Wagen wuchtete. Der Mann war groß und kompakt. Seine Beine steckten in einer dunkelblauen Stoffhose mit exakter Bügelfalte und die Schuhe des Beamten waren blank poliert. Ein massiger Oberkörper, dessen Mittelpunkt ein mächtig gewölbter Bauch zierte, war in ein hellblaues Uniformhemd gequetscht, das – so kam es Lasse vor – drohte zu platzen. Die dunkelblaue Schirmmütze hing dem Mann ins Gesicht.

Mit großen, aber bedächtigen Schritten kam er zu Lasse herüber.

Der Kerl bewegt sich, wie in einer schlechten amerikanischen Polizei-Serie, dachte Lasse amüsiert.

Eine Szene kam ihm in den Sinn. Ein kräftiger, muskelbepackter Cop mit Sonnenbrille und breitkrempigem Hut schleudert einen dürren, langhaarigen Hippie-Typen um seine eigene Achse und veranlasst ihn, seine Hände aufs Dach seines Wagens zu legen. Sofort beginnt der Cop mit dem obligatorischen Abtasten und wird in den Hosentaschen des Hippie-Typen fündig: zwei kleine Tütchen mit weißem Pulver.

Mit einem Mal wurde Lasse ganz anders. Sein Magen drehte sich um und ihm wurde heiß und kalt. Wie hatte er das kleine Tütchen im Handschuhfach vergessen können? Es enthielt zwar kein weißes Pulver, sondern grün-braune Krümel, war aber genauso illegal.

Entsetzt starrte Lasse den sich nähernden Polizisten an.

Scheiße, dachte er, beugte sich vor und öffnete eilig das Handschuhfach. Hastig beförderte er ein paar CD-Cover und lose herumliegende CDs auf den Boden seines Autos. Wo ist es nur, Herrgottnochmal!

Die Panik in ihm wurde immer gewaltiger. Ihm wurde schwindelig und die Luft in seinem Auto schien zu schwinden. Er hatte das Gefühl, nicht mehr atmen zu können. Seine Finger schlossen sich um das gesuchte Tütchen in dem Moment, als der Polizist an die Scheibe klopfte.

Lasse schrie auf.

Er richtete sich auf, atmete tief durch. Dann wandte er den Blick zur Scheibe, wo der Polizist vorgebeugt stand und in den Fond des Wagens blickte. Stahlharte, blaue Augen funkelten ihn an. Die Augen von Christian Mayer. Hatte Lasse noch ein wenig Hoffnung gehabt … jetzt schwand sie vollends.

Mayer machte Handzeichen, die bedeuteten, dass Lasse die Fensterscheibe herunterlassen sollte.

Scheiße!, dachte Lasse. Scheiße! Scheiße!!!

Lasse bediente den entsprechenden Knopf und die Scheibe fuhr surrend hinab.

„Lasse Bergmann, oder?“ Mayer grinste. Doch sein Grinsen hatte nichts Freundliches im Ausdruck.

Lasse nickte.

„Was hast du denn da gesucht, Junior?“

Das kleine Tütchen in seiner Faust, das in Wahrheit nur ein paar Gramm wog, erschien dem Jungen wie ein zentnerschwerer Felsbrocken. Lasse sah auf das Chaos und starrte den Polizisten leeren Blickes an. Was in drei Teufels Namen sollte er antworten?

„Na?“

„Meine Papiere!“

„Deine Papiere?“

„Ja … die wollen Sie doch bestimmt sehen, oder?“

Mayer richtete sich auf, stemmte die Fäuste in seine gewaltige Hüfte und lachte schallend. Ein Lachen, das so schnell vorüber war, wie es begonnen hatte Als er sich ausgelacht hatte, beugte sich der große Mann wieder vor und sah den Jungen ernst an.

„Lasse, Lasse, Lasse“, sagte er tadelnd. „Wie hast du es nur geschafft, überhaupt einen Führerschein zu bekommen, wenn du noch nicht einmal lesen kannst, heh? Ich bin knapp fünfundzwanzig Jahre in diesem Job und ich weiß, dass jedes dumme Arschloch einen Führerschein bekommt, sogar so ein dummes Arschloch wie du. Aber ich hätte zumindest gedacht, dass ihr dummen Arschlöcher wenigstens lesen könnt. Was meinst du, Lasse?

„Herr Mayer … ich …“

„Ja, Junior?“

„Ich … ich … bin ich etwa zu schnell gefahren?“ Lasses Stimme zitterte. Er hatte Angst, nicht nur wegen des Dope-Tütchens in seiner Hand, weswegen er überhaupt über die Grenze nach Holland gefahren war, sondern weil er Christian Mayer schon einmal in Aktion erlebt hatte. Mayer hatte mit einem alten Klassenkameraden so lange seine kleine Psycho-Show abgezogen, bis der heulend zusammengebrochen war. Noch heute bekam Thomas Lenz, Lasses Freund, das heulende Elend, wenn er einen Polizeiwagen nur aus der Ferne sah.

„Ganz recht, Junior. Du bist...

Erscheint lt. Verlag 20.11.2014
Reihe/Serie Der Friedhofsänger
Der Friedhofsänger
Verlagsort Frankfurt am Main
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte Begräbnis • Friedhof • Grab • Grabstein • gruselig • Horror • Kevelaer • Leiche • Mord • Mystery • Schocker • Stephen King • Thriller • Tod • Unheimlich
ISBN-10 3-944124-55-3 / 3944124553
ISBN-13 978-3-944124-55-1 / 9783944124551
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