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Armageddon Rock (eBook)

eBook Download: EPUB
2014 | 1. Auflage
380 Seiten
GOLKONDA VERLAG
978-3-944720-36-4 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Armageddon Rock -  George R. R. Martin
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In jener apokalyptischen Nacht des Jahres 1971 starb eine Band, eine Legende, eine ganze Generation. Sechzigtausend Zuschauer haben es live miterlebt: Der Sänger der Nazgûl bricht, von der Kugel eines Scharfschützen getroffen, auf offener Bühne tot zusammen. Der Sommer der Liebe ist vorbei. Zehn Jahre später geschieht das Unglaubliche: Die Nazgûl sind zurück! Ein neuer Messias hat sie wiederauferstehen lassen ? doch ihre Musik hat sich in ein rasendes Requiem verwandelt und kündet von Wahnsinn und Tod ... Viele Fans schätzen diesen Roman als George R. R. Martins bestes Buch. Vor Das Lied von Eis und Feuer hat der erfolgreichste Fantasy-Autor des 21. Jahrhunderts ein Werk verfasst, das ebenso zeitlos wie unvergesslich ist. Der große Phantastik-Klassiker des Autors von GAME OF THRONES!

George R. R. Martin, 1948 in Bayonne/New Jersey geboren, veröffentlichte seine ersten Kurzgeschichten im Jahr 1971 und gelangte damit in der Science-Fiction-Szene zu frühem Ruhm. Gleich mehrfach wurde ihm der renommierte ?Hugo Award? verliehen. Danach arbeitete er in der Produktion von Fernsehserien, etwa als Dramaturg der TV-Serie Twilight Zone, ehe er 1996 mit einem Sensationserfolg auf die Bühne der Fantasy-Literatur zurückkehrte: Sein mehrteiliges Epos Das Lied von Eis und Feuer wird einhellig als Meisterwerk gepriesen. George R. R. Martin lebt in Santa Fe, New Mexico

George R. R. Martin, 1948 in Bayonne/New Jersey geboren, veröffentlichte seine ersten Kurzgeschichten im Jahr 1971 und gelangte damit in der Science-Fiction-Szene zu frühem Ruhm. Gleich mehrfach wurde ihm der renommierte ›Hugo Award‹ verliehen. Danach arbeitete er in der Produktion von Fernsehserien, etwa als Dramaturg der TV-Serie Twilight Zone, ehe er 1996 mit einem Sensationserfolg auf die Bühne der Fantasy-Literatur zurückkehrte: Sein mehrteiliges Epos Das Lied von Eis und Feuer wird einhellig als Meisterwerk gepriesen. George R. R. Martin lebt in Santa Fe, New Mexico

Eins

Sandy Blair hatte wirklich schon bessere Tage erlebt. Natürlich hatte sein Agent die Rechnung für das Mittagessen bezahlt, aber das machte nur zum Teil wett, wie er Sandy wegen des Abgabetermins für den Roman auf die Nerven gegangen war. Die U-Bahn war voller Rüpel, und die Rückfahrt nach Brooklyn schien ewig zu dauern. Der Fußmarsch zu dem schicken braunen Sandsteingebäude drei Straßen weiter, das er als sein Zuhause bezeichnete, kam ihm länger und kälter vor als sonst. Bis er endlich da war, endlich daheim, brauchte er ganz dringend ein Bier. Er holte sich eins aus dem Kühlschrank, öffnete es und stieg müde zu seinem Arbeitszimmer im dritten Stock und dem Stapel leerer Blätter hinauf, aus dem er ein Buch machen sollte. Wieder einmal hatten die Kobolde es nicht geschafft, in seiner Abwesenheit rasch ein paar Kapitel rauszuhauen; Seite siebenunddreißig steckte immer noch in der Schreibmaschine. Man bekam einfach keine guten Kobolde mehr, dachte Sandy verdrossen. Er starrte die Wörter voller Widerwillen an, nahm einen kräftigen Schluck aus der Flasche in seiner Hand und sah sich nach einer Ablenkung um.

Dabei bemerkte er das rote Licht an seinem Anrufbeantworter und stellte fest, dass Jared Patterson angerufen hatte. Genau genommen war es Jareds Sekretärin gewesen, was Sandy einigermaßen amüsierte; auch nach sieben Jahren und allem, was geschehen war, hatte Patterson noch immer Schiss vor ihm. »Jared Patterson bittet Mister Blair, sich so bald wie möglich mit ihm in Verbindung zu setzen. Es geht um einen Auftrag«, sagte die freundliche, professionelle Stimme. Sandy hörte sich die Aufzeichnung zweimal an, bevor er sie löschte. »Jared Patterson«, sagte er nachdenklich zu sich selbst. Der Name rief verdammt viele Erinnerungen wach.

Sandy wusste, dass er Pattersons Nachricht eigentlich ignorieren sollte. Der Hurensohn verdiente es nicht besser. Trotzdem, das war aussichtslos; er war einfach zu neugierig. Er nahm den Hörer ab und wählte, wobei er mit gelindem Erstaunen feststellte, dass er sich immer noch an die Nummer erinnerte, und das nach sieben Jahren. Eine Sekretärin hob ab. »Hedgehog«, meldete sie sich. »Mister Pattersons Büro.«

»Hier ist Sander Blair«, brummte Sandy. »Jared hat mich angerufen. Sagen Sie dem Feigling, dass ich zurückrufe.«

»Ja, Mister Blair. Mister Patterson hat Anweisung gegeben, Sie sofort durchzustellen. Bleiben Sie bitte dran.«

Gleich darauf tönte Pattersons vertraute spöttisch-joviale Stimme in Sandys Ohr. »Sandy! Toll, dass du mal was von dir hören lässt, wirklich. Lange her, Alter. Wie läuft’s denn so?«

»Spar dir den Scheiß, Jared«, sagte Sandy scharf. »Du bist nicht glücklicher, was von mir zu hören, als ich, was von dir zu hören. Was zum Teufel willst du? Und mach’s kurz, ich hab zu tun.«

Patterson gluckste. »Redet man so mit einem alten Freund? Immer noch kein Benehmen, wie ich sehe. Na schön, also ganz wie’s dir beliebt. Ich möchte, dass du ’ne Story für den Hedgehog machst. Recht so, ganz ohne Umschweife?«

»Schieb’s dir sonstwohin«, sagte Sandy. »Warum zum Teufel sollte ich für dich schreiben? Du hast mich gefeuert, du Arschloch.«

»O je, da ist aber jemand verbittert«, meinte Jared tadelnd. »Das war vor sieben Jahren, Sandy. Ich kann mich kaum noch dran erinnern.«

»Komisch. Ich erinnere mich noch recht gut. Ich hätt’s nicht mehr drauf, hast du gesagt. Ich hätte keinen Draht mehr zu dem, was so läuft, hast du gesagt. Als Chefredakteur wäre ich für die jugendliche Leserschaft zu alt, hast du gesagt. Mit mir ginge der Hog den Bach runter, hast du gesagt. Lauter so’n Scheiß. Dabei war ich es, der das Blatt überhaupt erst groß gemacht hat, und das weißt du verdammt gut.«

»Hab ich nie bestritten«, sagte Jared Patterson forsch. »Aber die Zeiten haben sich geändert, und du nicht. Wenn ich dich behalten hätte, wären wir mit Freep und Barb und all den anderen zugrunde gegangen. Mit diesem ganzen Gegenkultur-Zeugs musste mal Schluss sein. Ich meine, wer brauchte denn das? Die ganze Politik, Kritiker, die die heißen neuen Trends in der Musik hassten, die Drogengeschichten ... es hat’s einfach nicht gebracht, weißt du?« Er seufzte. »Hör mal, ich hab nicht angerufen, um über alte Geschichten zu quatschen. Ich hatte gehofft, du wärst inzwischen drüber weg. Zum Teufel, Sandy, dich zu feuern hat mir mehr wehgetan als dir.«

»Na klar«, erwiderte Sandy. »Du hast an eine Verlagskette verkauft und eine hübsche, gemütliche Festanstellung als Herausgeber gekriegt, während du drei Viertel deiner Belegschaft gefeuert hast. Das muss dich ja dermaßen schmerzen.« Er schnaubte. »Du bist immer noch ein Arschloch, Jared. Wir haben dieses Blatt zusammen aufgebaut, als was Gemeinschaftliches. Es war nicht deins. Du hättest es nicht einfach verkaufen dürfen.«

»He, der ganze Gemeinschaftskram war gut und schön, solange wir jung waren, aber du scheinst zu vergessen, dass es mein Geld war, das die ganze Chose über Wasser gehalten hat.«

»Dein Geld und unser Talent.«

»Himmel, du hast dich kein bisschen geändert, was?«, sagte Jared. »Schön, denk, was du willst, aber unsere Auflage ist dreimal so hoch wie damals, als du Chefredakteur warst, und wir haben irrsinnige Anzeigeneinnahmen. Der Hedgehog hat jetzt Klasse. Wir werden für richtige Journalistenpreise nominiert. Hast du in letzter Zeit mal reingeschaut?«

»Klar«, antwortete Sandy. »Tolles Zeug. Restaurantkritiken. Kurzbiographien von Filmstars. Suzanne Somers auf dem Titel, du meine Güte! Videospiele im Lesertest. Ein Rendezvous-Service für einsame Singles. Wie nennt ihr euch jetzt gleich noch? Die Zeitung für Alternative Lebensstile?«

»Das haben wir geändert, das mit ›alternativ‹ haben wir weggelassen. Jetzt heißt es einfach ›Lebensstile‹. Zwischen den beiden Hs im Logo.«

»Jesus«, sagte Sandy. »Dein Musikredakteur hat grüne Haare!«

»Er versteht echt viel von Popmusik«, meinte Jared abwehrend. »Und hör auf, mich anzuschreien. Dauernd schreist du mich an. Allmählich tut’s mir leid, dass ich dich angerufen habe, weißt du. Willst du nun über diesen Auftrag sprechen oder nicht?«

»Offen gesagt, mein Lieber, ist mir das völlig schnuppe. Wieso glaubst du, dass ich einen Auftrag von dir nötig habe?«

»Niemand hat behauptet, dass du ihn nötig hast. Ich leb ja nicht hinterm Mond, ich weiß, dass du gut klargekommen bist. Wie viele Romane hast du veröffentlicht? Vier?«

»Drei«, berichtigte Sandy.

»Und der Hedgehog hat jeden einzelnen rezensiert. Du solltest dankbar sein. Dich zu feuern war das Beste, was ich für dich tun konnte. Du warst immer ein besserer Autor als ein Redakteur.«

»O danke, Massa, danke. Ich is’ so ewig dankbar. Ich verdanken Euch alles.«

»Du könntest wenigstens höflich sein«, meinte Jared. »Hör mal, du brauchst uns nicht, und wir brauchen dich nicht, aber ich dachte mir, es wäre schön, wieder zusammenzuarbeiten, nur wegen der alten Zeiten. Gib’s zu, es wär doch ’n Kick, deinen Namen wieder im alten Hog zu haben, oder? Und wir zahlen besser als damals.«

»Ich brauch das Geld nicht.«

»Wer hat das denn behauptet? Ich weiß alles über dich. Drei Romane, ein schickes Haus und ein Sportwagen. Was ist es, ein Porsche oder so was?«

»Ein Mazda RX-7«, sagte Sandy kurz.

»Ja, und du lebst mit einer Immobilienmaklerin zusammen, also halt mir keine Vorträge über Verrat, Sandy, alter Knabe.«

»Was willst du, Jared?«, fragte Sandy gereizt. »Ich hab genug von dem Geplänkel.«

»Wir haben eine Story, die für dich genau das Richtige wäre. Wir wollen ein großes Ding draus machen, und ich dachte, du hättest vielleicht Interesse. Es geht um einen Mordfall.«

»Was hast du denn jetzt vor, versuchst du den Hog in True Detective zu verwandeln? Vergiss es, Jared, ich mach keinen Krimischeiß.«

»Der Typ, der ermordet wurde, war Jamie Lynch.«

Der Name des Opfers ließ Sandy stutzen, und eine witzige Bemerkung erstarb ihm auf der Zunge. »Der Promoter?«

»Genau der.«

Sandy lehnte sich zurück, nahm einen kräftigen Schluck Bier und dachte darüber nach. Von Lynch hatte man seit Jahren nichts mehr gehört; er hatte seine große Zeit schon hinter sich gehabt, bevor Sandy noch beim Hog gefeuert worden war, aber seinerzeit war er ein wichtiger Mann in der Rock-Subkultur gewesen. Das konnte eine interessante Story sein. Um Lynch hatte es immer Kontroversen gegeben. Er hatte auf zwei Hochzeiten getanzt, war Promoter und Manager zugleich gewesen. Als Promoter hatte er einige der größten Touren und Konzerte seiner Zeit organisiert. Für deren Erfolg hatte er gesorgt, indem er die Bands engagierte, die er als Manager unter seinen Fittichen hatte, und indem er sie nicht bei Konkurrenzkonzerten auftreten ließ. Mit heißen Talenten wie American Taco, der Fevre River Packet Company und den Nazgûl unter seiner Fuchtel war er ein Mann gewesen, mit dem man rechnen musste. Zumindest bis 1971, als das Desaster in der West Mesa, die Auflösung der Nazgûl und ein paar Verhaftungen wegen Drogengeschichten ihn auf den langen Weg nach unten gebracht hatten. »Was ist mit ihm passiert?«, fragte Sandy.

»Ziemlich derbe Sache«, sagte Jared. »Jemand ist in sein Haus oben in Maine eingedrungen, hat ihn in sein Büro gezerrt und ihn dort...

Erscheint lt. Verlag 15.11.2014
Übersetzer Peter Robert
Verlagsort München
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Fantasy / Science Fiction Fantasy
Literatur Fantasy / Science Fiction Science Fiction
Schlagworte 60er • Apokalypse • Fantasy • Horror • Idealismus • Musik • Revolution • Sechziger • Thriller
ISBN-10 3-944720-36-9 / 3944720369
ISBN-13 978-3-944720-36-4 / 9783944720364
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