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John Sinclair 1884 (eBook)

Horror auf dem Höllenthron

(Autor)

eBook Download: EPUB
2014 | 1. Aufl. 2014
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-7325-0130-4 (ISBN)

Lese- und Medienproben

John Sinclair 1884 - Jason Dark
Systemvoraussetzungen
1,99 inkl. MwSt
(CHF 1,90)
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'Und hier soll der Höllenthron stehen?', fragte der Reporter Bill Conolly skeptisch. Sam Holden nickte. 'Ja, so ist es.' - 'Wo kann ich ihn sehen?' Bill stand auf der Stelle und bewegte seinen Kopf. 'Ganz einfach. Wir müssen nur noch kurz durch den Wald. Aber stell dich darauf ein, dass der Weg ziemlich steil ist.' - 'Okay. Dann will ich auch hoffen, dass er sich lohnt.' - 'Das wirst du schon sehen, Bill.'

Die beiden Männer gingen los. Sam Holden übernahm die Führung. Die ersten Meter konnten sie noch normal laufen. Dann wurde es problematisch. Der Weg verschwand. Holden war auch nach rechts abgebogen, und Bill sah, dass er bald klettern musste. Es war nicht der Weg, der bergauf führte, jetzt ging es über Steine, die im Boden feststeckten und die wie Treppenstufen benutzt werden konnten. So ging es hoch, wobei rechts und links Büsche wuchsen, an deren Zweige man sich im letzten Moment festklammern konnte.

Sam Holden war so etwas wie ein Kollege von Bill Conolly. Er suchte geheimnisvolle Orte im Land auf, über die er dann Berichte schrieb, die er ins Internet setzte oder auch von entsprechenden Zeitungen abgedruckt wurden.

Auch Bill war in der Szene und bei bestimmten Leuten als Reporter bekannt, der sich außergewöhnlichen Themen annahm und oft über Orte schrieb, die eine bestimmte mystische Vergangenheit hatten. So war Bill einer breiten Leserschaft bekannt geworden. Über das Unheimliche zu schreiben, machte Bill noch immer Spaß. Und er war auch jemand, der Dinge erlebt hatte, über die man kaum reden konnte. So wusste er sehr gut, dass es eine schwarzmagische Seite gab. Hinzu kam, dass er einen Freund hatte, der bei Scotland Yard arbeitete und Spezialist für unheimliche Fälle war.

Das wusste Sam Holden nicht. Er sah in Bill nur den Schreiber und einen Menschen, der auch in seinem Sinne dachte.

Holden hatte es eilig, an den Thron zu gelangen. Er stieg mit kräftigen Bewegungen vor Bill die natürliche Steintreppe hoch, als könnte er es nicht erwarten, so schnell wie möglich an sein Ziel zu gelangen, um dort den Thron zu besichtigen.

Was es genau mit diesem Sitz auf sich hatte, das wusste Bill Conolly auch nicht. Er hatte nur erfahren, dass es die Menschen angeblich verändern sollte, wenn sie auf dem Steinthron saßen, den einst der Teufel an diesen Ort gestellt hatte.

Holden drehte sich um. Über sein verschwitztes Gesicht huschte ein Lächeln.

»Schaffst du es noch?«

»Ja, ja, geh schon weiter.«

»Okay. Ich habe ja nur gefragt.«

»Alles klar.«

Die Männer setzten ihren Weg fort. Das Gelände stieg noch mal an. So wurde das Gehen beschwerlicher. Hinzu kam, dass es nicht eben kühl war. Man konnte von einem warmen Maitag sprechen mit einem glatten blaugrauen Himmel über dem Land.

Bill sah, dass Holden nach einem Ast griff, der ihm im Weg hing. Er schwang sich darunter hinweg, was wenig später auch Bill Conolly tat, und dann hatten sie es so gut wie geschafft. Jetzt waren es noch wenige Schritte bis zum Ziel, das bereits zu sehen war.

Noch sah es aus wie in dunkles Stück Felsen. Das aber änderte sich, als die Männer einen Bogen nach links schlugen und näher an das Ziel herankamen.

Ja, jetzt sah Bill den Stein auch. Es war aber kein bloßer Stein. Wenn man hier von einem Stein sprechen konnte, dann war es einer, den jemand bearbeitet hatte, und so war aus ihm eine gewisse Form geschlagen worden. Tatsächlich ein Sitzmöbel.

Ein Thron eben!

Bill lief noch ein paar kleine Schritte, dann konnte er vor dem Thron anhalten und ihn sich anschauen. Sein Atem musste sich erst mal beruhigen.

Der Thron stand auf einer Art Plattform. Er war in den Maßen so gebaut, dass der Platz gerade ausreichte. Jemand hatte ihn geformt, denn die Natur bekam so etwas nicht hin. Es gab die Sitzfläche, dann die hohe Rückenlehne und sogar noch die beiden Armlehnen, so konnte ein Mensch darauf eine bequeme Haltung einnehmen.

Bill sah ihn sich genauer an. Er war zufrieden, denn er entdeckte nichts unnormales. Nichts wies darauf hin, dass der Thron durch irgendwelche Zeichen markiert worden war. Zeichen oder Hinweise, dass er zu einer anderen Welt gehörte, in der nicht die Menschen das Sagen hatten, sondern das Böse.

Von einer geschliffenen Glätte konnte nicht gesprochen werden. Der Steinthron stand zudem ein wenig schief, und die Oberfläche war aufgeraut. Alles okay, es gab nichts zu sehen, was hier hätte gefährlich sein können. Bill ging sogar um den Thron herum und traf dann wieder mit seinem Bekannten zusammen.

»Na, was sagst du, Bill?«

Der Reporter nickte. »Nicht schlecht. Wer hat ihn geschaffen?«

Holden bedachte Bill mit einem längeren Blick. »Das habe ich dir schon mal gesagt. Es ist der Teufel gewesen.«

»Bitte?«

»Du glaubst mir nicht.«

»Es ist zumindest nicht einfach.«

Holden schnaufte. »Aber ich sage dir, dass es stimmt. Dieser Sitzplatz ist vom Teufel geschaffen worden.«

»Heißt es.«

Sam Holden nickte. »Ja, das heißt es. Das ist so, und da beißt auch keine Maus den Faden ab. Ich glaube fest daran. Wäre das nicht der Fall, dann hätte ich dir auch keinen Bescheid gegeben.« Er deutete auf den Thron. »Das hier ist etwas Besonderes. Spürst du das nicht?«

»Was sollte ich denn spüren?«

»Das Andere.«

»Nein.«

»Den Hauch der Hölle.«

Bill schüttelte den Kopf. »Auch nicht. Da muss ich leider passen. Ich spüre weder das eine noch das andere.«

»Gut. Man kann es auch nicht herbeizwingen.« Holden lachte leicht kratzig. »Schade«, sagte er dann.

»Was ist schade?«

»Dass wir kein Experiment machen können.«

»Aha, und wie sähe das aus?«

Sam Holden ging einen Schritt auf Bill zu und senkte dann beim Sprechen seine Stimme. »Wie ich schon sagte, der Thron stammt der Legende nach aus der Hölle. Auch ich habe gelernt, dass Legenden oft viel Wahrheit enthalten. In diesem Fall ist das auch so.«

Er streckte seinen Arm aus und deutete auf die Sitzfläche. »Wer darauf seinen Platz gefunden hat, der kann verändert werden.«

»Wie das?«

Holden rieb über seine Wangen. »Je, ja, so ist das. Der verändert sich im Sinne der Hölle.«

»Wie?«

Holden winkte ab. »So genau kann ich das auch nicht sagen. Es ist aber so.«

»Und du glaubst daran?«

»Sicher.«

Bill richtete seinen Blick auf den Felsenthron, der schon etwas Besonderes war, das stand für ihn fest. Aber ob der Teufel oder die Hölle hier wirklich ihre Hände mit im Spiel gehabt hatten, das war schon fraglich. Aber er wollte auch mehr wissen und wandte sich wieder an Holden.

»Du kennst ihn ja. Du hast mir den Weg gezeigt, und jetzt möchte ich dich fragen, ob du schon mal auf dem Thron gesessen hast? Hast du das in der Praxis ausprobiert, was du mir da theoretisch erzählt hast?«

»Das habe ich.«

»Du hast dich also auf den Thron gesetzt?«

»Sicher«, erwiderte er schwach.

»Und?«

Da bekam Bill erst mal keine Antwort. Holden hielt den Mund geschlossen und schaute zur Seite. Irgendetwas musste er haben, aber Bill traute sich nicht ihn zu drängen. Er wartete ab.

Sam nickte. »Ja, ich habe auf dem Thron Platz genommen und auch gemerkt, dass etwas nicht stimmte.«

»Was denn?«

»Meine Umgebung. Ich hatte das Gefühl, dass sich die Dinge im Unsichtbaren verdichteten und mich bedrängten. Da war etwas, Bill. Da war etwas ganz anderes, das immer näher kam. Dass ich aber nicht packen konnte. Ich trat immer ins Leere.« Er holte tief Luft.

»Aber du hattest schon eine Ahnung, dass sich da etwas verändert hat, als du auf dem Thron gesessen hast?«

»Das ohne Zweifel.«

»Aber du weißt nicht was?«

»Doch, es waren andere Mächte oder Kräfte. Nur kann ich nicht genauer werden.«

»Warum nicht?«

»Weil auch sie nicht genauer geworden sind. So einfach ist das. Ich fasse zusammen. Es war etwas da. Auch etwas anderes, aber ich bekam es nicht unter Kontrolle.«

»Und weiter?«

»Nichts weiter. Ich bin geflohen. Oder verschwunden. Aber ich habe dir Bescheid gesagt. Jetzt sind wir zu zweit.«

Bill nickte. »Und weiter?«

»Jetzt können wir den Thron untersuchen, denke ich mal. Oder siehst du das anders?«

Bill musste lachen. »Tut mir leid, Sam. Ich kann dir nicht so recht folgen. Ich sehe den Steinsitz vor mir, aber das ist auch alles.«

»Ja, so hat es den Anschein.«

Bill fragte: »Was hast du genau vor? Wir sind nicht hergekommen, um über das Ding da zu diskutieren.«

»Das stimmt.«

»Also, was ist los?«

Sam Holden rieb ein wenig seine Hände. Er tat es mehr aus Verlegenheit. Dann schluckte er und sagte: »Ich habe mir gedacht, dass ich noch mal auf den Thron steige. Oder du.«

»Aha. Und weiter?«

»Nichts weiter. Ich wollte eigentlich nur einen Beobachter zur Seite haben.«

»Okay, den hast du jetzt.«

Holden ließ nicht locker. »Oder willst du dich selbst auf den Thron setzen?«

»Nein, nein, fang du erst mal an.«

»Sehr gut.«

Bill hatte noch eine Frage. »Glaubst du denn, dass es jetzt besser werden wird?«

»Ich weiß es nicht. Habe keine Ahnung. Aber man kann ja mal einen Versuch starten.«

Holden überlegte noch. Sein Blick wechselte zwischen dem Thron und Bill hin und her.

»Ich werde es tun«, sagte er dann. »Man muss ja ein Ziel haben. Wir sollen ja nicht grundlos den Weg auf uns genommen haben. Oder sehe ich das alles falsch?«

»Nein, nein, das siehst du schon richtig.«

»Ich wollte auch nur Rückendeckung haben, Bill. Und diese, denke ich, kannst du mir geben.«

»Ja, das werde ich dann versuchen.« Sehr wohl war ihm nicht bei dieser Antwort. Obwohl nichts passiert war, hatte er doch so etwas wie eine dumpfe Vorahnung. Aber...

Erscheint lt. Verlag 19.8.2014
Reihe/Serie John Sinclair
John Sinclair
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies
ISBN-10 3-7325-0130-2 / 3732501302
ISBN-13 978-3-7325-0130-4 / 9783732501304
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