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Professor Zamorra 1049 (eBook)

Rebell der Kristallwelt

(Autor)

eBook Download: EPUB
2014 | 1. Aufl. 2014
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-7325-0121-2 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Professor Zamorra 1049 - Michael Breuer
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Der eine Kampf gegen den Untergang der Welt ist vorbei, doch der nächste steht bereits an. Die Angst, das kosmische Phänomen, das nicht nur die Erde, sondern die ganze Galaxie bedroht, rückt immer näher - und Zamorra muss sich mit seinen ärgsten Feinden verbünden, um sie zu bekämpfen ...

Der Kristallplanet
Gegenwart

Keuchend blieb Lirr Vatok auf dem steinigen Felsboden liegen. Einen Moment lang hielt er die Augen geschlossen und versuchte, neue Kraft zu sammeln. Dabei glitten seine Gedanken zurück in die Vergangenheit.

Es schien jetzt Ewigkeiten her zu sein, dass Tan Morano, Anführer der Vampirlegionen, den Blutruf ausgestoßen hatte, um sein Volk auf diese von allen Teufeln verlassene Welt zu führen. Hier, so hatte es geheißen, sollten sie über das schwächliche Volk der Ewigen herrschen. Diese regierten zwar über ein mächtiges Sternenreich, aber Morano erachtete sie als zutiefst dekadent. Er hatte sich selbst auf den Thron des ERHABENEN und damit an die Spitze dieses Volkes gesetzt.

Zu Anfang hatte alles prächtig ausgesehen. Tatsächlich fügten sich die Ewigen nach anfänglichen Querelen in die Fremdherrschaft und so war es Tan Morano gelungen, seine neue Macht zu festigen.

Erst später sollte sich zeigen, was für einem gewaltigen Trugschluss sie alle unterlegen waren.

Tatsächlich hatte der Chefwissenschaftler der DYNASTIE DER EWIGEN die sogenannten Men in Black umprogrammiert. Bei diesen handelte es sich um Cyborg-Krieger, die von den Ewigen vorrangig zu Kampfzwecken eingesetzt wurden, da man sich selbst nicht die Hände schmutzig machen wollte.

Anstatt ihre vorgesehenen Aufgaben zu erfüllen, gingen die Cyborgs nun mit aller Härte gegen die neuen Herrscher vor. Innerhalb kürzester Zeit war ein fürchterlicher Krieg entbrannt, der den ganzen Planeten erfasste.

Lirr Vatok konnte nur vermuten, wie es auf den anderen Welten des gewaltigen Sternenreichs der Ewigen aussah. Wenn auf diesen ebenfalls Cyborgs stationiert waren, ging es dort vermutlich ähnlich zu.

Immer noch verfluchte sich der Vampir, einst dem Blutruf Tan Moranos gefolgt zu sein. Wenn er gewusst hätte, wie sich die Lage hier entwickeln würde, dann wäre er damals zweifellos auf der Erde geblieben.

Aber nun war es natürlich längst zu spät. Die Erde war weit weg. Er würde hier draußen, auf dieser kalten, vom Krieg zerrissenen Welt sein Leben beenden.

Dabei war der Aufstand der Cyborgs noch nicht einmal das größte Problem. Immerhin wurde die gesamte Galaxis durch die Angst bedroht. Niemand wusste, ob es sich bei ihr um eine Art Naturphänomen oder um ein bewusst agierendes Lebewesen handelte. Fest stand, dass die Angst imstande war, ganze Planeten im Handstreich auszulöschen.

Lirr Vatok konnte sich daran erinnern, dass Tan Morano schon einmal seine gesamte Flotte im Kampf gegen den unheimlichen Gegner verloren hatte. Dennoch dachte der ERHABENE nicht im Traum daran, Maßnahmen für den Schutz des Kristallplaneten zu ergreifen. Offenbar glaubte er, dass ihn sein Machtkristall unangreifbar machte.

Lirr Vatok drehte sich ächzend auf den Rücken, um sich vorsichtig umzusehen. Immer noch zerriss grelles Geschützfeuer die Nacht. Die Frontlinie schien näher zu rücken.

Zähneknirschend versuchte sich der Vampir wieder hochzustemmen. Es gelang ihm erst beim zweiten Versuch. Taumelnd kam er wieder auf die Füße.

Vatoks Kopf ruckte nach links und rechts, als er versuchte, sich einen Überblick über seine Lage zu verschaffen. Hinter sich konnte er die tobende Schlacht erkennen. Vor sich erhob sich eine kleine Hügelkette.

Wenn es ihm gelang, diese zu erreichen, konnte er dort vielleicht Deckung finden, bis es ihm gelungen war, sich einigermaßen zu erholen.

Es war jetzt einige Zeiteinheiten her, dass Vatok von seinen Gefährten getrennt worden war. Früher hatten sie Tan Morano treu gedient, doch seit Ausbruch der Kämpfe arbeiteten sie auf eigene Faust. Längst war ihnen aufgegangen, dass der Herrscher des Kristallplaneten vollkommen wahnsinnig war.

Für Vatok und seine Gefährten zählte nur noch das nackte Überleben. An eine Möglichkeit, mit heiler Haut von dieser Welt zu verschwinden, glaubte der Vampir längst nicht mehr. Jeder Tag, an dem sie es schafften, am Leben zu bleiben, war dafür ein kleiner Gewinn.

Mit taumelnden Schritten hielt Lirr Vatok auf die kleine Hügelkette zu. Er versuchte zu rennen, aber dazu reichten seine Kräfte nicht mehr. Vatok schaffte es kaum, die Füße vom Boden zu heben.

Und als er die Hügelkette endlich erreicht hatte, stolperte er abermals. Keuchend brach der Vampir zusammen. Ein spitzer Stein riss seine Wange auf und Vatok spürte, wie ein heißer Schmerz durch sein Gesicht zuckte. Normalerweise hätten seine vampirischen Selbstheilungskräfte nun eingegriffen, doch sein Körper war bereits zu geschwächt. Die Wunde schloss sich nur langsam.

Vatok schloss kurz die Augen. Einen kurzen Moment lang drohte er sich in sein Schicksal zu ergeben, als er plötzlich in unmittelbarer Nähe ein knirschendes Geräusch hörte.

Vorsichtig hob er ein Augenlid. Unmittelbar vor sich konnte er eine schwarze Stiefelspitze erkennen. Blinzelnd sah Lirr Vatok auf.

Vor ihm erhob sich eine dunkelhaarige Gestalt in einem silberfarbenen Overall. In der Gürtelschnalle der Uniform konnte der Vampir einen Dhyarra-Kristall erkennen. Es handelte sich um einen Ewigen, einen Alpha, wie Vatok an den Rangabzeichen erkannte. Das Gesicht des Mannes war ernst. Die dunklen Augen wirkten unergründlich.

Als er erkannte, dass er die Aufmerksamkeit seines Gegenübers hatte, zuckte ein schmales Lächeln über seine Lippen. Unerwarteterweise streckte der Ewige eine helfende Hand aus.

»Komm mit mir, wenn du leben willst!«, erklärte er.

Verdutzt blickte Lirr Vatok den Alpha an. Leben wollte er in der Tat.

Und deshalb griff er beherzt zu.

Erde, Tendyke Industries
Einige Zeit zuvor

Lediglich das Flimmern eines Computermonitors erhellte das fensterlose Büro. Ein dunkelhaariger Mann saß an einem der Schreibtische. Er hatte das Kinn auf eine Hand gestützt und musterte die Zeilen, die er soeben verfasst hatte.

Ich bin gefangen auf einer fremden Welt und lebe unter Wesen, die nicht von meiner Art sind. Endlose Zeiteinheiten scheinen vergangen zu sein, seit ich versucht habe, eine Rebellion anzuzetteln, die schließlich dazu geführt hat, dass ich mich jetzt in diesem Exil befinde.

Meine Flucht war unwürdig. Ich habe meine Heimatwelt im Stich gelassen.

Immer noch ächzt die Kristallwelt unter dem Joch eines wahnsinnigen Vampirs. Seit ich meine Heimat verlassen habe, gibt es keine Nachrichten von dort.

Darum muss ich endlich herausfinden, was dort gerade geschieht.

Und deshalb werde ich heimkehren!

Der Name des Mannes lautete Mer Cahot. Er war ein Angehöriger der DYNASTIE DER EWIGEN. Genauer gesagt war er der Chefwissenschaftler der Dynastie gewesen, bevor er es gewagt hatte, gegen Tan Morano aufzubegehren.

Cahots Plan war ebenso simpel wie genial gewesen. Er hatte kurzerhand die dhyarra-gesteuerten Killer-Cyborgs der Dynastie umprogrammiert, damit sie gegen die blutsaugenden Eroberer vorgingen. Damit war eine wahre Kettenreaktion in Gang gesetzt worden. Der von Cahot eingespeiste Killerbefehl breitete sich virusartig auf alle Cyborgs des Sternenreiches aus.

Die Miene des Wissenschaftlers wurde hart. Als Tan Morano sich entschlossen hatte, einen neuen Angriff gegen die mächtige Angst zu fliegen, war er an Bord der DYNASTIE gewesen, dem Flaggschiff der Kriegsflotte. Die selbstmörderische Attacke des ERHABENEN war der sprichwörtliche Tropfen gewesen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Kurzerhand hatte Cahot den Killerbefehl in die Gehirne der Men in Black eingespeist und damit den Aufstand der Cyborgs ausgelöst. Sofort war ein mörderischer Kampf zwischen den Vampiren und den Mordmaschinen entbrannt.

In allerletzter Sekunde war Cahot von seinen jetzigen Gastgebern gerettet worden. Die Erdlinge hatten sowohl ihn selbst als auch seinen jungen Assistenten Lok Ralev und den Cyborg Bolo mit offenen Armen aufgenommen. Der Wissenschaftler hatte keinen Grund, sich zu beklagen. Immerhin verfolgten die Erdlinge und er im Grunde dasselbe Ziel. Sie wollten die schier übermächtige Angst aufhalten und zogen mithin an einem Strang.

Artimus van Zant, der hiesige Chefwissenschaftler, unterstützte Mer Cahot, wo es nur ging. Nach anfänglicher Skepsis schien der raubeinige Mann Vertrauen und später eine herzliche Zuneigung zu ihm entwickelt zu haben, was ganz auf Gegenseitigkeit beruhte. Immerhin waren sie beide Gelehrte.

Auch Lok Ralev hatte Gefallen an der fremden Welt gefunden. Cahots junger Schützling und Assistent fühlte sich unter den Erdlingen sichtlich wohl. Bisher hatte er in seinem Leben nur die nüchterne, emotionsarme Welt der Ewigen kennengelernt. Hier, unter den Menschen, blühte der junge Beta richtiggehend auf.

Mer Cahot lächelte flüchtig.

Er wünschte sich, er hätte von sich selbst dasselbe behaupten können, doch mit jedem verstrichenen Tag wurde der Wissenschaftler unruhiger. Es zog ihn mit aller Macht zurück in die Heimat.

Für Mer Cahot lag klar auf der Hand, dass zunächst Tan Morano ausgeschaltet werden musste, bevor man wirksam gegen die Angst vorgehen konnte. Zu groß war die Gefahr, dass ihnen der wahnsinnige ERHABENE dazwischenfunkte. Nein, Morano musste um jeden Preis gestoppt werden.

Außerdem machte es Cahot rasend, dass er nichts über die Vorgänge in der alten Heimat wusste. Der...

Erscheint lt. Verlag 12.8.2014
Reihe/Serie Professor Zamorra
Professor Zamorra
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies
ISBN-10 3-7325-0121-3 / 3732501213
ISBN-13 978-3-7325-0121-2 / 9783732501212
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