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Die Worte des Lichts (eBook)

Roman
eBook Download: EPUB
2014
914 Seiten
Heyne (Verlag)
978-3-641-07182-0 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Die Worte des Lichts - Brandon Sanderson
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Die Welt Roschar wird von Stürmen und Machtkämpfen erschüttert. Der Krieg zwischen dem Volk von Alethkar und den geheimnisvollen Parshendi tobt bereits jahrelang - ein Krieg, der magische Geheimnisse aus dunkler Vergangenheit heraufbeschwört. Ein Krieg, in dem einfache Menschen als Helden aufstehen, Jäger zu Gejagten werden und sich Magie in Fluch verwandeln kann.

Sechs Jahre ist es her, dass der König von Alethkar ermordet wurde. Sein Mörder, ein geheimnisvoller, weiß gewandeter Attentäter, wurde offenbar von dem Volk beauftragt, mit dem der König gerade einen Friedensvertrag unterzeichnet hatte: den Parshendi. In ihrem Rachedurst stellten die Großprinzen der Alethi ein Heer zusammen und zogen gegen die Parshendi in den Krieg. Nun, sechs Jahre später, ist dieser Krieg zu einem Stellungskampf auf der unwirtlichen Zerschmetterten Ebene erstarrt. Schon beginnen sich die Adligen in Intrigen aufzureiben, als plötzlich der Attentäter wieder zurückkehrt - und mit ihm Wesen aus einer vergessen geglaubten Vergangenheit: die Strahlenden Ritter mit ihren magischen Klingen. Können sie den Krieg beenden? Werden sie die Alethi und ganz Roschar vor dem letzten, alles zerstörenden Sturm retten können?

Brandon Sanderson, 1975 in Nebraska geboren, schreibt seit seiner Schulzeit fantastische Geschichten. Er studierte Englische Literatur und unterrichtet Kreatives Schreiben. Mit den 'Sturmlicht-Chroniken', seinem großen Epos um das Schicksal der Welt von Roschar, erobert er regelmäßig die internationalen Bestsellerlisten und begeistert auch in Deutschland viele Zehntausende Fans. Er wird bereits als der J. R. R. Tolkien des 21. Jahrhunderts gepriesen. Brandon Sanderson lebt mit seiner Familie in Provo, Utah.

Wenn ich ehrlich bin, muss ich eingestehen, dass das, was in den letzten beiden Monaten geschehen ist, in meiner Verantwortung liegt. Tod, Vernichtung, Verlust und Schmerz sind meine Bürde. Ich hätte es kommen sehen müssen. Und ich hätte es aufhalten müssen.

Aus dem persönlichen Tagebuch von Navani Kholin, Jeseses 1174

Schallan stibitzte einen dünnen Kohlestift und zeichnete eine Reihe gerader Linien, die von einer Kugel am Horizont ausgingen. Diese Kugel entsprach nicht ganz der Sonne, und sie stellte ebenso wenig einen der Monde dar. In Kohle umrissene Wolken schienen darauf zuzuströmen. Und das Meer unter ihnen … Eine Zeichnung war nicht in der Lage, die bizarre Natur dieses Ozeans wiederzugeben, der nicht aus Wasser, sondern aus kleinen, durchscheinenden Glasperlen bestand.

Schallan zitterte, als sie sich an jenen Ort erinnerte. Jasnah wusste viel mehr darüber, als sie ihrem Mündel hatte mitteilen wollen, und Schallan wusste nicht recht, wie sie die andere Frau danach fragen sollte. Durfte man überhaupt Antworten verlangen, wenn man einen solchen Verrat wie Schallan begangen hatte? Nur wenige Tage waren seit jenem Ereignis vergangen, und Schallan wusste noch immer nicht genau, wie sich ihre Beziehung zu Jasnah fortsetzen sollte.

Das Deck schwankte, als das Schiff gegen den Wind kreuzte und die gewaltigen Segel hoch droben flatterten. Schallan war gezwungen, sich mit ihrer bekleideten Schutzhand an der Reling festzuhalten. Kapitän Tozbek sagte, die See sei für diesen Teil der Meerenge von Langstirn recht ruhig. Dennoch würde sie vermutlich unter Deck gehen müssen, sollten die Wellen und das Schlingern noch schlimmer werden.

Schallan stieß die Luft aus und versuchte sich zu entspannen, als das Schiff ruhiger wurde. Eine kalte Brise blies, und Windsprengsel zischten auf unsichtbaren Luftströmungen vorbei. Immer wenn die See rau wurde, erinnerte sich Schallan an jenen Tag und das fremdartige Meer aus Glasperlen …

Sie betrachtete wieder das, was sie gezeichnet hatte. Sie hatte nur einen kurzen Blick auf jenen Ort erhascht, und ihre Skizze war gewiss nicht vollkommen. Sie …

Schallan runzelte die Stirn. Aus dem Papier hatte sich ein Muster erhoben, wie eine Prägung. Was hatte sie getan? Dieses Muster war fast ebenso breit wie das Blatt und bestand aus einer Reihe verwickelter Linien mit spitzen Winkeln und wiederholten Zeichen, die wie Pfeilspitzen wirkten. Kam das daher, dass sie diesen unheimlichen Ort wiederzugeben versuchte – einen Ort, von dem Jasnah sagte, er heiße Schadesmar? Zögernd bewegte Schallan ihre Freihand über die unnatürlichen Erhebungen auf dem Papier.

Das Muster bewegte sich und glitt durch das Papier, ganz so wie sich ein Axthundjunges unter einer Bettdecke entlangschlängelt.

Schallan stieß einen spitzen Schrei aus und sprang von ihrem Sitz hoch. Dabei ließ sie den Skizzenblock auf das Deck fallen. Die losen Seiten verteilten sich auf den Planken, wurden vom Wind erfasst und umhergewirbelt. Einige Seeleute, die sich in der Nähe befanden – Thaylener mit langen weißen Augenbrauen, die sie hinter die Ohren zurückkämmten –, eilten ihr sofort zu Hilfe und fingen die Blätter in der Luft, bevor sie über Bord geweht wurden.

»Alles in Ordnung, junge Dame?«, fragte Tozbek, der sich in einer Unterredung mit einem seiner Maate befand und nun zu ihr herüberblickte. Der kleine, stämmige Tozbek trug eine breite Schärpe und einen Mantel aus Rot und Gold, der zu der Kappe auf seinem Kopf passte. Er hatte seine Brauen so nach oben gekämmt, dass sie wie Fächer über den Augen standen.

»Es geht mir gut, Kapitän«, sagte Schallan. »Ich hatte bloß einen Schreck bekommen.«

Yalb trat auf sie zu und hielt ihr die Blätter hin. »Eure Ausstaffage, meine Dame.«

Schallan hob eine Braue. »Ausstaffage?«

»Klar«, sagte der junge Seemann mit einem Grinsen. »Ich übe mich an ausgefallenen Wörtern. Sie helfen mir dabei, eine vernünftige weibliche Gesellschaft zu finden. Ihr wisst schon – die Art von jungen Damen, die nicht zu schlecht riechen und wenigstens noch ein paar Zähne im Mund haben.«

»Wie nett«, bemerkte Schallan und nahm die Blätter an sich. »Was natürlich von der Definition des Begriffes ›nett‹ abhängt.« Sie unterdrückte weitere spitze Bemerkungen und betrachtete misstrauisch den Stapel Papier in ihrer Hand. Das Bild, das sie von Schadesmar gezeichnet hatte, lag zwar obenauf, aber die seltsamen Prägungen waren nicht mehr zu erkennen.

»Was ist passiert?«, fragte Yalb. »Ist ein Kremling unter Euch hergekrochen oder was?« Wie gewöhnlich trug er eine an der Vorderseite offene Weste und dazu eine lockere Hose.

»Es war gar nichts«, sagte Schallan sanft und steckte die Blätter in ihre Umhängetasche.

Yalb salutierte kurz vor ihr – sie hatte keine Ahnung, warum er sich das angewöhnt hatte – und half dann den anderen Matrosen beim Spleißen der Tampen. Bald hörte sie schallendes Gelächter von den Männern um ihn herum, und als sie zu ihm hinübersah, bemerkte sie, wie Ruhmsprengsel um seinen Kopf tanzten. Sie hatten die Gestalt kleiner Lichtkugeln angenommen. Anscheinend war er sehr stolz auf den Scherz, den er soeben gemacht hatte.

Sie lächelte. Es war wirklich eine glückliche Fügung gewesen, dass Tozbek in Kharbranth aufgehalten worden war. Sie mochte die Mannschaft und war froh, dass Jasnah sie für diese Reise ausgewählt hatte. Schallan setzte sich wieder auf die Truhe, die Kapitän Tozbek vor der Reling hatte anbinden lassen, damit sie den Blick auf das Meer genießen konnte. Natürlich musste sie sich vor der Gischt in Acht nehmen, die ihre Zeichnungen verderben konnte, aber solange das Meer nicht aufgewühlt war, war die Gelegenheit, das Wasser zu beobachten, jede Mühe wert.

Der Ausguck oberhalb der Takelage stieß plötzlich einen lauten Ruf aus. Schallan kniff die Augen zusammen und blickte in die Richtung, in die er mit dem Arm wies. Sie befanden sich in Sichtweite des Kontinents und segelten parallel zu ihm. In der letzten Nacht hatten sie gar in einem Hafen geankert, während ein gewaltiger Großsturm getobt hatte. Jeder Segler zog es vor, in der Nähe des Landes zu bleiben, denn es entsprach Selbstmord, sich auf das offene Meer hinauszuwagen, wo man jederzeit von einem Großsturm überrascht werden konnte.

Der dunkle Fleck im Norden stellte die Frostlande dar, ein kaum bewohntes Gebiet entlang des unteren Randes von Roschar. Gelegentlich erhaschte sie einen Blick auf die höheren Klippen im Süden. Dort stellte Thaylenah, das große Inselkönigreich, eine weitere Barriere dar. Die Meerenge verlief zwischen diesen beiden Ländern hindurch.

Der Ausguck hatte etwas in den Wellen nördlich des Schiffes erspäht. Es war ein auf und ab tanzender Umriss gewesen, der zunächst wie ein großer Baumstamm gewirkt hatte. Aber er war viel länger und breiter. Schallan stand auf und kniff die Augen zusammen, als das rätselhafte Ding näher kam. Es stellte sich als eine braungrüne Kuppelmuschel heraus, die ungefähr so groß wie drei aneinandergebundene Ruderboote war. Als sie daran vorbeifuhren, schwamm die Muschel längsseits, und irgendwie gelang es ihr, mit dem Schiff mitzuhalten, während sie selbst ungefähr sechs oder acht Fuß aus dem Wasser ragte.

Ein Santhid! Schallan beugte sich über die Reling und schaute hinunter, während die Matrosen aufgeregt schnatterten; einige gesellten sich neben sie und schauten ebenfalls auf das Wesen hinunter. Die Santhidyn waren so scheu und selten, dass in einigen Büchern behauptet wurde, sie seien inzwischen ausgestorben, und alle zeitgenössischen Berichte über sie seien nicht verlässlich.

»Ihr habt aber großes Glück, junge Dame«, sagte Yalb zu ihr und lachte, als er mit einem Tau an ihr vorüberging. »Wir haben schon seit Jahren keinen Santhid mehr gesehen.«

»Du siehst auch keinen«, sagte Schallan. »Du siehst nur den oberen Teil seiner Schale.« Zu ihrer Enttäuschung verbarg das Wasser alles andere – lediglich einige Schatten in den Tiefen deuteten auf lange Arme oder Fortsätze hin, die nach unten ausgestreckt waren. In vielen Geschichten wurde behauptet, diese Wesen folgten einem Schiff manchmal tagelang und warteten auf dem Meer, wenn es in einem Hafen ankerte, nur um weiter neben ihm herzuschwimmen, sobald es seine Fahrt wieder aufnahm.

»Die Schale ist alles, was man je zu sehen bekommt«, sagte Yalb. »Bei allen Leidenschaften, das ist ein gutes Zeichen!«

Schallan hielt ihre Umhängetasche fest. Sie nahm ein Erinnerungsbild von der Kreatur dort unten neben dem Schiff auf, indem sie die Augen schloss und das Bild in ihrem Kopf festhielt, um es später in einer Zeichnung genauestens wiedergeben zu können.

Aber was willst du zeichnen?, dachte sie. Einen Klumpen im Wasser?

Ein Gedanke formte sich in ihrem Kopf. Sie hatte ihn bereits laut ausgesprochen, bevor sie sich eines Besseren besinnen konnte. »Bring mir dieses Tau«, sagte sie zu Yalb gewandt.

»Hellheit?«, fragte er und blieb stehen.

»Binde das eine Ende zu einer Schlinge«, sagte sie und legte eilig ihre Tasche auf die Truhe. »Ich muss mir diesen Santhid näher ansehen. Im Meer habe ich noch niemals den Kopf unter Wasser gehalten. Behindert das Salzwasser die Sicht?«

»Unter Wasser?«, fragte Yalb mit schriller Stimme.

»Warum bindest du nicht endlich eine Schlinge?«

»Weil ich kein verdammter Narr bin! Der Kapitän wird mir den Kopf abreißen, wenn …«

»Hol einen deiner Freunde her«, sagte sie. Ohne seinen Einwänden Beachtung zu schenken, ergriff sie das eine Ende...

Erscheint lt. Verlag 4.11.2014
Reihe/Serie Die Sturmlicht-Chroniken
Die Sturmlicht-Chroniken
Übersetzer Michael Siefener
Verlagsort München
Sprache deutsch
Original-Titel Words of Radiance - The Stormlight Archive, Book 2 (Part 1)
Themenwelt Literatur Fantasy / Science Fiction Fantasy
Literatur Fantasy / Science Fiction Science Fiction
Schlagworte Brandon Sanderson • Der Pfad der Winde • Der Weg der Könige • Die Sturmlicht-Chroniken • eBooks • epische Fantasy • Fantasy • High Fantasy • High Fantasy, Brandon Sanderson, Roschar, Der Weg der Könige, Der Pfad der Winde, epische Fantasy • Roschar • Serien • Stormlight Archive
ISBN-10 3-641-07182-8 / 3641071828
ISBN-13 978-3-641-07182-0 / 9783641071820
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