Französische Fremdenlegion 1842-1847
[.] Endlich kam der Befehl zu unserem Abmarsch nach Oran, dem Haupt-Depot. Wir wurden nachmittags nach Algier geführt und abends eingeschifft. Diesmal wurde ich ernstlich seekrank, und zwar so, dass ich regungslos bis zu unserer Ankunft in Mers-el-Kebir, welche des anderen Abends erfolgte, auf dem Verdeck liegen blieb. In Mers-el-Kebir, einem alten spanischen Fort nebst kleinem Städtchen, wurden wir wieder ausgeschifft und hatten noch eine starke Stunde längs dem Meeresufer hin nach Oran zu marschieren. Ich war todesmatt, hatte fürchterlichen Durst und konnte kein Wasser bekommen. Endlich, es war schon Nacht geworden, kamen wir, nachdem wir ein fünfzig Schritte langes, durch den Felsen gesprengtes Tor passiert hatten, in Oran, das heißt, in dem Fort La Moule, an. Kaum da angekommen, wurden die Tore verschlossen. Wir erhielten je zwei von uns eine wollene Decke mit der Weisung, uns im Hofe, der gepflastert war, niederzulegen. Hieran reihte sich das strenge Verbot, keine der von den schon länger Anwesenden und Eingekleideten bewohnten Baracken zu betreten, weil man annimmt, dass alle von Dur-rahim Kommenden mit Läusen übersät sind. Es hatten die die Baracken Bewohnenden zwar auch keine Betten, aber doch hölzerne Pritschen und waren vor dem so unangenehmen Tau geschützt. Ich suchte den Sergeant-Major auf, stellte ihm mein Unwohlsein vor und bat ihn, mir doch irgendeinen Winkel in einer Baracke anzuweisen, wurde aber barsch zur Türe hinausgewiesen. Nun schlich ich mich von einer Baracke zur anderen, um wenigstens einen Trunk Wasser zu bekommen - aber überall umsonst. Hatten sie keines, oder wollten sie mir keines geben? Ich weiß es nicht. Letzteres ist wahrscheinlicher, obschon sich im Fort kein Brunnen befand. [.] Dieses Leben im Biwak gefiel mir immer ausnehmend - diese rege Tätigkeit während des Tages, die großen Feuer des Nachts, die vorgeschobenen kleinen Posten, die dunklen, gespenstischen Gestalten, das Heulen der Schakale und Hyänen, dazwischen in langgezogenen Kehllauten der Ruf eines Eingeborenen, das Geschrei der Esel, Maultiere und Kamele - all dies schuf ein phantastisches, in eigentümlichen Reizen erscheinendes Bild. [.] Vor uns lag ein sehr schmaler und langer Engpass. Die Kolonne hatte ihn bereits passiert, wir aber mussten in einiger Entfernung halten, bis der sehr starke Konvoi durch war, wo immer nur ein Lasttier hinter dem anderen marschieren konnte. Diesen Moment benutzte der zehnmal stärkere Feind, um unser Bataillon von allen Seiten anzugreifen und uns von der Kolonne abzuschneiden, was ihm auch beinahe gelungen wäre. Ich erhielt den Auftrag, mit 20 Mann diese Schlucht zu verteidigen, stieg den Berg hinan, vertrieb die wenigen bisher eingedrungenen Araber und setzte mich, meine Leute hinter Felsstücken postierend, an der Mündung der Schlucht fest. Jedoch, die eindringenden Feinde wurden mit jeder Sekunde zahlreicher - schon lagen mehrere meiner Leute schwerverwundet darnieder.
| Erscheint lt. Verlag | 30.5.2013 |
|---|---|
| Verlagsort | Kehl |
| Sprache | deutsch |
| Maße | 145 x 210 mm |
| Gewicht | 406 g |
| Einbandart | Paperback |
| Themenwelt | Literatur ► Biografien / Erfahrungsberichte |
| Literatur ► Essays / Feuilleton | |
| Schlagworte | 1842 • 1842 - 1847 • Algerien • Algerien, Geschichte; Berichte/Erinnerungen • Biografie • Biografisch • Französische Fremdenlegion • Fremdenlegionär • Fremdenlegion; Berichte/Erinnerungen • Legionär • Original Tagebuch • Söldner • Tagebuch |
| ISBN-10 | 3-943288-14-5 / 3943288145 |
| ISBN-13 | 978-3-943288-14-8 / 9783943288148 |
| Zustand | Neuware |
| Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR) | |
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