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Mauritius von Craûn

Heimo Reinitzer (Herausgeber)

Buch | Softcover
XXXIV, 112 Seiten
2000 | 1. Auflage
De Gruyter (Verlag)
978-3-484-20213-9 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Mauritius von Craûn -
CHF 27,90 inkl. MwSt
Die ATB ist die traditionsreichste Editionsreihe der germanistischen Mediävistik. Begründet 1881 von Hermann Paul, wurde sie von führenden Fachvertretern, Georg Baesecke, Hugo Kuhn, Burghart Wachinger, betreut. Seit 2001 liegt die Verantwortung in den Händen von Christian Kiening. Die mittlerweile etwa 120 Bände verknüpfen exemplarisch Handschriftennähe und Lesbarkeit, wissenschaftliche Arbeit am Text und Blick auf die akademische Lehre. Sie umfassen anerkannte, zum Teil kommentierte Ausgaben ‚klassischer‘ Autoren der Zeit um 1200, aber auch veritable Werkausgaben (Notker der Deutsche) und anspruchsvolle Neueditionen (Eckenlied, Heinrich von dem Türlin).
Die kaum 1800 Verse umfassende Geschichte vom Ritter Mauritius von Craûn und der Gräfin von Beamunt erzählt die wechselvolle Geschichte der Ritterschaft in Griechenland, Rom und im Frankenreich, wo es unter Karl dem Großen zur Blüte gelangte. Mauritius bindet seine ritterlichen Taten an den Lohn einer verheirateten Frau, die sich ihm klandestin verspricht. Der rechtlich ungültige Vertrag scheitert: Mauritius, ermüdet von allzu großen Heldentaten, schläft neben dem überdimensionierten Bett ein. Die Gräfin kündigt den Vertrag, auf dessen Erfüllung Mauritius besteht: Blutverschmiert, halb bekleidet, stürzt er wie ein wildes Tier ins eheliche Schlafgemach der Gräfin, deren Gemahl ängstlich in Ohnmacht fällt und Platz macht für die Lohnerfüllung nach vollbrachter Leistung. Der Beischlaf, rechtlicher Vollzug einer Ehe, bindet hier nicht, sondern trennt die Vertragspartner auf immer. Während Mauritius sich auch weiterhin des öffentlichen Ansehens erfreut, bleibt die Gräfin vereinsamt zurück im Bewußtsein, falsch gehandelt zu haben. Worin der grundsätzliche Fehler, nicht ihr Fehler, liegt, bleibt unausgesprochen: in der Bindung ritterlicher Leistung an Liebeslohn. Der Vertrag ist unrecht, die ritterlichen Taten sind maßlos, der Liebeslohn ein Gewaltakt. Der öffentliche Beifall gilt einem Rittertum, das seine moralische Berechtigung verloren hat. Die um 1200 entstandene Erzählung eines rheinfränkisch/mitteldeutschen Autors fußt auf einer lateinischen oder altfranzösischen Quelle, die unbekannt ist. Erhalten ist nur ein altfranzösisches Fablel, das den Kern der Erzählung ähnlich wiedergibt, dem die weltgeschichtliche Einordnung wie der Erzählskopos fremd sind. Der nur im Ambraser Heldenbuch (Anfang 16. Jahrhundert) tradierte mittelhochdeutsche Text wird in einer möglichst überlieferungsnahen, aber dem mittelhochdeutschen Lautstand um 1200 angeglichenen Version wiedergegeben, wobei die Abweichungen von der Handschrift ebenso verzeichnet werden wie die abweichenden Lesungen der bisherigen 10 Ausgaben von Maßmann, Haupt, Schröder und Pretzel. Das Fablel wird nach der neuesten kritischen Ausgabe abgedruckt und mit einer Übersetzung ins Neuhochdeutsche versehen.

"Der Leser [...] wird in jedem Falle aus der verdienstvollen Edition und dem reichhaltigen Zusatzband großen Nutzen ziehen."
Tomas Tomasek in: Zeitschrift für deutsche Philologie 3/2007

Erscheint lt. Verlag 28.3.2000
Reihe/Serie Altdeutsche Textbibliothek ; 113
Zusatzinfo 8 b/w ill.
Verlagsort Berlin/Boston
Sprache deutsch
Maße 120 x 190 mm
Gewicht 127 g
Themenwelt Literatur Klassiker / Moderne Klassiker
Geisteswissenschaften Sprach- / Literaturwissenschaft Germanistik
Geisteswissenschaften Sprach- / Literaturwissenschaft Literaturwissenschaft
Schlagworte 8th-15th Century • Allgemein • Althochdeutsch (750-1050); Lektüre • Althochdeutsche Literatur (750-1050) • CD • Deutsche Sprachwissenschaft, Deutschsprachige Literaturwissenschaft • Dröschel • Erec • European • General • German • Germanist • Germanistik • German Literature • Handschrift • Hardcover, Softcover / Deutsche Sprachwissenschaft, Deutschsprachige Literaturwi • HC/Deutsche Sprachwissenschaft, Deutschsprachige Literaturwissenschaft • Heldendichtung • inkl. • Kommentar • literary collections • Literary criticism • Literary Studies • Medieval • Mittelhochdeutsch • Mittelhochdeutsche Literatur (1050-1350); Texte • Moritz (von Craon) • Moritz von Craon • Moriz von Craûn (Romance) • Versroman • Versroman (literarische Gattung) • V-Modell97
ISBN-10 3-484-20213-0 / 3484202130
ISBN-13 978-3-484-20213-9 / 9783484202139
Zustand Neuware
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
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