Jacques der Fatalist und sein Herr
Matthes & Seitz (Verlag)
978-3-88221-058-3 (ISBN)
Denis Diderot, der vielleicht klügste, sicher aber heiterste und menschlichste der französischen Aufklärer, schenkte uns mit seinem Roman ›Jacques der Fatalist und sein Herr‹ die Summe seiner ironischen Beschäftigung mit Philosophie und Ästhetik.
Diderot sprüht vor Erzähllust und schickt sein Protagonistenpaar, das an Don Quijote und Sancho Pansa erinnert, auf eine Reise durch Frankreich. Die beiden erörtern auf geistreiche Weise unablässig philosophische Fragen während sie reiten und rasten, in Wirtshäusern einkehren, dort mit anderen reden und bis tief in die Nacht Wein trinken.
Hinrich Schmidt-Henkel schöpft in seiner Neuübersetzung die Lakonie und den pointierten Rhythmus des Originals voll aus und bietet dem Leser die Möglichkeit, Diderot als Zeitgenossen zu lesen.
Denis Diderot (1713–1784) war ein französischer Schriftsteller und Philosoph der Aufklärung, einer der vielseitigsten Autoren und berühmtesten Enzyklopädisten seiner Zeit. Er schrieb philosophische Romane, Dialoge, Dramen und Essays. Zusammen mit d’Alembert gab er die Encyclopédie heraus, in deren 28 Bänden das gesamte Wissen der Zeit von den bedeutendsten Köpfen der Aufklärung abgehandelt wurde.
Hinrich Schmidt-Henkel, geboren 1959 in Berlin, ist Übersetzer aus dem Französischen, Norwegischen und Italienischen. Er hat u. a. Werke von Michel Houellebecq, Yasmina Reza, Henrik Ibsen und Jon Fosse ins Deutsche übertragen. Für seine Neuübersetzung von Célines VOYAGE AU BOUT DE LA NUIT wurde er mit dem Paul-Celan-Preis ausgezeichnet. Er ist der Vorsitzende des Verbandes der deutschsprachigen Übersetzer wissenschaftlicher und literarischer Werke (VdÜ).
»Ein Roman, der die Vielseitigkeit des Schreibens Diderots unter Beweis stellt und eigentlich fast eher ein Dialog ist.« Ruthard Stäblein, Deutschlandradio Kultur, 27. Januar 2014
»Der Roman ist ein riesiges Lesevergnügen, ein philosophischer Schalk-und Schelmenroman!« Thea Dorn, SWR Lesenswert, 19. Dezember 2013
»Diderot ist eine große Überraschung, absolut modern und witzig. Er ist der Erfinder des spielerischen Erzählens. Einfach grandios!« Gert Scobel, 3-Sat Kulturzeit, 10.Oktober 2013
Nach einer kurzen Pause rief Jacques aus: „Der Teufel hole diesen Wirt und seine Wirtschaft!“ DER HERR: Warum seinen Nächsten zum Teufel schicken? Das ist nicht christlich. JACQUES: Weil ich mich an seinem schlechten Wein berauschte und dabei vergaß, unsere Pferde zur Tränke zu führen. Mein Vater sieht das; er ärgert sich. Ich zucke mit den Schultern; er greift einen Stock und lässt ihn nicht eben sanft auf ihnen tanzen. Ein Regiment zog vorüber auf dem Weg zum Lager vor Fontenoy; aus Verdruss lasse ich mich anwerben. Wir kommen dort an; schon geht die Schlacht los. DER HERR: Und du bekommst eine Kugel an deine Adresse. JACQUES: Sie haben es erraten; einen Schuss ins Knie; und Gott weiß, welche guten und üblen Abenteuer dieser Schuss nach sich gezogen hat. Sie hängen nicht mehr und nicht weniger zusammen als die Glieder der Kinnkette an einem Halfter. Ohne diesen Schuss zum Beispiel wäre ich wohl nie verliebt gewesen und würde nicht humpeln. DER HERR: Du warst verliebt? JACQUES: Und wie! DER HERR: Wegen eines Schusses? JACQUES: Wegen eines Schusses. DER HERR: Davon hast du nie ein Wort erzählt. JACQUES: Das glaube ich wohl. Der Herr: Und warum? JACQUES: Weil davon weder früher noch später erzählt werden konnte.
| Erscheint lt. Verlag | 12.12.2013 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Französische Bibliothek ; 012 | Französische Bibliothek ; 012 |
| Co-Autor | Hans Magnus Enzensberger |
| Übersetzer | Hinrich Schmidt-Henkel |
| Verlagsort | Berlin |
| Sprache | deutsch |
| Original-Titel | Jacques le fataliste et son maître |
| Maße | 130 x 250 mm |
| Gewicht | 574 g |
| Einbandart | gebunden |
| Themenwelt | Literatur ► Klassiker / Moderne Klassiker |
| Schlagworte | Ästhetik • Don Quijote • Philosoph der Aufklärung • Sancho Pansa |
| ISBN-10 | 3-88221-058-3 / 3882210583 |
| ISBN-13 | 978-3-88221-058-3 / 9783882210583 |
| Zustand | Neuware |
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