Das Buch des Verderbens (eBook)
250 Seiten
MainBook (Verlag)
978-3-944124-17-9 (ISBN)
Lili Belkoski wurde 1964 in Belgrad geboren, kam 1965 nach Deutschland, ging in Bonn zur Schule und wohnt heute in Frankfurt mit ihrer Chihuahua-Hündin Tequila. Ihr Vater arbeitete als Nachtwächter in einer geschlossenen Psychiatrie, ihre Mutter als Altenpflegerin. Sie liebt Horrorfilme und Tattoos, ist selber tätowiert von Steve Soto, dem bekannten Tattoo-Künstler der Goodfellas in Orange County. Lili Belkoski kam die Idee für 'Das Buch des Verderbens' in einem Traum. Als ihre Mutter die Geschichte hörte, überredete sie sie dazu, es zu schreiben.
Lili Belkoski wurde 1964 in Belgrad geboren, kam 1965 nach Deutschland, ging in Bonn zur Schule und wohnt heute in Frankfurt mit ihrer Chihuahua-Hündin Tequila. Ihr Vater arbeitete als Nachtwächter in einer geschlossenen Psychiatrie, ihre Mutter als Altenpflegerin. Sie liebt Horrorfilme und Tattoos, ist selber tätowiert von Steve Soto, dem bekannten Tattoo-Künstler der Goodfellas in Orange County. Lili Belkoski kam die Idee für "Das Buch des Verderbens" in einem Traum. Als ihre Mutter die Geschichte hörte, überredete sie sie dazu, es zu schreiben.
Prolog
Rom, Juni 2017
Ein ohrenbetäubendes Rotorengeräusch durchschnitt die Stille der Nacht über der Stadt Rom. Der Hubschrauber flog mit Scheinwerfern. Sein Lichtkeil näherte sich dem Vatikan.
An Bord saßen drei dunkle Gestalten in schwarzer Kampfmontur. Der Pilot trug Kopfhörer, Headset und eine Pilotenbrille. Sein kurzes schwarzes Haar war nach hinten gegelt, der Blick starr nach vorne gerichtet. Er wirkte hochkonzentriert, steuerte den Hubschrauber über die hohe Außenmauer und setzte zur Landung auf dem Hubschrauberlandeplatz an, im südwestlichsten Zipfel der Vatikanstadt.
Nachdem der Hubschrauber gelandet war, stellte der Pilot – Alexander, sein Name – die Rotoren ab und öffnete die Tür. Sie stiegen aus. Alexander schritt voran, flankiert von seinen Männern, Lucien und Victor.
Die Schweizer Garde, die Wache des Papstes, war längst auf den Hubschrauber und die drei Männer aufmerksam geworden. Nachts schoben in diesem Areal des Vatikans drei Wachen Dienst. Sie nahmen die nächtlichen Besucher gemeinsam in Empfang und postierten sich unmittelbar vor ihnen. Es war dunkel, die Gesichter der Ankömmlinge waren nicht gut zu erkennen.
Eine der Wachen stellte sich Alexander in den Weg: „Wir haben keine Meldung für eine Hubschrauberlandung vorliegen? Wer seid ihr und was wollt ihr?“
Alexander trat vor. Der Lichtschein einer Lampe fiel in sein Gesicht. Aus pechschwarzen Augen fixierte er alle drei Wachmänner. Er verbeugte sich und sprach ruhig. „Wir sind gekommen, um den Lauf der Welt zu verändern.“
Der Wachmann erschrak. Er verstand Alexanders Worte nicht, was man seinen Gesichtszügen ansah. Seine Stimme wurde dringlicher. „Ihr habt keinen Zutritt zum heiligen Territorium des Vatikans. Könnt ihr euch ausweisen?“ Alle drei Wachleute stellten sich aufrecht vor die Besucher.
„Moment“, sagte Alexander. „Ich zeige euch unsere Papiere.“ Er griff in seine Jackentasche, doch anstatt eines Ausweises beförderte er eine Waffe mit aufgesetztem Schalldämpfer hervor und schoss der mittleren Wache blitzschnell ein Loch in die Stirn, begleitet von den Worten: „Fahr zur Hölle!“
In diesem Augenblick zogen seine beiden Begleiter ebenfalls ihre Waffen und schossen. Die Wachmänner waren so perplex, dass sie kaum reagieren konnten. Die Projektile drangen in ihre zuckenden Körper und trafen ihre Herzen. Ein Todesstöhnen kam über ihre Lippen, bevor sie zu Boden fielen.
Alexander warf einen anerkennenden Blick auf seine Begleiter. „Mir nach!“, flüsterte er. Mit einer Handbewegung setzte er sich in Bewegung. In seiner rechten Hand hielt er ein Handy mit GPS-Navi, das ihm den Weg wies.
Die drei dunklen Gestalten liefen hintereinander an dem Kupferabbild der Schwarzen Madonna von Częstochowa, der Schutzpatronin des Heliports, vorbei, durch die vatikanischen Gärten, suchten Sichtschutz und waren darauf bedacht, keine weiteren Wachen auf sich aufmerksam zu machen. Ihre Augen hatten sich inzwischen an die Dunkelheit gewöhnt, nur spärliches Licht von einigen Laternen begleitete ihr Vorankommen. Sie ließen den Gouverneurspalast rechts liegen und sahen die Sixtinische Kapelle vor sich auftauchen. Alexander erhöhte das Tempo, seine Mitstreiter hingen an seinen Fersen. Alle drei waren durchtrainiert, dabei ungewöhnlich beweglich, konditionsstark und strotzten vor Kraft.
Rechter Hand lag die Basilika Papale di San Pietro in Vaticano, der Petersdom. Ihr Ziel. Sie schlichen an die Steinmauer, lehnten sich mit dem Rücken an und beobachteten den Nebeneingang. Sie atmeten tief, aber ihr Puls war ruhig, trotz ihres forschen Laufes. Sie verharrten zwei Minuten und blickten sich um. Stille. Das vatikanische Gelände schien wie ausgestorben.
Alexander ergriff wieder die Initiative, näherte sich der massiven Holztür und drückte die Klinke. Verschlossen. Ein Blick Alexanders signalisierte Victor, die Tür aufzubrechen. Der Angesprochene zückte ein Brecheisen aus der rechten Seitentasche seines Kampfanzugs, setzte es in den Türspalt oberhalb des Schlosses und mit einem gewaltigen Zug hebelte er die Tür auf. Das Schloss knackte, das Holz brach. Der Türspalt weitete sich.
Alexander öffnete die Tür einen halben Meter und schlüpfte ins Innere, gefolgt von seinen Kollegen. Ein kalter Luftzug strömte ihnen entgegen. Es war so dunkel, dass er eine kleine LED Neontaschenlampe zückte, deren punktgenauer Lichtstrahl kaum wahrnehmbar war, der aber anzeigte, wohin sie traten. Sie gingen unter die Kuppel des Petersdoms, umrundeten den Papstaltar mit Berninis Bronzebaldachin, und fanden im vorderen rechten Pfeiler der Vierung das, was sie suchten: die Treppe, die sie in die vatikanischen Grotten führen würde. Sie war so eng, dass sie nur hintereinander hinabsteigen konnten. Leise nahmen sie Stufe um Stufe. Unten angelangt beleuchtete eine Fackel an der Wand den kleinen Vorraum. Auf einem Stuhl saß ein Grabwächter, der schlief.
Die Luft hier unten roch modrig und muffig. Alexander zückte aus seiner linken Seitentasche ein Messer, sprang mit einem gewaltigen Satz hinter den Wächter und legte ihm das Messer an den Hals. Der Mann war von einem Moment auf den nächsten hellwach und so perplex, dass er kurz vor einem Herzinfarkt stand.
„Was … was wollt ihr?“, stammelte er einige Male hintereinander. Der kleine untersetzte Wächter machte große Augen angesichts der Eindringlinge.
„Führe uns zum Buch des Teufels!“ Alexanders tiefe Stimme bebte, während er sprach.
Dem Grabwächter stand augenblicklich die Angst ins Gesicht geschrieben. „Was? Aber das geht nicht. Jeder, der sich dem Buch nähert, ist dem Tode geweiht. Wisst ihr das nicht?“
Alexander drückte die Klinge fester gegen seinen Hals. Schweißperlen traten auf die Stirn des Wächters. „Wenn du Faxen machst, bist du tot, kapiert?“ Der Grabwächter nickte zögerlich. „Also los!“
Alexander packte den Wächter am Kragen, hob ihn von seinem Stuhl und mit kräftigen Schlägen in den Rücken trieb er ihn vorwärts. Lucien packte die Fackel und leuchtete ihnen.
Sie kamen in einen großen Gewölbekeller, der Krypta, in dessen Mitte Petrus‘ Grab lag, das von mehreren Kapellen eingerahmt wurde. Als sie in dessen Höhe angelangt waren, blieb Victor stehen. „Hier soll also Petrus ruhen? Woher wissen die, dass er es wirklich ist? Hat der Vatikan eine DNA-Probe von ihm genommen?“ Er lachte und der Wächter zuckte mit den Achseln. Die anderen waren zu angespannt, um auf ihn einzugehen.
Sie umrundeten das Grab, liefen in den nächsten großen Raum, von dem rechts und links mehrere Räume abgingen, in denen weitere Papstgräber lagen. Ein Netz aus Grotten erstreckte sich unterhalb der Basilika.
Ihr Weg führte geradeaus, in den hinteren Bereich der Grotten. Der Grabwächter, ein älterer Herr, schien zunehmend schlecht zu Fuß. Je weiter sie kamen, desto schwankender wurde sein Gang. Alexander stieß ihm mehrfach in den Rücken, um ihn anzutreiben. Einmal blieb der Wächter abrupt stehen. Angstschweiß lief ihm übers Gesicht. „Bitte nicht“, flehte er. „Niemand traut sich in die Nähe des Buches.“
„Wir schon“, konterte Alexander mit einem hämischen Grinsen und stieß den Wächter vorwärts, der fast vornüber gekippt wäre. Alexander packte ihn unter dem Arm und hielt ihm die Klinge direkt vor die Augen. „Wenn du nicht sofort spurst, kannst du dich gleich zu den alten Päpsten hier legen. Ist das klar?“
Vor einer Ziegelmauer kamen sie zum Stehen. Der Wächter bekreuzigte sich sieben Mal. „Es ist verflucht“, sprach er mit zitternder Stimme.
„Wo ist es?“, rief Lucien, dessen Stimme verriet, dass er es kaum erwarten konnte.
„Eingemauert hinter dieser Wand. Aber ich warne euch noch einmal. Man sagt: Wer dieses Buch aufschlägt, den holt der Teufel.“ Wieder bekreuzigte er sich.
„Ich scheiß‘ drauf!“, fuhr ihn Alexander an. Mit einer Geste wies er Victor an, die Mauer zu durchbrechen. Victor war ein stämmiger Typ, 1,90 m groß, durchtrainiert, mit breitem Brustkorb, blonden Stoppelhaaren und einer markanten Narbe auf seiner rechten Wange. Es war sonnenklar, dass die Steinmauer nur ein kleines Hindernis auf dem Weg zu ihrem ersehnten Ziel für ihn darstellen würde: Dem Buch des Teufels.
Victor wuchtete das Brecheisen in einen Mauerspalt und wollte gerade einen Stein heraus stemmen, als die Mauer nachgab und Victor nach vorne fiel, weil er sich nicht mehr halten konnte. Mehrere Steine fielen nach innen, als seien sie nie gemauert gewesen.
Alexander, Lucien und Victor schauten sich verwundert an. „Verflucht“, schrie Alexander. „Was ist hier los?“ Victor stieß einige weitere lose Steine ins Innere des Raumes und ein Loch von einem halben auf einen halben Meter entstand.
„Sieht so aus, als ob hier schon jemand vor uns da war“, meinte er. Der Wächter zuckte zusammen, als hätte ihm Alexander den Dolch in den Rücken gestoßen. Seine Blicke, panisch. Er bekreuzigte sich, hörte nicht mehr auf damit, und schaute hoch zum Vater, als sei es das letzte Mal.
„Scheiße“, brüllte Alexander. „Gib mir die Fackel!“ Lucien reichte sie ihm. Er lehnte sich mit dem Oberkörper durch das Loch und inspizierte den Raum. Er erkannte einen nahezu leeren Raum, nur in der Mitte des Raumes stand ein Sockel aus Marmor, auf dem eine Buchstütze aus Gold stand. Vom Buch fehlte jede Spur.
„Mat!“, fluchte er auf Russisch, seiner Muttersprache. Ein derbes und vulgäres Schimpfwort, das keine Entsprechung in einer anderen Sprache kennt. Sofort fuhr Alexander wieder heraus und wandte sich an den Wächter: „Willst du uns verarschen, du verdammter Freak?“ In diesem Moment packte Lucien die Fackel und leuchtete noch einmal in den Raum, als könne er es...
| Erscheint lt. Verlag | 10.12.2012 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Buch des Verderbens | Buch des Verderbens |
| Verlagsort | Frankfurt am Main |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Krimi / Thriller / Horror ► Horror |
| Literatur ► Krimi / Thriller / Horror ► Krimi / Thriller | |
| Literatur ► Romane / Erzählungen | |
| Schlagworte | Blut • Buch • Dämon • Dämonen • Horror • Horrorgeschichte • Horrorgeschichten • Horrorthriller • Illuminati • Luzifer • Mord • Mystery • Papst • Religion • Rom • Spannung • Teufel • Thriller • Thriller; Spannung; Verschwörungsthriller; Verschwörung; Vatikan; Teufel; Blut; Horror; Religion; Tod; Mord; Illuminati; Papst; Rom; Luzifer; Dämonen; Buch • Tod • Übersinnlich • Vatikan • Verschwörung • Verschwörungen • Verschwörungsthriller |
| ISBN-10 | 3-944124-17-0 / 3944124170 |
| ISBN-13 | 978-3-944124-17-9 / 9783944124179 |
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