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Das Kaffeekomplott - Beata Solanger

Das Kaffeekomplott

Eine Criminal-Vorfallenheit Wien 1774

(Autor)

Buch
284 Seiten
2012 | Auflage
Acquarelli, Marianne (Verlag)
978-3-9502862-3-6 (ISBN)
CHF 14,80 inkl. MwSt
  • Titel ist leider vergriffen;
    keine Neuauflage
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Wien 1774.Joseph Lafarche ruht sich auf dem Vermögen aus, das sein Vater mit dem Kaffeehandel gemacht hat. Offiziell ist er Student der Juridica – auf der Universität sieht man ihn allerdings kaum. Lieber verbringt er seine Tage im Weinkeller zusammen mit seinem besten Freund Franz. Nach einer weiteren durchzechten Nacht findet sich Joseph an einem ungewöhnlichen Ort wieder. Im Seziersaal für den Anatomischen Unterricht, ausgestreckt auf einem der Tische. Joseph hat noch Glück gehabt, aber Franz wacht nicht mehr auf. Der herbeigerufene Criminal-Commissär Korenyi schätzt gutes Essen und die Ruhe in seiner Stadt. Er hat es nicht eilig, einem Verbrechen auf die Spur zu kommen. Auch Joseph glaubt lange an einen Unfall, bis seine Schwägerin brutal entführt wird.

In seinem Kopf drehte sich alles. Keines der trüben Bilder, die vor seinen Augen tanzten, konnte er so richtig fassen. Ein dumpfer Schmerz begleitete den wilden Reigen und wuchs sich zu einem fast unerträglichen Hämmern aus, das jede Windung seines Gehirns zusammenzucken ließ. Endlich formte sich einer der Eindrücke zu etwas Konkreterem, etwas Fassbarem. Aus dichten Nebelschwaden starrte es ihn an. Ein Auge, ein hässliches, blutunterlaufenes Auge, das unablässig starrte. Joseph versuchte den Kopf zu heben, wurde aber durch einen donnergleich einsetzenden, rasend stechenden Schmerz daran gehindert. Und da war auch noch etwas anderes. Irgendetwas saß oder lag auf seiner Brust und schnürte ihm die Luft zum Atmen ab. Es lastete auf ihm wie eine Decke aus Blei. Er versuchte seine Gliedmaßen zu rühren – Gott im Himmel! Er war unfähig auch nur die geringste Bewegung auszuführen. Gelähmt am ganzen Körper wollte ihm nichts gelingen. Da war es wieder! Dieses hässliche, starr auf ihn gerichtete Auge. Trug es etwa die Schuld an seiner Pein? Plötzlich kam Bewegung in seine Beine. Doch nicht aus eigener Kraft. Das Auge machte sich an seinen Beinkleidern zu schaffen. Es zog und ruckelte zuerst an den Bändern, die den Bund unter der Kniekehle zusammenhielten und zog dann die fein gearbeiteten Strümpfe unsanft hinunter. In Josephs Kopf drehte sich weiter alles. Doch langsam wurde das Bild deutlicher. Zu dem Auge gab es ein zweites, auch hässlich und blutunterlaufen, aber mehr zusammen gekniffen und nicht so starrend. Wirre, fettige Haarsträhnen in einem undefinierbaren Graubraun wehten wie ein Vorhang vor diesem seltsamen Augenpaar hin und her. Nun nahmen auch eine dicke, rot geäderte Nase und ein froschartig breiter Mund Formen an. „Seltsam“, dachte Joseph träge. „So sieht nur jemand aus, der keinen einzigen Zahn mehr sein eigen nennt.“ Weiter kam Joseph mit seinen Überlegungen nicht. Ziemlich unsanft machte sich dieser Jemand an seinem Hosenbund zu schaffen und krallte sich dann an den Seitennähten fest, um auch dieses Kleidungsstück an sich zu reißen. Dieser Übergriff war zu viel für den gepeinigten jungen Mann. Der Druck in Josephs Brust wuchs zu einem mächtigen Donnergrollen an und schwappte wie eine Flutwelle durch seinen ganzen Oberkörper.

Sprache deutsch
Maße 114 x 170 mm
Gewicht 280 g
Einbandart Paperback
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Historische Kriminalromane
Schlagworte 18. Jahrhundert, Gesellschaft, Alltag • Alltagsgeschichte • Gesellschaftsgeschichte • Historischer Kriminalroman • Polizeiarbeit • Wien 18. Jahrhundert • Wien, Polizey, Verbrechensbekämpfung
ISBN-10 3-9502862-3-3 / 3950286233
ISBN-13 978-3-9502862-3-6 / 9783950286236
Zustand Neuware
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
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