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John Sinclair 1749 (eBook)

Teufel auf zwei Rädern

(Autor)

eBook Download: EPUB
2012 | 1. Aufl. 2012
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-1495-0 (ISBN)

Lese- und Medienproben

John Sinclair 1749 - Jason Dark
Systemvoraussetzungen
1,99 inkl. MwSt
(CHF 1,90)
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'Er kommt!' Ein knappes Lachen war zu hören. Dann die Frage. 'Er oder sie?'-'Keine Ahnung.'-'Kann auch eine Frau sein.'-'Wir werden es erleben.' Mehr sagten die beiden Zivilbeamten nicht. Nun war Lauschen angesagt. Und das sehr konzentriert, denn gehört hatten sie bereits etwas. Es war zumindest ein Anfang, und sie wussten, dass sie richtig lagen ...

Die beiden Polizisten saßen in einem neutralen Ford, der in einem schmalen Weg parkte. Er führte hinter ihnen in ein unübersichtliches Gelände und verschwand darin. Auf der anderen Seite waren es nur ein paar Meter bis zur Straße, die in zahlreichen Serpentinen von der Höhe her in ein weites Tal führte, das an eine gewaltige Schüssel erinnerte.

Robin Heck und Tim Burton hießen die beiden Männer der Zivilstreife. Sie waren noch jung und scharf auf Erfolge. Deshalb hofften sie auch, endlich die Person stellen zu können, die manche Menschen als einen Dämon bezeichneten oder zumindest als eine Person, die fast überirdische Kräfte besaß. So dachten sie zwar nicht, aber sie mussten zugeben, dass es ihnen bisher nicht gelungen war, diesen Höllenfahrer zu stellen. Wer immer auf dem Feuerstuhl saß und ihn lenkte, er war ein Phänomen.

Heck war der Fahrer. Er ließ den Motor schon an, um so schnell wie möglich starten zu können. Das andere Geräusch war gut zu hören, weil sie die beiden vorderen Fensterscheiben hatten nach unten fahren lassen.

Sie waren auf der Pirsch. Sie wollten den Erfolg. Sie wollten das, was ihren Kollegen nicht gelungen war. Die waren auch immer offiziell angetreten, das heißt in ihren Uniformen und Dienstwagen. Bei Heck und Burton sah das anders aus. Sie wollten es mit einem zivilen Fahrzeug versuchen.

Noch blieben sie in Lauerstellung. Beide verfolgten das Geräusch genau. Da sie die Gegend gut kannten, wussten sie ungefähr, wo sich die Person aufhielt. Noch über ihnen auf dem Kamm. Möglicherweise fuhr sie dort einige Kurven, weil sie sich in Form bringen wollte.

Robin Heck nickte. Es war für ihn das Zeichen, langsam anzufahren. Der Ford setzte sich in Bewegung, und seine Reifen drückten Gras und frisches Laub platt. Die Scheinwerfer hatten sie nicht eingeschaltet. Das sollte erst geschehen, wenn es wirklich nötig war.

Das Geräusch nahm an Lautstärke zu. Es war das typische Geräusch eines starken Motors. Ein sattes Brummen war zu hören, und als sich der Wagen bis fast an den Rand der normalen Straße vorgeschoben hatte und die Männer nach links schauten, da war bereits etwas zu sehen.

Über ihnen war nicht die Maschine zu sehen, sondern nur das Licht des Scheinwerfers. Der helle Schein hatte seine Wanderung nach unten begonnen, und es war deutlich zu sehen, wie der Fahrer in die Kurven glitt.

Mal war das Licht verschwunden, dann blitzte es wieder auf, und das Geräusch des Motors hatte sich von der Lautstärke her verdoppelt.

Die beiden Polizisten hatten auch darüber gesprochen, ob sie den Fahrer stoppen sollten. Sie hatten sich dagegen entschieden. Es wäre zu gefährlich für sie und auch für den Biker gewesen. Deshalb hatten sie sich für eine Verfolgung entschieden.

Sie hatten ihre Köpfe so gedreht, dass sie nach links schauten, denn aus dieser Richtung kam der Fahrer. Er war schnell. Das sahen sie zwar nicht, aber sie kannten die Straße und sahen, wie das Licht des Scheinwerfers in die Kurven hineinleuchtete. Für sie der Beweis, dass der Fahrer ein wahrer Künstler auf der Maschine war.

»Noch zwei Kehren«, sagte Burton. Er war nervös. Mit den Handflächen strich er über seine Oberschenkel.

Robin Heck nickte nur. Obwohl es nicht eben warm war, lag auf der Stirn des Fahrers ein dünner Schweißfilm.

Dann war es nur noch eine Kurve, und plötzlich flutete das Licht über die Fahrbahn hinweg. Nur für einen Moment, dann war es vorbei. Wie auch der Fahrer.

Robin Heck startete den Wagen. Der Ford machte einen Satz nach vorn.

Ab ging die Post!

Tim Burton wusste, dass er sich auf seinen Kollegen verlassen konnte. Der war ein exzellenter Fahrer. Jetzt hatte er den Ehrgeiz, diesen Raser auf dem Feuerstuhl endlich zu stellen. Zu oft war er gesehen worden und entkommen. Das sollte heute nicht passieren.

Die Fahrbahn war feucht. An einigen Stellen hatte sich Laub gesammelt, das auf dem Asphalt klebte.

Die Verfolger wussten nicht, wie groß der Vorsprung des Rasers war. Zwei Kehren mindestens. Sie hofften, den Vorsprung ausgleichen und den Fahrer stellen zu können, bevor er das Ende der Strecke erreichte, denn dort warteten die Kollegen, um den Raser in Empfang zu nehmen.

Die Fahrt wurde zu einer Höllenreise. So zumindest sahen es die beiden Polizisten. Robin Heck war gefordert. Er musste all seine Fahrkunst aufbieten, um die Strecke zu schaffen. Ein Vorteil lag auf ihrer Seite. Es gab keinen Gegenverkehr, und so war es ihm möglich, die Kurven zu schneiden.

Tim Burton hockte verkrampft auf dem Beifahrersitz. Er versuchte, den Biker nicht aus den Augen zu lassen.

»Haben wir aufgeholt?«

Heck schüttelte den Kopf. »Das glaube ich nicht. Er ist einfach zu schnell und geschickt.«

»Dann kriegen wir ihn unten.«

»Hoffentlich.«

Burton stutzte. »Du bist auch kein wahrer Optimist.«

»Das stimmt. Der andere ist einfach zu gut. Zu geschickt. Der kennt sich aus. Ein Fahrer der ersten Klasse.«

»Haben wir nicht gehört, dass er sogar mit dem Teufel im Bunde sein soll?«

»Ja, das sagt man so.«

»Dann bin ich mal gespannt, ob es stimmt, wenn wir ihn gestellt haben.«

Robin Heck gab keine Antwort. Er wollte seinen Kollegen in dem Glauben lassen. Er konzentrierte sich wieder voll und ganz auf die Verfolgung.

Die Hälfte der Strecke hatten sie geschafft. Es ging jetzt steil nach unten. Auch wurde die Fahrbahn breiter. Man konnte schneller fahren.

Das galt auch für den Biker. Er gab Gas. Beide Männer glaubten, den Motor aufheulen zu hören, und Burton sagte gepresst: »Den kriegen wir nicht mehr.«

Robin Heck wollte zustimmen, aber ihm blieben die Worte im Hals stecken, denn es war etwas passiert, mit dem er nie und nimmer gerechnet hatte.

Das Licht des Motorrads war verschwunden. Von einem Augenblick zum anderen. Es schockte die beiden Männer so stark, dass Robin Heck sofort abbremste.

»He, was ist das denn?«

Heck lachte. »Siehst du noch das andere Scheinwerferlicht?«

»Nein. Fährt er etwa im Dunkeln weiter? Geht er das Risiko ein?«

»Dem traue ich alles zu.«

Burton verzog die Mundwinkel. »Ich weiß nicht. Tut mir leid, aber ich habe so ein verdammtes Gefühl, ehrlich.«

»Warum?«

»Keine Ahnung. Es ist möglich, dass man uns an der Nase herumführt.«

In den folgenden Sekunden schwiegen die Polizisten. Sie hielten nicht an, sondern fuhren langsam weiter. Sie standen unter Spannung. Ihre Blicke waren überall, aber es gab nichts zu sehen, was sie in einen Alarmzustand versetzt hätte.

Robin ging davon aus, dass der Vorsprung zwei Serpentinen betragen hatte. Eine lag bereits hinter ihnen. Jetzt fuhren sie auf die zweite zu, die nicht mehr so steil und auch nicht so eng war. Bei Tageslicht hätte das Tal bereits sichtbar vor ihnen gelegen, so aber hatten sie noch mit der grauen Dämmerung zu kämpfen und mit den ersten Nebelschlieren, die urplötzlich vor ihnen auftauchten und das Licht der Scheinwerfer aufsaugten.

»Mist!« Burton fügte noch ein Knurren nach. »Uns bleibt auch nichts erspart.«

Robin Heck gab keinen Kommentar ab. Er fragte sich nur, wo der Fahrer steckte. Nichts war mehr zu sehen. Kein schwammiges Licht war in der dünnen Nebelsuppe zu erkennen.

Robin Heck fuhr an die linke Straßenseite und bremste den Wagen ab.

Dort blieben sie stehen. Die Scheiben wurden wieder nach unten gelassen.

Jetzt kamen sie sich vor wie zu Anfang. Sie mussten sich auf ihr Gehör verlassen.

Aber da war nichts. Fast eine Minute saßen sie voll konzentriert auf ihren Plätzen, lauschten, drehten auch die Köpfe, um etwas zu sehen, aber es tat sich nichts.

»Der ist weg!«, murmelte Robin.

»Bist du davon überzeugt?«

»Nein, nicht wirklich.«

»Ich auch nicht.«

Wieder lauschten sie. Diesmal nicht so lange, denn Burton griff zum Funksprechgerät und nahm Kontakt mit den Kollegen im Tal auf, die dort warteten.

Er hörte eine heisere Stimme. »Was ist mit euch?«

»Er ist weg!«

»Und wo?«

»Keine Ahnung. Habt ihr ihn nicht gesehen oder gehört?«

»Witzbold. Dann hättet ihr schon Bescheid bekommen.«

Burton stöhnte auf. »Es ist zum Verrecken. Wir waren dicht hinter ihm, aber plötzlich war er nicht mehr da. Wie vom Erdboden verschluckt. Aufgelöst haben kann er sich auch nicht. Ich kann mir nur vorstellen, dass er sich hier irgendwo ins Gelände geschlagen hat.«

»Davon muss man ausgehen. Dann könnt ihr euch auf die Suche machen. Ist das ein Vorschlag?«

Tim Burton unterdrückte einen Fluch. Dunkelheit und Nebel, beschissener konnte es gar nicht kommen.

»Ihr müsst euch entscheiden!«, drang wieder die Stimme aus dem Gerät. »Wir warten hier unten.«

»Wie lange?«

Ein Lachen folgte vor der Antwort. »Bis ihr ihn habt.«

»Leck mich.« Tim unterbrach die Verbindung. Er war echt sauer. Die Kollegen machten sich über ihn lustig.

Robin Heck hatte mitgehört. »Entweder suchen wir nach der Maschine oder fahren ins Tal. Was ist dir lieber?«

»Nichts von beiden.«

Heck schnallte sich los. »Okay, wir suchen. Dann können wir uns auch die Beine vertreten.«

»Ach ja, du hast eine tolle Art, einem etwas schmackhaft zu machen, was ungenießbar ist.«

»Wolltest du ihn stellen oder nicht?«

»Ja, zum Teufel, das wollte ich. Und ich sage dir, dass ich es auch schaffen werde.«

»Dann lass uns suchen.«

Kurze Zeit...

Erscheint lt. Verlag 17.1.2012
Reihe/Serie John Sinclair
John Sinclair
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies
ISBN-10 3-8387-1495-4 / 3838714954
ISBN-13 978-3-8387-1495-0 / 9783838714950
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