Immer wieder sieht die Hohepriesterin von Avalon ihn in ihren Träumen vor sich: Mikantor, den Prinzen und einzigen Retter des bedrohten Königreichs Azan. Er schmiedet das gewaltige Schwert Excalibur, das Jahrhunderte später auch einem noch mächtigeren Herrscher gute Dienste leisten wird — König Artus in dem Weltbestseller »Die Nebel von Avalon«.
Britannien 1200 v. Chr.: Azan wird von Galids Heer niedergebrannt, doch der Priesterin von Avalon gelingt es, den Sohn des Königs zu retten. Sie bringt den kleinen Mikantor in ein Dorf, wo er unter falschem Namen aufwächst und erzählt ihm von seiner Berufung, die Stämme zu einen. Als junger Mann kommt Mikantor seiner Aufgabe nach und begegnet dem Mörder seines Vaters erneut: in seiner Hand das machtvolle Schwert Excalibur und in seinem Herzen Tirilan, die schöne Tochter der Priesterin von Avalon, die sich ebenfalls den Göttern geweiht hat ...
Marion Zimmer Bradley wurde 1933 geboren. Ihren Durchbruch als Autorin in Amerika feierte sie in den frühen 60er-Jahren mit den ersten Romanen über die ferne Welt Darkover. Der ganz große Welterfolg gelang ihr mit „Die Nebel von Avalon“, dem umfassenden Mythen-Roman, in dem sie Sagenüberlieferung mit eigener Fantasie verbindet. Ihre Avalon-Romane sind inzwischen längst zu Klassikern geworden. Marion Zimmer Bradley starb im September 1999 und zählt heute zu den erfolgreichsten Fantasy-Autoren der Welt.
ACHT (S. 112-113)
Velantos stand in der Schmiede und arbeitete an einem Dolch mit einer schmalen, dreieckigen Klinge, als der neue Sklave kam, um ihn zum König zu rufen. Seine Armmuskeln zitterten, während er ein Gebet an die Göttin der Schmiedekunst flüsterte und den Tiegel schräg hielt, um die geschmolzene Bronze in die Form fließen zu lassen, doch seine Hand war ganz ruhig. Die Schmiede lag in der Unteren Zitadelle, die man an die Nordwand des Palastes von Tiryns angebaut hatte, als dieser nach dem großen Erdbeben zu Lebzeiten seines Urgroßvaters neu errichtet worden war. Drei Wände seiner Werkstatt hatten Türen, die sich öffnen ließen, auf dass die Flammen durch den Wind angefacht wurden. Wenn kein Wind wehte, konnte es durchaus stickig werden, doch Velantos war an den Schweiß gewöhnt, der ihm die breite Brust hinunterlief und zischend in das Feuer spritzte. »Meister, der König, Euer Vater, wünscht …«
Der Schmied warf ihm unter seinen buschigen Brauen einen kurzen Blick zu in dem Verdacht, die Bemerkung könnte ironisch gemeint sein, doch Woodpecker war neu, ein schlaksiger junger Mann mit einer vorstehenden Nase und Haaren von einem etwas dunkleren Ton als die alte Bronze, die aus einem unvorstellbar weit entfernten Land im Norden ans Mittelmeer gebracht wurde. Zweifellos hatte man ihm gesagt, dass Velantos der Sohn des Königs von Tiryns, aber nicht dass seine Mutter eine Weberin war, kaum besser als eine Sklavin, die König Phorkaon aufgefallen war, als sie in der Halle Dienst getan hatte. »Gleich …«
Er drehte sich wieder der Form zu und beobachtete kritisch, wie das Flimmern der Flammen über dem neuen Abguss erlosch. »Großer Meister, er will, dass Ihr jetzt kommt …« Die Stimme des Sklaven zitterte, und Velantos sah, dass er trotz seiner Größe nur ein Knabe war, der die Sprache seiner neuen Heimat noch nicht richtig beherrschte. »Mach dir keine Sorgen; wenn ich zu spät komme, wird er mich dafür verantwortlich machen …« Vorsichtig stellte der Schmied den Schmelztiegel zur Seite, hob die gegossene Form hoch und stellte sie auf den breiten Rand der erhöhten Feuerstelle. Als er sich aufrichtete, fiel sein Blick auf die Nische, in der das Bild der Potnia Athana in ihrer Erscheinungsform als Göttin des Handwerks stand, aufrecht, in einem Kleid, das eine Schulter freigab, und mit einem spitzen Hut auf dem Kopf. Der breitschultrige Epaitos brütete an der anderen Wand vor sich hin.
Velantos nickte respektvoll, wie es ihm inzwischen in Fleisch und Blut übergegangen war. »Er hat ›schnell‹ gesagt«, antwortete Woodpecker und wurde so rot wie sein bronzefarbenes Haar. »Ein Bote ist gekommen.« Und was hat das mit mir zu tun? Velantos streckte seine muskulösen Arme, bis die Wirbel in seinem Rücken knackten. Ein Luftzug kam durch die offene Tür herein und brachte den Geruch nach frisch gebackenem Brot mit, der sich mit dem Rauch mischte. Obwohl die Helligkeit ihm sagte, dass es ein heißer Tag sein musste, schien die Luft nach der Hitze der Schmiede erfrischend. Doch der Knabe sah wirklich ängstlich aus, und Velantos brachte es nicht über das Herz, ihn durch eine weitere Verzögerung noch mehr zu beunruhigen.
| Erscheint lt. Verlag | 4.11.2010 |
|---|---|
| Übersetzer | Hanne Hammer |
| Verlagsort | München |
| Sprache | deutsch |
| Original-Titel | Sword of Avalon |
| Themenwelt | Literatur ► Fantasy / Science Fiction ► Fantasy |
| Literatur ► Fantasy / Science Fiction ► Science Fiction | |
| Literatur ► Romane / Erzählungen | |
| Schlagworte | Avalon • Britannien • eBooks • Excalibur • Fantasy • Frühgeschichte • Götter • High Fantasy • historische Fantasy • Hohepriesterin • Kampf • Kelten • Königreich • Liebe • Priesterin • Prinz • Retter • Romantasy • Saga • Schwert • Trilogie |
| ISBN-10 | 3-641-04621-1 / 3641046211 |
| ISBN-13 | 978-3-641-04621-7 / 9783641046217 |
| Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR) | |
| Haben Sie eine Frage zum Produkt? |
DRM: Digitales Wasserzeichen
Dieses eBook enthält ein digitales Wasserzeichen und ist damit für Sie personalisiert. Bei einer missbräuchlichen Weitergabe des eBooks an Dritte ist eine Rückverfolgung an die Quelle möglich.
Dateiformat: EPUB (Electronic Publication)
EPUB ist ein offener Standard für eBooks und eignet sich besonders zur Darstellung von Belletristik und Sachbüchern. Der Fließtext wird dynamisch an die Display- und Schriftgröße angepasst. Auch für mobile Lesegeräte ist EPUB daher gut geeignet.
Systemvoraussetzungen:
PC/Mac: Mit einem PC oder Mac können Sie dieses eBook lesen. Sie benötigen dafür die kostenlose Software Adobe Digital Editions.
eReader: Dieses eBook kann mit (fast) allen eBook-Readern gelesen werden. Mit dem amazon-Kindle ist es aber nicht kompatibel.
Smartphone/Tablet: Egal ob Apple oder Android, dieses eBook können Sie lesen. Sie benötigen dafür eine kostenlose App.
Geräteliste und zusätzliche Hinweise
Buying eBooks from abroad
For tax law reasons we can sell eBooks just within Germany and Switzerland. Regrettably we cannot fulfill eBook-orders from other countries.
aus dem Bereich