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Schwesternspiegel im 15. Jahrhundert (eBook)

Gattungskonstitution - Editionen - Untersuchungen
eBook Download: PDF
2008
553 Seiten
De Gruyter (Verlag)
978-3-11-021076-7 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Schwesternspiegel im 15. Jahrhundert - Ekkehard Borries
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This interdisciplinary literary study takes as its subject the educationally resourceful instructional texts for women living in convents in the Late Middle Ages. This study pioneers the methodological constitution and establishment of a new text type for this sacred literature, the “Speculum sororum”. Compared with rules, statutes and vitae, the “Speculum sororum” displays a variety of literary forms and provides informative insights into the everyday life, mindscape and particular piety of the sisters from this age. The texts are edited in their entirety or in extracts with a commentary and are analysed and located within literary history and the history of piety.



Ekkehard Borries, Göttingen.

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Ekkehard Borries, Göttingen.

Frontmatter 1
Vorwort 7
Inhalt 9
I. Einleitung 15
1. Zur Forschungssituation 15
2. Die besessene Schwester Agnes: Ein Text als Leitmodell 19
3. Ziele und Vorgehensweise 20
II. Die besessene Schwester Agnes: Überlieferung und Textgeschichte 23
1. Zur Erarbeitung der Überlieferung 23
2. Die Handschriften 24
3. Ursprung und Verbreitung des Textes 37
III. Vorstudien zur Edition des Textes 48
1. Einleitende Überlegungen 48
2. Die Abhängigkeitsverhältnisse der Textzeugen 50
3. Schematische Darstellung der wahrscheinlichen Textentwicklung 67
4. Eine Mehrfassungs-Edition als Konzept 68
5. Die Anlage der Edition 71
IV. Edition des Redaktionstextes 1 nach SG2 72
1. Editionsprinzipien 72
2. Editionsrichtlinien 80
3. Sprachbeschreibung des Textes in der Handschrift SG2 83
4. Edition Die besessene Schwester Agnes nach SG2 (Redaktion 1) 98
5. Stellenkommentar zum Redaktionstext 1 167
V. Teileditionen des Redaktionstextes 2 aus C und SG1 230
1. Hinweise zur Teiledition von C 230
2. Sprachbeschreibung des Textes in der Handschrift C 231
3. Teiledition Die besessene Schwester Agnes nach C (Redaktion 2) 237
4. Hinweise zur Teiledition von SG1 288
5. Sprachbeschreibung des Textes in der Handschrift SG1 289
6. Teiledition Die besessene Schwester Agnes nach SG1 (Redaktion 2) 294
VI. Untersuchungen zum Text 315
1. Sprachelemente und Stilmittel 315
2. Textstrukturen 318
3. Die Textinhalte im Einzelnen 336
4. Bemerkungen zur Autorschaft 355
5. Intentionen der ’Autoren‘ und Funktionen des Textes 363
6. Aspekte der Textrezeption 379
VII. Der Text als Gattungsmodell 393
1. Einführende Bemerkungen 393
2. Die Gattungsermittlung des Textes 396
3. Schwesternspiegel als Forschungsdesiderat 408
4. Merkmale des Modelltextes als Paradigmen des Texttyps 410
VIII. Ein Textkorpus als Aufgabe 412
1. Texttitel und Textadressierungen: Probleme und ihre Überwindung 412
2. Die Gattungskonstitution: Der Texttyp als Reihe mit Randtexten und Mustertexten 418
3. Textbeispiele zur Demonstration von Ausgrenzungsentscheidungen 421
IX. Das Textkorpus:Schwesternspiegel des 15. Jahrhunderts 429
1. Beispiele für Randtexte 429
2. Beispiele für Mustertexte 442
3. Weitere Beispiele des Texttyps 459
X. Literar- und frömmigkeitshistorische Einordnung 464
1. Zum problematischen Gebrauch des Begriffs ’Frauenmystik‘ 465
2. Monastische Frauenfrömmigkeit im 15. Jahrhundert 468
3. Literatur für Schwestern: Die didaktische Funktion bestimmt die sprachlichen Mittel 474
4. Schwesternbücher als Vergleichstexte 482
XI. Ergebnisse 493
1. Der Modelltext 493
2. Die ermittelten Schwesternspiegel 496
Verzeichnisse und Register 501
Abkürzungsverzeichnis 501
Literaturverzeichnis 503
Register 549

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"Borries geht davon aus, dass trotz häufiger Gattungskontamination oder Gattungsvermischung in der Gebrauchsliteratur des späten Mittelalters derartige Texte einer Literaturgeschichte geistlicher Schriften verlässlich zugewiesen werden können. Dem damit verbundenen methodischen und faktischen riesigen Arbeitsaufwand hat sich Borries, es soll gesagt sein, in bewundernswerter Weise gestellt und dies mit erheblichem Erfolg."
Louise Gnädinger in: Zeitschrift für deutsches Altertum und deutsche Literatur 1/2011

"Diesem neuen Forschungsgebiet, zu dem Ekkehard Borries eine grundlegende und methodisch wegweisende Studie verfasst hat, dürfte interdisziplinäres Interesse sicher sein."
Britta-Juliane Kruse in: Mittellateinisches Jahrbuch 3/2010

"Der unmittelbare Nutzen der Editionen und Untersuchungen für den Historiker liegt in der Ergänzung und weiteren Fundierung der auf die Vermittlung von Kenntnissen und Normen zielenden Unterweisungsliteratur. Borries liefert damit einen wichtigen Beitrag zum aktuellen Thema Bildung und Literatur in spätmittelalterlichen Frauenklöstern."
Amalie Fößel in:Historische Zeitschrift 3/2010

"The texts represent a very significant addition to our knowledge of the literature relating to German nuns in the fifteenth century, and the commentary and analysis offer an encyclopaedic picture of the cultural context."
Nigel F. Palmer in: Medium Aevum 2/2009

"Die sich durch Argumentation, Akribie, Umsicht und Systematik auszeichnende Studie überzeugt [...]"
Christian Lohmer in: Deutsches Archiv für Erforschung des Mittelalters 2/2009

VII. Der Text als Gattungsmodell (S. 379-381)

1. Einführende Bemerkungen

Volkssprachliche Texte des Mittelalters erscheinen in allen Überlieferungsformen und formalen Typen.1 Auch wenn die Versuche, diese Texte in Gattungssysteme einzuordnen, nicht selten an Grenzen stoßen, ist es unbestreitbar, dass die „Ordnungsmacht Philologie“2 das Instrumentarium der Gattungen nicht nur deshalb benötigt, „um die chaotischen Massen an Literatur zu ordnen und handhabbar zu machen“,3 sondern auch, weil gattungstypologische Analysen zum Verständnis spätmittelalterlicher Texte in ihrer historischen Situierung einen ganz wesentlichen Beitrag leisten können.4

Für die Ermittlung der Gattung eines spätmittelalterlichen Textes ist bei einer Überlieferung in Sammelhandschriften zunächst der Blick auf die Autoren und Gattungen der Mitüberlieferung5 zu richten, weil die Kompilationen nicht als zufällig einzuschätzen sind.6 Zahlreiche Texte der Sammelhandschriften, in denen der Text von der besessenen Schwester Agnes tradiert ist, sind anonym überliefert. Die deutliche Mehrzahl der genannten Verfasser waren Franziskaner, einige gehörten der Devotio moderna an. In die Codices wurden unter anderem Texte oder Textauszüge aufgenommen von Pseudo- Augustinus, Bonaventura und Pseudo-Bonaventura, Bernhard von Clairvaux und Pseudo-Bernhard, Johannes Brinckerinck, Hendrik Herp, Dirc van Herxen, David von Augsburg, Marquard von Lindau, Caesarius von Heisterbach, Heinrich Vigilis von Weißenburg, Heinrich von Neustadt, Bernhardin von Siena und Heinrich Seuse.

Neben Gebeten findet man Exempel, Legenden, Viten, allgemeine Belehrungen für Ordensleute sowie Klosterhistoriographie und verschiedene geistliche Unterweisungstexte, die zum Teil für religiös lebende Frauen bestimmt sind. Eine einheitliche Ausrichtung der jeweiligen Kompilationen auf eine spezielle Adressatengruppe ist jedoch nicht festzustellen. Durch die Beurteilung von Autoren und Schriften der Mitüberlieferung kann also keine gattungstypologisch spezifische Zuordnung des Textes von der besessenen Schwester Agnes vorgenommen werden. Sichtet man deshalb im nächsten Schritt Termini, die heute zur Gattungseinordnung mittelalterlicher Texte herangezogen werden, bieten sich bei einer deduktiven Vorgehensweise zunächst zusammenfassende Oberbegriffe an wie zum Beispiel der Terminus ’Gebrauchsliteratur‘.

Dieser Begriff ist jedoch wenig spezifizierend, weil rund neunzig Prozent der überlieferten mittelalterlichen Literatur zur Gebrauchsliteratur gerechnet werden können. 7 Konzentriert man sich auf das religiös-theologische Schrifttum, findet man am häufigsten die Bezeichnungen ’Erbauungsliteratur‘8 oder ’geistliche Literatur‘. Doch auch mit diesen Termini werden immerhin noch rund sechzig bis siebzig Prozent der mittelalterlichen Literatur erfasst.

Spezieller sind die Einteilungen der geistlichen Literatur nach ihrer Gebrauchsfunktion in ’Katechetik‘, ’Aszetik‘ und ’Mystik‘ Es erscheint plausibel, die aus dem Text von der besessenen Schwester Agnes ermittelten Themenkomplexe (1) und (2), also die ’Praktischen Verhaltensanweisungen für das gemeinsame Leben in geistlichen Frauengemeinschaften‘ und die ’Weisungen für die innere geistliche Entwicklung der Schwestern‘,11 bestimmten Materien und Themen, die sich mit Glaubensleben (Aszetik) und Glaubenswissen (Katechetik) befassen, zuzuordnen. Überprüft man diese Zuordnung, stellt man jedoch fest, dass sie unzureichend ist. Im Zentrum der spätmittelalterlichen katechetischen Literatur standen der Dekalog, das Glaubensbekenntnis, das Vaterunser und Ave Maria, die sieben Hauptsünden und die sieben Gaben des Heiligen Geistes.12 Egino Weidenhiller nennt zusätzlich die sieben Sakramente.

Erscheint lt. Verlag 26.2.2009
Verlagsort Berlin/Boston
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Essays / Feuilleton
Geschichte Allgemeine Geschichte Mittelalter
Geisteswissenschaften Religion / Theologie
Geisteswissenschaften Sprach- / Literaturwissenschaft Germanistik
Geisteswissenschaften Sprach- / Literaturwissenschaft Literaturwissenschaft
Schlagworte Besessenheit • Convents • Convents; Instruction; Middle Ages (Religion, Education); Speculum Literature • Education) • Frauenkloster • instruction • Middle Ages (Religion • Middle Ages (Religion, Education) • Mittelalter /Bildung, Erziehung • Mittelalter /Religion • Speculum Literature • Spiegelliteratur
ISBN-10 3-11-021076-2 / 3110210762
ISBN-13 978-3-11-021076-7 / 9783110210767
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