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Das Handwerk des Teufels - Donald Ray Pollock

Das Handwerk des Teufels

Roman
Buch | Hardcover
304 Seiten
2012 | 1., Deutsche Erstauflage
Liebeskind (Verlag)
978-3-935890-85-4 (ISBN)
CHF 27,90 inkl. MwSt
Ein Roman als Wegführer in die Hölle. Seit Langem hat sich kein Erzähler mehr mit einer solchen Wucht in die erste Reihe der amerikanischen Literatur katapultiert. In seinem Debütroman entwirft Donald Ray Pollock eine Schreckensvision menschlicher Abgründe, brutal, nachtschwarz und ohne Hoffnung.
Ein Roman als Wegführer in die Hölle. Der junge Arvin wächst in den fünfziger Jahren im heruntergekommenen Niemandsland des Mittleren Westens auf. Hier hat sich der amerikanische Traum in einen fiebrigen Albtraum verwandelt, der bevölkert wird von psychopathischen Verbrechern, korrupten Sheriffs und religiösen Fanatikern. Arvin ringt um einen Ausweg aus dieser Welt. Doch als seine Freundin vom Ortsprediger missbraucht wird und sich daraufhin erhängt, nimmt auch er das Gesetz in die eigene Hand. Zur gleichen Zeit, nur wenige Meilen entfernt, brechen die beiden Serienkiller Carl und Sandy zur Jagd auf. Sie locken arglose Tramper in ihren Wagen, um sie dort auf brutale Art und Weise umzubringen. Irgendwo in der Tiefe des Hinterlandes, in jenem unsichtbaren Grenzgebiet zwischen Zivilisation und archaischer Grausamkeit, kreuzen sie schließlich Arvins Weg ... Unaufhaltsam verstrickt Donald Ray Pollock seine Leser in ein undurchdringliches Labyrinth des Bösen. »Das Handwerk des Teufels« ist ein ebenso verstörender wie mitreißender Roman über den epischen Kampf zwischen Schicksal und Moral, Schuld und Gerechtigkeit. Die Hoffnung stirbt immer zuletzt. Aber sie stirbt.

Donald Ray Pollock, geboren 1954, wuchs im US-Bundesstaat Ohio auf. Mit siebzehn Jahren brach er die Highschool ab und nahm einen Job in einer Fleischfabrik an. Danach arbeitete er über dreißig Jahre in einer Papiermühle, zumeist als Lastwagenfahrer. Ende der achtziger Jahre holte er in Abendkursen seinen Schulabschluss nach und schrieb sich an der Ohio State University ein. 2008 erschien sein literarisches Debüt, der von der amerikanischen Presse gefeierte Erzählungsband »Knockemstiff«. Donald Ray Pollock lebt mit seiner Frau in Chillicothe, Ohio.

Süddeutsche Zeitung, 3.3.12
Autodidakt der Apokalypse: Donald Ray Pollock "Pollocks Welt ist von alttestamentarischer Strenge; er schildert ein wahrhaft gottverlassenes Land mitten im bible belt. Das Erstaunliche an diesem finster-furiosen Debüt ist, dass man ihm keinerlei Konstruktion anmerkt. Pollock braucht keinen "Plot", denn er hat wirklich etwas zu erzählen - und auch kein Genre, dazu schreibt er zu gut.
Was diesen Roman heraushebt, ist nicht seine buchstäbliche street credibilty, sondern seine stilistische Bravour. Pollocks untröstliche Lakonie ist getriggert von kalter Wut. Da macht einer Sprache zu seiner Waffe, um gezielt zurückzuschießen. Gerichtet ist diese Waffe gegen eine Herkunftswelt, in der Gewalt nicht die Ausnahme ist, sondern die Regel. Alle handeln aus niedrigsten Motiven, sind debil, geisteskrank oder wenigstens völlig verkommen. Und der Tod ist nur schäbig und hundsgemein. So entfällt jene kriminalistische Kulinarik, die es Lesern erlaubt, sich an Bluttaten zu delektieren. "Manche Menschen waren einfach dazu geboren, begraben zu werden", lautet ein typischer Satz in diesem in seiner nüchternen Diabolik böse funkelnden Roman. Donald Ray Pollock ist ein Teufel, der sein Handwerk wirklich versteht." (Christopher Schmidt)

Frankfurter Rundschau, 13.3.12
Eine Geschichte wie aus dem Alten Testament: Man fürchtet sich vor Gott, man bringt seine Mitmenschen trotzdem um… Pollocks Heimatstaat Ohio liegt im Bible Belt. Man kann aber auch anderswo in den USA auf Religionsfanatiker oder -heuchler treffen, vermutlich muss man nur die evangelikalen Fernseh- und Radioprogramme einschalten. Trotzdem würde man die Charaktere Pollocks nicht gerade als lebensnah bezeichnen. Der Autor treibt sie in die Groteske und in eine so höllische wie sprachkräftig poetische Welt. Fast alle bemühen sie sich um ein (göttliches) Zeichen - gegen jede Wahrscheinlichkeit und bis zum letzten Atemzug. Nur der Leser gibt bald die Hoffnung auf, dass es an dieser Straße der Leichen irgendwo ein höheres Wesen gibt. Und wenn, interessiert es sich für anderes." (Sylvia Staude)

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.3.12
"Niemand kommt ungeschoren davon in diesem Höllenritt von Roman, den man strenggenommen weder als Krimi noch als Thriller klassifizieren kann. Es geht hier nicht um die Aufklärung eines Verbrechens oder actionreiche Spannung. Pollock fragt auch nicht nach dem Ursprung des Bösen, denn das ist bekanntlich immer und überall. Der amerikanische Schriftsteller, dessen ebenso anschaulicher wie urwüchsiger Stil zuweilen an Cormac McCarthy erinnert, zeigt vielmehr, welche Mechanismen ineinandergreifen, wenn sich die Menschen nach den archaischen Gesetzen der schlechtesten aller Welten verhalten. Ist die Ausgangskonstellation erst einmal akzeptiert, folgen die Handlungsstränge einer unerbittlichen Logik, die trotzdem nie vorhersehbar wirkt." (Alexander Müller)

Die Zeit, 1.3.12
"Der Teufel, der hier am Werk ist, hat viele Namen: Armut, Fanatismus, Mittelwesten. Ihre Summe lautet: Mensch. Das klingt pathetisch, aber es fällt verdammt schwer, nach der Lektüre dieses wüsten Buches nicht die Küche zu zertrümmern oder mit dem Kopf gegen die Wand zu rennen. Es ist fast unmöglich, die deprimierenden Biografien, die Pollock im ausgenüchterten Ton eines Fallanalytikers rapportiert, als Fiktion zu akzeptieren.
Pollock hat gut dreißig Jahre als Arbeiter und LKW-Fahrer für die Mead-Papiermühle gearbeitet und vermutlich die Strecke zwischen Knockemstiff in Ohio, dem Ausgangs- und Endpunkt von Arvins Geschichte, und Lewisburg in West Virginia hunderte Male selbst zurückgelegt. Ein ungeheurer Zorn gerinnt in den gehämmerten Sätzen dieses Debütromans eines 55-Jährigen zur Breitwandaufnahme einer Landschaft voller Leichen und einer Zivilisation aus Dreck und Müll." (Tobias Gohlis)

»Sie werden nachts Ihre Tür abschließen. Donald Ray Pollocks Roman ist ein literarischer Tsunami des Bösen.« THE WASHINGTON POST

FOCUS, 20.2.12
"Ein Höllentrip und eines der aufwühlendsten Bücher der Saison." (Jobst-Ulrich Brand)

Der Standard, 6.3.12
"In seinem grandiosen Debütroman "Das Handwerk des Teufels" schildert Autor Donald Ray Pollock die US-Provinz als Hort der menschlichen Grausamkeit. Wuchtige Prosa in der Tradition Flannery O'Connors.- Eine Lektüre, die in der zeitgenössischen amerikanischen Literatur ihresgleichen sucht." (Christian Schachinger)

Die Presse am Sonntag, 19.2.12
"Pollock schickt seinen Romanhelden auf eine Irrfahrt durch eine grotesk überzeichnete Welt der amerikanischen Hinterwäldler. Diese Hölle der Hillbillys wird bevölkert von pädophilen Rollstuhlfahrern, irren Wanderpriestern, schmierigen Sheriffs und mordenden Psychopathen, die die Todesqualen ihrer Opfer fotografisch festhalten. Und am Ende siegt, wer seinen Revolver schneller zieht – ganz wie im Wilden Westen. Mit christlicher Moral hat das Ganze wenig zu tun. Aber verstörend ist es allemal."
diepresse.com

SonntagsZeitung (Zürich), 19.2.12
"Ein Vater bringt Blutopfer, um seine Frau zu retten. Ein Pärchen mordet sich die Highways entlang. Ein Priester verführt Minderjährige, ein Sohn versucht, dem Sumpf des Bösen zu entkommen. Pollocks verstörender, in den USA viel gelobter Erstlingsroman spielt im trostlosen Mittleren Westen der 1950er- und 1960er-Jahre. Ein packendes literarisches Schlachtfest." (Gunter Blank)

Annabelle No. 5/12, 1.3.12
"Ein Wunder von unerhörter literarischer und menschlicher Tiefe… geschrieben von einem Nobody, einem Schulabbrecher und Schlachthofarbeiter, der mit über fünfzig auf Schriftsteller umsattelte." (Verena Lugert)

Stuttgarter Zeitung, 2.3.12
"Man kann "Das Handwerk des Teufels" wohl am besten mit den Romanen von Daniel Woodrell vergleichen, man kann ihn einen "Backwoods noir" nennen. Aber man könnte auch einfach sagen, dies sei, passend zum Wahlkampf in den USA, das Porträt eines unregierbaren Hinterlandes." (Thomas Klingenmaier)

Die Welt, Literarische Welt / Krimis, 25.2.12
"Der finsteren Welt des amerikanischen Autors Donald Ray Pollock entkommt man nicht. Hier tummeln sich religiöse Fanatiker, korrupte Polizisten und lüsterne Geistliche. Bei schwarzgebranntem Schnaps und gegrilltem Eichhörnchen zeigt sich das Elend der menschlichen Existenz in deprimierender Größe… Der diabolische Plot hält bis zum zweifachen Showdown in Atem." (Joachim Feldmann)

STERN, 23.2.12
"Donald Ray Pollock zeigt mit furchtbar ruhiger Konsequenz, wie "Das Handwerk des Teufels" funktioniert, zeichnet ein böses Sittengemälde aus den USA der 50er, voll sexuellem Missbrauch, Korruption, Voyeurismus, Wahnsinn und Gewalt." (Helge Hopp)

Erscheint lt. Verlag 20.2.2012
Übersetzer Peter Torberg
Verlagsort München
Sprache deutsch
Original-Titel The Devil All The Time
Maße 140 x 215 mm
Gewicht 467 g
Einbandart gebunden
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Krimi / Thriller
Schlagworte Deutscher Krimi-Preis; International • Krimis/Thriller
ISBN-10 3-935890-85-0 / 3935890850
ISBN-13 978-3-935890-85-4 / 9783935890854
Zustand Neuware
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