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Eine Zierde für den Verein - Marieluise Fleißer

Eine Zierde für den Verein

Roman vom Rauchen, Sporteln, Lieben und Verkaufen

(Autor)

Eva Sixt (Sprecher)

Audio-CD
2011 | 1., Aufl.
LOhrBär Verlag
978-3-939529-10-1 (ISBN)
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Eine oberbayerische Provinzstadt am Ende der 20er Jahre. Wo die Liebe hinfällt: Frieda Geier, die auf ihren eigenen Beinen mitten im Leben steht, die sich ohne männliche Hilfe durch die Wirtschaftskrise schlägt und ihrer kleinen Schwester eine höhere Schulausbildung finanziert, verliebt sich in Gustl Gillich, Tabakwarenhändler, Sportkanone, Stolz des örtlichen Schwimmvereins und Möchtegern-Patriarch. Die Beziehung gestaltet sich als zusehends kompliziert: Aufbrechendes weibliches Selbstbewusstsein und überkommene Konventionen prallen aufeinander. Zu verschieden sind die Vorstellungen von Geschlechterrollen, von Unterwürfigkeit und Dominanz, Bevormundung und Abhängigkeiten. Hinzu kommen später verletzte Eitelkeit und gekränkter Stolz. Die Geschichte endet tragischer, als sie es müsste.Eva Sixt, die auch die Textauswahl besorgt hat, liest den Text einfühlsam, packend und mit dem gebührenden leicht bayerischen Grundton in der Stimme. Norbert Vollath hat mit Bassklarinette, Sopransaxofon und Shruti Box einen in sich geschlossenen Soundtrack dazu kreiert, der musikalisch das Beziehungsgeflecht der handelnden Personen illustriert, die Enge einer mittleren Provinzstadt am Ende der Weimarer Republik, aber auch den häufig aufblitzenden hintergründigen Fleißer'schen Humor.
Eine oberbayerische Provinzstadt am Ende der 20er Jahre. Wo die Liebe hinfällt: Frieda Geier, die auf ihren eigenen Beinen mitten im Leben steht, sich ohne männliche Hilfe durch die Wirtschaftskrise schlägt und ihrer kleinen Schwester eine höhere Schulausbildung finanziert, verliebt sich in Gustl Gillich, Tabakwarenhändler, Sportkanone, Stolz des örtlichen Schwimmvereins – und Möchtegern-Patriarch. Die Beziehung gestaltet sich als zusehends kompliziert: Aufbrechendes weibliches Selbstbewusstsein und überkommene Konventionen prallen aufeinander. Zu verschieden sind die Vorstellungen von Geschlechterrollen, von Unterwürfigkeit und Dominanz, Bevormundung und Abhängigkeiten. Hinzu kommen später verletzte Eitelkeit und gekränkter Stolz. Die Geschichte endet tragischer, als sie es müsste.

„Das Recht zum Leben, das man dem Nächsten einräumt, nimmt man unweigerlich von der eigenen Substanz weg. Worauf man nicht selber die Hand legt, hat schon ein anderer beiseite gebracht. Was man selber verbraucht, hat man sowieso allen anderen weggenommen. Wenn man es scharf bis zum Ende denkt, müsste man sich in einen Graben legen und unter freiem Himmel den Tod erwarten, damit man keinem anderen was tut.“

Marieluise Fleißer (1901 – 1974) zählt zu den eigenwilligsten und interessantesten Schriftstellerinnen der Weimarer Republik. Sie macht bereits 1926 mit 'Fegefeuer in Ingolstadt' Furore, ihr zweites Theaterstück 'Pioniere in Ingolstadt' provoziert 1929 einen Theaterskandal. Über ihren einzigen – 1931 erschienenen – Roman „Mehlreisende Frieda Geier“ befand die Kritik: „Hier ist der Schlüssel zu Marieluise Fleißers verstiegenem und überdrehtem Stil, der zum Gelächter reizt und im gleichen Augenblick verblüffend schreckt.“ Die Nationalsozialisten setzten ihn auf die „Liste des schädlichen und unerwünschten Schrifttums“. 1972 erschien der Roman neu in einer von der Autorin überarbeiteten Fassung unter dem Titel 'Eine Zierde für den Verein'.

Die Textauswahl auf dem Hörbuch konzentriert sich auf das Dreieck Frieda – Gustl – Linchen und schildert en detail die Schwierigkeiten einer „Selbstständigen“, auf dem „Markt“ zu überleben. Man erfährt aber auch von den Ambivalenzen einer emanzipierten Frau, die ohne Mann nicht sein kann. Jede der drei Personen wird an dem Ort, wo sie sich gerade befindet, zugerichtet und entstellt. Linchen in der strengen, kalten, verbietenden Atmosphäre des katholischen Internats, Frieda, die im Beruf und in der Liebe erfährt, dass alles Eigene bitter erkämpft und bezahlt werden muss, und Gustl, der an einer Rolle festhält, die sich historisch überlebt hat und für die er nicht geschaffen ist.

Eva Sixt hat die Textauswahl besorgt und liest die Geschichte einfühlsam, ausdrucksstark und packend. Norbert Vollath hat er mit Bassklarinette, Sopransaxofon und Shruti Box einen in sich geschlossenen Soundtrack dazu kreiert, der musikalisch das Beziehungsgeflecht der handelnden Personen illustriert, die Enge einer mittleren Provinzstadt am Ende der Weimarer Republik, aber auch den häufig aufblitzenden hintergründigen Fleißer'schen Humor.

Marieluise Fleißer, geb. am 23. November 1901 in Ingolstadt) studierte ab 1920 in München Theaterwissenschaft bei Arthur Kutscher und Germanistik. Sie lernte in dieser Zeit Lion Feuchtwanger und über ihn Bertolt Brecht kennen. Schon als junge Studentin schreibt sie ihr erstes Drama "Die Fußwaschung" (späterer Titel "Fegefeuer in Ingolstadt"). Ab 1925 lebte sie wieder in Ingolstadt, wo sie 1974 starb.

Erscheint lt. Verlag 1.11.2011
Illustrationen Tom Meilhammer
Mitarbeit Solist (Instrument): Norbert Vollath
Sprache deutsch
Maße 142 x 125 mm
Gewicht 97 g
Einbandart Jewelcase
Themenwelt Literatur
Schlagworte Emanzipation • Geschlechterkampf • Hörbuch; Literaturlesung • Hörbuch; Literaturlesungen • Hörbuch; Literaturlesungen 345016 • Hörbuch; Literaturlesungen (Audio-CDs) • Ingolstadt • Klosterschule • Neue Frau • Weimarer Republik
ISBN-10 3-939529-10-9 / 3939529109
ISBN-13 978-3-939529-10-1 / 9783939529101
Zustand Neuware
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