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Die Abschaffung des Ponys. Stellwerck Lesebuch 2

Buch
150 Seiten
2011
Stellwerck (Verlag)
978-3-941949-01-0 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Die Abschaffung des Ponys. Stellwerck Lesebuch 2 - Pauline Füg, Martin Bartelmus, Katharina Beez, Annika Blanke, Nathalie Keigel,  Rosa, Axel Roitzsch, Anna Schlereth, Stefan Schwinghammer, Sergej Tetjatnikow, Alexander Weinstock, Dorothea Weismantel
CHF 17,95 inkl. MwSt
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Pony muss zum Schlachter oder: Alles ist Comment.

Pony muss zum Schlachter, der zückt die Schere und schafft freie Sicht. Einen unverstellten Blick auf die Wirklichkeit richtet Pauline Fügs Band Die Abschaffung des Ponys, ein Textmosaik aus verschrifteten Kurzfilmen. In die Texte sind Ankerpunkte eingelagert, an denen sich der/die LeserIn von Bild zu Bild, Augenblick zu Augenblick entlanghangeln kann. Denn darum geht es gerade: Halt und Orientierung finden, um den eigenen Standort zu bestimmen.
Und dann drehst du dieses Buch um 180° und die Rückseite ist eine zweite Vorderseite: zwei Bücher in einem, eine kleine Schatzkiste mit Texten handverlesener JungautorInnen. Du blätterst auf, und da brüllt ein Tarzan nach seiner Jane, an anderer Stelle liegen Goethes Unterhosen, die getragen werden wollen. Und immer dieses Küken, das nicht aufhören will, zu piepsen. ---

Der Würzburger Stellwerck Verlag legt sein zweites Buch auf, das aus gleich zwei Titeln besteht: Eine Doppelpublikation aus "Die Abschaffung des Ponys" von der erfolgreichen Performance- und Sprachkünstlerin Pauline Füg sowie der Lyrik- und Kurzprosaanthologie "Stellwerck Lesebuch 2", das wieder 11 junge, vielversprechende AutorInnen der Jahrgänge 1979-1989 aus dem deutschsprachigen Raum vorstellt.

Stellwerck will Weichen stellen, für seine AutorInnen und für die Literatur von morgen.
Weitere Infos unter www.stellwerck.de

Pauline Füg (*1983) ist Bühnenpoetin, Autorin und Diplom-Psychologin. In Leipzig geboren, aufgewachsen in und um Nürnberg, lebt sie aktuell in Würzburg. Pauline Füg ist eine vielfach ausgezeichnete Sprach- und Performancekünstlerin, sie gibt Poetry Slam-Schreibworkshops an Schulen, für das Theater Ingolstadt und das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. 2009 brachte sie mit "großraumdichten" die Audio-Poetry-CD "an grauzonen vorbei" im Sprechstation Verlag heraus. 2009 war sie Gewinnerin des 3sat-Poetry Clip-Wettbewerbs, 2010 Preisträgerin der Bremer Netzresidenz und Gewinnerin des Förderpreises der Literaturstiftung Bayern, 2011 Gewinnerin des Kulturpreises Bayern. Die AutorInnen der Anthologie kommen aus Deutschland und der Schweiz: Martin Bartelmus (*1987 Würzburg). Katharina Beez (*1989 Thüringen; Passau). Annika Blanke (*1984 Leer/Ostfriesland). Nathalie Keigel (*1983 Rheinfelden/Ch; Basel, Hamburg, Zagbreb, Hamburg). Anna Schlereth (*1989 Erlangen; Freiburg). Stefan Schwinghammer (*1979 Dingolfing; Würzburg). Axel Roitzsch (*1985 Rheinhardsbrunn/Thüringen; Regensburg, Garmisch-Partenkirchen). Rosa (*1982 Frankfurt a.M.; Frankfurt). Sergej Tenjatnikow (*1981 Krasnojarsk/Sibirien; Leipzig). Alexander Weinstock (*1985; Duisburg, Köln). Dorothea Weismantel (*1982 Regensburg; Augsburg, Würzburg).

Sie sind global vernetzt, wissen über alles und jeden zu jeder Zeit Bescheid und können selbst von der Toilette aus eine subjektive Einschätzung zur weltpolitischen Lage oder zur aktuellen emotionalen Befindlichkeit abgeben. Sie stürzen autoritäre Staatsmänner und machen vorarlbergische Blasmusiker über die Klickzahl auf youtube zu Größen. Kein Beitrag im Internet bleibt unkommentiert, der Kommentarteil auf Spiegel Online ist bald interessanter und gilt mehr als der Online-Artikel selbst – es gibt keine Einzelmeinung mehr, nichts steht für sich. Den Content liefert der Einzelne, den Comment die Masse. Wo bleibt da der eigene Standpunkt? Gibt es noch individuelle Sichtweisen oder Aussagen? In der Doppelpublikation Die Abschaffung des Ponys. Stellwerck Lesebuch 2 stellen sich junge AutorInnen aus Deutschland und der Schweiz unter anderem die Frage – ohne dass dieses Thema von Verlagsseite vorgegeben worden wäre. Kann man überhaupt authentisch bleiben, wenn negative Bewertungen durch andere Leser/User zu fürchten sind? Alles Fassade, meint die Schweizerin Nathalie Keigel in Nachtspiel, alles nur inszeniert, um möglichst viele grüne Daumen-hoch-Punkte zu erhalten. Und welche Funktion übernimmt die Masse? Nivellieren oder verwässern die Kommentare bunte Akzente zum Mainstream? Oder sind sie nötiges und richtiges Korrektiv, demokratische Qualitätskontrolle also? In manchen Texten zeichnet sich der Problemkreis Individuum und Gruppe ganz zart ab, in anderen wieder überdeutlich. Sie gehen dabei über das Medium Internet weit hinaus und stellen die Frage ein einen „analogen“ sozialen Zusammenhang. Aus unterschiedlichen Perspektiven erfolgt eine Annäherung: In Stefan Schwinghammers lyrischer Alltagsleid-Popprosa geschieht dies aus der Sicht des Einzelnen in der Masse, in Darwin und Lloyd aus der eines objektiven (?) Betrachters. An anderer Stelle geht der Blick von außen auf hermetisch abgeriegelte Anomalien der uniformen Gesellschaft, wie die Porzellanfrau eine ist. Als wäre das Leben nicht schon kompliziert genug!, setzt Rosas formstarke, weil formversagende Lyrik eins drauf: Auch wenn man sich bereits nonkonform verhält, ist ständig mit Falltüren, die einen in alte Muster der Masse zurückwerfen, zu kämpfen. Nicht allen Texten ist diese Problematik ein- oder vorgelagert. Diese Deutungslinie soll nur eine mögliche der Annäherung an die formal wie inhaltlich heterogenen Texte bieten. Darüber hinaus finden sich in der Anthologie beispielsweise ironisierende Texte oder Gegenentwürfe zu traditionellen Erzählmustern und Motiven, so in Die Brücke von Arles oder Über den Dächern. --- Und dann drehst du dieses Buch um 180° und die Rückseite ist eine zweite Vorderseite: zwei Bücher in einem. Einen unverstellten Blick auf die Wirklichkeit richtet da Pauline Füg mit Die Abschaffung des Ponys, ein Textmosaik aus verschrifteten Kurzfilmen. In ihre Texte sind Ankerpunkte eingelagert, an denen sich der Leser von Bild zu Bild, Augenblick zu Augenblick entlanghangeln kann. Über solche strukturbildenden Verkettungen und Verklammerungen gelangt auf textlicher Ebene die oben genannte Fragestellung in den anderen Band der Doppelpublikation: Was gibt Halt und Orientierung auf der Suche nach dem eigenen Standpunkt? An welchen Wegmarkierungen kann und soll ich mich orientieren? Kein Text steht isoliert, sondern sucht die Verbindung zu den vielen anderen in Wort gefassten Augenblicken. Formal wie auch sprachlich virtuos wird in diesen Textfilmen eine unmittelbare Weltsicht eröffnet.

Das Küken schlüpfte dann um zwanzig nach sieben. Ich war im Lager gewesen, um Salz zu holen, und als ich wieder zurückkam und einen Blick auf meine beiden einzigen Gäste warf, sah ich es. Darwin hatte wohl gerade versucht, das Ei zu köpfen, er hielt noch das Messer in der Hand. (aus: „Darwin & Lloyd“ von Axel Roitzsch) --- auf ihrer haarspitze saß eine wasserperle seit der abschaffung des ponys es half nichts niemand sah und fand die monster unter dem bett das dopamin regelte den rest die kinder lassen ihre drachen steigen nur siegfried hat seinen mal wieder getötet --- (aus: „Die Abschaffung des Ponys“ von Pauline Füg)

Erscheint lt. Verlag 4.4.2011
Reihe/Serie Stellwerck Lesebücher ; 2
Sprache deutsch
Maße 125 x 190 mm
Gewicht 164 g
Einbandart gebunden
Themenwelt Literatur Anthologien
Kinder- / Jugendbuch Spielen / Lernen Lernen / Lernspiele
Schlagworte aktuell • Alltag • Analog • Anthologie • Bayern • Erzählungen • Gegenewartsliteratur • Gegenwartsliteratur • Gesellschaft • Global • Heute • Hochschulliteratur • Individuum • Junge Literatur • Kontemporär • Kurzgeschichten • Kurzprosa • Lesebuch • Lesebücher • Literaturpreis • lokal • Lyrik • Masse • morgen • Nachwuchs • Neue Literatur • Poetry Slam • Porzellandame • Realität • regional • Reutsch • Reutzsch • SLAM • Slamliteratur • Stellwerck • Stellwerk • Student • Subjektivität • Tarzan • Uniliteratur • Unvermögen • vernetzt
ISBN-10 3-941949-01-2 / 3941949012
ISBN-13 978-3-941949-01-0 / 9783941949010
Zustand Neuware
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
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